31.05.2005 Lausitzer Rundschau Jury staunt über Schlepziger Talente
Lustige Casting-Kandidaten begeisterten die Jury. Foto:
Golombek »Ich wusste gar nicht, was so in manchen Leuten schlummert«, staunte Heike Noah. Sie hatte das Maifest koordiniert. Die Gemeinsamkeit mache bei diesen Aktionen besonders viel Spaß, sagte sie. Mit der Resonanz auf die Einladung, die dem Erhalt des Bauernmuseums diente, zeigte sich Heike Noah zufrieden: »Die Plätze waren voll wie immer.« Als nächstes Highlight hat der Schlepziger Heimatverein
bereits das Hofspektakel am 11. Juli im Blick. 28.05.2005 Lausitzer Rundschau Der Unterspreewald rückt näher an die Autobahn
In drei Bauabschnitten soll die Verbindung von Krausnick bis zur Brücke über die Eisenbahn in Brand, von wo aus es eine gute Straße bis zum Autobahnanschluss Staakow gibt, hergestellt werden. Das erste jetzt in Höhe von Tropical Islands in Angriff genommene Teilstück ist der Neubau einer einst vorhandenen Straße, die einer der beiden Start- und Landebahnen auf dem einstigen Militärgelände weichen musste. Wie Michaela Schudek, Bauamtsleiterin des Amtes Unterspreewald informiert, soll dort bis zum September eine 1,3 Kilometer lange und 5,50 Meter breite Asphaltpiste entstehen. Sie bildet das Mittelstück der künftigen Verbindung. Im nächsten Jahr soll der Abschnitt von Tropical Islands bis zur Brücke in Brand ausgebaut werden, im Jahr 2012 der vorhandene, aber sehr desolate Anschluss von Tropical Islands bis nach Krausnick. Finanziert wird das Vorhaben laut Landkreis
Dahme-Spreewald mit Fördermitteln des Landes Brandenburg in Höhe
von 315 000 Euro sowie mit 232 700 Euro aus dem Haushalt des Landkreises.
»Für dieses klare Zeichen der Wirtschaftsförderung im
Süden des Landkreises danke ich besonders den Abgeordneten des
Kreistages, die mit dem Beschluss des Haushaltes die Grundlage für
diese Investition gelegt haben«, sagte Jens-Hermann Kleine (CDU),
Direktor des Amtes Unterspreewald, beim ersten Spatenstich. »Diese
Straße ist sicherlich von der Bedeutung her eine der wichtigsten
Investitionen für die wirtschaftliche Entwicklung des Unterspreewaldes«,
da sie »große Vorteile für den Tourismus, aber auch
die ansässige Wirtschaft bringt«, so Kleine. »Dieser
Tag ist ein guter Tag für die Menschen und Unternehmen
im Unterspreewald.« 28.05.2005 Lausitzer Rundschau Natur um Schlepzig wird aufgefrischt
»Für Leute, die sich für die Natur interessieren, wird das ein absolutes Highlight«, schwärmt Thomas Fischer schon heute. Der enthusiastische Mann vom Naturschutzbund ist Initiator des Projektes, für das er sich seit eineinhalb Jahren stark macht. Mit Erfolg, denn starke Partner stehen ihm mittlerweile zur Seite. Auch Uwe Neumann ist sehr daran gelegen, das einstige Überflutungsgebiet der Spree mit Grabensystemen aus den 70er Jahren wieder attraktiv zu machen. »Hier muss wieder viel Spreewald hergestellt werden«, sagt der Moderator des Schlepziger Wirtschaftsstammtisches. Auch Werner Hämmerling, Schlepzigs Bürgermeister, begleitet das Vorhaben positiv. Ebenfalls unterstützt wird das Projekt von Uwe Schieban (Foto). »Landwirtschaft und Umweltschutz gehen Hand in Hand«, sagt der Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Unterspreewald. »Unser Ziel ist Nachhaltigkeit. Wir wollen das Land ja für Generationen erhalten und stellen uns deshalb den Problemen.« Ganz nebenbei findet er auch, dass Rinder auf den Weiden für Touristen doch durchaus ein »attraktives Bild« seien. »Ist doch langweilig, wenn nichts passiert.« Der künftig rund fünf Kilometer lange Weide(n)weg soll nach dem Willen aller Beteiligten ein Beispiel dafür sein, wie Fremdenverkehr, Naherholung, Naturschutz und Landwirtschaft unter einen Hut zu bekommen sind. Thomas Fischer freut sich schon jetzt auf Goldammer, Grünspecht und Ortolan. Den Blick vom neuen Rundweg auf den
Sonnenuntergang über der Schlepziger Kirche kann er sich auch schon
lebhaft vorstellen. »Ein bisschen rumspinnen« sei immer
gut. In diesem Fall vielleicht zum Wohle einer ganzen Landschaft. Mirjam
Hecht Lausitzer Rundschau 28.04.2010 Kahnfahrt als Markenzeichen
Sie schließen damit eine Lücke, auf die beim Spreewaldverein und beim Tourismusverband schon seit Langem hingewiesen worden ist. Wir haben 1139 Artikel unter der Marke vereint, die aus 95 Unternehmen kommen. Aber es sind zu wenige Dienstleister dabei, sagt Lutz Habermann, Geschäftsführer des Spreewaldvereins mit Sitz in Lübben. Drei Kahnfährleute sind es, die sich mit der Marke schmücken dürfen und wollen. Die Gurke bleibt der Schatz, den die Spreewälder vor zehn Jahren in einem Markenkrieg verteidigten. Durch ihre Bekanntheit schaffe sie ideale Voraussetzungen für andere Angebote, sagt Andreas Traube vom Spreewaldverein. Das nutzen jetzt fast 100 Unternehmen, darunter die Spreewaldkonserve Golßen, mittlerweile deutscher Marktführer bei Gewürz-Gurken. Habermann: Werbung durch die Golßener ist Werbung für den Spreewald und seine Marke. Aus eigener Kraft Ziel ist die Wertschöpfung aus eigener Kraft, aus der Region heraus. Gastronomen bringen Regionales auf die Teller, die Landwirte sorgen für Rohstoffe aus dem Spreewald, andere Anbieter zeigen in Schaubetrieben die Herstellung und von dort war es nicht weit, beispielsweise auch Kahnfährleute mit ins Boot zu nehmen, sagt Habermann. Auch dabei gehe es letztlich um die Qualität, die wiederum die Botschaft sei und sich herumspreche. Der Wert einer Marke besteht im Interesse der Kundschaft. Das werde zunehmend erkannt, erklärt Habermann. Tests in Berlin haben ergeben, dass die Hälfte der Kunden bereit ist, für die Marke Spreewald zusätzlich zu zahlen. Qualität habe ihren Preis. Getestet wurde im vergangenen Jahr zu Ostern und zu Weihnachten am Bahnhof Friedrichstraße. Acker noch uneben Jetzt will auch eine Lebensmittel-Kette wie Edeka in Berlin stärker auf regionale Produkte setzen. Für den Spreewald heißt das, so Habermann, aus sich herauszugehen: Edeka will, dass das Spreewald-Logo deutlich zu sehen ist. Manche verstecken das oder verwenden es gar nicht. Der Trend sei deutlich; über regionale Angebote sollen Kunden auch zum weiteren Sortiment gelockt werden. Begonnen werde mit mehreren Märkten im Süden Berlins, beliefert vom Spreewälder Logistik-Zentrum in Vetschau. Doch die Marke Spreewald biete noch Platz für weitere Anbieter. Der Acker ist noch uneben, sagt Habermann. Wir brauchen Selbstbewusstsein und Identität, die wir nach außen tragen müssen. Viele Touristen sagen uns, das ist ja ganz toll hier, aber wir vermissen den Stolz auf den Spreewald. Sieglinde Fischer spürt an den Reaktionen der Touristen:
Der Spreewald kann sich messen mit so vielen schönen Landschaften.
Auf dem Kahn von Sieglinde Fischer wird manchmal Englisch gesprochen.
Ein Service für weit gereiste Gäste, die schon mal aus Indien
oder Japan kommen. Aber begrüßt wird in sorbischer Sprache,
und es wird Regionales vom Kuchen bis zur Schmalzstulle und natürlich
der Gurke kredenzt. Lausitzer Rundschau 08.01.2010 In Schlepziger Försterei fällt Premium-Holz
Drei Verkaufslose mit insgesamt 40 Festmetern Premium-Holz sollen in Chorin unter den Hammer kommen, Kiefernwertholz im Alter von gut 120 Jahren. Die Versteigerung wird mit Spannung erwartet, denn der Erlös kann durchaus in den dreistelligen Betrag je Festmeter gehen. Und das würde schon etwas heißen, denn in den Wäldern unter Torsten Herdes Betreuung warten noch etwa 290 Festmeter je Hektar an alten verwertbaren Bäumen darauf, zum Rohstoff für Fenster, Möbel und Holzarbeiten zu werden. Seit 1997 pflegt Herde die Bestände in der Revierförsterei Schlepzig. Er freut sich darüber, dass vielerorts unter dem Schutz der alten Kronen neue Strukturen unterschiedlichen Alters heranwachsen. Birken, Kiefern, selten Eichen sprießen aus dem Boden, dessen Humus im Rahmen der naturnahen Waldwirtschaft aufgebaut werden soll. Die jungen Laubbäume gedeihen in
Größenordnungen nur innerhalb von Zäunen. Wir
haben aufgrund der Wilddichte hier sehr große Schäden,
beklagt Torsten Herde. Hier ist ein Zusammenhang zu sehen zwischen
Waldbewirtschaftung und Jagdmanagement. Ohne dieses gehe es nicht.
Wir müssen uns auch der Biologie des Wildes anpassen,
ergänzt Frank Wehnert, der die Oberförsterei Krausnick seit
mehr als 20 Jahren leitet. Neuesten Untersuchungen zufolge versucht
das Wild, im Winter vor allem Energie zu sparen. Das werde genutzt,
indem Förster beispielsweise im November oder Dezember, wenn sie
Bäume fällen müssen, diese möglichst dort schlagen,
wo die Wintereinstände des Wildes sind. Dann kann es die
gefallenen Stämme dort schälen die Rinde aus dem Kronenbereich
bevorzugt es ohnehin und muss sich nicht an anderen Bäumen
vergreifen, die noch wachsen sollen, so Wehnert. Mit großer Spannung erwarten die
Förster jetzt die Versteigerung. Wie viel werden die Schlepziger
Premium-Stämme den Bietern wert sein? Es geht darum, auch
im Wald betriebswirtschaftlich zu arbeiten, so Herde. Das
ist unser Ziel. Ob das gelingt, wird die Versteigerung zeigen.
Lausitzer Rundschau 08.01.2010 In Schlepzig gibt es 2010 viel zu erleben
Archivfoto: PR Führungen mit Rangern Gleich am Ortsausgang
nach Krausnick durchfließen Quas-Spree, das Zerniasfließ
und viele weitere Spreearme eine weite Baumlandschaft, die mitten im
Biosphärenreservat Spreewald liegt. Wanderwege sind für einen
Spaziergang reizvoll. Die Ranger von der Schlepziger Außenstelle
der Biosphärenreservats-Verwaltung bieten ab Ostern regelmäßige
Führungen an. Im Februar machen sie eine winterliche Ausnahme und
laden schon für den 14. Februar um 10 Uhr zu einer zweieinhalb
Stunden dauernden Tour durch den Buchenhain ein. Treffpunkt dafür
ist an der Alten Mühle direkt am Spreewehr. Fahrten mit dem Spreewaldkahn von Schlepzig aus nach Lübben, an den Fischteichen mit vielen Wasservögeln vorbei, oder durch den Unterspreewald nach Groß Wasserburg sind reizvoll und werden so lange angeboten, wie kein Eis auf den Fließen ist. Fährleute gibt es direkt in Schlepzig, und sie werden auch von Wirtsleuten vermittelt. Wer dann noch einen guten Tropfen und Musik mag, für den hat der Landgasthof Zum grünen Strand der Spree mit eigenem Hafen, dem wachsenden Weidendom im Hof und seinen Reihen Klassik und Schlemmen sowie Jazz und Buffet auch in jedem der Wintermonate viel zu bieten. Bei Jazz und Buffet
im Brauhaus des Gasthofes spielen demnächst Ron Spielman und Freunde
Rockiges (9. Januar, 20 Uhr). Dixieland mit der Berliner Sir Gusche
Band gibt es am 30. Januar und Jazz mit Mo Blow am
6. Februar, jeweils um 20 Uhr. Freunde der Musik aus der klassischen
oder romantischen Ecke können am 16. Januar schon ab 18 Uhr brasilianische
Klänge des Quarteto Ideal im Saal des Landgasthofes
genießen. Am 20. Februar entführt Professor Rainer Feldmann
per Gitarre und Flötentönen seine Hörer in die Zeit des
Barock. -ds Lausitzer Rundschau 28.10.2009 Wituschek-Namensträger treffen sich in Schlepzig
Fischerfest, Schlachtefest und Dorfführung standen vor dem Kulturabend im Schlepziger Brauhaus auf dem Programm. Dort führte der 15-köpfige Spreewald-Frauenchor musikalisch durch die vier Jahreszeiten. Das sorbische Intermezzo, begonnen von Sieglind Fischer, rundete Neumann mit dem Vortrag der erstmals vor 100 Jahren niedergeschriebenen Wituschek-Sage aus dem elften Jahrhundert ab. Wir kommen aus Baden-Württemberg, so Detlef Wituschek aus Heidelberg. Unser mit deutschlandweit 50 Trägern recht exklusiver Familienname häuft sich dort, sagte er. Wir haben aber auch Kontakte nach Übersee, die bei längerfristiger Vorplanung gern an diesem Treffen teilnehmen würden. Es sei nicht nur schön, sich mit anderen Trägern
des Namens Wituschek auszutauschen. An den Ort der Entstehung
des Namens zurückzukommen und die spannenden Geschichten dazu zu
hören, ist doch einmalig, so Wituschek. Jens Golombek Lausitzer Rundschau 26.10.2009 Unzählige Gäste beim Abfischen in Schlepzig
Raunen bei großen Fischen Ein Raunen ging durch die Menge, als der erste Kescher voller Fische herausgehoben wurde. Jeder größere Hecht oder Zander, der bei der Sortierung in die Wasserbottiche flog, erntete Anerkennung. Je nach Art und Größe ging es für die Tiere des Fanges in den sofortigen Verkauf oder in die Hälteranlagen, wo sie ihrem Ende gegen Weihnachten und Sylvester entgegensehen. Im Fischbrötchen, geräuchert, frittiert oder als Suppe, wurden Forelle, Hering, Saibling, Wels und Co. schon an Ort und Stelle verköstigt. Frischen Fang verkauft Gleich neben einem großen Aquarium mit den Anschauungsobjekten verkauften Jörg Bürger und seine Kollegen den frischen Fang. Barsch, Hecht, Karpfen und Forelle waren ganz nach persönlichem Geschmack und Familienrezept zubereitet. Natürlich sind die großen Zander heute am Sonnabend wieder heiß begeht. Die Leute wissen, dass es am Sonntag nur noch wenige gibt, sagte Jörg Bürger. Die Zander seien sehr sensibel und stünden im freien Wasser. Wenn die Fischer die Wate durch das Becken ziehen, sammeln sie recht schnell die Zander ab, erklärte er weiter. Die Karpfen sind da rabiater und drücken sich halt am Grund immer wieder am Netz vorbei. Auch nach einem langen Fischerfesttag habe er von den Delikatessen noch nicht genug. Ich persönlich nehme mir gern etwas geräucherten Karpfen mit nach Hause. Dazu ein Schnittchen und ein Bier, es gibt kaum etwas Besseres, sagte Jörg Bürger. Ich habe mich gefragt, wo das ganze Wasser geblieben ist, beschrieb Agnes Bruns ihren ersten Eindruck des Fischerfestes. Ich bin hier in Schlepzig im Herbsturlaub und vorgestern genau an dieser Stelle noch an einem riesigen See entlang spaziert, sagte die Mannheimerin erstaunt. Dabei habe sie aber auch nicht geahnt, welche Schätze darin verborgen waren. Leider habe ich mich noch nie getraut, selbst einen ganzen Fisch zu kochen. Aber ich bin mir sicher, bei all den Angeboten werde ich mich wenigstens für einen leckeren Imbiss entscheiden. Wissen über die Herkunft Eigentlich gebe ich nur einmal
im Jahr richtig Geld für Fisch aus, erzählte Manfred
Kunze aus Lübben. Aber hier in Petkampsberg weiß ich
ganz genau, wo die Fische herkommen und wie sie aufgewachsen sind. Das
ist neben dem guten Geschmack für mich das wichtigste Kriterium. 23.10.2009 Lausitzer Rundschau Wituschek-Wochenende wird in Schlepzig
begangen Der Name stammt der Sage nach von König Wituschek, der sich unsterblich in Ritterstochter Gisela verliebt hatte. Um sie zu gewinnen, musste er zunächst einen Kampf mit ihrem Vater ausfechten, in dessen Verlauf sich das Flussbett der Spree in ein Steinfeld verwandelte. Noch heute trägt eine Stelle den Namen Steinerner Grund. Die angereisten Wituscheks werden am Samstag begrüßt und lernen das Dorf bei einer Führung kennen, kündigt der Verein an. Beim Besuch des Abfischens und eines Schlachtefestes gebe es unter anderem Wituschek-Wurst. Ab 17.30 Uhr trete der Spreewald-Frauenchor im Brauhaus Schlepzig auf und stelle Trachten vor. Außerdem werde die Sage vorgetragen. Am Sonntag können die Wituscheks
die Region auf eigene Faust erkunden, heißt es in der Mitteilung.
Halbe Million Fische geht über
die Sortiertische
Fischzug, Sortierung und Wiegen werden beim Schaufischen nahe der Spreewaldgemeinde Schlepzig zu bewundern sein, kündigt er an. Am Samstag und Sonntag, 24. und 25. Oktober, jeweils von 10 bis 16 Uhr würden etwa 3000 Besucher erwartet. Am Ufer steigt dann ein herbstliches Volksfest mit viel Unterhaltung, Markttreiben und musikalischem Samstagsfrühschoppen im Festzelt, so Bürger. Wir bieten den Fisch nicht nur in allen Variationen an, er kann auch lebend direkt aus dem Netz mitgenommen werden. Besucher gelangen über Schlepzig zum Schaufischen. Parkplätze sind dort ausgeschildert. Seit Mitte September fischen die Männer etwa 30 Tonnen Fische pro Woche ab. Mit Frischwasser, zu dem die Fische stets streben, werden sie aus den halb leeren Teichen zu den zentralen Fischgruben gelockt, erklärt Eckhart Bürger. Mit Kran abgekeschert Zusammengetrieben und mit einem kleinen Kran abgekeschert, sortieren die Männer in einer schrägen Wanne Störe, Schleie, Zander, Hechte und Welse. Über kühle Herbsttage freuen sie sich sehr: Beim Sortieren und Wiegen sind die wechselwarmen Tiere dann deutlich ruhiger. Mit schwerer Technik gelangen die Fische schließlich in die Hälteranlage. Dort sind sie auch bei Frost jederzeit greifbar, erklärt Eckart Bürger. 90 Prozent der Speisekarpfen kämen erst zu Weihnachten und Silvester frisch auf die Verkaufstische. Modrigen Geschmack hätten sie nicht, denn damit haben wir mit unseren Teichen keine Probleme, erklärt Bürger. Werden die mehr als 150 Tonnen Karpfen und die anderen Arten zusammengezählt, gehen in diesem Jahr mehr als eine halbe Million Fische durch die Hände der Fischer und ihrer Erntehelfer. Wir brauchen zwei Monate für das Abfischen, sagt ihr Chef. Nicht glücklich seien die Spreewälder Fischzüchter mit dem vergangenen Sommer gewesen. In unseren Breiten blieb es über Wochen zu kühl für Spitzenerträge. Am besten wachsen die Fische bei 25 Grad Celsius, so Bürger. Der Zuwachs sei deshalb eher mittelmäßig. Sorgen bereiten den Fischern und Anglern aber auch die Kormorane, die ihnen zufolge Fraßschäden in Größenordnungen verursachten. Wie kann man denn diesen hässlichen Vogel zum Vogel des Jahres machen?, lacht ein Lübbener Angler, der in Schlepzig Fische abholt, als das Thema angesprochen wird. Kormoran Riesenproblem Die Kolonien stellen für
Angler und Binnenfischer ein großes Problem dar, versachlicht
Gewässerwart Guido Zepke vom Kreisanglerverband Lübben. Vielleicht
wird ja doch noch mal eine humane Lösung gefunden. Denn die Vögel
haben neben dem Karpfen vor allem den Aal zum Fressen gern, was europaweit
ein Riesenproblem darstellt.
Lausitzer Rundschau 14.09.2009 Spreewälder suchen Namensvetter des Wendenkönigs Wituschek (Wussilo)
Schlepzig Der Verein Krummspree-Unterspreewald will vom 23. bis 25. Oktober ein großes Wituschek-Wochenende in Schlepzig feiern, wie Vereinschef Uwe Neumann erklärt. Dafür suchen die Organisatoren Namensvetter des berühmten Wendenkönigs. Wer Wituschek heißt oder Leute dieses Namens kennt, sollte sich bei uns melden, sagt Neumann. Der Sage nach hatte sich König Wituschek unsterblich in die Ritterstochter Gisela verliebt. Erst ein erbitterter Kampf mit ihrem Vater Ritter Weitbrecht, in dessen Verlauf sich das Flussbett der Spree in ein Steinfeld verwandelte, führten die Verliebten letztlich zusammen. Noch heute trägt die Flussstelle oberhalb der Mündung der Spree in den Schwielochsee den Namen Steinerner Grund. Diese Geschichte ist für den Verein Anlass genug, das Ereignis in Erinnerung zu rufen und zu feiern. Ein Veranstaltungspunkt ist Neumann zufolge ein Ausflug nach Sabrodt zum Steinernen Grund. Vielleicht sogar per Kahn, verrät der Vereinschef. pk Kontakt: Der Verein Krummspree-Unterspreewald ist per
E-Mail unter info@krummspree .de oder unter Dorfstraße 52, 15910
Schlepzig, Stichwort Wituschek, erreichbar.
Titel Erholungsort scheint für Schlepzig greifbar
Der Ort hat sich seit Anfang der 1990er-Jahre sehr dynamisch entwickelt, wie Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine (CDU) sagte. Schlepzig ziehe unheimlich viel Geld aus dem Tourismus. Mehr als zehn Millionen Euro würden touristische Leistungsanbieter in Schlepzig pro Jahr einnehmen, knapp vier Millionen davon von Tagestouristen. Dennoch: Schlepzig muss jährlich etwa 30 000 Euro Verlust ausgleichen. Rund 100 000 Euro pro Jahr und damit etwa die Hälfte des für freiwillige Aufgaben zur Verfügung stehenden Geldes würden in den Tourismus fließen. Schlepzig braucht zusätzliche Geldquellen, sagte Kleine. Die Kurtaxe sei eine Möglichkeit. Sie könne erhoben werden, wenn das Dorf das Prädikat Staatlich anerkannter Erholungsort erhalten habe. Das Geld, erklärte Bürgermeister Werner Hämmerling, würde wieder im Fremdenverkehr eingesetzt. Marlies Göhring warnte davor, die Touristen finanziell noch mehr bluten zu lassen. Die touristischen Angebote in Schlepzig sind schon heute nicht gerade billig, sagte die Einwohnerin. Lutz Kockott dagegen sieht kein Problem: Ich habe im Urlaub auch Kurtaxe bezahlt und darüber nicht diskutiert. Der Schlepziger Feuerwehrchef würde den touristischen Leistungsanbietern in seinem Heimatort einfach den Brocken Kurtaxe hinwerfen. Sie hatten jahrelang die Chance, mitzudiskutieren und sich einzubringen, getan haben sie es nicht. Das wundert auch den Bürgermeister: Es muss doch das ureigenste Interesse der Gewerbetreibenden sein, dass es dem ganzen Ort gut geht. Der Tourismus könne nicht von den anderen Bürgern mitfinanziert werden. Wir haben schließlich mehr Aufgaben in unserer Gemeinde zu leisten, als nur für den Tourismus, sagte Werner Hämmerling. Er verwies darauf, dass der Erhalt und die Reparatur von Straßen und Wegen im Ort in den nächsten Jahren enormes Geld kosten werde. Eine Kurtaxe würde den kommunalen Haushalt entlasten. Auch die touristischen Dienstleister hätten einen Vorteil von der Taxe, wie Jens-Hermann Kleine erklärte: Sie könnten höhere Fördermittelsätze erhalten. Werner Hämmerling regte an zu überlegen, ob wir in Schlepzig eine Alternative zum ,Rummeltourismus' in Lübben und Lübbenau sein wollen oder nur der Kleine unter den anderen Spreewaldorten. Uwe Neumann will keinen Massentourismus
in Schlepzig, sondern ein Alleinstellungsmerkmal. Wir sollten uns auf
höherklassigen Tourismus konzentrieren, sagte er. Teuer sei
Schlepzig schon heute, doch würden entsprechender Service und die
Freundlichkeit der Anbieter fehlen, wie Neumann sagte. Amtsdirektor
Jens-Hermann Kleine erwartet, dass die touristischen Dienstleister
ein Angebot machen, damit die Gemeindevertretung über eine Fremdenverkehrsabgabe
entscheiden kann. Schlepziger Paddelboot-Meile kritisiert
Spielplatz soll das Dorf im Unterspreewald attraktiver machen
Der Spielplatz soll mit klassischen Standardspielgeräten ausgestattet werden, wie Unterspreewalds Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine (CDU) erklärte. Einen Sandkasten aber werde es laut Werner Hämmerling nicht geben: Die hygienischen Auflagen sind enorm, die Umsetzung kostet viel Geld, erklärte der Schlepziger Bürgermeister, das habe ich so nicht erwartet. Drei Spielgeräte seien in die engere Wahl genommen worden. Die Finanzierung soll aus Sondervermögen der DDR erfolgen, wie der Amtsdirektor erklärte: Der Fördermittelantrag ist gestellt, eine 90-prozentige Förderung möglich. Während der Spielplatz im Kahnfährhafen öffentlich sein soll, werde der neue Spielplatz am geplanten Kita-Neubau nur den Kindern dieser Einrichtung zur Verfügung stehen. as Neubau für Kita und Feuerwehr in Schlepzig geplant
Standort des Gebäudekomplexes ist demnach eine Fläche in Nachbarschaft des derzeitigen Gerätehauses. Feuerwehrhaus und Kitagebäude sollen durch einen Zwischentrakt verbunden werden. Diese Kombination hat einen enormen Charme, sagte Kleine. Da Kinder Feuerwehrautos lieben, wird es uns frühzeitig gelingen, sie für die Feuerwehr zu begeistern. Ihm zufolge soll in der neuen Kita Platz für 32 Kinder bis zum sechsten Lebensjahr sein. Der Neubau sei deshalb notwendig, weil das alte Gebäude der Kita Libelle nicht mehr den modernen Anforderungen entspreche. Wir bauen die Kita auch, um für junge Leute attraktiv zu sein, erklärte Werner Hämmerling. Die Betreuung von Hortkindern im Objekt sei aber derzeit nicht vorgesehen. Der Bürgermeister versicherte jedoch, dass die Möglichkeit dafür geprüft werde. Dazu gehöre auch der Transport der Kinder von der Grundschule in Schönwalde in die Kita nach Schlepzig. Marlies Göhring würde dafür den Transporter der Amtsverwaltung einsetzen: Das geht doch woanders auch, erklärte sie, warum nicht im Unterspreewald? Sie ist zudem der Ansicht, dass die Gemeinde Schönwald in der Pflicht sei, den Transport der Kinder in ihre Heimatorte zu organisieren, da sie sich den Schulstandort gesichert habe. Schönwalds Bürgermeister würde mich steinigen, wenn ich ihm erkläre, dass er unsere Kinder nach Hause fahren muss, sagte Werner Hämmerling. Der Amtsbus könne dafür ohnehin nicht eingesetzt werden, weil das Amt weder Träger der Schule noch der Kita ist, wie Jens-Hermann Kleine erklärte. Wann die neue Kindereinrichtung in Schlepzig gebaut werde, stehe nicht fest. Noch fehlt uns die Fördermittelzusage, sagte der Bürgermeister. Ohne Fördermittel aber können wir die Kita nicht bauen. Die Finanzierung des Feuerwehr-Hauses dagegen sei gesichert. Noch in diesem Jahr soll der Grundstein gelegt werden. Das alte Geräte- sowie das alte Kita-Gebäude sollen laut Hämmerling verkauft werden. as
02.09.2009 Lausitzer Rundschau Schlepzig auf dem Weg zum Erholungsort
Das Projekt Erholungsort sei ein ganz heißes Eisen. Vor allem eine zu entrichtende Kurtaxe werde diskutiert, besonders durch Anbieter von Übernachtungsmöglichkeiten. Werner Hämmerling hätte gern eine breite Diskussion der Schlepziger zum Thema Erholungsort: Sie würde uns helfen, die optimalen Entscheidungen zu treffen. Am morgigen Donnerstag haben die Einwohner Gelegenheit, ihre Meinung zum geplanten Status des Dorfs zu äußern. Die RUNDSCHAU lädt für 19 Uhr zur Versammlung in das Gemeindezentrum ein. Wir wollen nicht nur den Tourismus weiterentwickeln, sondern auch unsere Infrastruktur verbessern, sagt der Bürgermeister. Er wünscht sich, dass die mit dem Tourismus beschäftigten Einwohner ihre Interessen bündeln. Ein Nahziel sei beispielsweise eine vernünftige Beschilderung. Der jetzige ,Schilder-Wildwuchs' kann so nicht bleiben, sagt Hämmerling. Er sei aber auch der Überzeugung, dass Schlepzig ein attraktiver Ort für junge Leute ist. Damit der dörfliche Charakter erhalten bleibt, soll es weiterhin kein großes Wohnbaugebiet im Ort geben. Der Bürgermeister setze vielmehr auf Lückenschließung und den Erhalt alter Bausubstanz. Zwei kommunale Bauvorhaben seien derzeit geplant: Noch in diesem Jahr soll mit dem Bau des neuen Feuerwehr-Gerätehauses begonnen werden. Die Finanzierung steht, erklärt der Bürgermeister. Im Oktober dieses Jahres wollen wir die Grundsteinlegung feiern. Das neue Gebäude soll in Nachbarschaft mit dem alten Gerätehaus entstehen. Am gleichen Standort wird laut Werner Hämmerling
zudem eine neue Kindertagesstätte errichtet. Die Bedingungen in
dem alten Kita-Gebäude seien nicht mehr optimal. Wie der Bürgermeister
sagt, rechne er aber noch in diesem Jahr mit dem Baubeginn der Kindereinrichtung.
Lausitzer Rundschau 3.08.2009 Markt und Kahnkorso locken Besucher
Tirol und Ungarn waren kulinarisch präsent, die Heimatregion unter anderem mit Gemüseprodukten vertreten. Die Schlepziger Brennerei gab direkt vor ihrem Lagerhaus Kostproben, der Straupitzer Zaun-König hatte neben seinen Likören trockene Aufgüsse vorgestellt. Auch wenn es jetzt ein bisschen warm ist, wenn die Temperaturen wieder sinken, sind die Tropfen richtig durchgezogen, versprach Sabine Pape. Die richtige Stimmung wollte ihrer Meinung nach trotz der vielen Stände nicht aufkommen: Es fehlt hier etwas Musik. Für einen Markt ist es eigentlich viel zu ruhig. Am Nachmittag kümmerten sich im Hafen Heimatverein und Hinterbackofenballett um die Wahrung der Traditionen, Clown und Kita sorgten für die Unterhaltung der jüngeren Besucher. Nach dem Konzert der Partyband ging der Nachtwächter mit vielen Besuchern durch Schlepzig und verabschiedete die Einwohner in eine nur kurze Nacht. Denn das Dorffest ging am Sonntag weiter. Am Morgen wollten die Kähne des Kahnkorsos, der sich gegen 14 Uhr in Bewegung setzte, geschmückt und hergerichtet werden. Für den Ausklang des Festes sorgten Sally und Kim, die eine Travestie-Show boten. Sie bildeten mit ihren schrillen Fummeln einen interessanten Kontrast zur Schlepziger Spreewaldtracht. Die ,Spreewälder Jungs' und die ,Berstetaler Blasmusikanten' an einem Wochenende in diesem wunderbaren Hafen zu erleben, war für Karl Löser das Schönste am Fest. Und der Korso war auch wieder sehr einfallsreich gestaltet. Wir hatten schönes Wetter, eine gute Mischung bei den Händlern, resümierte Marktchef Holger Wieloch. Wir waren von morgens an gut besucht. Rund 50 Stände warben um Beachtung. Schon immer ist der Freitagabend etwas ruhiger,
berichtete Michael Künzel. Auch die Musik-Gruppe Roof Garden konnte
nicht mehr Zuschauer zur Auftaktveranstaltung des Wochenendes locken.
Gastwirt Michael Künzel zeichnet seit sieben Jahren für das
Schlepziger Fest verantwortlich. Aber mit dem Rest können
ich und all die Schlepziger, die sich hier mit eingebracht haben, sehr
zufrieden sein, sagte er. Wir freuen uns schon auf das Dorffest
im nächsten Jahr. Lausitzer Rundschau 3.08.2009 Verein sieht Mahlbusen als künftige Badestelle
Schlepzigs Das wäre ein genialer Platz, schwärmt Vereinsvorsitzender Uwe Neumann vom Mahlbusen. Das kleine Gewässer liegt an den Wiesen am Schlepziger Ortsrand und damit nahe am Dorf, nennt der Vereinsvorsitzende einen Pluspunkt. Probleme mit Parkplätzen werde es nicht geben, die seien an der Alten Lübbener Straße vorhanden. Uwe Neumann: Die Leitungen für Wasser, Abwasser und Strom brauchen nicht über lange Strecken gebaut zu werden, da sich Anschlüsse am nicht weit entfernten Pumpenhaus am alten Feuerwehrgebäude befinden. Was die Qualität des Badewassers betrifft, verweist Uwe Neumann auf Pläne des Naturschutzbundes, das Pauck-Grabensystem mit Frischwasser zu versorgen, das aus der Spree vor dem Hartmannsdorfer Wehr abgeleitet werden soll. Der Pauckgraben mündet in den Mahlbusen, könnte diesen mit frischem Wasser versorgen, das wiederum in die Dorfspree abfließen könnte. Uwe Neumanns Vorstellungen gehen noch weiter: Eventuell wäre im Winter sogar Eislaufen möglich, sagt er. Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine (CDU) sagte während der jüngsten Gemeindevertretersitzung, dass die Verwaltung den Antrag des Krummmspree-Unterspreewald-Vereins bearbeite. Während dieser Sitzung sprach sich das Gremium auch dafür aus, über die Erhebung einer Kurtaxe mit den Einwohnern zu diskutieren. Sie käme kommunalen Projekten der touristischen Infrastruktur zugute, wie etwa einer Badestelle, die die Gemeinde aus eigener finanzieller Kraft nicht schaffen könne (die RUNDSCHAU berichtete). D. Hellwig Lausitzer Rundschau 3.08.2009 Schlepzig soll weißer Fleck bei
der Windkraftnutzung bleiben Wie Steffen Miether äußerte er jedoch moralische Bedenken mit Blick auf die Nachbarn. Die Befürchtung, es könne der Eindruck entstehen, wir schieben die Anlagen von uns weg und damit zu den anderen hin, habe er nicht, so Hans-Jürgen Lawnick. Denn das Planungsbüro hat sachliche Gründe dafür dargestellt, warum es diese zwölf möglichen Flächen ermittelt hat. Diese zwölf Gebiete im Amt Unterspreewald hatten sich nach Abzug von Gebieten, die für die Windkraftnutzung aus verschiedenen Gründen tabu sind, herauskristallisiert (die RUNDSCHAU berichtete). Es handelt sich um Flächen, die abstrakt in Betracht kämen, sagte Unterspreewald-Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine (CDU). Beim Verfeinern des Plans müssen wir jetzt sehen, welche weiteren Ausschlusskriterien es gibt. Dörte Hellwig Lausitzer Rundschau 1.08.2009 Schönbohm und Wanka werden Schlepziger Kita-Pläne vorgestellt
Amtsdirektor Kleine, Vize-Landrat Klinkmüller,
Minister Schönbohm, Architekt Scholz und Ministerin Wanka (v. l.)
betrachten die Schlepziger Baupläne. Foto: Michael Schulz Nach einem kurzen Blick auf die Pläne genossen Wanka und Schönbohm noch einen Moment die frühabendliche Luft auf der Terrasse des historischen Gemeindehauses, bevor es ans Essen ging. Begleitet wurden die beiden Landespolitiker von der CDU-Bundestagsabgeordneten Tamara Zieschang. Die drei Christdemokraten waren den ganzen Tag im Amt Unterspreewald unterwegs gewesen. Michael Schulz Lausitzer Rundschau 27.07.2009 Alles doppelt gesehen beim Zwillingstreffen in Schlepzig
Aus der Spreewälder Region waren vier Pärchen gekommen. Es ist richtig schön, ein Wochenende mit anderen Zwillingen zu verbringen, sagte Regina Winter. Sie nahm zum ersten Mal an solch einem Treffen teil. Herrlich, auch mal doppelt zu sehen, ergänzte ihre Zwillingsschwester Christina Kaiser aus Luckau. Sonst würden sie oft angeguckt und gemustert. Heute sehen wir das mal aus einer anderen Perspektive, sagte Regina Winter. Die Geschwister sind fast alle gleich schlank oder mollig, sehen in Bezug auf die Frisuren gleich aus. Bei den Zwillingen gibt es einen ganz anderen Zusammenhalt als sonst Menschen, die sich eigentlich einander fremd sind. Das ist schön, und wir sind beim nächsten Mal bestimmt wieder dabei, versprach Christina Kaiser. Birgit Kuntzag und Elke Bohne aus Lübben ließen es sich nicht nehmen, sich mit anderen Zwillingen gegenseitig zu fotografieren. Wir sind seit mehr als 20 Jahren bei den Treffen dabei. Wir waren so froh, dass die anderen nun mal zu uns gekommen sind, so Birgit Kuntzag. Wir sind wie eine große Familie, fügte ihre Zwillingsschwester Elke Bohne an. Man entwickelt sich mit den anderen mit. Und wenn bei manchen die Haare weniger werden oder andere Veränderungen eintreten, kann man die auch noch mit dem jeweiligen Zwilling vergleichen. Jedes Jahr kämen neue Mitglieder dazu. Mit anderen Zwillingen ist man immer gleich per du, erzählte Birgit Kuntzag. Nadine und Gwendolin Scheibe aus Radeburg sind die Präsidentinnen des Deutschen Zwillingsclub Werdau. Seit dem Jahr 1988 sind sie im Deutschen Zwillingsclub aktiv. Im vergangenen Jahr übernahmen die beiden 29-Jährigen die Leitung. Die jüngsten Zwillinge des Clubs sind zwei Jahre jung, die ältesten 79. Von den etwa 120 im Club organisierten Zwillingspaaren waren über 50 der Einladung zum Zwillingstreffen in den Spreewald gefolgt, so Nadine Scheibe. Kahnfahrt sowie Besuche in einer Gurkeneinlegerei und einem Museum sowie eine Wanderung mit dem Nachtwächter hatten auf dem Programm gestanden. Für das Wetter können wir nichts. Aber der Rest hat super geklappt, und wie immer hat es richtig Spaß gemacht. Gwendolin Scheibe fügte
an: Unser Club ist einer der größten Zwillingsvereine
Deutschlands. Wir freuen uns sehr, dass jedes Jahr mehr und mehr Zwillinge
den Weg zu uns finden und die Treffen als Höhepunkte im Zwillingsalltag
schätzen. Das nächste werde es zum 25-jährigen
Vereinsbestehen in der Gründungsstadt Werdau geben.
23.7.2009 Lausitzer Rundschau Schlepziger diskutieren über Kurtaxe
Die Verwaltung begründet den Anstoß der Debatte mit dem Bestreben Schlepzigs, staatlich anerkannter Erholungsort zu werden. Im Jahr 2005 sei dieses Ziel beschlossen worden. Der für die Vergabe des Titels zuständige Landesfachbeirat habe sich zwar positiv zu dem Ansinnen positioniert, aber auch auf Lücken in der Infrastruktur hingewiesen. Es mangele unter anderem an Angeboten der Gesundheitsförderung und Spielmöglichkeiten für Kinder. Dringend erforderlich sei eine Badestelle. Diese Vorhaben sind laut Amtsverwaltung von der Gemeinde derzeit nicht zu finanzieren. Hinzu kommt, dass es in einem staatlich anerkannten Erholungsort eine Touristinformation geben muss. Diese ist zwar in Schlepzig vorhanden, sie produziert aber ein erhebliches Minus, sagte Bürgermeister Werner Hämmerling. Seiner Auffassung nach sei die Kurtaxe für Tourismusanbieter ein sehr brisantes Thema. Trotzdem solle die Debatte geführt werden. Denn wir wollen in Sachen Erholungsort wieder etwas Fahrt aufnehmen, und wir wollen den Ort attraktiv gestalten auch im Interesse der Vermieter. Überall bezahle ich Kurtaxe, etwa an der Ostsee, und freue mich, dass es dafür sauber ist, sprach sich Hans-Jürgen Lawnik dafür aus, Gäste an den Aufwendungen der Gemeinde für den Tourismus zu beteiligen. Dabei sollten ebenfalls Tagesgäste einbezogen werden, sagte Steffen Miether. Von den Einnahmen durch die Kurtaxe oder eine ähnliche Abgabe würden auch die Einwohner profitieren, wenn damit beispielsweise die Funktionsfähigkeit der Schleusen gesichert und eine Badestelle geschaffen würden. Über Alternativen zur Kurtaxe nachzudenken und darüber, auch andere einzubeziehen, die vom Tourismus partizipieren, regte Uwe Neumann, Vorsitzender des Vereins Krummspree-Unterspreewald an. Verwendet werden darf die Kurtaxe laut Amtsverwaltung
ausschließlich für die touristische Infrastruktur. Die rechtliche
Voraussetzung, sie erheben zu dürfen, sei in Schlepzig gegeben:
Die Zahl der Übernachtungen von Touristen muss mindestens das Siebenfache
der Einwohnerzahl betragen. Mit 26 000 Übernachtungen jährlich
bei 650 Einwohnern erfüllen wir das allemal, sagte
Schlepzigs Bürgermeister. 2.6.2009 Lausitzer Rundschau Schlepziger Maifest bietet nostalgisches Programm
Traditions- und Brauchtumspflege steht auf den Vereinsfahnen der mehr als 60 Mitglieder. Der Verein wolle besonders den Erhalt des wunderschönen Bauernmuseums unterstützen, so Vorsitzende Monika Schiela. Deshalb finden hier die meisten Aktionen statt. Lesungen aus Dorfchronik und Märchenbüchern gibt es regelmäßig, jährlich wird ein Heimatbrief herausgegeben. Monika Schiela dankte den Mitgliedern für die Bereitschaft, Aufgaben zu übernehmen, und hoffte, dass diese Bereitschaft erhalten bleibt und der Verein noch viele Jahre bestehen wird. Bäuerlich-traditionelle Atmosphäre wehte über den Hof des Schlepziger Bauernmuseums, als Ronny Miether, der als Moderator durch das Bühnenprogramm des Vereins führte, zum Auftakt auf seiner Trompete Auferstanden aus Ruinen intonierte. Nach dem Fahnenappell von Pionierleiterin Kerstin Lindner wurde es mit den Pudys, Helga Hahnemann, Frank Sinatra samt Fernsehballett, Nina Hagen, Katja Ebstein, Udo Lindenberg und Sonja Schmidt mit dem himmelblauem Trabant heiter-nostalgisch-musikalisch. Zuvor hatte das junggebliebene Hinterbackofenballett mit afrikanischen Rhythmen dem Publikum eingeheizt.
Von Jens Golombek 6.5.2009 Lausitzer Rundschau Sybille Grunert zeigt ältere und neue Bilder in Schlepzig
Für eine Vernissage ungewöhnlich, erschienen einige Gäste in Radlerhosen. Sie waren Urlauber, die ihre Radtour spontan für den Kunstgenuss unterbrochen hatten. Wir wollen dieses Haus mit Leben füllen, und solch eine Ausstellung ist eine wunderbare Möglichkeit, sagte der Pächter der Mühle, Dr. Torsten Römer. Seit dem Jahr 1992 seien Werke von Sybille Grunert im benachbarten Brauhaus und dem Landgasthof Zum grünen Strand der Spree zu bewundern gewesen. Unser Herr Tschersich hatte schließlich vor eineinhalb Wochen die Idee, die bewährte, kreative und fleißige Künstlerin einzuladen. Begeistert habe sie zugestimmt. Nun hoffen wir auf gutes Gelingen und viele verkaufte Bilder. Die Künstlerin hat sich auf unser Drängen hin bereit erklärt, sich von einigen ihrer Werke zu trennen, sagte Uwe Neumann, dessen Verein in der Mühle ein Büro nutzt. Auch Motivkarten und Poster seien erhältlich. Einige Arbeiten sind ganz neu, andere etwas älter, sagte Sybille Grunert. In der Kürze der Zeit solch eine Ausstellung zusammenzustellen, ist sicher nicht leicht. Aber mit der Zeit hat sich im Atelier ein gewisser Vorrat angesammelt, den ich durch neue Ideen ergänzt habe. Cordula Roy war zur Vernissage aus Teupitz angereist. Ich beobachte die Entwicklung der Werke von Anfang an. Hier in der eher dunklen Mühle gefallen mir die Blumenmotive mit ihren kräftigen Farben am besten. Auch die vielen Entchen sind toll. Die Ausstellung ist an allen Maiwochenende jeweils von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Wer sich zum Besuch mit Sybille Grunert verabreden möchte, erreicht sie unter der Telefonnummer 03546 8483. jgk 9.4.2009 Lausitzer Rundschau Verein in Sclepzig eröffnet Geschäftsstelle in Schlepziger Mühle
Für ihn sei dies ein besonderer Ort, an dem er vor 45 Jahren selbst mitgeholfen habe. Mit unserer Arbeit wollen wir Verwaltungsgrenzen überschreiten, um touristische Netzwerke zu entwickeln, so Uwe Neumann. Dabei wollen wir ein Forum für alle Gästebetreuer sein. Natur, Ruhe und die unvergleichliche Landschaft seien ein unersetzliches Kapital, hieß es in der Festrede vor Vertretern von Touristik und Verwaltung. Dieses muss für künftige Generationen erhalten werden. Deshalb ist es uns wichtig, friedlich und zukunftsorientiert zusammenzuarbeiten. Zum allseitigen Nutzen verstehe sich der Verein als Lobby für die Region. Ich freue mich, dass hier Unternehmer diesen Ansatz verfolgen, gratulierte Peter Stephan, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Spreewald. Vor fünf Jahren gegründet, ruhte die Tätigkeit des Vereins aus personellen Gründen zwischenzeitlich. 25 Mitglieder aus den Reihen touristischer Anbieter der Region sind darin jetzt verbunden und arbeiten bereits an konkreten Projekten. Die aktuelle Kampagne steht unter der Überschrift Wieder mehr Spreewald schaffen. Jens Golombek 5.4.2009 Lausitzer Rundschau Die Kahnfährsaison in Schlepzig ist offiziell eröffnet
Trotz der vielen nicht so guten Wirtschaftsnachrichten hoffe ich, dass Ihnen allen eine gute touristische Saison bevorsteht, sagte der Amtsdirektor. Mit Bier der Spreewälder Privatbrauerei in Schlepzig wurde auf die notwendige Handbreit Wasser unter dem Kiel angestoßen. Anschließend machten sich die beiden ersten Kähne auf die erste Dorfumfahrungsrunde des Jahres. Bei Musik und Gesang warfen die Fahrgäste durch Sträucher, Hecken, Büsche und Bäume, an deren Zweigen das erste Grün schimmerte, ausgiebige Blicke auf die malerischen Wirtschaften und Hinterhöfe der Schlepziger. Als plötzlich
jemand anfing, mit einer Glocke zu läuten, war ich mehr als verwundert,
sagte Stephan Kolbe. Aber als freudestrahlend herübergerufen
wurde, dass wir der erste Kahn des Jahres seien, war mir alles klar,
so der Dresdener Besucher. Er sei begeistert gewesen, gerade weil
die Natur kurz vor ihrer grünen Explosion steht. Was ist los in Schlepzig: Programm 2009/10 28. März 2009
31. Oktober 2009 20:00 Uhr Jazz & Buffet im Brauhaus. My flexible friends. Alles zwischen Jazz & Pop
7. November 2009 18:00 Uhr Klassik & Schlemmen im Landgasthof. Klassik goes Gurken Schlager aus dem Spreewald von 1514 bis Heute mit dem Jupiter Quartett.
21. November 2009 20:00 Uhr Jazz & Buffet im Brauhaus Alte Wache. Dixieland mit der Swingband aus Potsdam.
28. November 2009 20:00 Uhr Jazz & Buffet im Brauhaus. Katelijne Philips-Lebon singt französische Chansons und flämische Lieder
5. Dezember 2009 18:00 Uhr Klassik & Schlemmen im Landgasthof. Einen Abend mit Rezitationen. Hanna Petkoff trägt vor.
12. Dezember 2009 18:00 Uhr Klassik & Schlemmen im Landgasthof. Namen folgen.
9. Januar 2010 20:00 Uhr Jazz & Buffet im Brauhaus. Ron Spielman, Jan Eckelmann und Björn Werra. Das Brauhaus rockt !!!
16. Januar 2010 18:00 Uhr Klassik & Schlemmen im Landgasthof. Quarteto Ideal macht brasilianischer Musik, wir das Essen !
30. Januar 2010 20:00 Uhr Jazz & Buffet im Brauhaus. Berliner Urgestein: Sir Gusche Band (Dixieland)
6. Februar 2010 20:00 Uhr Jazz & Buffet im Brauhaus. Björn Missal, Gesang begleitet von Robert Kessler, Gitarre.
20. Februar 2010 18:00 Uhr Klassik & Schlemmen im Landgasthof. Prof. Rainer Feldmann, Gitarre begleitet von seiner Frau auf verschiedenen Blockflöten, spielen virtuose Werke von Barock-Komponisten, S.Bach, A. Vivaldi, B. Marcello u.a.
27. Februar 2010 20:00 Uhr Jazz & Buffet im Brauhaus. Mo Blow. Heißer Jazz-Funk mit groovigen Funksound. Doppelsieg beim Jazz&Blues Award.
20:00 Uhr Jazz & Buffet im Brauhaus. Waldi Weiz & Band. Musik zwischen Funk, Blues und Jazz.
13. März 2010 18:00 Uhr Klassik & Schlemmen im Landgasthof. Rainer Roos am Klavier mit einem Tango Abend und dem argentinischen Tango-Sänger Alejandro Briglia
20. März 2010 20:00 Uhr Jazz & Buffet im Brauhaus. Perido. Vocal Jazz mit Tap Dance.
27. März 2010 18:00 Uhr Klassik & Schlemmen im Landgasthof. Jörn Behrsing mit Fagottvirtuos. Ein Instrument zwischen Klassik, Pop und Kabarett
10. April 2010 20:00 Uhr Jazz & Buffet im Brauhaus. Jazz Family mit New Orleans Jazz zum Saisonausklang. 19.3.2009 Lausitzer Rundschau Besuch in der Welt der Spreewald-Bauern
Rund 10 000 Gäste begrüßt Museumsleiterin Sabine Kamprad jedes Jahr. Das kann sich sehen lassen für so einen kleinen Ort wie Schlepzig, schätzt sie ein. Die zahlreichen Ausstellungsstücke sind aus dem Leben gegriffen und mit Puppen effektvoll in Szene gesetzt. In dem gut erhaltenen Bauernhaus, ursprünglich für den Dorfschulzen gedacht und daher etwas größer und komfortabler als üblich, werden Möbel, Kleidungsstücke und unzählige praktische Kleinigkeiten aus den Jahren 1900 bis 1920 ausgestellt. Im Dachgeschoss findet sich eine textliche Annäherung an die Vergangenheit. Auf großen Plakaten können Interessierte nachlesen, welche Effekte historische Entwicklungen auf das Leben der Spreewälder hatten. Auch der DDR-Zeit sind eine Reihe von Tafeln gewidmet. Dem Bauernhaus gegenüber liegt die ehemalige Stallscheune.
Sie ist der Darstellung von Land-, Forst- und Fischwirtschaft gewidmet.
Besonderes Augenmerk liegt auf der Flachsstrecke, die Anbau und Verarbeitung
des Leins vom Samen bis zum gemangelten Kleidungsstück zeigt. Kindern
bringt Sabine Kamprad diesen Teil besonders gern nahe. Ausreichend Webstühle
hält das Museum vor, damit diese sich selbst ausprobieren können.
Auch ans Spinnrad können sich Interessierte setzen. Das Kulinarische
der alten Zeiten soll da nicht zu kurz kommen: Auf Wunsch ist das Schaubacken
möglich, so Sabine Kamprad. 10.3.2009 Lausitzer Rundschau Tolle Show und beste Stimmung
Die Stimmungsfunken sprühen und spontan überreicht eine der Frauen dem Duo zum Titel Weiße Rosen aus Athen eine Rose. Schon sind die ersten Rufe nach einer Zugabe zu hören. Einfach klasse, sind sich Kathrin Hönow aus Schlepzig, ihre Mutter Gisela aus Neu Lübbenau und Schwiegermutter Marianne Ewert aus Calau einig. So ein gemeinsamer Abend ohne Männer sei auch mal schön, fügt die Calauerin an. Beim Rosenmontagsumzug in Schlepzig hätten sie den gemeinsamen Frauentagsabend beschlossen, ganz spontan, und das ist besser, als wenn alles lange geplant wird, ergänzt Gisela Hönow. Die Männer kümmerten sich an diesem Tag um die Kinder. Ihr Mann Torsten und Opa Detlef würden das schon hinbekommen, sagt Kathrin Hönow. Begeistert sind auch Annika Lehmann und Nancy Schulze aus Groß Leuthen. Es hat sich gelohnt hierher zu kommen, eine super Show. Wir kommen jederzeit wieder, wenn Frauentag in Schlepzig ist, denn auch das Buffett war klasse, so die zwei Frauen. Zehn Frauen aus Siegadel, Wittmannsdorf, Bückchen, Gröditsch und Goyatz genießen den Abend an einem weiteren Tisch. Alle Familien seien untereinander befreundet und unternähmen auch sonst vieles gemeinsam, erzählt Yvonne Wrede-Schlenkrich aus Gröditsch. Karoline Scherbatzki aus Bückchen hat den Frauenabend
organisiert und ist zufrieden: Es hat alles gestimmt, vom Essen
über die Musik bis hin zum Programm. Schon im vergangenen
Jahr hätten einige der Freundinnen den Frauentag in Pieskow gemeinsam
verbracht, ergänzt Julia Stuck. Erst waren wir essen und
dann feiern. Heute ist es auch super, ein tolles Programm, das beste
der ganzen Fastnachtszeit für mich, ergänzt die Goyatzerin. 24.2.2009 Lausitzer Rundschau Schlepziger Narren wollen hoch hinaus
Jens Golombek Foto: 10 Jahre Jugendprinz Auffällig war die Tendenz zu immer höheren Eigenbauten: Jägerhochstand, Burgturm und gar ein ganzer Baum mussten sich jedoch einem fahrtüchtigen Eifelturm geschlagen geben. Pünktlich um 14 Uhr gab Prinz Jens I. den Startschuss. Die Blaskapelle spielte für ein kleines Tänzchen auf. Anschließend setzte sich der Zug in Bewegung. Endlich waren die kreativen Arbeiten des vergangenen Jahres zu sehen. Konfetti, Bonbons und Kamelle flogen in die Zuschauerreihen, die diesmal nicht so gut gefüllt waren wie in den Vorjahren. Beim Anführen des Zuges wurde Prinz Jens I. vom Jugendprinzenpaar Sabrina Lindner (20) und Christian Kaatsch (26) unterstützt. Ich war zwölf Jahre lang der Jugendprinz und habe dann zehn Jahre ausgesetzt, erzählte Jens I. von seiner närrischen Karriere. Gestern wurde er schließlich erneut zum Adeligen ernannt. Einfallsreiche Jecken Das etwas durchwachsene Wetter macht uns überhaupt nichts aus, berichtete Christian Kaatsch. Dagegen kann man sich ja glücklicherweise rüsten. Ganz besonders freue er sich über die Gäste aus Dürrenhofe: Einfach Klasse, wie die hier mitmachen. Bisher haben wir alles gut überstanden, resümierte Sa brina Lindner den Rosenmontag. Der Samstag war für uns von der Karnevalsjugend ja die erste Hürde. Die Schlepziger steigen mit der Jugendweihe oder der Konfirmation in das närrische Jugendalter ein. Erst Heirat oder das Erreichen des 30. Lebensjahres ermöglichen den Wechsel zu den Erwachsenen. Auf Favoriten für das originellste Motiv wollte sich das jugendliche Prinzenpaar nicht festlegen. Ich bin sonst bei der Bibi-Bloxberg-Truppe, berichtete Sabrina Lindner, die ist natürlich auch heute wieder super. Viele Gefährte des Umzugs waren sogar mit zwei Motoren ausgerüstet. Einen für den Antrieb und einen als Stromerzeuger für die Musik. Wobei scheinbar sämtliche Musikrichtungen und epochen vertreten waren. Das Publikum verkürzte sich an der großen Kreuzung die Wartezeit auf die Rückkehr des Zuges mit Blasmusik und dem ein oder anderen Schnaps. Zurück im Ortskern schunkelten und tanzten die Karnevalisten auf der gesperrten Hauptstraße. Nachdem sich der Zug aufgelöst hatte, zogen die Akteure in das Gasthaus Unterspreewald ein. Man muss den Akteuren ein großes Kompliment aussprechen, freute sich Maria Herzog am Rande der Strecke. Ich bin jedes Jahr als Zuschauer dabei und immer wieder erstaunt, auf was für Ideen die Schlepziger kommen. Einige Jecken haben sogar gezeigt, dass man auch noch als Senior dabei sein kann, staunte Manfred Schulz über das Altersspektrum. Auf Distanz zu Rechten Für einen bitteren Beigeschmack sorgte jedoch eine Gruppe jugendlicher Rechtsradikaler, die sich als Sensenmänner verkleidet unter die Karnevalisten mischten. Samt Transparent begaben sie sich an die Spitze des Zuges und verteilten demokratiefeindliche Flugblätter. Als die Polizei die Personalien aufnehmen wollte, hatten sich die Rechtsradikalen bereits abgesetzt. Wir als Fastnachtsverein distanzieren uns eindeutig von diesen Leuten, betonte Fastnachtschef Alwin Drexler. Es darf nicht sein, dass wir als politische Plattform missbraucht werden.
Von Jens Golombek 4.1.2009 Lausitzer Rundschau Feuerwerk führte in Schlepzig zwei Welten zusammen
Foto: Frank Selbitz Während im Saal des Grünen Strands Walzer und Foxtrott getanzt wurde, kochte die Stimmung im Brauhaus vor und nach dem gemeinsamen Anstoßen fast über. Dafür sorgte unter anderem Braumeister Uwe Zech, der für das große Neujahrs-Begrüßungsfeuerwerk verantwortlich zeichnete. Kein Platz war mehr auf der Tanzfläche, wo DJ Zimpelsong Musikwünsche erfüllte. Während die letzten Minuten des ablaufenden Jahres gezählt wurden, hatte Paul Görs alle Hände voll zu tun, um die große Sekttafel im Freien startklar zu machen. Sektkartons wurden aus dem Weinkeller geholt, Flaschen geöffnet und Gläser gefüllt. Im Saal und Gastraum vom Grünen Strand der Spree zeigten die Gäste derweil in gediegener Atmosphäre bei Foxtrott und langsamem Walzer saubere Schrittkombinationen auf dem Parkett. Die stürmischen Jahre sind vorbei, war da zu hören. Die Jugend ist im Brauhaus, nahm man auf die geteilte Feier Bezug. Die Jugend sang dort unterdessen Wir sind alle über 40 aus vollen Kehlen. Zwei Partys, zwei Welten, eine Gemeinsamkeit: Tolle, ausgelassene Stimmung, die beide um Mitternacht beim Feuerwerk im Freien zusammenführte. fs
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