Aktuelles/Presse 2009/10

31.05.2005 Lausitzer Rundschau

Jury staunt über Schlepziger Talente


Schlepzig Auf dem Hof des Bauernmuseums in Schlepzig hat Sonnabend rund um die alte Linde das Maifest des Heimatvereins stattgefunden. Das Bühnenprogramm bestand nicht nur aus Blasmusik und Hinterbackofenballett und einem Chor stimmgewaltiger junger Damen: Eine Casting-Fernsehshow diente samt Jury als Vorbild für die Suche nach Schlepziger Talenten.

Lustige Casting-Kandidaten begeisterten die Jury. Foto: Golombek
Mareen Wunderlich, Jörg Tschirschke und Ronny Miether schlüpften in die Rollen und kommentierten mit herrlichem Akzent die 20 Beiträge. »Hier geht es um unser Bauchgefühl, aber natürlich auch um Leistung«, berichtete der als Dieter Bohlen verkleidete Ronny Miether. »Ganz so schwer ist das für meine beiden Kollegen und mich nicht, denn es gibt ja heute keinen Sieger, es ist ja nur das Casting.« Bianka Lottra war in die Rolle der Moderatorin geschlüpft und motivierte junge und reifere Kandidaten, die die Stuben des Bauernmuseums kurzerhand als Umkleide nutzten. Sketche, Tänze, Gesangseinlagen oder sportliche Höchstleistungen konnten bestaunt werden, selbst mit einer »Hundedressur« wurde gepunktet. Spätestens bei »Schackalacka aus Thaiti« war der Stimmungsfunke bis in die letzte Bankreihe übergeschlagen.

»Ich wusste gar nicht, was so in manchen Leuten schlummert«, staunte Heike Noah. Sie hatte das Maifest koordiniert. Die Gemeinsamkeit mache bei diesen Aktionen besonders viel Spaß, sagte sie. Mit der Resonanz auf die Einladung, die dem Erhalt des Bauernmuseums diente, zeigte sich Heike Noah zufrieden: »Die Plätze waren voll wie immer.«

Als nächstes Highlight hat der Schlepziger Heimatverein bereits das Hofspektakel am 11. Juli im Blick.
Jens Golombek

28.05.2005 Lausitzer Rundschau

Der Unterspreewald rückt näher an die Autobahn


Krausnick Der Unterspreewald wird wesentlich besser als bisher mit der Autobahn verbunden – zum Vorteil für die Unterspreewälder ebenso wie für die Touristen. Kommunalpolitiker der Ämter Unterspreewald und Schenkenländchen sowie des Landkreises Dahme-Spreewald haben mit dem symbolischen ersten Spatenstich die Realisierung eines Bauprojektes gestartet, für das seit 20 Jahren gekämpft wurde: Der Aus- und teilweise Neubau der Straße von Krausnick über das ehemalige Militärgelände Brand, wo sich nun das Freizeitunternehmen Tropüical Islands befindet, zur Autobahnanschlussstelle Staakow.


Ulrich Arnts, Amtsdirektor Schenkenländchen, Heinz Gehre, Ortsvorsteher Briesen, Gerhard Buschick, Bürgermeister der Gemeinde Krausnick - Groß Wasserburg, Jens-Hermann Kleine, Amtsdirektor Unterspreewald, Erwin Hormann, Ortsvorsteher Krausnick und Landrat Stephan Loge (v.r.) beim Spatenstich für den Ausbau der Straße von Krausnick in Richtung Tropical Islands. Foto: privat

In drei Bauabschnitten soll die Verbindung von Krausnick bis zur Brücke über die Eisenbahn in Brand, von wo aus es eine gute Straße bis zum Autobahnanschluss Staakow gibt, hergestellt werden. Das erste jetzt in Höhe von Tropical Islands in Angriff genommene Teilstück ist der Neubau einer einst vorhandenen Straße, die einer der beiden Start- und Landebahnen auf dem einstigen Militärgelände weichen musste. Wie Michaela Schudek, Bauamtsleiterin des Amtes Unterspreewald informiert, soll dort bis zum September eine 1,3 Kilometer lange und 5,50 Meter breite Asphaltpiste entstehen. Sie bildet das Mittelstück der künftigen Verbindung. Im nächsten Jahr soll der Abschnitt von Tropical Islands bis zur Brücke in Brand ausgebaut werden, im Jahr 2012 der vorhandene, aber sehr desolate Anschluss von Tropical Islands bis nach Krausnick.

Finanziert wird das Vorhaben laut Landkreis Dahme-Spreewald mit Fördermitteln des Landes Brandenburg in Höhe von 315 000 Euro sowie mit 232 700 Euro aus dem Haushalt des Landkreises. »Für dieses klare Zeichen der Wirtschaftsförderung im Süden des Landkreises danke ich besonders den Abgeordneten des Kreistages, die mit dem Beschluss des Haushaltes die Grundlage für diese Investition gelegt haben«, sagte Jens-Hermann Kleine (CDU), Direktor des Amtes Unterspreewald, beim ersten Spatenstich. »Diese Straße ist sicherlich von der Bedeutung her eine der wichtigsten Investitionen für die wirtschaftliche Entwicklung des Unterspreewaldes«, da sie »große Vorteile für den Tourismus, aber auch die ansässige Wirtschaft bringt«, so Kleine. »Dieser Tag ist ein guter Tag für die Menschen und Unternehmen im Unterspreewald.«
dh

28.05.2005 Lausitzer Rundschau

Natur um Schlepzig wird aufgefrischt
Schlepzig Die Wiederbelebungsmaßnahmen in Schlepzig nehmen Gestalt an. Die „Reanimation“ der Landschaft rund um den Ort wurde jüngst mit dem Spatenstich für den neuen Wei de(n)weg eingeleitet.



Dort, wo heute allenfalls Landwirte unterwegs sind, soll die ländliche Idylle künftig auch für Touristen attraktiv werden, in Form eines Naturlehrpfades mit Schautafeln. Verschiedene Anpflanzungen - von Weiden bis hin zum Holunderbusch - sollen dabei Insekten, Käfern und Vögeln einen perfekten Lebensraum bieten.

»Für Leute, die sich für die Natur interessieren, wird das ein absolutes Highlight«, schwärmt Thomas Fischer schon heute. Der enthusiastische Mann vom Naturschutzbund ist Initiator des Projektes, für das er sich seit eineinhalb Jahren stark macht. Mit Erfolg, denn starke Partner stehen ihm mittlerweile zur Seite. Auch Uwe Neumann ist sehr daran gelegen, das einstige Überflutungsgebiet der Spree mit Grabensystemen aus den 70er Jahren wieder attraktiv zu machen. »Hier muss wieder viel Spreewald hergestellt werden«, sagt der Moderator des Schlepziger Wirtschaftsstammtisches. Auch Werner Hämmerling, Schlepzigs Bürgermeister, begleitet das Vorhaben positiv. Ebenfalls unterstützt wird das Projekt von Uwe Schieban (Foto). »Landwirtschaft und Umweltschutz gehen Hand in Hand«, sagt der Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Unterspreewald. »Unser Ziel ist Nachhaltigkeit. Wir wollen das Land ja für Generationen erhalten und stellen uns deshalb den Problemen.« Ganz nebenbei findet er auch, dass Rinder auf den Weiden für Touristen doch durchaus ein »attraktives Bild« seien. »Ist doch langweilig, wenn nichts passiert.« Der künftig rund fünf Kilometer lange Weide(n)weg soll nach dem Willen aller Beteiligten ein Beispiel dafür sein, wie Fremdenverkehr, Naherholung, Naturschutz und Landwirtschaft unter einen Hut zu bekommen sind. Thomas Fischer freut sich schon jetzt auf Goldammer, Grünspecht und Ortolan.

Den Blick vom neuen Rundweg auf den Sonnenuntergang über der Schlepziger Kirche kann er sich auch schon lebhaft vorstellen. »Ein bisschen rumspinnen« sei immer gut. In diesem Fall vielleicht zum Wohle einer ganzen Landschaft. Mirjam Hecht
Mirjam Hecht

Lausitzer Rundschau 28.04.2010

Kahnfahrt als Markenzeichen


Schlepzig/Lübben. Drei Kahnfährleute aus Schlepzig sind die ersten ihrer Zunft, die unter der Dachmarke Spreewald firmieren – und sich damit den hohen Anforderungen an die Qualität einer Marke stellen. Der Spreewaldverein will neben Gurke, Meerrettich und anderen landwirtschaftlichen Produkten und Rohstoffen deutlich mehr Dienstleistungen als Markenzeichen der Wirtschafts- und Urlaubsregion etablieren.



Es sind keine Massen, die Sieglinde Fischer in und um Schlepzig durch den Unterspreewald stakt. „Wir wollen dem Gast einen Höhepunkt bieten und keine 0815-Abfertigung“, sagt die Kahnfährfrau. Zeit soll bleiben für Natur und Ruhe und ein paar Worte zum Spreewald, zu Kultur und Geschichte, Eigenarten, Sitten und Bräuchen und den Trachten, die sie selbst trägt. Sieglinde Fischer füllt deshalb nicht Kahn um Kahn mit Touristen. „Wir haben nur Freude daran, wenn wir merken, es macht den Gästen Spaß und es bleibt etwas.“ Qualität statt Quantität, Zurückhaltung statt großer Umsatz-Sprünge: Sieglinde Fischer gehört zu den ersten Kahnfährleuten, die sich haben zertifizieren lassen und nun unter der Dachmarke Spreewald staken.

Sie schließen damit eine Lücke, auf die beim Spreewaldverein und beim Tourismusverband schon seit Langem hingewiesen worden ist. „Wir haben 1139 Artikel unter der Marke vereint, die aus 95 Unternehmen kommen. Aber es sind zu wenige Dienstleister dabei“, sagt Lutz Habermann, Geschäftsführer des Spreewaldvereins mit Sitz in Lübben. Drei Kahnfährleute sind es, die sich mit der Marke schmücken dürfen – und wollen.

Die Gurke bleibt der Schatz, den die Spreewälder vor zehn Jahren in einem Markenkrieg verteidigten. Durch ihre Bekanntheit schaffe sie „ideale Voraussetzungen für andere Angebote“, sagt Andreas Traube vom Spreewaldverein. Das nutzen jetzt fast 100 Unternehmen, darunter die Spreewaldkonserve Golßen, mittlerweile deutscher Marktführer bei Gewürz-Gurken. Habermann: „Werbung durch die Golßener ist Werbung für den Spreewald und seine Marke.“

Aus eigener Kraft

Ziel ist die Wertschöpfung aus eigener Kraft, aus der Region heraus. Gastronomen bringen Regionales auf die Teller, die Landwirte sorgen für Rohstoffe aus dem Spreewald, andere Anbieter zeigen in Schaubetrieben die Herstellung – „und von dort war es nicht weit, beispielsweise auch Kahnfährleute mit ins Boot zu nehmen“, sagt Habermann. Auch dabei gehe es letztlich um die Qualität, die wiederum die Botschaft sei und sich herumspreche. „Der Wert einer Marke besteht im Interesse der Kundschaft.“ Das werde zunehmend erkannt, erklärt Habermann. Tests in Berlin haben ergeben, dass die Hälfte der Kunden bereit ist, für die Marke Spreewald zusätzlich zu zahlen. Qualität habe ihren Preis. Getestet wurde im vergangenen Jahr zu Ostern und zu Weihnachten am Bahnhof Friedrichstraße.

„Acker noch uneben“

Jetzt will auch eine Lebensmittel-Kette wie Edeka in Berlin stärker auf regionale Produkte setzen. Für den Spreewald heißt das, so Habermann, aus sich herauszugehen: „Edeka will, dass das Spreewald-Logo deutlich zu sehen ist. Manche verstecken das oder verwenden es gar nicht.“ Der Trend sei deutlich; über regionale Angebote sollen Kunden auch zum weiteren Sortiment gelockt werden. Begonnen werde mit mehreren Märkten im Süden Berlins, beliefert vom Spreewälder Logistik-Zentrum in Vetschau.

Doch die Marke Spreewald biete noch Platz für weitere Anbieter. „Der Acker ist noch uneben“, sagt Habermann. „Wir brauchen Selbstbewusstsein und Identität, die wir nach außen tragen müssen. Viele Touristen sagen uns, das ist ja ganz toll hier, aber wir vermissen den Stolz auf den Spreewald.“

Sieglinde Fischer spürt an den Reaktionen der Touristen: „Der Spreewald kann sich messen mit so vielen schönen Landschaften.“ Auf dem Kahn von Sieglinde Fischer wird manchmal Englisch gesprochen. Ein Service für weit gereiste Gäste, die schon mal aus Indien oder Japan kommen. Aber begrüßt wird in sorbischer Sprache, und es wird Regionales – vom Kuchen bis zur Schmalzstulle und natürlich der Gurke – kredenzt.
Von Jan Gloßmann

Lausitzer Rundschau 08.01.2010

In Schlepziger Försterei fällt Premium-Holz


Schlepzig: Im Schlepziger Revier, einen Steinwurf von Lehnigksberg entfernt, liegen dicke Stämme aufgereiht. Durchmesser von 30, 40 Zentimeter sind es mindestens, die die Premium-Kiefern haben. Auf sie setzt der Lübbener Landesbetrieb Forsten große Hoffnungen: Bei der Nadelholz-Wertversteigerung in Chorin am 12. Januar sollen sie möglichst gewinnbringend unter den Hammer kommen.



In Reih und Glied warten die Stämme nahe Lehnigksberg auf den Abtransport, um versteigert zu werden. Revierförster Torsten Herde prüft ein letztes Mal die Qualität.
Die dicken, makellos gerade gewachsenen und astfreien Stämme liegen zum Abtransport bereit. Sie sind ein Beweis: Dafür, dass eine derart gute Holzqualität auch auf den Sandböden der Mark möglich ist. Und dafür, dass die Forstwirtschaft vor mehr als 120 Jahren richtige Entscheidungen getroffen hat.

Drei Verkaufslose mit insgesamt 40 Festmetern Premium-Holz sollen in Chorin unter den Hammer kommen, Kiefernwertholz im Alter von gut 120 Jahren. Die Versteigerung wird mit Spannung erwartet, denn der Erlös kann durchaus in den dreistelligen Betrag je Festmeter gehen. Und das würde schon etwas heißen, denn in den Wäldern unter Torsten Herdes Betreuung warten noch etwa 290 Festmeter je Hektar an alten verwertbaren Bäumen darauf, zum Rohstoff für Fenster, Möbel und Holzarbeiten zu werden. Seit 1997 pflegt Herde die Bestände in der Revierförsterei Schlepzig. Er freut sich darüber, dass vielerorts unter dem Schutz der alten Kronen neue Strukturen unterschiedlichen Alters heranwachsen. Birken, Kiefern, selten Eichen sprießen aus dem Boden, dessen Humus im Rahmen der naturnahen Waldwirtschaft aufgebaut werden soll.

Die jungen Laubbäume gedeihen in Größenordnungen nur innerhalb von Zäunen. „Wir haben aufgrund der Wilddichte hier sehr große Schäden“, beklagt Torsten Herde. „Hier ist ein Zusammenhang zu sehen zwischen Waldbewirtschaftung und Jagdmanagement.“ Ohne dieses gehe es nicht. „Wir müssen uns auch der Biologie des Wildes anpassen“, ergänzt Frank Wehnert, der die Oberförsterei Krausnick seit mehr als 20 Jahren leitet. „Neuesten Untersuchungen zufolge versucht das Wild, im Winter vor allem Energie zu sparen.“ Das werde genutzt, indem Förster beispielsweise im November oder Dezember, wenn sie Bäume fällen müssen, diese möglichst dort schlagen, wo die Wintereinstände des Wildes sind. „Dann kann es die gefallenen Stämme dort schälen – die Rinde aus dem Kronenbereich bevorzugt es ohnehin – und muss sich nicht an anderen Bäumen vergreifen, die noch wachsen sollen“, so Wehnert.
Herde ist stolz auf die Premium-Kiefern und hebt den Verdienst älterer Generationen hervor. „Damals wurde teilweise noch gesät“, erklärt er. Die Altvorderen achteten ebenso wie heute auf die richtige genetische Ausstattung für die Bäume und suchten die Samen passend zu den Böden aus. Feinringig sollten die alten Bäume werden, mit großem Stammvolumen und gesund bis ins hohe Alter, gleichzeitig in der Lage, mit unterschiedlichen Grundwasserständen umzugehen. Denn das Revier Schlepzig ist geprägt von Sanddünen und damit teils sehr hohen, teils sehr niedrigen Grundwasserständen.

Mit großer Spannung erwarten die Förster jetzt die Versteigerung. Wie viel werden die Schlepziger Premium-Stämme den Bietern wert sein? „Es geht darum, auch im Wald betriebswirtschaftlich zu arbeiten“, so Herde. „Das ist unser Ziel.“ Ob das gelingt, wird die Versteigerung zeigen.
Von Ingvil Schirling

 

Lausitzer Rundschau 08.01.2010

In Schlepzig gibt es 2010 viel zu erleben


Schlepzig: Am alten Spruch „In Schlepzig schleppt sich's so hin“ ist schon lange nichts mehr dran. Das können Neugierige bei Spaziergängen im Ort und auch beim Besuch vieler Veranstaltungen im Jahr 2010 nachprüfen.

Musiker Ron Spielman ist regelmäßiger Gast im Schlepziger Brauhaus. Neben Rock-Klängen gibt es aber auch Jazz und Klassik am Anfang des neuen Jahres zu hören.

Archivfoto: PR
Das große Dorf ist mehrfach als „Schönstes Dorf Brandenburgs“ ausgezeichnet worden. Dies hat viele gute Gründe.

Führungen mit Rangern

Gleich am Ortsausgang nach Krausnick durchfließen Quas-Spree, das Zerniasfließ und viele weitere Spreearme eine weite Baumlandschaft, die mitten im Biosphärenreservat Spreewald liegt. Wanderwege sind für einen Spaziergang reizvoll. Die Ranger von der Schlepziger Außenstelle der Biosphärenreservats-Verwaltung bieten ab Ostern regelmäßige Führungen an. Im Februar machen sie eine winterliche Ausnahme und laden schon für den 14. Februar um 10 Uhr zu einer zweieinhalb Stunden dauernden Tour durch den Buchenhain ein. Treffpunkt dafür ist an der Alten Mühle direkt am Spreewehr.
Wo auf Befehl des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm III. im 19. Jahrhundert der Schlepziger Dorfschulze zu leben, zu verwalten und zu wohnen hatte, ist seit 1985 das schmucke Schlepziger Bauernmuseum unweit der ebenfalls sehenswerten Dorfkirche mitten im Ort zu finden. Noch bis Ende März hat es von Dienstag bis Freitag, danach bis Ende Oktober rund um die Woche jeweils zwischen 10 und 16 Uhr geöffnet. Dieser von Grund auf rekonstruierte Spreewälder Bauernhof bietet auf 5000 Quadratmetern Fläche alles von der Scheune mit Maschinen und landwirtschaftlichem Gerät über Kräutergarten, Backhaus mit intaktem Lehmbackofen bis hin zur bäuerlichen Stube, Schlafstube und Küche aus längst vergangener Zeit. Unter der großen Linde stehen in der wärmeren Jahreszeit Tische und Stühle, wo Kuchen aus dem Lehmbackofen sowie frisch gebrühter Kaffee dem Gast auf Wunsch und Voranmeldung genau wie zu den vielen Festen im Bauernmuseum serviert werden kann.
Musik bei einem guten Tropfen

Fahrten mit dem Spreewaldkahn von Schlepzig aus nach Lübben, an den Fischteichen mit vielen Wasservögeln vorbei, oder durch den Unterspreewald nach Groß Wasserburg sind reizvoll und werden so lange angeboten, wie kein Eis auf den Fließen ist. Fährleute gibt es direkt in Schlepzig, und sie werden auch von Wirtsleuten vermittelt. Wer dann noch einen guten Tropfen und Musik mag, für den hat der Landgasthof „Zum grünen Strand der Spree“ mit eigenem Hafen, dem wachsenden Weidendom im Hof und seinen Reihen „Klassik und Schlemmen“ sowie „Jazz und Buffet“ auch in jedem der Wintermonate viel zu bieten.

Bei „Jazz und Buffet“ im Brauhaus des Gasthofes spielen demnächst Ron Spielman und Freunde Rockiges (9. Januar, 20 Uhr). Dixieland mit der Berliner „Sir Gusche Band“ gibt es am 30. Januar und Jazz mit „Mo Blow“ am 6. Februar, jeweils um 20 Uhr. Freunde der Musik aus der klassischen oder romantischen Ecke können am 16. Januar schon ab 18 Uhr brasilianische Klänge des „Quarteto Ideal“ im Saal des Landgasthofes genießen. Am 20. Februar entführt Professor Rainer Feldmann per Gitarre und Flötentönen seine Hörer in die Zeit des Barock. -ds
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Lausitzer Rundschau 28.10.2009

Wituschek-Namensträger treffen sich in Schlepzig


Lübben Mit dem ersten Wituschek-Wochenende hat der Verein Krummspree-Unterspreewald in Schlepzig an den sagenumwobenen Wendenfürsten und seine große, christliche Liebe Gisela erinnert. Eingeladen waren dazu deutschlandweit Träger des Familiennamens Wituschek, von denen allerdings nur 15 kamen.


Beim Wituschek-Wochenende in Schlepzig trat unter anderem der Spreewald-Frauenchor auf. Foto: Jens Golombek


„Es haben sich viele Wituscheks entschuldigt und eine Fortsetzung dieser Idee gefordert“, fasst Uwe Neumann als Vereinsvorsitzender die Resonanz zusammen. Mit der Veranstaltung solle gleichzeitig versucht werden, den Herbsttourismus im Unterspreewald weiter voranzubringen, so Uwe Neumann.

Fischerfest, Schlachtefest und Dorfführung standen vor dem Kulturabend im Schlepziger Brauhaus auf dem Programm. Dort führte der 15-köpfige Spreewald-Frauenchor musikalisch durch die vier Jahreszeiten.

Das sorbische Intermezzo, begonnen von Sieglind Fischer, rundete Neumann mit dem Vortrag der erstmals vor 100 Jahren niedergeschriebenen Wituschek-Sage aus dem elften Jahrhundert ab.

„Wir kommen aus Baden-Württemberg“, so Detlef Wituschek aus Heidelberg. „Unser mit deutschlandweit 50 Trägern recht exklusiver Familienname häuft sich dort“, sagte er. „Wir haben aber auch Kontakte nach Übersee, die bei längerfristiger Vorplanung gern an diesem Treffen teilnehmen würden.“

Es sei nicht nur schön, sich mit anderen Trägern des Namens Wituschek auszutauschen. „An den Ort der Entstehung des Namens zurückzukommen und die spannenden Geschichten dazu zu hören, ist doch einmalig“, so Wituschek. Jens Golombek
Jens Golombek



Lausitzer Rundschau 26.10.2009

Unzählige Gäste beim Abfischen in Schlepzig


Das Schaufischen beim Fischerfest am Schlepziger Ortsrand ist Höhepunkt und Abschluss der Ernte der Teichwirtschaft Petkampsberg. Am vergangenen Wochenende bestaunten unzählige Gäste nicht nur die nasskalte Arbeit der Fischer, sondern sie deckten sich auch mit einigen prachtvollen Exemplaren des frischen Fanges ein.


Bei jedem der vielen Fischzüge durch die Fischgrube des großen Inselteiches brodelte das Wasser über dem zusammengetriebenen Fang. Neben den teilweise weit gereisten, staunenden Besuchern beobachteten auch unzählige Möwen höchst interessiert das Geschehen.

Raunen bei großen Fischen

Ein Raunen ging durch die Menge, als der erste Kescher voller Fische herausgehoben wurde. Jeder größere Hecht oder Zander, der bei der Sortierung in die Wasserbottiche flog, erntete Anerkennung.

Je nach Art und Größe ging es für die Tiere des Fanges in den sofortigen Verkauf oder in die Hälteranlagen, wo sie ihrem Ende gegen Weihnachten und Sylvester entgegensehen. Im Fischbrötchen, geräuchert, frittiert oder als Suppe, wurden Forelle, Hering, Saibling, Wels und Co. schon an Ort und Stelle verköstigt.

Frischen Fang verkauft

Gleich neben einem großen Aquarium mit den Anschauungsobjekten verkauften Jörg Bürger und seine Kollegen den frischen Fang. Barsch, Hecht, Karpfen und Forelle waren ganz nach persönlichem Geschmack und Familienrezept zubereitet. „Natürlich sind die großen Zander heute am Sonnabend wieder heiß begeht. Die Leute wissen, dass es am Sonntag nur noch wenige gibt“, sagte Jörg Bürger. Die Zander seien sehr sensibel und stünden im freien Wasser. „Wenn die Fischer die Wate durch das Becken ziehen, sammeln sie recht schnell die Zander ab“, erklärte er weiter. „Die Karpfen sind da rabiater und drücken sich halt am Grund immer wieder am Netz vorbei.“

Auch nach einem langen Fischerfesttag habe er von den Delikatessen noch nicht genug. „Ich persönlich nehme mir gern etwas geräucherten Karpfen mit nach Hause. Dazu ein Schnittchen und ein Bier, es gibt kaum etwas Besseres“, sagte Jörg Bürger.

„Ich habe mich gefragt, wo das ganze Wasser geblieben ist“, beschrieb Agnes Bruns ihren ersten Eindruck des Fischerfestes. „Ich bin hier in Schlepzig im Herbsturlaub und vorgestern genau an dieser Stelle noch an einem riesigen See entlang spaziert“, sagte die Mannheimerin erstaunt. Dabei habe sie aber auch nicht geahnt, „welche Schätze darin verborgen waren. Leider habe ich mich noch nie getraut, selbst einen ganzen Fisch zu kochen. Aber ich bin mir sicher, bei all den Angeboten werde ich mich wenigstens für einen leckeren Imbiss entscheiden.“

Wissen über die Herkunft

„Eigentlich gebe ich nur einmal im Jahr richtig Geld für Fisch aus“, erzählte Manfred Kunze aus Lübben. „Aber hier in Petkampsberg weiß ich ganz genau, wo die Fische herkommen und wie sie aufgewachsen sind. Das ist neben dem guten Geschmack für mich das wichtigste Kriterium.“
Von Jens Golombek

23.10.2009 Lausitzer Rundschau

Wituschek-Wochenende wird in Schlepzig begangen
Schlepzig Zum ersten Wituschek-Wochenende wird am 24. und 25.

Oktober nach Schlepzig eingeladen. Wie Uwe Neumann vom Verein Krummspree-Unterspreewald mitteilt, treffen sich dann Wituscheks aus ganz Deutschland, um sich mit ihrem Namen und mit der Region zu beschäftigen – vor allem aber „in Erinnerung an einen Wendenfürsten und seine große Liebe“, heißt es in der Ankündigung.

Der Name stammt der Sage nach von König Wituschek, der sich unsterblich in Ritterstochter Gisela verliebt hatte. Um sie zu gewinnen, musste er zunächst einen Kampf mit ihrem Vater ausfechten, in dessen Verlauf sich das Flussbett der Spree in ein Steinfeld verwandelte. Noch heute trägt eine Stelle den Namen „Steinerner Grund“.

Die angereisten Wituscheks werden am Samstag begrüßt und lernen das Dorf bei einer Führung kennen, kündigt der Verein an. Beim Besuch des Abfischens und eines Schlachtefestes gebe es unter anderem „Wituschek-Wurst“. Ab 17.30 Uhr trete der Spreewald-Frauenchor im Brauhaus Schlepzig auf und stelle Trachten vor. Außerdem werde die Sage vorgetragen.

Am Sonntag können die Wituscheks die Region auf eigene Faust erkunden, heißt es in der Mitteilung.
red/is

 

Halbe Million Fische geht über die Sortiertische
40 000 Kilogramm Speisekarpfen wollen die Fischer am Wochenende aus dem Großen Inselteich bei Schlepzig ziehen. In den vergangenen Wochen hat das Abfischen bereits begonnen und strebt nun seinem Höhepunkt entgegen.
23.10.2009


Zum Schaufischen an den Petkampsberger Teichen werden am Wochenende Tausende Besucher erwartet. Foto: Jens Golombek
Einen großen Teil der diesjährigen Karpfenzucht haben die Fischer der Teichwirtschaft Petkampsberg bereits aus ihren Gewässern geholt. Für das Fischerfest in Schlepzig am kommenden Wochenende seien jedoch noch genügend Tiere im Wasser des 56 Hektar großen Inselteiches geblieben, versichert Eckart Bürger. Er ist der Chef der Teichwirtschaft Petkampsberg, die zum Teichgut Peitz gehört.

„Fischzug, Sortierung und Wiegen werden beim Schaufischen nahe der Spreewaldgemeinde Schlepzig zu bewundern sein“, kündigt er an. Am Samstag und Sonntag, 24. und 25. Oktober, jeweils von 10 bis 16 Uhr würden etwa 3000 Besucher erwartet. „Am Ufer steigt dann ein herbstliches Volksfest mit viel Unterhaltung, Markttreiben und musikalischem Samstagsfrühschoppen im Festzelt“, so Bürger. „Wir bieten den Fisch nicht nur in allen Variationen an, er kann auch lebend direkt aus dem Netz mitgenommen werden.“ Besucher gelangen über Schlepzig zum Schaufischen. Parkplätze sind dort ausgeschildert.

Seit Mitte September fischen die Männer etwa 30 Tonnen Fische pro Woche ab. „Mit Frischwasser, zu dem die Fische stets streben, werden sie aus den halb leeren Teichen zu den zentralen Fischgruben gelockt“, erklärt Eckhart Bürger.

Mit Kran abgekeschert

Zusammengetrieben und mit einem kleinen Kran abgekeschert, sortieren die Männer in einer schrägen Wanne Störe, Schleie, Zander, Hechte und Welse. Über kühle Herbsttage freuen sie sich sehr: Beim Sortieren und Wiegen sind die wechselwarmen Tiere dann deutlich ruhiger.

Mit schwerer Technik gelangen die Fische schließlich in die Hälteranlage. „Dort sind sie auch bei Frost jederzeit greifbar“, erklärt Eckart Bürger. 90 Prozent der Speisekarpfen kämen erst zu Weihnachten und Silvester frisch auf die Verkaufstische. Modrigen Geschmack hätten sie nicht, „denn damit haben wir mit unseren Teichen keine Probleme“, erklärt Bürger.

Werden die mehr als 150 Tonnen Karpfen und die anderen Arten zusammengezählt, gehen in diesem Jahr mehr als eine halbe Million Fische durch die Hände der Fischer und ihrer „Erntehelfer“. „Wir brauchen zwei Monate für das Abfischen“, sagt ihr Chef.

Nicht glücklich seien die Spreewälder Fischzüchter mit dem vergangenen Sommer gewesen. „In unseren Breiten blieb es über Wochen zu kühl für Spitzenerträge. Am besten wachsen die Fische bei 25 Grad Celsius“, so Bürger. Der Zuwachs sei deshalb eher mittelmäßig.

Sorgen bereiten den Fischern und Anglern aber auch die Kormorane, die ihnen zufolge Fraßschäden in Größenordnungen verursachten. „Wie kann man denn diesen hässlichen Vogel zum Vogel des Jahres machen?“, lacht ein Lübbener Angler, der in Schlepzig Fische abholt, als das Thema angesprochen wird.

Kormoran „Riesenproblem“

„Die Kolonien stellen für Angler und Binnenfischer ein großes Problem dar“, versachlicht Gewässerwart Guido Zepke vom Kreisanglerverband Lübben. „Vielleicht wird ja doch noch mal eine humane Lösung gefunden. Denn die Vögel haben neben dem Karpfen vor allem den Aal zum Fressen gern, was europaweit ein Riesenproblem darstellt.“
Von Jens Golombek

 

Lausitzer Rundschau 14.09.2009

Spreewälder suchen Namensvetter des Wendenkönigs Wituschek (Wussilo)

 


Schlepzig Der Verein Krummspree-Unterspreewald will vom 23. bis 25. Oktober ein großes Wituschek-Wochenende in Schlepzig feiern, wie Vereinschef Uwe Neumann erklärt. Dafür suchen die Organisatoren Namensvetter des berühmten Wendenkönigs. „Wer Wituschek heißt oder Leute dieses Namens kennt, sollte sich bei uns melden“, sagt Neumann.

Der Sage nach hatte sich König Wituschek unsterblich in die Ritterstochter Gisela verliebt. Erst ein erbitterter Kampf mit ihrem Vater Ritter Weitbrecht, in dessen Verlauf sich das Flussbett der Spree in ein Steinfeld verwandelte, führten die Verliebten letztlich zusammen. Noch heute trägt die Flussstelle oberhalb der Mündung der Spree in den Schwielochsee den Namen „Steinerner Grund“. Diese Geschichte ist für den Verein Anlass genug, das Ereignis in Erinnerung zu rufen und zu feiern. Ein Veranstaltungspunkt ist Neumann zufolge ein Ausflug nach Sabrodt zum „Steinernen Grund“. „Vielleicht sogar per Kahn“, verrät der Vereinschef. pk

Kontakt: Der Verein Krummspree-Unterspreewald ist per E-Mail unter info@krummspree .de oder unter Dorfstraße 52, 15910 Schlepzig, Stichwort Wituschek, erreichbar.
pk

Die Fussgängerbrücke am Hafen ist eingestürzt und mittlerweile abgebaut. Schlechtes Holz, falsche Konstruktion, Pilze und Ameisen haben ihr zugesetzt.

 

Titel Erholungsort scheint für Schlepzig greifbar


Schlepzig Der Titel „staatlich anerkannter Erholungsort“ scheint für Schlepzig greifbar zu sein. Nach jahrelanger Diskussionen vor allem über eine mögliche Kurtaxe bahnt sich jetzt eine Lösung an. Das ist beim Besuch der RUNDSCHAU im Rahmen ihrer Ortsporträt-Serie am Donnerstag deutlich geworden.
05.09.2009


Der Schlepziger Uwe Neumann will Gesprächsrunden touristischer Dienstleister zum Thema Erholungsort moderieren. Spätestens Ende Oktober soll es ein erstes Treffen geben. Das ist das Ergebnis des RUNDSCHAU-Stammtischs am Donnerstag im Gemeindezentrum in Schlepzig. Etwa 30 Bürger waren der Einladung gefolgt.

Der Ort hat sich seit Anfang der 1990er-Jahre „sehr dynamisch“ entwickelt, wie Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine (CDU) sagte. Schlepzig ziehe „unheimlich viel Geld“ aus dem Tourismus. Mehr als zehn Millionen Euro würden touristische Leistungsanbieter in Schlepzig pro Jahr einnehmen, knapp vier Millionen davon von Tagestouristen. Dennoch: „Schlepzig muss jährlich etwa 30 000 Euro Verlust ausgleichen.“ Rund 100 000 Euro pro Jahr und damit etwa die Hälfte des für freiwillige Aufgaben zur Verfügung stehenden Geldes würden in den Tourismus fließen. „Schlepzig braucht zusätzliche Geldquellen“, sagte Kleine.

Die Kurtaxe sei eine Möglichkeit. Sie könne erhoben werden, wenn das Dorf das Prädikat „Staatlich anerkannter Erholungsort“ erhalten habe. „Das Geld“, erklärte Bürgermeister Werner Hämmerling, „würde wieder im Fremdenverkehr eingesetzt.“

Marlies Göhring warnte davor, „die Touristen finanziell noch mehr bluten zu lassen. Die touristischen Angebote in Schlepzig sind schon heute nicht gerade billig“, sagte die Einwohnerin. Lutz Kockott dagegen sieht kein Problem: „Ich habe im Urlaub auch Kurtaxe bezahlt und darüber nicht diskutiert.“ Der Schlepziger Feuerwehrchef würde den touristischen Leistungsanbietern in seinem Heimatort „einfach den Brocken Kurtaxe hinwerfen. Sie hatten jahrelang die Chance, mitzudiskutieren und sich einzubringen, getan haben sie es nicht.“

Das wundert auch den Bürgermeister: „Es muss doch das ureigenste Interesse der Gewerbetreibenden sein, dass es dem ganzen Ort gut geht.“ Der Tourismus könne nicht von den anderen Bürgern mitfinanziert werden. „Wir haben schließlich mehr Aufgaben in unserer Gemeinde zu leisten, als nur für den Tourismus“, sagte Werner Hämmerling. Er verwies darauf, „dass der Erhalt und die Reparatur von Straßen und Wegen im Ort in den nächsten Jahren enormes Geld kosten“ werde. Eine Kurtaxe würde den kommunalen Haushalt entlasten.

Auch die touristischen Dienstleister hätten einen Vorteil von der Taxe, wie Jens-Hermann Kleine erklärte: „Sie könnten höhere Fördermittelsätze erhalten.“ Werner Hämmerling regte an zu überlegen, „ob wir in Schlepzig eine Alternative zum ,Rummeltourismus' in Lübben und Lübbenau sein wollen oder nur der Kleine unter den anderen Spreewaldorten“.

Uwe Neumann will „keinen Massentourismus in Schlepzig, sondern ein Alleinstellungsmerkmal. Wir sollten uns auf höherklassigen Tourismus konzentrieren“, sagte er. Teuer sei Schlepzig schon heute, doch würden entsprechender Service und die Freundlichkeit der Anbieter fehlen, wie Neumann sagte. Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine erwartet, „dass die touristischen Dienstleister ein Angebot machen, damit die Gemeindevertretung über eine Fremdenverkehrsabgabe entscheiden kann“.
Von Andreas Staindl

Schlepziger Paddelboot-Meile kritisiert


Marlies Göhring blickt skeptisch auf die touristische Entwicklung in Schlepzig: „Wie viele Paddelbootverleiher brauchen wir denn noch?“, fragte sie während des RUNDSCHAU-Stammtischs. „In der Dammstraße ist doch schon eine richtige Paddelboot-Meile entstanden."
05.09.2009

Nach Ansicht von Lutz Kockott hat Schlepzig „ein Grundproblem. Wir haben 1994 den Kahnfährhafen mit viel Fördermitteln mit der Maßgabe gebaut, dass von dort aus sämtliche Kähne abfahren“, sagte er. „Jetzt aber nutzen vielleicht noch fünf Fährleute den Hafen. Der Rest dümpelt irgendwo am Wasser rund um Schlepzig.“ Bürgermeister Werner Hämmerling hat noch ein weiteres Problem ausgemacht: „Die Kommunikation unter unseren touristischen Dienstleistern muss unbedingt verbessert werden. Es kann nicht sein, dass sich Kahnfährmänner vor den Touristen gegenseitig beleidigen“, sagte er. „Dieses Verhalten abzustellen, kostet nicht mal Geld.“ as

Spielplatz soll das Dorf im Unterspreewald attraktiver machen


Ein Spielplatz soll Schlepzig noch attraktiver machen. Der Platz soll im Kahnfährhafen eingerichtet werden und diesen aufwerten, wie Bürgermeister Werner Hämmerling sagte: „Dort halten sich die meisten Touristen auf.
05.09.2009

“ Er würde den Spielplatz einzäunen. „Nicht, um die Kinder einzusperren, sondern zu deren Sicherheit“, erklärte Hämmerling. „Das Wasser ist schließlich in unmittelbarer Nähe.“

Der Spielplatz soll mit klassischen Standardspielgeräten ausgestattet werden, wie Unterspreewalds Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine (CDU) erklärte. Einen Sandkasten aber werde es laut Werner Hämmerling nicht geben: „Die hygienischen Auflagen sind enorm, die Umsetzung kostet viel Geld“, erklärte der Schlepziger Bürgermeister, „das habe ich so nicht erwartet.“

Drei Spielgeräte seien in die engere Wahl genommen worden. Die Finanzierung soll aus Sondervermögen der DDR erfolgen, wie der Amtsdirektor erklärte: „Der Fördermittelantrag ist gestellt, eine 90-prozentige Förderung möglich.“

Während der Spielplatz im Kahnfährhafen öffentlich sein soll, werde der neue Spielplatz am geplanten Kita-Neubau nur den Kindern dieser Einrichtung zur Verfügung stehen. as

Neubau für Kita und Feuerwehr in Schlepzig geplant


Schlepzig will eine Feuerwehr-Kita-Kombination. Der Neubau beider Objekte soll ein Ensemble ergeben.

05.09.2009


Lutz Kockott von der Feuerwehr
Darüber informierten Unterspreewalds Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine (CDU) und Schlepzigs Bürgermeister Werner Hämmerling während des RUNDSCHAU-Stammtischs am Donnerstagabend in dem Ort im Unterspreewald.

Standort des Gebäudekomplexes ist demnach eine Fläche in Nachbarschaft des derzeitigen Gerätehauses. Feuerwehrhaus und Kitagebäude sollen durch einen Zwischentrakt verbunden werden.

„Diese Kombination hat einen enormen Charme“, sagte Kleine. „Da Kinder Feuerwehrautos lieben, wird es uns frühzeitig gelingen, sie für die Feuerwehr zu begeistern.“ Ihm zufolge soll in der neuen Kita Platz für 32 Kinder bis zum sechsten Lebensjahr sein.

Der Neubau sei deshalb notwendig, weil das alte Gebäude der Kita „Libelle“ nicht mehr den modernen Anforderungen entspreche. „Wir bauen die Kita auch, um für junge Leute attraktiv zu sein“, erklärte Werner Hämmerling.

Die Betreuung von Hortkindern im Objekt sei aber derzeit nicht vorgesehen. Der Bürgermeister versicherte jedoch, dass die Möglichkeit dafür geprüft werde. Dazu gehöre auch der Transport der Kinder von der Grundschule in Schönwalde in die Kita nach Schlepzig.

Marlies Göhring würde dafür den Transporter der Amtsverwaltung einsetzen: „Das geht doch woanders auch“, erklärte sie, „warum nicht im Unterspreewald?“ Sie ist zudem der Ansicht, dass die Gemeinde Schönwald in der Pflicht sei, den Transport der Kinder in ihre Heimatorte zu organisieren, da sie sich den Schulstandort gesichert habe.

„Schönwalds Bürgermeister würde mich steinigen, wenn ich ihm erkläre, dass er unsere Kinder nach Hause fahren muss“, sagte Werner Hämmerling. Der Amtsbus könne dafür ohnehin nicht eingesetzt werden, „weil das Amt weder Träger der Schule noch der Kita ist“, wie Jens-Hermann Kleine erklärte.

Wann die neue Kindereinrichtung in Schlepzig gebaut werde, stehe nicht fest. „Noch fehlt uns die Fördermittelzusage“, sagte der Bürgermeister. „Ohne Fördermittel aber können wir die Kita nicht bauen.“

Die Finanzierung des Feuerwehr-Hauses dagegen sei gesichert. Noch in diesem Jahr soll der Grundstein gelegt werden. Das alte Geräte- sowie das alte Kita-Gebäude sollen laut Hämmerling verkauft werden. as


02.09.2009 Lausitzer Rundschau

Schlepzig auf dem Weg zum Erholungsort


Schlepzig Schlepzig ist auf dem Weg zum staatlich anerkannten Erholungsort. Das Vorhaben hatte die Gemeindevertretung schon 2005 beschlossen. Was der Ort im Unterspreewald auf diesem Weg noch bewältigen muss und andere Vorhaben in Schlepzig sollen Gegenstand einer Versammlung sein, zu der die RUNDSCHAU im Rahmen ihrer Ortsporträt-Serie einlädt.


„Um die Anerkennung als Erholungsort zu erhalten, müssen wir noch einige Kriterien erfüllen“, sagt Bürgermeister Werner Hämmerling und nennt etwa das Einrichten einer Badestelle und die Erhöhung der Bettenkapazität. Erste Ideen für eine Badestelle gebe es. „Den richtigen Standort zu finden, ist jedoch nicht leicht“, sagt Hämmerling.

Das Projekt Erholungsort sei „ein ganz heißes Eisen“. Vor allem eine zu entrichtende Kurtaxe werde diskutiert, besonders durch Anbieter von Übernachtungsmöglichkeiten. Werner Hämmerling hätte gern eine breite Diskussion der Schlepziger zum Thema Erholungsort: „Sie würde uns helfen, die optimalen Entscheidungen zu treffen.“

Am morgigen Donnerstag haben die Einwohner Gelegenheit, ihre Meinung zum geplanten Status des Dorfs zu äußern. Die RUNDSCHAU lädt für 19 Uhr zur Versammlung in das Gemeindezentrum ein.

„Wir wollen nicht nur den Tourismus weiterentwickeln, sondern auch unsere Infrastruktur verbessern“, sagt der Bürgermeister. Er wünscht sich, „dass die mit dem Tourismus beschäftigten Einwohner ihre Interessen bündeln“. Ein Nahziel sei beispielsweise „eine vernünftige Beschilderung. Der jetzige ,Schilder-Wildwuchs' kann so nicht bleiben“, sagt Hämmerling.

Er sei aber auch der Überzeugung, dass Schlepzig „ein attraktiver Ort für junge Leute“ ist. Damit der dörfliche Charakter erhalten bleibt, soll es weiterhin kein großes Wohnbaugebiet im Ort geben. Der Bürgermeister setze vielmehr auf Lückenschließung und den Erhalt alter Bausubstanz.

Zwei kommunale Bauvorhaben seien derzeit geplant: Noch in diesem Jahr soll mit dem Bau des neuen Feuerwehr-Gerätehauses begonnen werden. „Die Finanzierung steht“, erklärt der Bürgermeister. „Im Oktober dieses Jahres wollen wir die Grundsteinlegung feiern.“ Das neue Gebäude soll in Nachbarschaft mit dem alten Gerätehaus entstehen.

Am gleichen Standort wird laut Werner Hämmerling zudem eine neue Kindertagesstätte errichtet. Die Bedingungen in dem alten Kita-Gebäude seien nicht mehr optimal. Wie der Bürgermeister sagt, rechne er aber noch in diesem Jahr mit dem Baubeginn der Kindereinrichtung.
Von Andreas Staindl

Lausitzer Rundschau 3.08.2009

Markt und Kahnkorso locken Besucher
Am Wochenende hat Schlepzig sein großes Dorffest gefeiert: Ein umfangreiches Programm, viel Musik und der Kahnkorso boten den Besuchern zwei Tage lang Unterhaltung.


Die Bauern- und Handwerkermeile auf der Schlepziger „Insel“ lud zum Schlendern ein. Foto: jgk
Die Bauern- und Handwerkermeile auf der Schlepziger „Insel“ zwischen den beiden Brücken der Dorfstraße zog bereits am Samstagmorgen viele Besucher zum Festgelände. Auf der von Holger Wieloch organisierten Meile zeigten Spinnerinnen, Töpfer und Böttcher sowie Bildhauer und Maler ihr handwerkliches Können.

Tirol und Ungarn waren kulinarisch präsent, die Heimatregion unter anderem mit Gemüseprodukten vertreten. Die Schlepziger Brennerei gab direkt vor ihrem Lagerhaus Kostproben, der Straupitzer „Zaun-König“ hatte neben seinen Likören trockene Aufgüsse vorgestellt. „Auch wenn es jetzt ein bisschen warm ist, wenn die Temperaturen wieder sinken, sind die Tropfen richtig durchgezogen“, versprach Sabine Pape. Die richtige Stimmung wollte ihrer Meinung nach trotz der vielen Stände nicht aufkommen: „Es fehlt hier etwas Musik. Für einen Markt ist es eigentlich viel zu ruhig.“

Am Nachmittag kümmerten sich im Hafen Heimatverein und Hinterbackofenballett um die Wahrung der Traditionen, Clown und Kita sorgten für die Unterhaltung der jüngeren Besucher. Nach dem Konzert der Partyband ging der Nachtwächter mit vielen Besuchern durch Schlepzig und verabschiedete die Einwohner in eine nur kurze Nacht.

Denn das Dorffest ging am Sonntag weiter. Am Morgen wollten die Kähne des Kahnkorsos, der sich gegen 14 Uhr in Bewegung setzte, geschmückt und hergerichtet werden. Für den Ausklang des Festes sorgten „Sally und Kim“, die eine Travestie-Show boten. Sie bildeten mit ihren schrillen „Fummeln“ einen interessanten Kontrast zur Schlepziger Spreewaldtracht.

„Die ,Spreewälder Jungs' und die ,Berstetaler Blasmusikanten' an einem Wochenende in diesem wunderbaren Hafen zu erleben,“ war für Karl Löser das Schönste am Fest. „Und der Korso war auch wieder sehr einfallsreich gestaltet.“

„Wir hatten schönes Wetter, eine gute Mischung bei den Händlern“, resümierte Marktchef Holger Wieloch. „Wir waren von morgens an gut besucht.“ Rund 50 Stände warben um Beachtung.

„Schon immer ist der Freitagabend etwas ruhiger“, berichtete Michael Künzel. Auch die Musik-Gruppe Roof Garden konnte nicht mehr Zuschauer zur Auftaktveranstaltung des Wochenendes locken. Gastwirt Michael Künzel zeichnet seit sieben Jahren für das Schlepziger Fest verantwortlich. „Aber mit dem Rest können ich und all die Schlepziger, die sich hier mit eingebracht haben, sehr zufrieden sein“, sagte er. „Wir freuen uns schon auf das Dorffest im nächsten Jahr.“
Von Jens Golombek

Lausitzer Rundschau 3.08.2009

Verein sieht Mahlbusen als künftige Badestelle Schlepzigs
Schlepzig Uwe Neumann kann sich sehr gut vorstellen, dass der Mahlbusen an der Alten Lübbener Straße in Schlepzig eine Badestelle werden könnte. Solch eine hat der Ort im Unterspreewald nicht.

Deshalb und auch weil eine Badestelle eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass Schlepzig den Titel „staatlich anerkannter Erholungsort“ erhalten kann, hat der Verein Krummspree-Unterspreewald bei Gemeinde und Amt Unterspreewald beantragt, den Vorschlag zu prüfen.

„Das wäre ein genialer Platz“, schwärmt Vereinsvorsitzender Uwe Neumann vom Mahlbusen. Das kleine Gewässer liegt an den Wiesen am Schlepziger Ortsrand und damit nahe am Dorf, nennt der Vereinsvorsitzende einen Pluspunkt. Probleme mit Parkplätzen werde es nicht geben, die seien an der Alten Lübbener Straße vorhanden.

Uwe Neumann: „Die Leitungen für Wasser, Abwasser und Strom brauchen nicht über lange Strecken gebaut zu werden, da sich Anschlüsse am nicht weit entfernten Pumpenhaus am alten Feuerwehrgebäude befinden.“

Was die Qualität des Badewassers betrifft, verweist Uwe Neumann auf Pläne des Naturschutzbundes, das Pauck-Grabensystem mit Frischwasser zu versorgen, das aus der Spree vor dem Hartmannsdorfer Wehr abgeleitet werden soll. Der Pauckgraben mündet in den Mahlbusen, könnte diesen mit frischem Wasser versorgen, das wiederum in die Dorfspree abfließen könnte. Uwe Neumanns Vorstellungen gehen noch weiter: „Eventuell wäre im Winter sogar Eislaufen möglich“, sagt er.

Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine (CDU) sagte während der jüngsten Gemeindevertretersitzung, dass die Verwaltung den Antrag des Krummmspree-Unterspreewald-Vereins bearbeite. Während dieser Sitzung sprach sich das Gremium auch dafür aus, über die Erhebung einer Kurtaxe mit den Einwohnern zu diskutieren. Sie käme kommunalen Projekten der touristischen Infrastruktur zugute, wie etwa einer Badestelle, die die Gemeinde aus eigener finanzieller Kraft nicht schaffen könne (die RUNDSCHAU berichtete). D. Hellwig

Lausitzer Rundschau 3.08.2009

Schlepzig soll weißer Fleck bei der Windkraftnutzung bleiben
Schlepzig Die Schlepziger Gemeindevertreter haben der Bewertung von zwölf potenziellen Gebieten für Windkraftnutzung, wie sie im Teilflächennutzungsplan des Amtes Unterspreewald vorgenommen wird, zugestimmt. Für ihre Gemeinde werden keine möglichen Flächen ausgewiesen.


„Wir sind ein Erholungsgebiet, wollen Erholungsort werden. Da gehören solche Anlagen nicht unbedingt hierher“, sagte Bürgermeister Werner Hämmerling.

Wie Steffen Miether äußerte er jedoch moralische Bedenken mit Blick auf die Nachbarn. Die Befürchtung, es könne der Eindruck entstehen, „wir schieben die Anlagen von uns weg und damit zu den anderen hin“, habe er nicht, so Hans-Jürgen Lawnick. „Denn das Planungsbüro hat sachliche Gründe dafür dargestellt, warum es diese zwölf möglichen Flächen ermittelt hat.“

Diese zwölf Gebiete im Amt Unterspreewald hatten sich nach Abzug von Gebieten, die für die Windkraftnutzung aus verschiedenen Gründen tabu sind, herauskristallisiert (die RUNDSCHAU berichtete). „Es handelt sich um Flächen, die abstrakt in Betracht kämen“, sagte Unterspreewald-Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine (CDU). Beim Verfeinern des Plans „müssen wir jetzt sehen, welche weiteren Ausschlusskriterien es gibt“.

Dörte Hellwig

Lausitzer Rundschau 1.08.2009

Schönbohm und Wanka werden Schlepziger Kita-Pläne vorgestellt


Schönwalde Gemeinsam mit der CDU-Spitzenkandidatin Johanna Wanka hat Brandenburgs scheidender Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) das Amt Unterspreewald besucht. Im Haus Kulick in Schönwalde wurden ihnen von Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine (CDU) die Pläne eines neuen Gerätehauses für die Schlepziger Feuerwehr in Kombination mit einem neuen Domizil für die Kindertagesstätte „Libelle“ vorgestellt.


Amtsdirektor Kleine, Vize-Landrat Klinkmüller, Minister Schönbohm, Architekt Scholz und Ministerin Wanka (v. l.) betrachten die Schlepziger Baupläne. Foto: Michael Schulz
Über den Stand der Planungen informierte Architekt Vilco Scholz aus Teupitz. Die Baugenehmigung sei gerade beantragt worden, die Grundsteinlegung erfolge im Herbst. Bis zum Sommer des nächsten Jahres soll der 840 000 Euro teure Bau übergeben werden. Scholz: „Zwei Drittel der Fläche sind für die Kita gedacht, der Rest für die Feuerwehr. Zudem wird der Sport- und Begegnungsraum doppelt genutzt: tagsüber von den Vorschulkindern, abends dann von der Feuerwehr.“ Bei der Planung sei darauf geachtet worden „ortsnahe Materialien“ zu verwenden, „das heißt Holzarten sowie Steine, die häufig in Schlepzig vorkommen“, so Scholz.

Nach einem kurzen Blick auf die Pläne genossen Wanka und Schönbohm noch einen Moment die frühabendliche Luft auf der Terrasse des historischen Gemeindehauses, bevor es ans Essen ging. Begleitet wurden die beiden Landespolitiker von der CDU-Bundestagsabgeordneten Tamara Zieschang. Die drei Christdemokraten waren den ganzen Tag im Amt Unterspreewald unterwegs gewesen.

Michael Schulz

Lausitzer Rundschau 27.07.2009

Alles doppelt gesehen beim Zwillingstreffen in Schlepzig


Schlepzig Zweimal 52 Gäste sind am Wochenende in Schlepzig zu Gast gewesen. Beim Gruppenfoto sahen die Fotografen trotz perfekter Optik dennoch doppelt – der Zwillingsclub Werdau hatte zum Treffen in den Unterspreewald eingeladen.


„Seid ihr etwa alle Zwillinge?“, riefen Passanten und Kahngäste erstaunt und zückten die Fotoapparate. Im Landgasthof „Zum grünen Strand der Spree“, wo die Gruppe logierte und feierte, hatte die Bedienung es nicht einfach, die Bestellungen zuzuordnen.

Aus der Spreewälder Region waren vier Pärchen gekommen. „Es ist richtig schön, ein Wochenende mit anderen Zwillingen zu verbringen“, sagte Regina Winter. Sie nahm zum ersten Mal an solch einem Treffen teil. „Herrlich, auch mal doppelt zu sehen“, ergänzte ihre Zwillingsschwester Christina Kaiser aus Luckau. Sonst würden sie oft angeguckt und gemustert. „Heute sehen wir das mal aus einer anderen Perspektive“, sagte Regina Winter. „Die Geschwister sind fast alle gleich schlank oder mollig, sehen in Bezug auf die Frisuren gleich aus.“

„Bei den Zwillingen gibt es einen ganz anderen Zusammenhalt als sonst Menschen, die sich eigentlich einander fremd sind. Das ist schön, und wir sind beim nächsten Mal bestimmt wieder dabei“, versprach Christina Kaiser.

Birgit Kuntzag und Elke Bohne aus Lübben ließen es sich nicht nehmen, sich mit anderen Zwillingen gegenseitig zu fotografieren. „Wir sind seit mehr als 20 Jahren bei den Treffen dabei. Wir waren so froh, dass die anderen nun mal zu uns gekommen sind“, so Birgit Kuntzag. „Wir sind wie eine große Familie“, fügte ihre Zwillingsschwester Elke Bohne an. „Man entwickelt sich mit den anderen mit. Und wenn bei manchen die Haare weniger werden oder andere Veränderungen eintreten, kann man die auch noch mit dem jeweiligen Zwilling vergleichen.“

Jedes Jahr kämen neue Mitglieder dazu. „Mit anderen Zwillingen ist man immer gleich per du“, erzählte Birgit Kuntzag. Nadine und Gwendolin Scheibe aus Radeburg sind die Präsidentinnen des Deutschen Zwillingsclub Werdau. Seit dem Jahr 1988 sind sie im Deutschen Zwillingsclub aktiv. Im vergangenen Jahr übernahmen die beiden 29-Jährigen die Leitung.

Die jüngsten Zwillinge des Clubs sind zwei Jahre jung, die ältesten 79. „Von den etwa 120 im Club organisierten Zwillingspaaren waren über 50 der Einladung zum Zwillingstreffen in den Spreewald gefolgt“, so Nadine Scheibe. Kahnfahrt sowie Besuche in einer Gurkeneinlegerei und einem Museum sowie eine Wanderung mit dem Nachtwächter hatten auf dem Programm gestanden. „Für das Wetter können wir nichts. Aber der Rest hat super geklappt, und wie immer hat es richtig Spaß gemacht.“

Gwendolin Scheibe fügte an: „Unser Club ist einer der größten Zwillingsvereine Deutschlands. Wir freuen uns sehr, dass jedes Jahr mehr und mehr Zwillinge den Weg zu uns finden und die Treffen als Höhepunkte im Zwillingsalltag schätzen.“ Das nächste werde es zum 25-jährigen Vereinsbestehen in der Gründungsstadt Werdau geben.
Von Jens Golombek

 

23.7.2009 Lausitzer Rundschau

Schlepziger diskutieren über Kurtaxe


Schlepzig In Schlepzig soll eine Debatte darüber in Gang gebracht werden, eine Kurtaxe von den Gästen zu erheben. Diesem Vorschlag der Amtsverwaltung Unterspreewald folgten die Gemeindevertreter.

Ob die Kurtaxe „gewünscht ist oder nicht – darüber sollten sie mit den Einwohnern reden“, sagte Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine (CDU). Deren Höhe, wie und von wem sie verlangt werden soll, seien nach einer Grundsatzentscheidung der Gemeindevertretung in einem weiteren Schritt zu klärende Fragen.

Die Verwaltung begründet den Anstoß der Debatte mit dem Bestreben Schlepzigs, staatlich anerkannter Erholungsort zu werden. Im Jahr 2005 sei dieses Ziel beschlossen worden. Der für die Vergabe des Titels zuständige Landesfachbeirat habe sich zwar positiv zu dem Ansinnen positioniert, aber auch auf Lücken in der Infrastruktur hingewiesen. Es mangele unter anderem an Angeboten der Gesundheitsförderung und Spielmöglichkeiten für Kinder. Dringend erforderlich sei eine Badestelle.

Diese Vorhaben sind laut Amtsverwaltung von der Gemeinde derzeit nicht zu finanzieren. Hinzu kommt, dass es in einem staatlich anerkannten Erholungsort eine Touristinformation geben muss. Diese ist zwar in Schlepzig vorhanden, „sie produziert aber ein erhebliches Minus“, sagte Bürgermeister Werner Hämmerling.

Seiner Auffassung nach sei die Kurtaxe für Tourismusanbieter „ein sehr brisantes Thema“. Trotzdem solle die Debatte geführt werden. „Denn wir wollen in Sachen Erholungsort wieder etwas Fahrt aufnehmen, und wir wollen den Ort attraktiv gestalten – auch im Interesse der Vermieter.“

„Überall bezahle ich Kurtaxe, etwa an der Ostsee, und freue mich, dass es dafür sauber ist“, sprach sich Hans-Jürgen Lawnik dafür aus, Gäste an den Aufwendungen der Gemeinde für den Tourismus zu beteiligen. Dabei sollten ebenfalls Tagesgäste einbezogen werden, sagte Steffen Miether. Von den Einnahmen durch die Kurtaxe oder eine ähnliche Abgabe würden auch die Einwohner profitieren, wenn damit beispielsweise die Funktionsfähigkeit der Schleusen gesichert und eine Badestelle geschaffen würden.

Über Alternativen zur Kurtaxe nachzudenken und darüber, „auch andere einzubeziehen, die vom Tourismus partizipieren“, regte Uwe Neumann, Vorsitzender des Vereins Krummspree-Unterspreewald an.

Verwendet werden darf die Kurtaxe laut Amtsverwaltung ausschließlich für die touristische Infrastruktur. Die rechtliche Voraussetzung, sie erheben zu dürfen, sei in Schlepzig gegeben: Die Zahl der Übernachtungen von Touristen muss mindestens das Siebenfache der Einwohnerzahl betragen. Mit 26 000 Übernachtungen jährlich bei 650 Einwohnern „erfüllen wir das allemal“, sagte Schlepzigs Bürgermeister.
Von Dörte Hellwig

2.6.2009 Lausitzer Rundschau

Schlepziger Maifest bietet nostalgisches Programm


Sein elfjähriges Bestehen hat der Traditions- und Heimatverein Schlepzig mit einem Maifest im Bauernmuseum gefeiert. Ein buntes Programmangebot auf den Spuren des realexistierenden Sozialismus lockte Schlepziger und Gäste auf den Museumshof.



Frisch gewaschene Leinenhemden flatterten an der Wäscheleine, die quer über die kleine Wiese hinter der Museumsscheune gespannt war. Bienenstich, Apfel-, Kirsch-, Rhabarber-, Streusel- und Zuckerkuchen – aus dem Lehmbackofen duftete es Verführerisch. Rund um die alte Linde auf dem Museumshof waren die Bänke schnell mit Festgästen gefüllt.

Traditions- und Brauchtumspflege steht auf den Vereinsfahnen der mehr als 60 Mitglieder. Der Verein wolle besonders den Erhalt des wunderschönen Bauernmuseums unterstützen, so Vorsitzende Monika Schiela. „Deshalb finden hier die meisten Aktionen statt.“ Lesungen aus Dorfchronik und Märchenbüchern gibt es regelmäßig, jährlich wird ein Heimatbrief herausgegeben. Monika Schiela dankte den Mitgliedern „für die Bereitschaft, Aufgaben zu übernehmen“, und hoffte, „dass diese Bereitschaft erhalten bleibt und der Verein noch viele Jahre bestehen wird“.

Bäuerlich-traditionelle Atmosphäre wehte über den Hof des Schlepziger Bauernmuseums, als Ronny Miether, der als Moderator durch das Bühnenprogramm des Vereins führte, zum Auftakt auf seiner Trompete „Auferstanden aus Ruinen“ intonierte.

Nach dem Fahnenappell von „Pionierleiterin“ Kerstin Lindner wurde es mit den Pudys, Helga Hahnemann, Frank Sinatra samt Fernsehballett, Nina Hagen, Katja Ebstein, Udo Lindenberg und Sonja Schmidt mit dem „himmelblauem Trabant“ heiter-nostalgisch-musikalisch. Zuvor hatte das junggebliebene Hinterbackofenballett mit afrikanischen Rhythmen dem Publikum eingeheizt.


Auch die „jungen Pioniere“ traten beim Maifest auf.

Von Jens Golombek

6.5.2009 Lausitzer Rundschau

Sybille Grunert zeigt ältere und neue Bilder in Schlepzig


Schlepzig Eine Ausstellung der Lübbener Malerin und Grafikerin Sybille Grunert ist in der Schlepziger Wassermühle eröffnet worden. Während im Erdgeschoss Motive aus der heimischen Natur, Landschaften und Tiere, die sehr realitätsnah wiedergegeben werden, zu sehen sind, zeigt die Künstlerin in der oberen Etage Abstraktes.


Sybille Grunert (l.) während der Eröffnung ihrer Ausstellung mit Cordula Roy. Foto: J. Golombek

Für eine Vernissage ungewöhnlich, erschienen einige Gäste in Radlerhosen. Sie waren Urlauber, die ihre Radtour spontan für den Kunstgenuss unterbrochen hatten.

„Wir wollen dieses Haus mit Leben füllen, und solch eine Ausstellung ist eine wunderbare Möglichkeit“, sagte der Pächter der Mühle, Dr. Torsten Römer. Seit dem Jahr 1992 seien Werke von Sybille Grunert im benachbarten Brauhaus und dem Landgasthof „Zum grünen Strand der Spree“ zu bewundern gewesen. „Unser Herr Tschersich hatte schließlich vor eineinhalb Wochen die Idee, die bewährte, kreative und fleißige Künstlerin einzuladen.“ Begeistert habe sie zugestimmt. „Nun hoffen wir auf gutes Gelingen und viele verkaufte Bilder.“

„Die Künstlerin hat sich auf unser Drängen hin bereit erklärt, sich von einigen ihrer Werke zu trennen“, sagte Uwe Neumann, dessen Verein in der Mühle ein Büro nutzt. Auch Motivkarten und Poster seien erhältlich.

„Einige Arbeiten sind ganz neu, andere etwas älter“, sagte Sybille Grunert. „In der Kürze der Zeit solch eine Ausstellung zusammenzustellen, ist sicher nicht leicht. Aber mit der Zeit hat sich im Atelier ein gewisser Vorrat angesammelt, den ich durch neue Ideen ergänzt habe.“

Cordula Roy war zur Vernissage aus Teupitz angereist. „Ich beobachte die Entwicklung der Werke von Anfang an. Hier in der eher dunklen Mühle gefallen mir die Blumenmotive mit ihren kräftigen Farben am besten. Auch die vielen Entchen sind toll.“

Die Ausstellung ist an allen Maiwochenende jeweils von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Wer sich zum Besuch mit Sybille Grunert verabreden möchte, erreicht sie unter der Telefonnummer 03546 8483. jgk

9.4.2009 Lausitzer Rundschau

Verein in Sclepzig eröffnet Geschäftsstelle in Schlepziger Mühle


Schlepzig Der Verein Krummspree-Unterspreewald hat jetzt ein kleines Büro im Erdgeschoß der Schlepziger Wassermühle bezogen. Neben der ehemaligen Einschüttung und Absackung der im Jahr 1740 erbauten Wassermühle „Glück zu“ entstand nach Worten des Vereinsvorsitzenden Uwe Neumann eine „kleine, aber feine Geschäftsstelle des Vereins am Kreuzungspunkt der Menschenströme“.


Uwe Neumann (rechts) freut sich über die neuen Möglichkeiten einer festen Anlaufstelle des Vereines. Foto: Jens Golombek
Zur Verfügung gestellt hatte sie Mühlen-Pächter Torsten Römer.

Für ihn sei dies ein besonderer Ort, an dem er vor 45 Jahren selbst mitgeholfen habe. „Mit unserer Arbeit wollen wir Verwaltungsgrenzen überschreiten, um touristische Netzwerke zu entwickeln“, so Uwe Neumann. „Dabei wollen wir ein Forum für alle Gästebetreuer sein.“

Natur, Ruhe und die unvergleichliche Landschaft seien ein unersetzliches Kapital, hieß es in der Festrede vor Vertretern von Touristik und Verwaltung. „Dieses muss für künftige Generationen erhalten werden. Deshalb ist es uns wichtig, friedlich und zukunftsorientiert zusammenzuarbeiten.“

Zum allseitigen Nutzen verstehe sich der Verein als Lobby für die Region. „Ich freue mich, dass hier Unternehmer diesen Ansatz verfolgen“, gratulierte Peter Stephan, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Spreewald.

Vor fünf Jahren gegründet, ruhte die Tätigkeit des Vereins aus personellen Gründen zwischenzeitlich. 25 Mitglieder aus den Reihen touristischer Anbieter der Region sind darin jetzt verbunden und arbeiten bereits an konkreten Projekten. Die aktuelle Kampagne steht unter der Überschrift „Wieder mehr Spreewald schaffen“. Jens Golombek

5.4.2009 Lausitzer Rundschau

Die Kahnfährsaison in Schlepzig ist offiziell eröffnet


Schlepzig Die Kahnfahrsaison im Unterspreewald ist feierlich eröffnet worden. An der Kahnabfahrtsstelle am Weidendom in Schlepzig überreichte Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine (CDU) symbolisch ein Rudel an Fährmann Mike Böttcher.
Stephanie Gallus hatte es mit Blumen geschmückt.

„Trotz der vielen nicht so guten Wirtschaftsnachrichten hoffe ich, dass Ihnen allen eine gute touristische Saison bevorsteht“, sagte der Amtsdirektor. Mit Bier der Spreewälder Privatbrauerei in Schlepzig wurde auf die notwendige Handbreit Wasser unter dem Kiel angestoßen. Anschließend machten sich die beiden ersten Kähne auf die erste Dorfumfahrungsrunde des Jahres.

Bei Musik und Gesang warfen die Fahrgäste durch Sträucher, Hecken, Büsche und Bäume, an deren Zweigen das erste Grün schimmerte, ausgiebige Blicke auf die malerischen Wirtschaften und Hinterhöfe der Schlepziger.

„Als plötzlich jemand anfing, mit einer Glocke zu läuten, war ich mehr als verwundert“, sagte Stephan Kolbe. „Aber als freudestrahlend herübergerufen wurde, dass wir der erste Kahn des Jahres seien, war mir alles klar“, so der Dresdener Besucher. Er sei begeistert gewesen, „gerade weil die Natur kurz vor ihrer grünen Explosion steht.“
J. Golombek

Was ist los in Schlepzig: Programm 2009/10

28. März 2009
20:00 Uhr Jazz & Buffet im Brauhaus. Mit der Jazz Family und New Orleans Jazz. Das letzte Konzert in der Reihe Jazz & Buffet für diese Saison !

 

31. Oktober 2009

20:00 Uhr Jazz & Buffet im Brauhaus. My flexible friends. Alles zwischen Jazz & Pop

7. November 2009

18:00 Uhr Klassik & Schlemmen im Landgasthof. „Klassik goes Gurken“ Schlager aus dem Spreewald von 1514 bis Heute mit dem Jupiter Quartett.

21. November 2009

20:00 Uhr Jazz & Buffet im Brauhaus Alte Wache.

Dixieland mit der Swingband aus Potsdam.

28. November 2009

20:00 Uhr Jazz & Buffet im Brauhaus. Katelijne Philips-Lebon singt französische Chansons und flämische Lieder

5. Dezember 2009

18:00 Uhr Klassik & Schlemmen im Landgasthof. Einen Abend mit Rezitationen. Hanna Petkoff trägt vor.

12. Dezember 2009

18:00 Uhr Klassik & Schlemmen im Landgasthof. Namen folgen.

9. Januar 2010

20:00 Uhr Jazz & Buffet im Brauhaus. Ron Spielman, Jan Eckelmann und Björn Werra. Das Brauhaus rockt !!!

16. Januar 2010

18:00 Uhr Klassik & Schlemmen im Landgasthof. Quarteto Ideal macht brasilianischer Musik, wir das Essen !

30. Januar 2010

20:00 Uhr Jazz & Buffet im Brauhaus.

Berliner Urgestein: Sir Gusche Band (Dixieland)

6. Februar 2010

20:00 Uhr Jazz & Buffet im Brauhaus. Björn Missal, Gesang begleitet von Robert Kessler, Gitarre.

20. Februar 2010

18:00 Uhr Klassik & Schlemmen im Landgasthof. Prof. Rainer Feldmann, Gitarre begleitet von seiner Frau auf verschiedenen Blockflöten, spielen virtuose Werke von Barock-Komponisten, S.Bach, A. Vivaldi, B. Marcello u.a.

27. Februar 2010

20:00 Uhr Jazz & Buffet im Brauhaus. Mo’ Blow. Heißer Jazz-Funk mit groovigen Funksound. Doppelsieg beim Jazz&Blues Award.


6. März 2010

20:00 Uhr Jazz & Buffet im Brauhaus. Waldi Weiz & Band.

Musik zwischen Funk, Blues und Jazz.

13. März 2010

18:00 Uhr Klassik & Schlemmen im Landgasthof. Rainer Roos

am Klavier mit einem Tango Abend und dem argentinischen Tango-Sänger Alejandro Briglia

20. März 2010

20:00 Uhr Jazz & Buffet im Brauhaus. Perido. Vocal Jazz mit Tap Dance.

27. März 2010

18:00 Uhr Klassik & Schlemmen im Landgasthof. Jörn Behrsing mit „Fagottvirtuos“. Ein Instrument zwischen

„Klassik, Pop und Kabarett“

10. April 2010

20:00 Uhr Jazz & Buffet im Brauhaus. Jazz Family mit New Orleans Jazz zum Saisonausklang.

19.3.2009 Lausitzer Rundschau

Besuch in der Welt der Spreewald-Bauern


Das Leben auf dem Lande steht an diesem Ort im Mittelpunkt: Seit mehr als 20 Jahren heißt das Bauernmuseum im ehemaligen Schlepziger Dorfschulzenhaus von 1818 rund 10 000 Besucher jährlich willkommen.


Noch wenige Tage, dann werden sich die Touristen wieder die historischen Klinken in die Hände geben. Denn dann beginnt die Sommersaison im Schlepziger Bauernmuseum. Natürlich kann es ebenso im Winter besucht werden, auch Führungen sind möglich. Doch das Gros der Gäste taucht ab April in die Welt der Spreewälder Bauern zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein.

Rund 10 000 Gäste begrüßt Museumsleiterin Sabine Kamprad jedes Jahr. „Das kann sich sehen lassen für so einen kleinen Ort wie Schlepzig“, schätzt sie ein. Die zahlreichen Ausstellungsstücke sind aus dem Leben gegriffen und mit Puppen effektvoll in Szene gesetzt.

In dem gut erhaltenen Bauernhaus, ursprünglich für den Dorfschulzen gedacht und daher etwas größer und komfortabler als üblich, werden Möbel, Kleidungsstücke und unzählige praktische Kleinigkeiten aus den Jahren 1900 bis 1920 ausgestellt. Im Dachgeschoss findet sich eine textliche Annäherung an die Vergangenheit. Auf großen Plakaten können Interessierte nachlesen, welche Effekte historische Entwicklungen auf das Leben der Spreewälder hatten. Auch der DDR-Zeit sind eine Reihe von Tafeln gewidmet.

Dem Bauernhaus gegenüber liegt die ehemalige Stallscheune. Sie ist der Darstellung von Land-, Forst- und Fischwirtschaft gewidmet. Besonderes Augenmerk liegt auf der Flachsstrecke, die Anbau und Verarbeitung des Leins vom Samen bis zum gemangelten Kleidungsstück zeigt. Kindern bringt Sabine Kamprad diesen Teil besonders gern nahe. Ausreichend Webstühle hält das Museum vor, damit diese sich selbst ausprobieren können. Auch ans Spinnrad können sich Interessierte setzen. Das Kulinarische der alten Zeiten soll da nicht zu kurz kommen: Auf Wunsch ist das Schaubacken möglich, so Sabine Kamprad.
Von Ingvil Schirling

10.3.2009 Lausitzer Rundschau

Tolle Show und beste Stimmung
„Simply the best“ tönt es aus den Lautsprechern im Gasthaus „Zum Unterspreewald“ in Schlepzig. Dazu tanzt und singt eine Tina Turner ganz nach dem Geschmack der Frauen im Saal. Sie klatschen und jubeln, zücken ihre Fotoapparate und lassen die Blitze durch den Raum zucken. Mit ihrer Travestieshow sind die Berliner „Sally und Kim“ der Höhepunkt des vergnüglichen Frauentag-Abends.


Foto:
„Ich lasse meinen Mann auch immer zu Hause, wenn ich Spaß haben will“, verkündet „Sally“ gerade launig zur Erheiterung der versammelten Frauen. Entspannte fröhliche Stimmung herrscht im Schlepziger Gasthaus, begeisterten Beifall erhält das Duo, während es als Nana Mouskouri im Doppelpack zu bekannten Titeln der Sängerin durch den Saal schwebt.

Die Stimmungsfunken sprühen und spontan überreicht eine der Frauen dem Duo zum Titel „Weiße Rosen aus Athen“ eine Rose. Schon sind die ersten Rufe nach einer Zugabe zu hören.

„Einfach klasse“, sind sich Kathrin Hönow aus Schlepzig, ihre Mutter Gisela aus Neu Lübbenau und Schwiegermutter Marianne Ewert aus Calau einig. So ein gemeinsamer Abend ohne Männer sei auch mal schön, fügt die Calauerin an.

Beim Rosenmontagsumzug in Schlepzig hätten sie den gemeinsamen Frauentagsabend beschlossen, „ganz spontan, und das ist besser, als wenn alles lange geplant wird“, ergänzt Gisela Hönow. Die Männer kümmerten sich an diesem Tag um die Kinder. Ihr Mann Torsten und Opa Detlef würden das schon hinbekommen, sagt Kathrin Hönow.

Begeistert sind auch Annika Lehmann und Nancy Schulze aus Groß Leuthen. „Es hat sich gelohnt hierher zu kommen, eine super Show. Wir kommen jederzeit wieder, wenn Frauentag in Schlepzig ist, denn auch das Buffett war klasse“, so die zwei Frauen.

Zehn Frauen aus Siegadel, Wittmannsdorf, Bückchen, Gröditsch und Goyatz genießen den Abend an einem weiteren Tisch. Alle Familien seien untereinander befreundet und unternähmen auch sonst vieles gemeinsam, erzählt Yvonne Wrede-Schlenkrich aus Gröditsch.

Karoline Scherbatzki aus Bückchen hat den Frauenabend organisiert und ist zufrieden: „Es hat alles gestimmt, vom Essen über die Musik bis hin zum Programm.“ Schon im vergangenen Jahr hätten einige der Freundinnen den Frauentag in Pieskow gemeinsam verbracht, ergänzt Julia Stuck. „Erst waren wir essen und dann feiern. Heute ist es auch super, ein tolles Programm, das beste der ganzen Fastnachtszeit für mich“, ergänzt die Goyatzerin.
Von Birgit Keilbach

24.2.2009 Lausitzer Rundschau

Schlepziger Narren wollen hoch hinaus


250 Karnevalisten zogen närrisch und offenbar bestens gelaunt zu Fuß oder motorisiert beim Rosenmontagsumzug durch Schlepzig. Dabei waren ihnen die wenigen regenfreien Stunden vergönnt. Am Rande der Veranstaltung kam es zu einen Zwischenfall, bei dem sich eine Gruppe Rechtsradikaler kurzzeitig in den Umzug einreihte.


Das Prinzenpaar gibt die Richtung an: Gut 250 Karnevalisten zogen durch Schlepzig. Viele Besucher schauten sich das bunte Treiben an, jedoch weniger als in den Jahren zuvor.

Jens Golombek Foto:
Bereits gegen Mittag drang von vielen Schlepziger Gehöften ein merkwürdiges Knattern. Möglichst unbemerkt versuchten die Spreewälder Jecken, mit ihren kreativen fahrbaren Eigenbauten zum Startplatz auf der Dammstraße zu kommen. Die sorgsam gehüteten Geheimnisse um die entworfenen Gefährte sollten möglichst lange gewahrt bleiben.

10 Jahre Jugendprinz

Auffällig war die Tendenz zu immer höheren Eigenbauten: Jägerhochstand, Burgturm und gar ein ganzer Baum mussten sich jedoch einem fahrtüchtigen Eifelturm geschlagen geben. Pünktlich um 14 Uhr gab Prinz Jens I. den Startschuss. Die Blaskapelle spielte für ein kleines Tänzchen auf. Anschließend setzte sich der Zug in Bewegung. Endlich waren die kreativen Arbeiten des vergangenen Jahres zu sehen. Konfetti, Bonbons und Kamelle flogen in die Zuschauerreihen, die diesmal nicht so gut gefüllt waren wie in den Vorjahren.

Beim Anführen des Zuges wurde Prinz Jens I. vom Jugendprinzenpaar Sabrina Lindner (20) und Christian Kaatsch (26) unterstützt. „Ich war zwölf Jahre lang der Jugendprinz und habe dann zehn Jahre ausgesetzt“, erzählte Jens I. von seiner närrischen Karriere. Gestern wurde er schließlich erneut zum Adeligen ernannt.

Einfallsreiche Jecken

„Das etwas durchwachsene Wetter macht uns überhaupt nichts aus“, berichtete Christian Kaatsch. „Dagegen kann man sich ja glücklicherweise rüsten.“ Ganz besonders freue er sich über die Gäste aus Dürrenhofe: „Einfach Klasse, wie die hier mitmachen.“

„Bisher haben wir alles gut überstanden“, resümierte Sa brina Lindner den Rosenmontag. „Der Samstag war für uns von der Karnevalsjugend ja die erste Hürde.“ Die Schlepziger steigen mit der Jugendweihe oder der Konfirmation in das närrische Jugendalter ein. Erst Heirat oder das Erreichen des 30. Lebensjahres ermöglichen den Wechsel zu den Erwachsenen.

Auf Favoriten für das originellste Motiv wollte sich das jugendliche Prinzenpaar nicht festlegen. „Ich bin sonst bei der Bibi-Bloxberg-Truppe“, berichtete Sabrina Lindner, „die ist natürlich auch heute wieder super.“ Viele Gefährte des Umzugs waren sogar mit zwei Motoren ausgerüstet. Einen für den Antrieb und einen als Stromerzeuger für die Musik. Wobei scheinbar sämtliche Musikrichtungen und –epochen vertreten waren.

Das Publikum verkürzte sich an der großen Kreuzung die Wartezeit auf die Rückkehr des Zuges mit Blasmusik und dem ein oder anderen Schnaps. Zurück im Ortskern schunkelten und tanzten die Karnevalisten auf der gesperrten Hauptstraße. Nachdem sich der Zug aufgelöst hatte, zogen die Akteure in das Gasthaus Unterspreewald ein.

„Man muss den Akteuren ein großes Kompliment aussprechen“, freute sich Maria Herzog am Rande der Strecke. „Ich bin jedes Jahr als Zuschauer dabei und immer wieder erstaunt, auf was für Ideen die Schlepziger kommen.“ „Einige Jecken haben sogar gezeigt, dass man auch noch als Senior dabei sein kann“, staunte Manfred Schulz über das Altersspektrum.

Auf Distanz zu Rechten

Für einen bitteren Beigeschmack sorgte jedoch eine Gruppe jugendlicher Rechtsradikaler, die sich als Sensenmänner verkleidet unter die Karnevalisten mischten. Samt Transparent begaben sie sich an die Spitze des Zuges und verteilten demokratiefeindliche Flugblätter. Als die Polizei die Personalien aufnehmen wollte, hatten sich die Rechtsradikalen bereits abgesetzt. „Wir als Fastnachtsverein distanzieren uns eindeutig von diesen Leuten“, betonte Fastnachtschef Alwin Drexler. „Es darf nicht sein, dass wir als politische Plattform missbraucht werden.“


Direkt aus dem Weltall? Ein Käfer-Ungetüm mit seinen beiden Herrchen. Foto:


Die Schlepziger bauten hoch beim Rosenmontagsumzug. Höher als bei diesem Eifelturm ging es wirklich nicht. Foto:


Dieser Mann schämte sich nicht, seine Liebe zu einer Riesen-Gurke öffentlich zu machen. Foto:

Von Jens Golombek

4.1.2009 Lausitzer Rundschau

Feuerwerk führte in Schlepzig zwei Welten zusammen
Mit einem großen gemeinsamen Silvesterfeuerwerk haben die Gäste im „Grünen Strand der Spree“ und im Brauhaus in Schlepzig ins neue Jahr gefeiert.


Kein freier Platz war mehr auf der Tanzfläche zu finden, als DJ Zimpelsong im Schlepziger Brauhaus Wünsche erfüllte.

Foto: Frank Selbitz
Schlepzig. Mit einem großen gemeinsamen Silvesterfeuerwerk haben die Gäste im „Grünen Strand der Spree“ und im Brauhaus in Schlepzig ins neue Jahr gefeiert. Unter sternenklarem Himmel wurden neben einem Feuerkorb die letzten Sekunden bis zum Start ins neue Jahr gezählt und mit Sekt angestoßen.

Während im Saal des „Grünen Strands“ Walzer und Foxtrott getanzt wurde, kochte die Stimmung im Brauhaus vor und nach dem gemeinsamen Anstoßen fast über. Dafür sorgte unter anderem Braumeister Uwe Zech, der für das große „Neujahrs-Begrüßungsfeuerwerk“ verantwortlich zeichnete. Kein Platz war mehr auf der Tanzfläche, wo DJ Zimpelsong Musikwünsche erfüllte.

Während die letzten Minuten des ablaufenden Jahres gezählt wurden, hatte Paul Görs alle Hände voll zu tun, um die große Sekttafel im Freien startklar zu machen. Sektkartons wurden aus dem Weinkeller geholt, Flaschen geöffnet und Gläser gefüllt.

Im Saal und Gastraum vom „Grünen Strand der Spree“ zeigten die Gäste derweil in gediegener Atmosphäre bei Foxtrott und langsamem Walzer saubere Schrittkombinationen auf dem Parkett. „Die stürmischen Jahre sind vorbei“, war da zu hören. „Die Jugend ist im Brauhaus“, nahm man auf die „geteilte“ Feier Bezug. Die „Jugend“ sang dort unterdessen „Wir sind alle über 40“ aus vollen Kehlen.

Zwei Partys, zwei Welten, eine Gemeinsamkeit: Tolle, ausgelassene Stimmung, die beide um Mitternacht beim Feuerwerk im Freien zusammenführte. fs


 

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