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Aktuelles/Presse

 

30.01.2008

Fischereigenossenschaft setzt 45 Exemplare bei Schlepzig ein

Quappen zappeln sich in Spreewälder Fließe

45 Quappen, im Durchschnitt ein Kilogramm schwer, hat die Fischereigenossenschaft «Unterspreewald» Schlepzig in das Zerniasfließ, die Quaasspree, den Schiewan, die Hauptspree und den Puhlstrom gesetzt. Ehe der einstige Spreewälder Brotfisch eintauchen konnte, wurde er vermessen, gewogen und markiert. Denn er soll überprüfen helfen, ob die Maßnahmen des Gewässerrandstreifenprojekts halten, was sie versprochen haben.

 

Foto: Fotos: Ingvil Schirling
Alle Hände voll zu tun hatte Fischbiologe Frank Frederich, der für die Fischereigenossenschaft «Unterspreewald» Schlepzig Quappen wog, vermaß und markierte. 45 Exemplare des einstigen Spreewälder Brotfisches wurden ins Wasser gesetzt.Zwischen 40 und 75 Zentimetern lang waren die gemessenen Quappen und 405 bis 2010 Gramm schwer.
Erst kommt die Arbeit, dann das Vergnügen, heißt es landläufig. Für die Quappen scheint das auf den ersten Blick ebenso, als sie nach der Fahrt in Bottichen auf dem Autoanhänger gekäschert und markiert werden, ehe sie die Spree in Besitz nehmen können. Auf den zweiten Blick stellt Fischbiologe Frank Frederich fest: «Viele sind so schmal. Die haben bestimmt schon abgelaicht.»

Gelb markiert unter der Flosse
Auf das nächste Vergnügen, so scheint es, müssen die Quappen erst einmal eine Weile warten. Bis dahin erkunden sie im Dienste der Wissenschaft die Spreewälder Fluten. Die kleine gelbe Markierung unter der Rückenflosse trägt eine Nummer. Werden sie geangelt und meldet der Angler den Fang, kann nachvollzogen werden, welche Strecke sie bis dahin zurückgelegt haben und ob die Bauwerke durchlässig für den Fisch waren. «Wir arbeiten sehr gut mit dem Gewässerrandstreifenprojekt zusammen» , sagt Werner Görick, Schatzmeister der Genossenschaft.
Doch der Prüfauftrag ist nicht das einzige Anliegen, mit dem die Quappen in die Fluten entlassen wurden. «Es geht uns auch um die Nachhaltigkeit» , sagt Dietrich Janke, Fischbeauftragter der Genossenschaft. «Unser Hegeplan gilt bis 2009, und darin ist festgelegt, dass wir jedes Jahr Fische ins Wasser setzen.» Ihnen liege der spreewaldtypischste Fisch, der ehemalige Brotfisch für die Einwohner der Fließlandschaft, am Herzen. «Wenn man älter wird, dann sieht man die Natur und ihre Schönheit anders. Die Liebe zur Heimat wächst.»
Die Quappen-Bestände sind im Spreewald aus Gründen zurückgegangen, die bislang noch nicht ganz geklärt sind. Möglicherweise ist das Wasser zu warm geworden, denn die Quappe liebt es kühl. Um dem entgegenzuwirken, hat die Genossenschaft 2006 rund 280 der schönen Tiere mit der marmorierten Haut und dem flachen Kopf eingesetzt, ebenfalls mit kleinen gelben Fähnchen an der Rückenflosse, einer Nummer und zusätzlich einer Farbmarkierung an der Brust gekennzeichnet. Drei davon wurden außerdem mit Sendern ausgestattet. 2007 hat die Genossenschaft ebenso Hechte, Schleie, Karpfen und Welse eingesetzt sowie mit Hilfe eines EU-Förderprogramms 36 Kilogramm Aal. Fast 5500 kleine Glasaale waren es, sagt Görick, nur acht Gramm leicht im Durchschnitt.

Notwendiges Beruhigungsmittel
Da sind die Quappen jetzt von einem ganz anderen Kaliber. Ernst-August Lehmann, Vorsitzender der Genossenschaft, käschert sie aus den Bottichen, die auf zwei Autoanhängern stehen. Von dort kommen sie in einen anderen Zuber, dessen Wasser mit einem Beruhigungsmittel versetzt ist. Sonst wäre es unmöglich, sie zu vermessen und zu wiegen, weil sie sich zappelnd wehren. Trotz der leichten Betäubung biegt sich nicht nur einer wie ein U auf dem Tisch von Frank Frederich, der zu tun hat, sie mit beiden Händen gerade zu bekommen, um ihre volle Länge messen zu können. Ein paar Mal fliegt die kleine Mar kierpistole in hohem Bogen, getroffen von einem entschiedenen Flossenschlag, zu Boden. Frederich und seine Helfer brauchen schnelle Reaktionen, um gleichzeitig die Quappe festzuhalten und die Markierpistole wieder einzusammeln. Die Plastikschale auf der Waage kommt bedenklich ins Wanken, während so mancher Fisch darin zappelt.
Während Fredrich die Fische vom Vermessen zum Wiegen und zurück zum Markieren hebt, hält er sie manchmal weit von sich weg. Ein dünner Strahl Urin kommt aus dem Bauch, die Männer lachen. Einer der Fische verliert sogar etwas Sperma. Deutlich sind für die Tiere Angst und Stress mit der Aktion verbunden, die so schnell wie möglich abgewickelt wird.
Beim Markieren halten dann fast alle still. Routiniert setzt Frederich die Pistole direkt unter der Rückenflosse an. Am besten sei es, erklärt er, wenn er genau zwischen die feine Gräten-Verbindung zwischen Flosse und Körper treffe. Dann setze sich das Fähnchen wie mit einem Widerhaken fest.
Am Ende sind alle Quappen recht ruhig zurück in den Bottichen und erholen sich von Betäubung und Markierung. Die Männer, nebenbei versorgt mit Kaffee und Schokolade, machen sich auf den Weg in die Natur. In den Fließen bei Schlepzig werden sich die Quappen vielleicht bald so wohl fühlen wie der sprichwörtliche Fisch im Wasser. Wer weiß, möglicherweise lässt das Vergnügen dann gar nicht mehr so lange auf sich warten.
Zum Thema Gewichtsklassen
Im Durchschnitt ein Kilogramm schwer sind die Quappen, die jetzt rund um Schlepzig eine neue Heimat gefunden haben. Die leichteste wog nur 405 Gramm, der schwerste 2010. Am kürzesten war das Exemplar mit 40 Zentimetern, am längsten das mit 75.
Die Fischereigenossenschaft «Unterspreewald» Schlepzig freut sich über eine Nachricht, wenn jemand eine markierte Quappe geangelt hat, unter der Rufnummer 035472/6 57 16.

Von Ingvil Schirling

 

07.01.2008 Lausitzer Rundschau

Reise in die Vergangenheit

 

Foto: Jens Golombek
Nur kurz war die Winterpause des Bauernmuseums Schlepzig. Jetzt lädt es wieder zu Reisen in die Vergangenheit ein mit Ausstellungen, in denen das Wohnen und Arbeiten in den vergangenen hundert Jahren im Unterspreewald dargestellt werden. Geöffnet hat es bis zum März dienstags bis freitags von 10 bis 16 Uhr. Ab April werden die Besucher montags bis sonntags zwischen 10 und 16 Uhr erwartet. Führungen außerhalb dieser Zeiten können vereinbart werden (Tel. 035472/225, Fax 035472/640 24).

 

 

Nicht verpassen:

Das Erste | Sonntag, 13.01.2008 | 13:45 Uhr
Bilderbuch: Der Spreewald
RBB (Stern.) | Länge: 45 Minuten

StereoBreitbild
Film von Maren Niemeyer

100 Kilometer südöstlich von Berlin erstreckt sich auf etwa 480 Quadratkilometern eine in Mitteleuropa einmalige Kulturlandschaft. Fast 1.000 Kilometer Fließe mit Feldern und Wiesen formen ein harmonisches Binnendelta. Weil dem Teufel die Ochsen durchgingen und sie tiefe Furchen zogen, sei dieses dichte Wassernetz entstanden. Tatsächlich ist der Spreewald das Ergebnis der letzten Eiszeit, die die Spree in viele dünne Wasserläufe teilte. Die beliebteste Brandenburger Region wird jährlich von 2,5 Millionen Touristen heimgesucht, die sich in randvollen Kähnen durch die Kanäle staken lassen, Gurken kosten und sorbische Bräuche bewundern. Nobelherbergen wie die mehrfach ausgezeichnete „Bleiche" sind entstanden, um dem Ansturm auch in oberen Preisklassen gerecht zu werden.
Doch das „ländliche Venedig" Brandenburgs ist eine fragile Idylle. Die intensive Landwirtschaft zurückliegender Jahrzehnte hat ein schwieriges Erbe hinterlassen. Das Wiederauffüllen der Grundwasserreserven der Kohletagebaue droht den Wasserzufluss zum Spreewald zu gefährden. Das Wegbrechen großer Wirtschaftszweige wie Kohle- und Textilindustrie hatten eine hohe Arbeitslosigkeit zur Folge, die die private Landwirtschaft und der Tourismusboom nicht auffangen konnten. So kehrten viele junge Leute der Region den Rücken. Aber es siedeln sich - wie im kleinen Dorf Groß Leuthen - auch wieder junge Familien an.
Der Film erzählt von alteingesessenen Familien wie den Grafen zu Lynar, die vor einigen Jahren von Portugal nach Lübbenau umzogen, um das Schloss wieder auf Vordermann zu bringen, Existenzgründern und Ideengebern, wie dem Umwelttechniker Frank Hildebrand, der 2004 für die ökologisch behutsame Wiederherstellung traditioneller Holzhäuser den Brandenburgischen Umweltpreis bekam, oder wie Arvid Boellert, dem Kurator des Kunstfestivals Rohkunstbau.
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28.12.2007 Lausitzer Rundschau

Eselskarren weist auf Sehenswertes hin

Schlepziger bekommen begehbare Skulptur

Schlepzig. Ein bekletterbarer Eselskarren soll Schlepzig künftig interessanter machen.

Die Skulptur, die einerseits Bezug auf die Geschichte des Dorfs nimmt, andererseits Kinder zum Spielen einlädt, ist Teil einer Reihe von Gedanken, die sich die Gemeindevertretung unter anderem mit Jürgen Bergmann gemacht hat, der für die künstlerische Holzgestaltung der «Kulturinsel Einsiedel» verantwortlich zeichnet. Der Freizeitpark bei Niesky, der Kinder zur Kreativität und Bewegung einlädt, erhielt 2006 den Deutschen Tourismuspreis.

Neugierde wecken
Die Skulptur, bestehend aus einem ruhenden Esel und einem Karren voller begehbarer Hohlräume, die nach dem Vorbild von Mehlsäcken gestaltet sind, soll an einem der Schlepziger Ortseingänge aufgestellt werden. Geplant ist der südliche am Luvsee. Damit soll die Neugierde von Touristen geweckt werden, so Jürgen Bergmann. «Wenn schon am Ortseingang solche interessanten Dinge zu sehen sind, was gibt es dann erst im Inneren?» , formuliert er das möglicherweise geweckte Interesse der Reisenden. Die Gemeindevertreter Schlepzigs haben das Projekt inzwischen abgenickt.
Das Kulturministerium habe Fördermittel bewilligt, über die das spielerische Kunstwerk zu etwas mehr als 60 Prozent finanziert werde, so Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine. Die Gesamkosten würden auf 14 000 Euro geschätzt.
Der Weg der Schlepziger und der Amtsverwaltung zu dieser neuen Idee hat einen tragischen Hintergrund. Vor einigen Monaten versagte in Freiwalde eine Schaukel auf einem Spielplatz (die RUNDSCHAU berichtete), wodurch ein Kind verletzt wurde. «Daraufhin haben wir alle Geräte im Amt nochmals überprüft» , so Kleine. «Viele mussten abgebaut werden, doch eine ganze Reihe konnten wir nicht ersetzen.» Auf der Suche nach neuen Ideen und günstigen Lösungen sei man mit den Erzieherinnen der Schlepziger Kita und Gemeindevertretern nach Einsiedel gereist, um die dortigen Geräte in Augenschein zu nehmen. «Schnell war klar, dass sie für die Kita nicht so gut geeignet sind» , erkärt Kleine die Entwicklung. Inzwischen sind von den Eltern neue Spielgeräte aufgebaut worden, die die Gemeinde finanziert hat.

Ideen für Tourismus entwickelt
Für Schlepzig selbst erwies sich der Besuch in Einsiedel als mehr als interessant. Denn Jürgen Bergmann reiste zum Gegenbesuch an und informierte sich ausführlich über die touristische Situation.
Im Ergebnis schlug er eine Reihe von Maßnahmen vor, wie die Gäste Schlepzig künftig mehr als Ziel ihrer Reise ansehen und weniger als Durchgangsstation. «Erreicht werden kann das nur durch eine drastische Erhöhung der ,lustvollen Verweildauer’» , formuliert Bergmann und meint damit unter anderem dies: Das Wegenetz innerhalb des Ortes könnte ausgebaut werden. In der Folge würde eine spannende Wegeführung entstehen mit «vielen kleinen Überraschungen hinter dem Gartenzaun» . Gespickt werden könnten sie mit kleinen Plätzen, an denen die Erwachsenen sich setzen und die Kinder dekorative und möglichst altersübergreifende Spiel- und Beschäftigungsangebote nutzen können.
Diese wiederum, so stellt Bergmann sich das vor, sollten Bezug nehmen auf Geschichten aus der älteren oder jüngeren Vergangenheit Schlepzigs. Gleichzeitig könnten an den Ortseingängen charaktervolle Tore entstehen. «Ein toller Eingang baut Erwartungen auf und stellt auf längeres Verweilen ein» , argumentiert Bergmann.
Die Schlepziger sollen mit einbezogen werden, wie es mit dem Eselskarren schon geschehen ist. Der soll «so bald wie möglich» hergestellt und aufgebaut werden, so Jens-Hermann Kleine.

Ingvil Schirling

 

 

28.12.2007 Lausitzer Rundschau

Auch die kalte Jahreszeit beschert Karin Kappus in der Touristinfo viel Arbeit

Kartonweise Informationen über den Unterspreewald unterm Tisch

Schlepzig. Karin Kappus hat ihr Büro, das der Touristinformation Unterspreewald, im Schlepziger Bauernmuseum. „Ich kann von dieser Stelle aus die Auslastung der Hotels, Restaurants, Fährmänner oder anderer touristischer Anbieter schlecht beurteilen“, sagt sie.

 

Foto: Jens Golombek
Karin Kappus stellt die Informationen über den Unterspreewald für die Messen, die im Januar beginnen, zusammen.
„Ich denke aber, dass es für alle Leistungsträger eine gute Saison war, auf jeden Fall nicht schlechter als 2006.“
Es würden jedenfalls jedes Jahr mehr Besucher, die in die Touristeninformation kämen oder Informationspakete abforderten. „Die Nachfrage nach dem Unterspreewald mit Schlepzig ist spürbar gestiegen. Das ist sicher auch der Erfolg unserer Werbung“, ist Karin Kappus überzeugt.
„Was hier während der Saison für mich alles zu tun ist, kann ich gar nicht alles aufzählen. In erster Linie kümmere ich mich um die Besucher unseres Informationspunktes“, berichtet Karin Kappus. Auf Anfrage würden Unterkünfte vermittelt und Veranstaltungen empfohlen. Der Tourismusverband Spreewald bekäme seine Zuarbeiten für Broschüren und Prospekte, Gastgeberverzeichnis und Kulturatlas würden gepflegt und aktualisiert. „Dabei ergänzen wir uns mit der Museumsleiterin Sabine Kamprad, mit der ich mir das Büro teile, hervorragend.“
Das Museum sei für ihre Arbeit günstig, so die Tourismusbeauftragte, die auch in der kalten Jahreszeit sehr beschäftigt ist. Denn der Aufwand werde in der Nebensaison kaum weniger. „Ich werde oft gefragt, was denn im Winter überhaupt zu tun ist“, so Kappus. „Aber noch immer oder auch schon wieder erreichen mich viele Anfragen am Telefon oder per E-Mail.“ Daneben widme sie sich hauptsächlich der Vorbereitung der nahen Messesaison. Diese fange am ersten Januarwochenende in Magdeburg an. Nach Cottbus, Stuttgart, Dresden und München bilde die Berliner ITB den krönenden Abschluss. „Bei all diesen Gelegenheiten wollen wir unseren wunderschönen Spreewald bestmöglich bewerben. Ich werde auch selbst bei einigen Messen zugegen sein. In den anderen Fällen haben wir mit dem Tourismusverband in Raddusch eine Kooperationsvereinbarung.“
Dafür wollen massenhaft Flyer und Broschüren vorbereitet werden. Unter dem Schreibtisch stapeln sich momentan die beschrifteten Kartons. „Das sind verschiedene Informationsträger über unsere Region ohne konkrete gewerbliche Angebote“, beschreibt Karin Kappus. „Hier bei uns in der Info oder auf Anfrage erhalten unsere Gäste dann die konkreten Angebote der Leistungsträger, die sich bei uns einbringen.“
Für die Saison 2008 hat sich Schlepzig nicht nur eine weitere Steigerung der Besucherzahlen vorgenommen. „Wir wollen nächstes Jahr auf jeden Fall unser ,Rotes I’ verteidigen.“ Dieses Zertifikat zeichnet die Info als geprüft und anerkannt aus und bürgt für kompetente Beratungen. Auch die näher rückende Fertigstellung der neuen Kahnfahrt durch den Ort liegt im Blick der Touristikerin. „Ich bin auf den Zuspruch dieses erweiterten touristischen Angebotes sehr gespannt.“ (jgk)

 

 

22.12.2007 Lausitzer Rundschau

Schlepziger vergeben Kahnhafenpacht neu

Schlepzig. Neuer und alter Pächter des Schlepziger Kahnhafens ist Andreas Krüger. Das haben die Gemeindevertreter in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen. «Er hat das bisher sehr gut gemacht» , schätzt Peter Schneider ein, Ordnungsamtsleiter im Amt Unterspreewald.


Beworben hatte sich neben dem Kahnfährverein und weiteren Bietern auch Tropical Islands. Trotz dessen Ablehnung einigten sich die Gemeindevertreter darauf, Gespräche über künftige Kooperationen zwischen der Gemeinde und dem Freizeitpark aufzunehmen. (is)

 

 

22.12.2007 Lausitzer Rundschau

Schlepziger Bauernmuseum schließt nur kurz

Kurze Winterpause hinter neuen Fenstern

Schlepzig. Nur kurz wird der Winterschlaf sein, den das Bauernmuseum Schlepzig hält: von Weihnachten bis Neujahr. Ab wann tatsächlich im Herbst Ruhe einzieht, weniger Besucher kommen, das hänge natürlich vom Wetter ab, sagt Karin Kappus.

Sie unterstützt bei Bedarf Museumsleiterin Sabine Kamprad und arbeitet sonst in der Touristinformation im Museumsgebäude – hinter neuen Fenstern. Denn auf der gesamten Straßenseite erhielten die historischen Fenster – das Anwesen ist im Jahr 1818 erstmals urkundlich erwähnt worden – von innen eine zweite Verglasung. So hat sich an der Optik der Fassade nichts geändert.
„Die neuen Fenster machen sich unbeschreiblich bemerkbar. Denn nachts heizen wir natürlich nicht. Und da war es bisher morgens ganz schön frisch“, so Karin Kappus. Die Wärme der Gasheizung und eines alten Kachelofens bleibe nun länger im Haus. Am Kachelofen ist auch „Prinzessin Mimmi“, die Museumskatze in diesen Monaten meist zu finden, um sich von der Mäusefangsaison zu erholen.
Von Januar bis März werden die Museumstüren dienstags bis freitags jeweils von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Außerhalb dieser Zeiten sind Besichtigungen nach Anmeldung möglich (www.bauernmuseum-schlepzig.de). (jgk)

 

 

20.12.2007 Lausitzer Rundschau

Schlepziger müssen weiter Umleitung nutzen

Holzbohlen fehlen noch für die Dammstraße

Schlepzig. Die Bauarbeiten für die Kleine Kahnfahrt in Schlepzig sind zu 90 Prozent fertig, informiert das Amt Unterspreewald. Dennoch müssen die Schlepziger voraussichtlich weiterhin die Umleitung über die Alte Lübbener Straße nutzen.

Denn die Dammstraße konnte zwar vor Weihnachten noch asphaltiert werden. Doch die Holzbohlen für die neue Brücke sind bislang nicht geliefert worden.
«Das ist unschön für die Bürger und ihre Weihnachtsgäste» , sagt Michaela Schudek, Bauamtsleiterin des Amtes Unterspreewald. «Sobald die Firma die Bohlen hat, baut sie sie ein.»
85 Prozent der Ausgaben seien inzwischen abgerechnet, so die Amtsverwaltung weiter. Bis zum Beginn der Kahnfahrsaison nächsten Jahres sollen landschaftspflegerische Arbeiten erledigt, Bäume und Sträucher gepflanzt sowie Treppchen und Stege an den Uferbefestigungen angebracht werden.

Ingvil Schirling

 


28.11.2007 Lausitzer Rundschau

Eltern montieren Spielplatz für Schlepziger Kita

Bauen und graben für den Nachwuchs

Seit einigen Tagen ist Dennis Lehmann nicht mehr der einzige aus seiner Familie, der die Kindertagesstätte Libelle in Schlepzig besucht. Papa Mike und Opa Dieter sind regelmäßig auf dem Gelände, genau gesagt auf dem Spielplatz. Zusammen mit Heiko Kamprad, Arno Lier und Wolfgang Miether bauen sie Schaukeln, Rutsche und Klettergerüst für die Kinder auf.

 

Foto: Roland Hottas
Die Kinder der Kita Libelle in Schlepzig beobachten genau, wie die fleißigen Helfer ihre neuen Spielgeräte aufbauen.
«Die alten Holz-Spielgeräte entsprachen nicht mehr den Sicherheitsanforderungen» , erklärt Kita-Leiterin Marianne Mie ther die Baumaßnahmen. Ein Prüfer hatte die Anlage kürzlich beanstandet. «Dank der schnellen Entscheidung von Amt und Gemeinde und der Hilfe durch die Papas, Opas und andere können die Kinder die neuen Geräte bald nutzen» , hofft die Leiterin. Einweihen wird den Spielplatz kein Geringerer als der Weihnachtsmann bei der Weihnachtsfeier am 13. Dezember.
Ob schaufeln, schrauben oder zementieren, jeder Handgriff der ehrenamtlichen Helfer wird von den 26 Kitakindern verfolgt. «Toll, dass Papa hilft» , sagt Patricia Kamprad (5). «Wir machen das für unsere Kinder» , erklärt Heiko Kamprad. «Im nächsten Jahr kommt unser Sohn in die Kita und er hat auch etwas davon.»
Die modernen Spielgeräte im Wert von etwa 3000 Euro hat nach Angaben von Peter Schneider, Ordnungsamtsleiter des Amtes Unterspreewald, die Gemeinde finanziert. Zusammengebaut haben sie Väter und andere Helfer. «Keine Schraube ist übrig geblieben» , sagt Wolfgang Miether, der Mann der Kitaleiterin. «Was macht man nicht alles für Frau und Kinder» , kommentiert er seine Unterstützung.
Mit einem Spielzeuglaster unterwegs ist der vierjährige Dennis. «Aber ich darf Papa nicht helfen, nur zugucken» , verrät er. Mike Lehmann und die anderen betonieren gerade das Gerüst um die Rutsche. Die Technik haben Mike und Dieter Lehmann von ihrer Firma L-Trans-Lehmann gestellt. «Bezahlt werden müssen nur die Materialkosten wie der Zement. Alles andere geschieht in freiwilliger Eigenleistung» , informiert Marianne Miether. «Bisher hat alles gut geklappt» , sagt Mike Lehmann, der den Arbeitseinsatz auf etwa fünf Tage schätzt. Bald soll die Spielanlage geprüft werden. Dann können Dennis und Co. auf dem Klettergerüst toben.

Von Daniela Kühn

 


28.11.2007 Lausitzer Rundschau

Schleusentore in Schlepzig werden montiert

 

Foto: Roland Hottas
Die Bauarbeiten an der künftigen kleinen Kahnfahrt in Schlepzig nähern sich dem Ende. Das teilt das Amt Unterspreewald mit. Die Schleuse an der Dammstraße bekommt derzeit ihre Tore. Die Straße selbst soll noch vor dem Winter durchgängig befahrbar sein, teilt Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine mit. Das bedeutet, dass Autos dann auch über die neue Brücke rollen können, auch wenn es, so Kleine, wahrscheinlich nicht mehr gelingt, den Asphalt aufzubringen. Mit der kleinen Kahnfahrt soll das Dorf künftig auch vom Wasser aus zu erleben sein.

 

 

27.11.2007 Lausitzer Rundschau

Auch nach Feierabend bei Ausstellerparty der Messe «Touristik & Caravaning» in Leipzig gepunktet

Spreewälder präsentieren sich erfolgreich

Die Reise-, Erholungs- und Wohlfühlregion Spreewald präsentierte sich fünf Tage lang auf 1000 Quadratmetern Ausstellungsfläche bei der 18. Touristik & Caravaning (TC) in Leipzig in der imposanten Glashalle als Partnerregion der Messe. Kurz bevor sich die Tore der Neuen Messe endgültig schlossen, zogen Aussteller und Organisatoren erste Bilanz. Hatte die Region, an deren touristische Erschließung vor 125 Jahren eine historische Litfaßsäule erinnerte, den Partner-Vorsprung erfolgreich genutzt?

 

Foto: J. Golombek
Die Spreewälderin Martina Riedel als Kinderfrau zusammen mit ihrem Mann Frank in schwarzer Kirchgangstracht und Peter Lehmann in wendischer Männertracht auf der TC.


«Die vergangene Woche war richtig gut» , sagte der Schlepziger Braumeister Uwe Zech. „Wir hatten einen Wahnsinnsstart.“ Die Sachsen seien freundlich und zuvorkommend gewesen. „Rund um unsere historische Bierkutsche war die Stimmung viel besser als auf der Grünen Woche in Berlin. Viele Leute waren schon im Spreewald, kannten Schlepzig und unsere Brauerei. Das macht uns stolz.“
Zech und zwei weitere Mitarbeiter seien jetzt erschöpft. „Die Messe war eine gute Nummer. Ich kann nicht für die kleinen Einzelhändler sprechen, aber wir haben hier mehr als eine Wochenproduktion ausgeschenkt. Der Spreewaldverein hat uns beim gesamten Messeauftritt tatkräftig unterstützt.“
Einen beachtlichen Teil des überdachten Minispreewalds nahm ein liebevoll gestalteter Campingplatz ein. „Wir haben hier mit dem Federballplatz und all den Details phantastisches Campingplatzflair in die Messehalle gezaubert“, meinte Roland Exler, Geschäftsführer des „Eurocamp am Spreewaldtor“ Groß Leuthen. Zusammen mit weiteren „Campingprofis“ repräsentierte er die zwölf Plätze des Spreewaldes.
„Wir traten hier spürbar nicht nur als einzelne Orte oder Unternehmen auf“, sagte Ilka Paulick, „sondern als gesamter Spreewald.“ Erfolgreich sei die Vielfalt vermittelt worden. „Man erkennt immer mehr, dass viele überlegen, in Deutschland Urlaub zu machen.“ Oft seien auch „Wiederholungstäter“ auszumachen oder Kurzurlauber, die den Spreewald im Blick hätten. „Die meisten wissen schon, wo wir liegen. In Sachsen gibt es ein besonderes Interesse an Kajak- und Paddelboottouren. Die Möglichkeiten sind im Freistaat sehr begrenzt.“
Den gelungenen Feiertagsstart am Mittwoch hob Peter Stephan, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Spreewald, hervor. „65 Unternehmen sind bei uns vertreten und haben ab dem ersten Tag für eine wunderbare Mischung aus Tourismus, Naturschutz und Ernährung gesorgt.“ Dieses Drei-Säulen-Modell funktioniere und werde stark nachgefragt. „Es war wichtig und richtig, dass unsere recht kleine Region selbst einmal sieht, wie stark sie ist.“ Die Messeleitung habe sich bereits beim Verband für die gelungene wunschgemäße Vorstellung bedankt. Das ohne Personalkosten rund 60 000 Euro schwere Konzept, vom Brandenburgischen Infrastrukturministerium maßgeblich gefördert, sei voll aufgegangen. Neben der exklusiven Vorstellung brächten kostenlose Medienbeachtung und spreewaldlastige Messeplakate unschätzbare Vorteile.
„Wir haben gemäß unserem Hauptziel vermitteln können, dass der Spreewald außerhalb des Kahnklischees noch viele andere Angebote für Urlaub und Erholung hat“, sagte Peter Stephan. Der Spreewald sei von Schlepzig bis Burg ganzjährig geöffnet.
Ein Höhepunkt war die Ausstellerparty am Freitag. „Diese Feier mit etwa 2000 Gästen aus 50 Ländern war uns sehr wichtig. All die Medienvertreter und Touristikfachleute mussten sich einen ganzen Abend sozusagen gezwungenermaßen mit uns auseinandersetzen“, so Stephan.
Nicht nur die von Spreewälder Betrieben gestifteten kulinarischen Spezialitäten sorgten für ausgelassene Atmosphäre. «Uns wurden 17 Bierfässer zur Kalkulation genannt. Fast doppelt so viele konnten wir ausschenken. Sogar Torgauer Paul-Gerhardt-Flaschenbier mussten wir noch organisieren. Denn selbst die Leerflaschen wurden als Souvenir mitgenommen» , freute sich Peter Stephan.
Während das Land der Fließe und Gurken Partnerregion war, war Kuba als Land der Traumstrände und Zigarren Partnerland der TC. „Wir waren schon sehr stolz, wenn wir bei den Pressekonferenzen mit Kuba in einem Satz genannt wurden“, so Stephan. Auch auf der Kulturbühne wechselte sich Günni, der singende Spreewaldwirt, mit kubanischer Salsa ab. Die Kubanerin Rose Pedersoli-Fuhrmann erzählte: „Was wir bei der Ausstellerparty vom Spreewald sehen konnten, hat uns sehr gefallen. Leider ist es von Kuba mit neun Flugstunden doch ein bisschen weit weg.“
Für die Spreewälder jedenfalls ist klar, dass sie im kommenden Jahr wieder in Sachsen bei «Tourismus & Caravaning» dabei sein wollen.

Von Jens Golombek

 

 

10.11.2007 Lausitzer Rundschau

Sonderstellung auf 1000 Quadratmetern als Partnerregion in Leipzig

Spreewald fiebert größtem Messeauftritt entgegen

Seinen voraussichtlich bisher größten Messeauftritt erlebt der Spreewald vom 21. bis 25. November auf der Leipziger Ausstellung «Touristik und Caravaning» . Seit Monaten wird er vorbereitet. Peter Stephan vom Tourismusverband in Raddusch sieht dort vor allem die Chance, ein internationales Publikum zu erreichen und damit den Spreewald «auch im Ausland bekannter zu machen» .

In fünf Bereichen wollen die Verantwortlichen darstellen, was der Spreewald zu bieten hat, und Fördermittelgebern zeigen, wie sich die ländliche Region weiterentwickelt hat. Besonders verpflichtet fühlen sich die Spreewälder Organisatoren der Messe auch deshalb, weil die Fließlandschaft zur Partnerregion der Ausstellung erhoben ist. Daraus leiten sich Vorteile ab wie «eine hervorragende Präsentation in allen PR-Mitteln» , so Andreas Traube vom Spreewaldverein, aber auch besondere Verpflichtungen, zum Beispiel während des Ausstellerabends, der derzeit fieberhaft organisiert wird.

Den Spreewald schmackhaft machen
Zunächst soll ein Spreewaldmarkt den Gästen die Fließlandschaft schmackhaft im wahren Sinne des Wortes machen. «Spreewald schmeckt» heißt das Motto, unter dem sich die Schlepziger Privatbrauerei mit Bier, Obstbränden und Likören ebenso präsentieren wird wie die Kochakademie des Werbeners Peter Franke, die Langengrassauer Imkerei Neiße, die Kümmritzer Landfleischerei und Vetschauer Wurstwaren. Andreas Traube vom Spreewaldverein hat den Hut auf und sitzt gerade an der Vorbereitung eines der Höhepunkte, des Ausstellerabends. «Da wollen wir gerade beweisen, dass der Spreewald schmeckt» , so Traube. «Wir erwarten rund 650 Gäste aus 50 Nationen» , ergänzt Peter Stephan.

Schwerpunkt Camping
Daneben soll erstmals dem Camping im Spreewald ein Schwerpunkt eingeräumt werden. Extra dafür sei der «Campingführer Spreewald» aufgelegt worden, so Ilka Paulick von der Gemeinde Märkische Heide, die diesen Teil unter ihre Fittiche genommen hat. 13 Platzbetreiber aus dem Spreewald, davon acht aus dem Altkreis Lübben, sind darin vertreten. Animateure stellen mit Sport und Spiel für die Messebesucher den Campingalltag dar.
125 Jahre Spreewaldtourismus werden die übergreifende Klammer für eine Präsentation von Kultur, Handwerk und Tradition sein, die die Tourismus, Kultur und Stadtmarketing GmbH Lübben (TKS) vorbereitet. Alte Trachten sollen gezeigt werden, eine historische Spreewaldküche wird aufgebaut, Ostereierverzierer, Böttcher Waldemar Zech aus Schlepzig, Korbmacherin Julia Löwenberg aus Lieberose, Leierkastenmann Volkmar Baier aus Alt Zauche und viele andere gestalten die Schau.
Das Thema «Gesund und aktiv» werde ein weiteres wichtiges sein, so Peter Stephan. Die Lübbenauer Spreewelten werden eine Sauna aufbauen, die Burger Therme Anwendungen und Behandlungen demonstrieren. Schließlich ist dem Naturschutz mit dem Biosphärenreservat ein weiterer Schwerpunkt gewidmet. Auch die Partner aus Holland und Polen sowie das Dahme-Seen-, das Oder-Spree-Gebiet und die Samerberger aus Bayern werden eine Rolle spielen.
83 000 Besucher zählte die Messe im vergangenen Jahr, und auch diesmal werde mit mindestens 80 000 gerechnet, so Andreas Traube. Um möglichst viele davon inhaltlich zu erreichen, «haben wir unsere Imagebroschüre jetzt auch auf Englisch aufgelegt» , so Peter Stephan. «Unser Auftritt soll in hoher Qualität durchgeführt werden, und alle ziehen bisher sehr gut mit.»
Zum Thema Viel Prestige und Kosten
Die Chance für den Spreewald, ein internationales Publikum auf der Leipziger Messe zu erreichen, kostet Geld. Mindestens 50 000 Euro schätzt Tourismusverbands-Chef Peter Stephan. Für die knapp 1000 Quadratmeter Präsentationsfläche wird eine Pauschale in Höhe 10 000 Euro gezahlt. Unterstützt wird die Spreewaldpräsenz laut Stephan vom Land Brandenburg, von den Landkreisen, von Kommunen und Unternehmen.

Von Ingvil Schirling

 

 

09.11.2007 Lausitzer Rundschau

Hervorhebung als Ort im ursprünglichen Spreewald

Schlepzig nimmt Hürde für das Prädikat Erholungsort

Schlepzig. Schlepzig erfüllt die Anforderungen für die Anerkennung als Erholungsort im Land Brandenburg. Das geht aus einer Tourismusentwicklungsstudie hervor, die die Freizeit- und Tourismusberatung GmbH erstellt hat. Der Gemeinderat stimmte der Studie während seiner jüngsten Sitzung zu.

Sie ist Voraussetzung, um das Prädikat «Staatlich anerkannter Erholungsort» zu beantragen. Die Gemeinde im Unterspreewald strebt dieses Prädikat an.
Die nun vorliegende Studie beinhaltet Analysen, Leitlinien und Handlungsempfehlungen, um zentrale Ziele für die Gemeinde zu erreichen. Das Kurzkonzept basiert auf der Auswertung vorhandener Statistiken und Daten, auf Expertengesprächen vor Ort sowie auf der Bewertung der aktuellen Infrastruktur und vorhandener Angebote. «Die Studie ist ein Leitfaden für unsere künftige Ausrichtung» , erklärt Bürgermeisterin Heike Noah.
Schlepzig will sich auf Schwerpunktthemen konzentrieren. Dazu zählen etwa die Positionierung als Standort im Herzen des natürlichen und ursprünglichen Spreewalds und die Sicherung der Wasserlandschaft Spreewald. Außerdem will sich Schlepzig auf die naturorientierten Aktivitäten wie Radfahren, Kanuwandern, Wandern und Kahnfahrten konzentrieren und Angebote für Kinder entwickeln, beispielsweise Spielplätze. Eine Badestelle soll ausgebaut und ein Wohnmobilstellplatz errichtet werden. Schlepzig soll sich klar als Spreewald-Ort positionieren, um von dem hohen überregionalen Bekanntheitsgrad des Spreewalds zu profitieren.
Zudem sollen der dörfliche Charakter und die Ursprünglichkeit herausgestellt werden, um sich von größeren Orten wie Burg, Lübben und Lübbenau abzugrenzen. Die zentrale Botschaft bei der Vermarktung soll lauten: «Schlepzig – wo der Spreewald am ursprünglichsten ist» . Der Landesfachbeirat hat Schlepzig im vergangenen Jahr besucht und mit Blick auf das Prädikatsverfahren Handlungsbedarf in folgenden Bereichen ausgemacht: Wellness-Angebote, familiengerechte Angebote, Erhöhung der Bettenkapazität und Klassifizierung der Unterkünfte.
Vom Landgasthof «Zum grünen Strand der Spree» lägen Pläne vor, die vorhandene Bettenkapazität deutlich aufzustocken. Zudem will die Gemeinde finanzielle Mittel zur Verfügung stellen, um in einem ersten Schritt Spielgeräte für Kinder anzuschaffen. Der Ausbau der Badestelle soll insbesondere für Familien mit Kindern attraktiv sein.
Experten einer Arbeitsgruppe Tourismus vor Ort bezeichnen die touristische Entwicklung in Schlepzig laut Studie als überwiegend positiv. Die Zukunftsaussichten seien gut. Das Potenzial werde in erster Linie im Erhalt des Dorfcharakters, der Tradition des Ortes sowie der Sicherung der ursprünglichen Wasserlandschaft gesehen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müsse jedoch das Marketing noch weiter intensiviert, die Organisationsstruktur den wachsenden Anforderungen angepasst und die interne Zusammenarbeit verbessert werden.

Andreas Staindl

 

 

06.11.2007 Lausitzer Rundschau

Amt will mit Brücke vor dem Winter fertig sein

Kahnfahrt-Bau in Schlepzig geht voran

Schlepzig. Die Arbeiten an der Kleinen Kahnfahrt in Schlepzig sollen noch vor dem Winter soweit fertig sein, dass die Autofahrer die Umfahrung nicht mehr benutzen müssen.

Ob dieses Ziel zu schaffen ist, hänge allerdings sehr stark vom Wetter ab, schränkt Michaela Schudek ein, Bauamtsleiterin im Amt Unterspreewald.

Schleuse fast fertig
Von der Bauberatung berichtete sie, dass die Schleuse «Poßlings Eckchen» in rund drei Wochen, also noch im November fertiggestellt werden soll. Am Donnerstag sei sie trocken und mit Wasser gefüllt baulich abgenommen worden. In der Dammstraße seien «die Schleuse und die Brücke in ihrer Grundform da» , so Michaela Schudek. Als nächstes sollen die Einbauten hergestellt und montiert werden.
Die Kleine Kahnfahrt, die eine Tour durch das Dorf per Kahn ermöglichen soll, bringt einige Veränderungen mit sich: Zahlreiche Leitungen und Kabel wurden verlegt und Bäume gefällt. Das Freifließ wird an die Hauptspree angeschlossen für den rund drei Kilometer langen Rundkurs. Das Großprojekt soll knapp 900 000 Euro kosten, von denen ein Teil gefördert wird, und ist in zwei Bauabschnitte unterteilt.

Rentabilität nicht belegt
Am Vorhaben hatte es auch Kritik gegeben: Unter anderem wurde die bisher nicht belegte Rentabilität bemängelt. Die soll sich erst zeigen, wenn die «Kleine Kahnfahrt» zu Beginn der nächsten Saison von den Spreewaldbesuchern genutzt werden kann.

 

 

9.09.2007 Lausitzer Rundschau

Schlepziger Helmut Riedel legt Wert auf Gesundheit und Leistung

Teckelzucht-Urgestein feiert Jubiläum

Seit 25 Jahren züchtet der Schlepziger Helmut Riedel Jagdteckel. Am 29. September 1982 wurde sein Zwinger unter dem Namen «vom Roggaschin» , der sich auf die Flurbezeichnung hinter seinem Grundstück bezieht, zugelassen. Mit einem kleinen Treffen von Teckelherrchen und -frauchen, die Hunde aus seiner Zucht haben, soll das Jubiläum heute in Schlepzig begangen werden.

 

Foto: Ingvil Schirling
Aus dem jüngsten Wurf schaut Yessi in die Kamera.Helmut Riedel mit seinen Jagdteckeln: Yana, Flori, Peggy, Yessi und Konny (von links) repräsentieren vier Generationen seiner 25-jährigen Zucht.
Vier Generationen rote Teckel wohnen zurzeit auf Riedels Hof. Flori ist die «Oma» , Konny die Großmutter, Peggy die Mutter der beiden jüngsten Rabauken Yana und Yessi. Welpen aus 22 Würfen haben auf Riedels Hof die ersten Schritte gemacht.
Angefangen hat alles mit Assi und Arta vom Tillax Luch, einer Zucht in Klein Wasserburg. Helmut Riedel liebte Hunde schon immer und wollte diese Rasse züchten. Mit ihr kam er zur Jagd. Im Jahr 1983 legte er die Jägerprüfung ab. Seit er nach einem schweren Unfall in Rente ist, geht es täglich mit den Hunden in den Wald.
Flori war lange Zeit seine bewährteste Helferin, «ein Spitzenhund» , wie Riedel sagt, der als Züchter auf Gesundheit und Leistung Wert legt. Zitternd vor Aufregung, aber ganz still warten die ansonsten bellfreudigen Hunde auf dem Ansitz, bis das Wild geschossen ist. Dann geht es mit Volldampf auf die Suche. Riedel setzt sie häufig auch dann an, wenn das Tier sofort tot ist, also nicht mehr gesucht werden muss. Der Erfolg, sagt er, motiviert die Hunde zu immer besseren Suchleistungen.
«Flori hat so gut wie jedes angeschossene Tier gefunden» , sagt Riedel. Ihre Enkelin Peggy, jetzt im Einsatz, ist kräftiger und hält sogar einen Bock fest, bis die Jäger kommen. Riedel ist sichtbar stolz auf seine Hunde, und die danken es ihm mit Zuverlässigkeit. Es ist ein Geben und Nehmen, und die Bindung zwischen Herr und Hunden ist eng. Dass die Teckel mit im Haus leben, tut sein übriges dazu. Davon ist Riedel überzeugt, und er weiß auch: Ohne eine Ehefrau, die damit einverstanden ist, wäre das nicht machbar. Auch sie wird die 25 Jahre mit Freunden und Jägerkollegen mitfeiern.
Zum Thema Zuchtorganisation
Mit seinem Zwinger «vom Roggaschin» ist Helmut Riedel im Verein für Jagdteckel organisiert, der Landesarbeitsgruppe Berlin-Brandenburg. Mehr über die Hunderasse im Internet unter www.jagdteckel.de.

Von Ingvil Schiling

 

 

7.08.2007 Lausitzer Rundschau

Großer Kahnkorso bildet Höhepunkt des Dorffestes

Feuer und Eis begeistern in Schlepzig

22 Kähne nahmen die Gäste des Kahnkorsos anlässlich des Schlepziger Dorffestes auf eine Reise durch Alltag und Vergangenheit der Spreewaldgemeinde. Beim großen Finale steppten die Akteure auf allen Kähnen. Kleine Kostproben von Gurken, Kuchen oder Hopfengetränken versüßten den Zuschauern den Aufenthalt.

 

Foto: Jens Golombek
Einige Schlepziger Jungs ließen sich zum Abschluss des Kahnkorsos von einem Sprung in die Fluten der Spree nicht abhalten. Die beiwohnenden Gäste nahmen es zumeist mit Humor.Auch mehrere Gänse fuhren im Kahnkorso mit.
Gestakt von Kurt Müller, läutete der erste Kahn mit zünftiger Blasmusik den bunten Reigen ein. Unter dem Namen «Klim Bim» spielten die zwölf Musikanten im Jahr 1978 zum ersten Mal zur Schlepziger Fastnacht. Seitdem haben sie nichts von ihrem Temperament verloren.
Es folgte das Wassergefährt der Kita «Libelle» , die mittels eines großen Plakates eine Badestelle in Schlepzig forderten. «Unsere Kinder fühlen sich sehr wohl im Dorf, aber bei hochsommerlichen Temperaturen vermissen sie an der Spree eine schönen Strandbereich» , erklärte Leiterin Marianne Miether.
Ein besonders originelles Bild bildete die Schlepziger «Entenpolizei» . Die als Enten verkleideten Akteure waren insbesondere darauf bedacht, dass die Kähne des Heimatvereins oder des Skat- und Spieleabends sich wie auch alle anderen Verkehrsteilnehmer an die Vorfahrts- und Sicherheitsregeln zu halten hätten. «Wir haben unsere Augen überall» und «Entenaugen sehen gut» , hieß es vom Kahn.
Burghard Kamprad stakte für das Bauernmuseum einen ganzen Zug «auf der Reise in die Vergangenheit» über die Quaasspree. Der Anglerverein «Arche Schlepzig» hatte dagegen auf seinem Gefährt, versteckt im Schilf, sogar seinen Grill angeworfen und mangels Anglerglück Bratwürste aufgelegt.
Die Schlepziger Jugend zeigte, trotz hochsommerlicher Temperaturen in dicken Daunenjacken verpackt, das Leben im Schlepziger Winter. Auf dem Kahn waren unter anderem zugeschneite Heuschober zu sehen. Der anschließende Sprung in die recht kühle Spree brachte den Jungs unerwartete Abkühlung. Ebenso erfrischte das Speiseeis, welches die Belegschaft der «Scheunenherberge» aus dem benachbarten Neu Lübbenau verteilte.
Daniel Lehmann, Fährmann der «Spreewaldapotheke» hatte die Schlepziger Brücken und den aktuellen Wasserstand offenbar ganz exakt vermessen. Die Schachteln auf dem obersten Regal des Apothekertresens passten auf den Millimeter genau darunter hindurch. Bei manchem Zuschauer war dabei eine Gänsehaut zu beobachten.
Auch Michael Künzel stakte einen Kahn in Form eines kleinen Ablegers seines Landgasthauses «Zum Unterspreewald» samt Gurkensuppen- und Bierausschank über die Spreewaldfließe.
Beim großen Finale an der Mühlbrücke spielte die Gruppe «Klim Bim» zusammen mit den «Kremsermusikanten» auf. Daraufhin wurde auf allen Kähnen des Korsos sowie in den Uferbereichen ausgiebig getanzt.
«Die Kähne waren wieder richtig super» , resümierte Zuschauerin Irmgard Michelchen. «Aber den Sprecher hier an der Reuse konnte man voll vergessen. Der hat niemanden mitgerissen. Er hat sogar die Leute nach Hause geschickt, obwohl die Kähne ja wiederkamen und die Fete erst richtig losging.»
«Bei dem Grill habe ich mich ja schon gewundert, dass die sich das auf einem Holzboot trauen» , erklärte Kahnkorsogast Frank Haden anerkennend. «Aber ein richtiges Lagerfeuer unter dem Hexenkessel bei der Apotheke, das werde ich wohl nicht mehr vergessen. Es ist einfach großartig, was sich die Akteure hier ausgedacht haben. Der Weg nach Schlepzig hat sich auf jeden Fall gelohnt. Wir kommen nächstes Jahr wieder.»

Von Jens Golombek

 


7.08.2007 Lausitzer Rundschau

Kleine Kahnfahrt in Schlepzig nimmt Gestalt an

In der Dammstraße wird weitergebaut

Schlepzig. In den nächsten Tagen sollen die Arbeiten in der Schlepziger Dammstraße wegen des Baus der Kleinen Kahnfahrt wieder aufgenommen werden. Darüber informiert Michaela Schudek, Leiterin des Unterspreewälder Bauamtes.

«Die alten Spundwände müssen raus und die neuen rein. Das hat bislang noch nicht geklappt» , sagt sie. Anlass für die Verzögerung sei ein anderes Verfahren, dass jetzt zum Einsatz kommen werde. «Wir müssen unter allen Umständen erschütterungsfrei arbeiten» , erläutert die Bauamtsleiterin. Das besage eine entsprechende Auflage, da sich in unmittelbarer Nähe der Baustelle ein historisches Fachwerkhaus befindet. «Ein Schaden an diesem Gebäude ist nicht zu befürchten» , beruhigt Michaela Schudek.
Wenn die neuen Spundwände eingebracht seien, würde die Baufirma mit dem Ausbaggern der für die Schlepziger Dorfumfahrung benötigten Fließe und Gräben beginnen. Dadurch verspreche sich die Gemeinde auch bessere Zugangsmöglichkeiten zum Wasser im Brandfall.
Unterdessen gehen die Bautätigkeiten an der Schleuse «Poßlings Eckchen» in die nächste Phase. «Nachdem in die Schleusenkammer der Unterbeton eingebracht wurde, sind jetzt die Firmen am Zuge, welche die Stahleinbauteile herstellen» , erläutert Michaela Schudek. Im November sollen die Arbeiten an der Kleinen Kahnfahrt beendet sein. (tr)

 

 

6.08.2007 Lausitzer Rundschau

Dorffest mit Bauernmarkt und an neuem Ort fand viel Zustimmung

Tradition lockt nach Schlepzig

Zwischen Brennerei, Brauerei und Landgasthof und dem Kahnfährhafen stieg am Wochenende das Schlepziger Dorffest. Wie Bürgermeisterin Heike Noah sagte, «haben wir mit Markt und Festzelt hier auf dem Gelände der Brauerei in diesem Jahr eine ganz neue Location gefunden.» Bei solch „super Bedingungen“ sollten Groß und Klein sich wohl fühlen.

Foto: Jens Golombek
Eine Pause legten die Akteure der Domowina Briesensee während ihres «Waschtags» ein.Das Schlepziger Hinterbackofenballett aus einer ungewöhnlichen Perspektive: Die Damen führten im Festzelt ihren Pantoffeltanz auf, zeigten aber auch Figuren aus dem amerikanischen Squaredance.


Während manche es sich am kleinen Strand an der von Libellen umschwirrten Cocktailbar gut gehen ließen und die Jungstörche bei ihren gemeinsamen Flugstunden beobachtete, stürmten die meisten den nahe gelegenen Bauernmarkt, dessen Eingang der Schlepziger Weidendom bildete.
Nicht nur «Gurken Paule» aus Lübben und die Wittmannsdorfer Butterfrauen sorgten dort für Spreewälder Flair. Arnold Klähr zeigte die Kunst der Herstellung Spreewälder Mollen, muldenförmige Holzgefäße, in denen früher Brotteig transportiert und Schlachtfleisch abgelegt wurde. Erklärt wurde Interessierten ebenso, wie Weidenkörbe gefertigt werden. Von Kaninchenkeulen bis Spreewälder Hefeplinsen wurde jeder Gaumenwunsch erfüllt. Der Duft von Kuchen aus dem Lehmbackofen oder vom Holzofenbrot betörte nicht nur die Domowina Trachtengruppe bei ihrem großen Waschtag.
„Der Eismann von nebenan hat uns vorhin seine Schürze gebracht, die war voller Schokoflecken“, berichtete Irma Paulsen. „Selbstverständlich haben wir die mit bestem Spreewasser und viel Rubbeln wieder blütenweiß bekommen. Aber es war, wie schon früher, anstrengende Arbeit.“ Besonders das Mangeln verlange kräftige Oberarme. „Tischtücher oder Bettwäsche konnten mit den Kohlenbügeleisen nicht geglättet werden“, erklärte Irma Paulsen. „Da wussten die Waschfrauen, was sie den ganzen Tag gemacht hatten.“
Holger Wieloch hatte den Bauernmarkt mit den rund 40 Ständen organisiert. „Wir haben besonderen Wert auf das Bäuerliche und Handwerkliche gelegt. Mit den brandenburger Produkten haben wir meiner Meinung nach einen modernen Mix gefunden, der sich auch für alle Beteiligten rechnet.“ Das zur Verfügung gestellte Gelände am Schlepziger Landgasthof leiste seinen Teil dazu. „Die Leute kaufen, sitzen, genießen und fotografieren. „Ich glaube, es sind alle sehr zufrieden und wir haben das Dorffest um ein gutes Stück bereichert.“
Die Schlepziger Kita läutete mit ihrem Auftritt einen bunten Nachmittag ein. Das Schlepziger Hinterbackofenballet, die jüngste der flotten Damen in ihren schönen Blaudruck-Röcken ist 64 Jahre alt, zeigte im Festzelt Spezialitäten wie ihren „Schlepziger“, einen Pantoffeltanz, mit dem das Ballett geboren wurde, aber auch amerikanischen Squaredance.
Uwe Zech, Braumeister der Spreewälder Privatbrauerei, stach das Fass mit dem von ihm gebrauten Festbier an. „Es hat eine sehr hopfige Note“, erhöhte er die Vorfreude der wartenden Gäste mit trockenen Kehlen. „Ich habe für diesen Anlass eine Prise mehr als normalerweise genommen.“
„Das war ein richtig schöner Tag, abgeschlossen von einem herrlichen Abend“, schwärmte Georg Heide. „Ich bin von unserem Dorffest sehr begeistert“, zog Bürgermeisterin Noah am Samstag ein vorläufiges Fazit, ehe am Sonntag der Kahnkorso als Höhepunkt des Dorffestes folgte. „Ich denke, es wurde gut angenommen und würde mich freuen, wenn dies so im nächsten Jahr fortgesetzt werden könnte.“
Dies bestätigte Torsten Römer vom Schlepziger Landgasthof. „Das Ambiente zusammen mit dem Wetter, dann noch so ein schöner Besuch, wir sind sehr zufrieden. Wenn die Gremien des Dorfes es ermöglichen, werden wir dieses harmonische Ereignis nächstes Jahr gern wiederholen.“

Von Jens Golombek

 

 

Lausitzer Rundschau v. 21.07.2007

Weiterer Renovierungsabschnitt der ehemaligen Stallscheune beendet

Schlepziger Fachwerkhaus bekommt dritte Bewohnerin

Schlepzig. Nach gut 20-jährigem Leerstand und jahrelangen Renovierungsarbeiten ist in die ehemalige Stallscheune an der Ecke Dorfstraße/Bergstraße in Schlepzig einmal mehr neues Leben eingezogen. Seit fast zwei Jahren praktiziert dort die Allgemeinärztin Dr. Jana Knieschke.

 

Foto: Harald Friedrich
Christina Dörp ist mit ihrer Praxis in die ehemalige Stallscheune in Schlepzig eingezogen, die mehr als 20 Jahre lang leergestanden hatte. Harry Poßling restaurierte das Gebäude.Dieser alten Stallscheune hat sich Harry Poßling angenommen. Mittlerweile ist sie ein schön restaurierter Fachwerkbau an der Dorfstraße in Schlepzig.
Eine der beiden Wohnungen im Dachgeschoss ist seit längerem vermietet. Als eine weitere Gesundheits-Dienstleisterin praktiziert seit kurzem Physiotherapeutin Christin Dörp in spreewaldtypisch gestalteten Räumen.
Der Schlepziger Harry Poßling hatte das langgestreckte Gebäude gekauft. Sein Ziel war von Anfang an, es in spreewaldtypischem Sinne zu restaurieren und neues Leben einziehen zu lassen. Nachdem die Schlepziger keinen Allgemeinarzt mehr im Dorf hatten und teilweise weite Wege zu ihren Untersuchungen auf sich nehmen mussten, stand sein Plan fest: Ein Arzt sollte in das Haus einziehen. «Die Arztpraxis von Jana Knieschke wird mit sehr viel Liebe und Engagement von dem gesamten Team geführt» , schätzt er ein und freut sich über den gelungenen Plan.
Als Nachbarn für die Allgemeinmedizinerin hätte Poßling auch gern einen Augenarzt gesehen. Seit Jahren gibt es keinen mehr in der Region um Lübben. Doch derjenige, mit dem der rührige Schlepziger schon in Verbindung stand, ging dann doch in eine Praxis nach Bayern.
Statt dessen zog Christin Dörp ein. «Bei der Gestaltung der Räume wurde großer Wert auf die Einhaltung der Intimsphäre gelegt» , so Harry Poßling, wobei sich diese Gestaltung dem Äußeren des Gebäudes ebenso anpasst wie der Einrichtung der Arzträume. Die Behandlungsräume sind abgeschlossen, direkt neben dem Warteraum «doppelt beplankt und damit schallgeschützt» , erklärt Christin Dörp. Die gebürtige Halberin hat ihre Ausbildung in Cottbus gemacht, sich in Berlin weitergebildet und fühlt sich nun im Spreewald wohl.
Behindertengerecht sind ihre Räume ebenso wie die der Arztpraxis zu erreichen. Alte Balken, Backsteinsimse, eingebaute Feldsteine und alte, verspiegelte Stallfenster sorgen für Atmosphäre. Ihr Anmeldebereich befindet sich direkt an der Stelle, an der früher das Tor zur Stallscheune war. Auch dies ist als Hingucker für die Schlepziger in einem der alten Gebäude in ihrem Ort gedacht, das im Jahr 1897 errichtet wurde.

Ingvil Schirling

 

Lausizer Rundschau v. 21.6.2007

Foto: A. Staindl
Das Festbier für das Schlepziger Dorffest ist angesetzt.Gefeiert wird vom 3. bis 5. August. Bürgermeisterin Heike Noah, Karin Kappus von der Tourist-Info des Dorfes sowie Braumeister Uwe Zech (vorn v. r.) haben in der Spreewälder Privatbrauerei in Schlepzig den Aromahopfen in die Würzpfanne geschüttet. Etwa 60 Minuten bleibt die Maische im Kocher, wird in Behälter gefüllt und später gefiltert. «Pünktlich zum Dorffest ist das Bier fertig» , sagt Braumeister Uwe Zech.

 

 

 

 

 

 

25.05.2007 Lausitzer Rundschau

Kleine Kahnfahrt Schlepzig trotzdem im Zeitplan

Fehlender Stahl sorgt für Bauplanänderung

Schlepzig. Seit dieser Woche sind die Arbeiten am ersten Bauabschnitt der Kleinen Kahnfahrt in der Schlepziger Dammstraße unterbrochen. Grund sind Probleme mit der Materiallieferung. Jetzt könnte der zweite Bauabschnitt an Poßlings Eckchen vorgezogen werden.

 

Foto: Harald Friedrich
Die Bauarbeiten in Schlepzig sind unterbrochen worden. Der Zeitplan soll dennoch eingehalten werden.

«Es gibt keinesfalls einen Baustopp für die Kleine Kahnfahrt» , stellt der Unterspreewälder Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine energisch klar. Es gebe lediglich logistische Schwierigkeiten. Aus diesem Grund würden die Arbeiten am ersten Bauabschnitt in der Dammstraße ruhen. «Die Firma, welche die Stahlbohlen für die Einschalung heranschaffen soll, hat ein Lieferproblem. Daran hakt es» , erklärt Kleine. «Wir wollen das Problem schnell klären» , fügt er an.

Eventuell zeitiger
Der Stahl solle im Zuge des Schleusen- und Brückenneubaus fest verpresst werden. «Wir verzichten ganz bewusst auf die sonst übliche Rammung, um das daneben stehende Fachwerkhaus zu schonen» , erklärt der Amtsdirektor.
Aufgrund der vorübergehend eingestellten Arbeiten in der Dammstraße bestünde die Möglichkeit, vorzeitig mit dem zweiten Schleusenbau an Poßlings Eckchen zu beginnen. Dort sei die Rede von einem Baubeginn im Juni gewesen. Eine entsprechende Entscheidung solle möglichst zügig fallen. Trotz des ganzen Wirbels bleibt Jens-Hermann Kleine gelassen: «So etwas kommt bei Baumaßnahmen häufiger vor. Das ist nicht dramatisch.» Außerdem sehe er keine Probleme, den vorgegebenen Bauzeitraum einzuhalten. Bis zum Spätherbst 2007 solle das komplette Projekt fertig gestellt sein.

Schon vieles erledigt
Erst am 2. Mai sei die Baustelle in der Dammstraße eingerichtet worden. Seitdem ist bereits viel passiert. «Wir haben das Freifließ von der Hauptspree abgeriegelt, Kabel und Leitungen umverlegt und ein paar Bäume gefällt» , zählt Jürgen Jung, Chef der gleichnamigen Landschafts- und Straßenbaufirma die bisherigen Arbeiten auf. Auch er ist sich sicher, dass der Gesamtzeitplan gehalten werden könne: «Das schaffen wir schon.»

Torsten Richter

 

 

Maitreiben im Schlepziger Museum

Das 12. Maitreiben des Amtes Unterspreewald wird am Sonnabend, dem 26. Mai, ab 13 Uhr auf dem Gelände des Bauernmuseums in Schlepzig gefeiert. Nach der Eröffnung durch den Amtsdirektor wird die Combo des Polizeiorchesters des Landes Brandenburg spielen.

Die Kinder der Kita «Libelle» aus Schlepzig zeigen ihr Programm um 14.45 Uhr, eine Zaubershow ist für 15.15 Uhr angekündigt. Weiterhin werden das Folklore-Trio «Luttchen» um 15.45 Uhr und der Gospelchor Lübben um 16.30 Uhr auftreten. Das Duo Carnevale wird ab 17.15 Uhr für Spaß sorgen, kündigt das Amt an.

 

 

 

24.05.2007 Lausitzer Rundschau

Schlepziger pflegt ungewöhnlichen alten Spreewaldkahn

Kur an der Quaasspree

Schlepzig. Einem besondereen Kahn hat ein Schlepziger an der Quaasspree eine Pflegekur zukommen lassen. Mehrere Schichten Kahn-Teer sollen den Verfall des nicht mehr ganz so taufrischen Modells aufhalten.

 

 

Foto: Jens Golombek
Ungewöhnlich ist der Kahn, dem Andreas Krüger mit Teer eine Pflegekur gegeben hat. Denn das Gefährt ist aus Längsbohlen gebaut. Der Schlepziger vermutet, dass es sich um den letzten erhaltenen Kahn dieser Bauart im Spreewald handelt.

„Das ist der letzte Längsbohlenkahn im Unterspreewald“, vermutet Andreas Krüger. Drei massive Kiefernholzbretter bilden den knapp acht Meter langen Bootsrumpf. Heutzutage werde der Einfachheit halber ausschließlich mit kurzen Brettern quer beplankt. Schmiedeeiserne Nägel, bei denen noch keinerlei Rost zu entdecken ist, halten die Bordwände des alten Modells, deren Oberkante zudem völlig eben ist. „Weil hier keine Querbalken sind, konnten die Bauern mit den beladenen Schubkarren direkt von der Wiese durch den ganzen Kahn fahren“, erklärt der Schlepziger das Konzept des unbekannten Kahnbaumeisters bewundernd.
„Früher wurde das Holz nicht entharzt, das hat sich dann geändert, und heutige Holzkähne sind oft schon nach 15 Jahren verfault.“ Auch die Bauform fasziniert den Schlepziger. „Zusammen mit den Längsbohlen ergibt sich eine phantastische Hydrodynamik. Damit stakte man damals bestimmt dreimal so schnell“, vermutet Andreas Krüger.
Bei Emil Hempel, einem Schlepziger Bauern, war der Kahn mehr als 40 Jahre lang im Dienst. Zusammen mit einem Freund hatte Andreas Krüger das Unikat vor Jahren in Sichtweite des Schlepziger Kahnhafens direkt an der Quaasspree deponiert. Eigentlich könne der auch ins Museum, „aber hier fahren alle Gästekähne vorbei und die Fährleute erklären dann gerne dessen Besonderheiten“. Deshalb stünde der Kahn auch kopfüber und leicht schräg. Die entscheidenden Details ließen sich so besser erkennen.
Er versuche schon immer, das Alte zu bewahren, erzählt Andreas Krüger. „Es ist doch schön, wenn man so etwas erhalten kann – vor allem wegen der fast vergessenen Handwerkskunst.“ Den nächsten Pflegetermin hat er sich für 2012 vorgemerkt. So lange halte die Teerimprägnierung für den Kahn Wind und Wetter stand.

Jens Golombek

 

 


21.05.2007 Lausitzer Rundschau

Heiteres, Geselliges, Besinnliches europaweit in der Unterspreewald-Gemeinde

Nachtwächter-Sturm auf Schlepziger Kuchenbüfett

SCHLEPZIG. „Der Apfelkuchen war gut, hast du auch schon den Zuckerkuchen probiert?“ Klänge in verschiedenen deutschen Dialekten und Sprachen anderer Länder im Garten des Schlepziger Bauernmuseums verrieten: Zufriedene Gäste hat es am Freitag im Unterspreewald gegeben.

 

Foto: Detlev Simsch


Während der Prozession der 69 Zunftmitglieder durch Schlepzig zeigte Stefan Kreienbühl aus dem schweizerischen Bischofszell die neue Standarte der Zunft an der Spitze des Umzuges.
Die waren aus sieben Ländern Europas gekommen.
Die Europäische Zunft der Nachtwächter und Türmer traf sich in Lübben und Umgebung zu ihrer 22. Sitzung. „Das ist eine Ehre für den Spreewald und eine gute Werbung für unsere gästefreundliche Reise-Region“, sagte Dieter Günzel, Vorsitzender des Tourismusvereins Lübben und Umgebung. Der Verein richtete gemeinsam mit der Zunft und mit Unterstützung der Stadt Lübben dieses Treffen aus.
Zustimmung zu Land, Leuten und zur Vielfalt der Angebote vom Kulinarischem bis hin zum Erlebnis in Natur an und auf dem Wasser gab es in mehreren Sprachen beim internationalen Treffen auf dem Schlepziger Museums-Hof. „Hellebarden, Morgensterne und vor allem viele Nachtwächter-Laternen haben an unserer Linde auf dem Museums-Hof noch nie gestanden. Aber alles ist friedlich und freundlich“, freute sich Schlepzigs Ortsbürgermeisterin Heike Noah. Sie hörte gern das Lob zur Gastfreundschaft, den pieksauberen Ort, die freundlichen Einwohner. Die hatten die 69 Nachtwächter und Türmer mit ihren Angehörigen zuvor bei einer Prozession vom Hafen bis zur Kirche und danach bis zum Museum zum Teil kennenlernen dürfen.
Die Gäste waren mit acht Spreewaldkähnen von Lübben aus am Mittag im Schlepziger Hafen mit fröhlichem Horn-Tuten und Gesängen eingetroffen. Wenig später erwartete sie Landrat Martin Wille im Garten des Gasthofes „Zum grünen Strand der Spree“, um gemeinsam mit den Gästen aus Deutschland, den Niederlanden, Dänemark, der Schweiz, Polen und weiteren der insgesamt elf Zunft-Mitgliedsländer das extra für dieses internationale Treffen gebraute „Nachtwächter-Bier“ zu verkosten.
„Mit 7,4 Prozent ist dieses Bier wirklich ein starkes Getränk, aber die Nachtwächter sind auch ein starker Stand“, stellte Torsten Römer vom Landgasthof das neue Bier vor. „1500 Liter haben wir gebraut, da können Spreewälder durchaus auch kosten“, so Römer.
Landrat Wille erinnerte in seinem Grußwort daran, dass die Zunft eine schöne Tradition touristenattraktiv pflege. „Damals im Schutz der Waffen für die Stadt, heute mit dem Schutz des Wortes“, hob er die Einzigartigkeit des Wirkens der Zunftmitglieder sowohl als Bewahrer regionaler Geschichte als auch als Vermittler zwischen Nationalitäten auf den jeweiligen Rundgängen hervor.
Bei einem Festgottesdienst in der sehr gut besuchten Schlepziger Dorfkirche erinnerte Superintendentin Ulrike Voigt in ihrer Predigt über die „fünf törichten und fünf klugen Jungfrauen“ aus dem Matthäus-Evangelium an die hilfreichen Wurzeln der Zunft. Sie sei heute wie damals der Wohlfahrt der Bürger verpflichtet, sagte Ulrike Voigt.
Die Menschen, denen er begegnete, seien freundlich, aufgeschlossen und an seinem Hobby interessiert, sagte Manfred Schnabel, seit zwei Jahren Nachtwächter im sächsischen Zwönitz. „Kahnfahrten im Spreewald kannte ich bisher nur aus dem Fernsehen, aber in Wirklichkeit ist alles viel schöner“, so sein Urteil. „Der Spreewald ist mit seinen Menschen viel angenehmer, als es in Büchern zu lesen ist“, diese Erfahrung hat Karl Wild, Türmer in Nördlingen zwischen Nürnberg und Würzburg gemacht. Er wie viele der Gäste wollen gern den Spreewald erneut erkunden. (-ds)

 

 

 

19.05.2007 Märkische Allgemeine

Nachtwächter im Spreewald
Viel Spaß beim 22. Europäischen Zunft-Treffen in Lübben und Schlepzig
Nachtwächter und Türmer aus sieben europäischen Ländern in Schlepzig.

Foto: Schmidt


LÜBBEN Kräftig und dunkel ist das erste "Nachtwächterbier", das in Schlepzig vor vier Wochen angesetzt und gestern erstmals ausgeschenkt wurde. 1500 Liter Gerstensaft hatte der Landkreis Dahme-Spreewald für den Empfang von rund 70 Nachtwächtern und Türmern aus sieben Ländern anlässlich des ersten Europäischen Nachtwächtertreffens im Spreewald spendiert. "Werden sie Botschafter für unsere Region, die es lohnt, sich anzuschauen", sagte Landrat Martin Wille nach einer Tour in festlich geschmückten Kahnen von Lübben nach Schlepzig vor zahlreichen Gästen. Eingeladen zu diesem Treffen hatte Lübbens Nachtwächter Frank Selbitz.

"Das ist unser 22. Zunft-Treffen. Eine Kahnfahrt hatten wir noch nie", schwärmten Peter Damson und Fritz Offenhäuser, Türmer aus Öhringen in Baden-Württemberg. Vor 15 Jahren sei der 500 Jahre alte Kirchturm ihres Heimatortes als Museum eröffnet worden. Seitdem üben die Herren dieses seltene Amt aus.

Während Türmer in der Vergangenheit Feuerwache auf Kirchtürmen und Stadttoren hielten, zu jeder vollen Stunde in ihre Hörner bliesen, gingen die Nachtwächter durch die Straßen, um nach Gefahren und Bösewichten Ausschau zu halten. "Das war ein richtiger Soldatendienst. Nachtwächter mussten zurückschlagen können, deshalb können auch heute nur Männer Mitglieder der Zunft werden", so Zunftmeister Johnnes Thier. Vor drei Jahren in sein Amt gewählt, übt er es heute nach historischem Vorbild aus.

"Ab Samstag werden wir insgesamt 157 Zunftbrüder aus elf Ländern sein. Sieben neue Kollegen können wir in Lübben aufnehmen", erklärt er eine wichtige Zeremonie der alljährlichen Treffen. Der Schweizer Stefan Kreienbühl aus Bischoffszell zum Beispielwurde im Vorjahr in die Zunft aufgenommen und gehört zu den jüngsten Türmern des Landes. Allerletzter Nachtwächter in der Geschichte Europas war ebenso ein Schweizer: Er war bis 1978 in Stein am Rhein im Dienst.

Wer Nachtwächter und Türmer in Aktion erleben möchte, sollte die Nachtwächter-Kahnnacht heute in Lübben ab 19 Uhr nicht versäumen.(usch)

 

 

 

18.05.2007 Lausitzer Rundschau

Aalräuchern in Schlepzig

 

Foto: Ilja Melcher
In einem selbstgebauten Ofen räuchert Erwin Pfennig Aale, Forellen und Karpfen und bietet sie an einem Stand am Schlepziger Landgasthof an Wochenenden und Feiertagen an. Der 56-Jährige ist gelernter Binnenfischer. «Wer nicht räuchern kann, ist auch kein Fischer» , sagt er schmunzelnd. Er versuche, vor allem Fische von Betrieben aus der Region zu bekommen wie in Jamlitz oder Peitz, von dem auch die Petkampsberger Teiche bei Schlepzig bewirtschaftet werden. «Denn die einheimischen Fische sind die besten und stärksten» , begründet der Schlepziger.

 

 

 

27.04.2007 Lausitzer Rundschau

Nächsten Mittwoch ist Baubeginn / Kritik ist nicht verstummt

Freie Fahrt für Bauleute an der Dorfumfahrung Schlepzig

Am 2. Mai beginnen die Bauarbeiten an der Schlepziger Dorfumfahrung. Dafür soll das Freifließ an die Hauptspree angeschlossen, und mehrere Schleusen sowie eine Brücke gebaut werden. Voraussichtlich bis zum Spätherbst könnte das gut drei Kilometer lange touristische Großprojekt in zwei Bauabschnitten vollendet sein. Auch die Umwelt soll nach Angaben von Fachleuten profitieren. Fußgänger und Radfahrer werden die Baufortschritte hautnah beobachten können.

 

Foto: T. Richter
Planer Jürgen Heider (l.) erklärte bei der gestrigen Bauanlaufberatung detailliert, wo was ab der kommenden Woche in der Dammstraße passieren werde. Bürgermeisterin Heike Noah (r.) sprach von einem «großen Tag für Schlepzig» .
«Es hat so viel Mühe bereitet, bis wir heute zur Bauanlaufberatung zusammen kommen konnten. Doch ein altes Sprichwort sagt ja, ,Was lange währt, wird gut’» , begann der Unterspreewälder Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine gestern seine kleine Ansprache in der Schlepziger Dammstraße. In der Tat verging fast ein Jahr seit dem ursprünglich geplanten Anfangstermin. Eigentlich sollte bereits im Juli 2006 Baustart sein. Ursache für die Verzögerung waren unter anderem die höheren Kosten. Jetzt bewegt sich die Gesamtbausumme nach Angaben des Amtes bei rund 895 000 Euro, wobei ein erheblicher Anteil gefördert wird. Bis heute nicht verstummt sei dagegen Kritik an der Durchführung des Projektes. Insbesondere würde die nicht geprüfte Rentabilität der Kleinen Kahnfahrt bemängelt.
Ab kommenden Mittwoch ist die Dammstraße voll gesperrt, teilte das Amt Unterspreewald mit. Der Parkplatz der Gaststätte «Zur Reuse» könne aber mit Einschränkungen weiter genutzt werden. Eine Umleitung über die Alte Lübbener Straße / Sturzgartenweg werde ausgeschildert. Die Firma Landschafts- und Straßenbau Jürgen Jung habe diese Strecke bereits vorsorglich ausgebessert. Das Lübbener Unternehmen werde den Bau der kompletten Kleinen Kahnfahrt übernehmen. «Zunächst müssen die vielen Kabel und Leitungen umverlegt werden» , erklärte Geschäftsführer Jürgen Jung. Anschließend müssten Baumfällungen vorgenommen werden, um Baufreiheit zu schaffen. Planer Jürgen Heider vom Cottbuser Ingenieurbüro IPP-Hydro-Consult GmbH (IHC) sprach von zehn Bäumen, die weichen sollen. Allerdings werde es voraussichtlich im kommenden Herbst Ersatzpflanzungen in Schlepzig geben. In den Boden kämen dann Stieleichen, Eschen und Roterlen.

Fließen ist besser als stehen
Anschließend würden die Arbeiten an der neuen Schleuse beginnen. Dazu müsse die Hauptspree abgeriegelt werden. Wolfgang Haas, Leiter der Außenstelle Lübben des Landesumweltamtes (LUA), bot an, bei Bedarf den Wasserstand «operativ verändern zu können» . «Wir könnten das Spreewasser unter anderem über den Puhlstrom umleiten» , sagte der Wasserexperte. Darüber hinaus betonte Haas ausdrücklich die Zustimmung seiner Behörde zum Gesamtprojekt. Es würde schließlich auch aus ökologischer Sicht von Vorteil sein: «Fließende Gewässer sind immer besser als stehende oder abgeschnittene» , fügte Wolfgang Haas an. Im Zuge des Schleusenneubaus würde auch ein Fischpass den Fließbewohnern das Passieren der Schleuse ermöglichen.

Brücke aus Eichenholz
«Nach dem Bau der Schleuse wird die neue Brücke gebaut» , beschrieb Planer Heider den weiteren Fortgang der Arbeiten. Sie werde sich 50 Zentimeter über dem derzeitigen Straßenniveau erheben. Die Fahrbahnbreite gab Jürgen Heider mit 3,50 Meter an. «Das Besondere an dem Bauwerk ist, dass direkt auf der Brücke die Fahrbahn auf rund 20 Quadratmeter Eichenbohlen liegen wird» , sagte der Bauingenieur. Die Bauarbeiten in der Dammstraße sollen im Spätsommer abgeschlossen werden.
Während der gesamten Baumaßnahme könnten Fußgänger und Radfahrer die Baustelle passieren und die Arbeiten verfolgen. Außerdem gibt es laut Michaela Schudek vom Bauamt Unterspreewald jeden Donnerstag um 11 Uhr eine Vorortberatung, bei der auch die Anwohner ihre Fragen stellen könnten.
Ab Juni wird laut Schudek an Posslings Eckchen weitergebaut. Neben der alten Schleuse solle eine neue Schleuse mit Stemmtor und Fischpass entstehen. Die gesamte Kleine Kahnfahrt wäre im November 2007 komplett fertiggestellt.

Von Torsten Richter

 

 

 

27.04.2007 Lausitzer Rundschau

Verwaltung sieht durch Realisierung neue Erwerbsmöglichkeiten

Schlepziger kritisiert Gemeinde und Amt wegen Kleiner Kahnfahrt

Schlepzig. Als «luxuriöses Großprojekt» bezeichnet Thomas Fischer die Kleine Kahnfahrt, für deren Realisierung gestern die Bauanlaufberatung war. Er gehört zu den Kritikern des Vorhabens.

Denn mit ihm geht nach Fischers Ansicht «ein Traum weniger Bürger von Schlepzig, meist Gemeindevertreter und Anlieger der Schlepziger Dorfspree (Freifließ), in Erfüllung, die sich wirtschaftliche Vorteile versprechen» . Der Aufwand – die Kosten werden auf eine knappe Million Euro geschätzt – stünde in keinem Verhältnis zum Nutzen, schreibt der Schlepziger in einem Brief an die RUNDSCHAU.
In den Augen von Fischer «birgt die Kleine Kahnfahrt ein für die Gemeinde nicht mehr kalkulierbares wirtschaftliches Risiko» . Es gebe keine «seriöse Wirtschaftlichkeitsberechnung» und die Schulden der Gemeinde würden sich durch die Kreditaufnahme für dieses Vorhaben in Höhe von 120 000 Euro «mehr als verdoppeln» . Er verweist darauf, dass der mit Fördermitteln gebaute gemeindeeigene Kahnhafen «bis heute weder ausgelastet noch bezahlt ist» .
Bei diesem Hafen handelt es sich laut Michaela Schudek, Bauamtsleiterin des Amtes Unterspreewald, um eine Einzelmaßnahme im Rahmen der Dorferneuerung, für die insgesamt 3,6 Millionen Euro in Schlepzig investiert worden seien. Damals habe es Förderungen in Höhe von bis zu 90 Prozent der Kosten gegeben. Für den Eigenanteil habe die Gemeinde Kredite aufgenommen. Davon seien noch 19 800 Euro offen. «Der Anteil, den der Hafen daran hat, ist marginal» , so Michaela Schudek.
Was den Vorwurf einer fehlenden Wirtschaftlichkeitsberechnung betrifft, verweisen Schudek und Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine unter anderem auf die baufachliche Prüfung seitens des Finanzministeriums. «Das ist wie eine vorgezogene Rechnungsprüfung» , so Schudek. «Dabei ist untersucht worden, ob die Kosten im Verhältnis zum Nutzen stehen, ob die Preise vernünftig sind. Und das Ergebnis war, dass die Fördermittelsumme erhöht wurde.»
Die Kommunalaufsicht ihrerseits hat Kleine zufolge «alle Beschlüsse, die dieses Vorhaben betreffen, geprüft. Sonst hätte es keine Förderung und auch nicht die Genehmigung des Kredits gegeben.» Aber Schlepzig sei mit seinem ausgeglichenen Haushalt als kreditwürdig eingeschätzt worden. Michaela Schudek betont, dass die in der Vergangenheit für die Dorferneuerung sowie für die Modernisierung von Wohnraum aufgenommen Kredite «ebenso der Allgemeinheit dienten wie jetzt die Kleine Kahnfahrt» .
Das stellt Fischer in Abrede. Mit dem Projekt werde seines Erachtens «nur ein zusätzlicher, bequemerer Zugang für die Anlieger der Dorfspree zur Hauptspree erschlossen. Die behauptete Umfahrungsmöglichkeit wird im Zweifel nur von Paddelbooten genutzt werden können.»
«Die beiden Schleusen, die gebaut werden, sind für Kähne ausgelegt» , hält Schudek entgegen. Ob die neue Kahnroute von den Schlepzigern als Erwerbsmöglichkeit genutzt werde, «ist ihre Sache» , so Kleine. «Aber die Gemeinde schafft überhaupt erst einmal die Voraussetzungen für neue Erwerbsmöglichkeiten» , fügt die Bauamtsleiterin an. Für Kleine steht fest, dass das Vorhaben diese Chancen eröffnet. Denn es werde eine vergleichsweise kurze Kahnroute durch das Dorf angelegt, die die bisherigen Angebote an längeren Touren durch die Landschaft ergänze und nicht zuletzt die Belastung der Natur minimiere. Das hält Kleine dem Vorwurf Fischers entgegen, Gemeinde und Amt hätten nicht plausibel erklärt, wie durch das Vorhaben langfristig zukunftsfähige Erwerbsmöglichkeiten erschlossen werden sollen.
Zu den Kritikpunkten von Thomas Fischer zählt auch, dass es keine Stellungnahmen der Schlepziger Fährleute zu dem Projekt gebe. Das sei jedoch seit mehr als zehn Jahren Gesprächsthema in Schlepzig, weil es im Jahr 1996 durch Günter Schade als damaligem Chef des Fährmannsvereins ins Rollen gebracht worden sei, so Schudek. Sie verweist zudem auf zwei Einwohnerversammlung im Mai und September des vergangenen Jahres. «Dort hätten die Fährleute sicherlich gesagt, dass sie mit dem Projekt nicht einverstanden sind, wenn es so wäre.»
Amtsdirektor Kleine gibt zu bedenken, dass das Biosphärenreservat, in dem Schlepzig liegt, «einerseits ein unheimlicher Segen ist» . es habe jedoch den Nachteil, «dass Gewerbeentwicklung fast nur im Tourismus möglich ist. Und der wird durch die neue Kahnfahrt gestärkt.» (dh)

 

 

 

12.04.2007 Lausitzer Rundschau

Trotz gewachsener Kosten keine höherer Kredit

Bau der neuen Schlepziger Kahnfahrt vergeben

Die Gemeindevertretung Schlepzig hat den Auftrag für den Bau der «Kleinen Kahnfahrt» erteilt. Dieser Entscheidung war während der Gemeindevertretersitzung vorgestern der Beschluss eines Nachtragshaushaltes vorausgegangen. Dieser musste aufgelegt werden, weil die Fördersumme für das Vorhaben gewachsen ist und damit auch der Eigenanteil der Gemeinde erhöht werden musste.

Das Ergebnis der Ausschreibung der «Kleinen Kahnfahrt» , mit der unter anderem das touristische Angebot Schlepzigs erweitert werden soll, hatte höher als die geschätzten Kosten gelegen. Eine baufachliche Prüfung durch das Finanzministerium habe jedoch ergeben, «dass einerseits das Vorhaben Priorität hat und erforderlich ist und dass andererseits die Preise realistisch sind» , erklärte Michaela Schudek, Bauamtsleiterin des Amtes Unterspreewald, der RUNDSCHAU. Diese Einschätzung sei die Grundlage dafür gewesen, dass Amtsleiter Jens-Hermann Kleine in der vergangenen Woche einen weiteren Fördermittelbescheid im Luckauer Amt für ländliche Entwicklung habe abholen können (die RUNDSCHAU berichtete).

Beim Straßenbau gestrichen
Die Erhöhung der Fördersumme habe jedoch auch eine des Eigenanteils der Gemeinde bedeutet. Deshalb haben deren Abgeordnete während ihrer Sitzung vorgestern auch einem Nachtragshaushalt zugestimmt. «Wir haben umgeschichtet» , erklärte Bürgermeisterin Heike Noah. Gestrichen worden sie der Bau der Straße nach Petkampsberg. So sei von den ursprünglich für Straßenbau vorgesehenen 60 000 Euro knapp die Hälfte der «Kleinen Kahnfahrt» zugeschoben worden.
Deren Gesamtkosten werden auf 993 600 Euro geschätzt. Davon soll die Gemeinde selbst 247 800 Euro aufbringen und wiederum davon 120 000 Euro durch einen Kredit. «Die Kommunalaufsicht hat uns grünes Licht dafür gegeben. Schlepzig ist kreditwürdig» , informierte Kämmerin Marion Klee. Der Kredit sei noch nicht aufgenommen worden. Die Tilgung ist laut Bürgermeisterin durch die Einnahmen der Gemeinde, unter anderem durch die allgemeinen Schlüsselzuweisungen des Landes, gesichert.
Den Auftrag für den Bau der «Kleinen Kahnfahrt» hat die Gemeindevertretung an die Lübbener Firma Jürgen Jung Landschafts- und Straßenbau vergeben. «Baubeginn soll schnellstmöglich sein» , so Michaela Schudek.

Beginn im Niwaweg
Zuerst werde der Niwaweg ausgebessert, der als Umfahrung für die Anwohner der Dammstraßen dienen soll. Anschließend würden Brücke und Schleuse an der Dammstraße gebaut. Damit hätten die Anlieger des Fließes, das die künftige Schleuse an der Dammstraße mit der Schleuse an Poßlings Eckchen verbindet, die Möglichkeit, mit dem Kahn an ihre Grundstücke heranzukommen. «Würden wir mit Poßlings Eckchen anfangen, kämen sie nicht heraus. Daher ist die Schleuse dort zuletzt dran.» Ziel sei es, das gesamte Projekt in diesem Jahr zu realisieren.

von Dörte Hellwig

 

 


14.03.2007 Lausitzer Rundschau

Bauernmuseum Schlepzig bereitet Saison 2007 vor

Sabine Kamprad wünscht sich zum Jubiläum altes Rad

Ab 1. April hat das Bauernmuseum in Schlepzig wieder täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Für die Vorbereitung der Saison 2007 laufen dieser Tage die Arbeiten auf Hochtouren. Genau in diese Zeit fällt auch ein Jubiläum von Museumsleiterin Sabine Kamprad. Für das historisches Anwesen hat sie mehrere Wünsche, viele kleine und einen großen.

Pro Jahr besuchen rund 10 000 Gäste das Schlepziger Bauernmuseum. «Zur Zeit ist es allerdings noch recht ruhig. An manchen Tagen kommen kaum Besucher» , erzählt Sabine Kamprad, Leiterin des Bauernmuseums in der Dorfstraße. Noch bis Ende März habe ihre Einrichtung verkürzte Öffnungszeiten. Dennoch gäbe es in Hinblick auf die bevorstehende Saison viel Arbeit: «Jetzt wird wurmstichiges Holz fachgerecht behandelt, im Wald Reisig für den Backofen gesammelt, und es werden die Schilder für unseren Kräutergarten beschriftet» , beschreibt Kamprad Auszüge aus ihrem Arbeitsalltag. Darüber hinaus müsse die Büroarbeit erledigt und die Museumswerbung gestaltet werden.
Mitten in all die Vorbereitungen falle in diesem Jahr ein kleines Jubiläum: «Am 15. März ist es genau zehn Jahre her, dass ich die Leitung des Museums übernommen habe» , verrät die 44-jährige Chefin, die einst im Kraftwerk Boxberg Maschinistin gelernt hatte.
Sabine Kamprad hätte gleich mehrere Wünsche: «Unser Museum benötigt für die Dauerausstellung ein originales historisches Fahrrad, möglichst aus der Vorkriegszeit. Es sollte mit einer Boschlampe sowie mit einem großfederigen Sattel ausgestattet sein» , sagt Kamprad. Allerdings brauche das Rad keineswegs mehr verkehrstüchtig zu sein. Wer ein entsprechendes Gefährt habe, könne sich im Museum melden. «Wenn es gewünscht wird, ist es möglich, den Namen des Spenders öffentlich zu nennen» , gibt Sabine Kamprad einen zusätzlichen Anreiz.

Handtücher und Ziegenbabys
Zahlreiche Besucher, aber auch Einheimische, würden öfters historische Einrichtungsgegenstände spenden. «Hin und wieder kommen Päckchen mit Überhandtüchern, Tischdecken, Nachthemden und ähnlichem» , erzählt die Museumsleiterin. Manchmal würden ihr auch landwirtschaftliche Großgeräte wie Dreschmaschinen oder Pflüge angeboten. «Wir würden sie gern nehmen, haben aber leider nicht den erforderlichen Platz» , bedauert Sabine Kamprad.
Sie würde sich darüber hinaus sehr über zwei bis drei kleine «Ziegenbabys» freuen, die als Leihgabe dem Museum von Ostern bis September zur Verfügung gestellt werden könnten. «Den Ziegen wird es bei uns richtig gut gehen. Wir füttern sie groß» , sagt die Leiterin. Wer entsprechende Tiere habe, könne sich bei Sabine Kamprad im Bauernmuseum melden.

Ideen vorhanden, Geld nicht
Das Museum könne mit der derzeitigen beengten Platzsituation auch keine Sonderausstellungen anbieten. Das bedauere Kamprad, sie fügt an, dass sich mittelfristig die Situation nicht ändern werde. Daher würde sie sich einen Ausbau des Dachbodens vom Wirtschaftsgebäude wünschen. Dort könnten vor allem Schulklassen im Rahmen der Projektarbeit das traditionelle Spinnen und Weben erlernen. Eine Kostenschätzung gäbe es allerdings noch nicht, Geld sei ohnehin Mangelware.
Bislang sei noch nicht einmal klar, ob und wann in diesem Jahr Hilfskräfte für die Saison eingestellt würden. «Eigentlich sollen sie zum 1. April anfangen» , wünscht sich Sabine Kamprad. Sie bedauert, dass immer wieder neue Leute angelernt werden müssen, was insbesondere im Kräutergarten nicht so einfach wäre. Immerhin seien für dieses Jahr vier Arbeitskräfte bei verschiedenen Trägern beantragt worden.
Hintergrund Am Anfang die Scheune
Das Bauernmuseum Schlepzig besteht seit dem Jahr 1985. Die Tochter des letzten Hofbesitzers Otto Mehlisch, Irmgard Koffke, hatte das Anwesen, welches bereits 1818 erwähnt wird, an die Gemeinde Schlepzig verkauft. Die erste Ausstellung wurde in der Scheune gezeigt. Von 1987 bis 1992 erfolgte die Restaurierung des Wohnhauses. Heute ist das Areal das bedeutendste Museum im Unterspreewald. Es hat noch bis Ende März jeweils dienstags bis freitags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Ab 1. April kann das Museum täglich von 10 bis 16 Uhr besichtigt werden.

Von Torsten Richter

02.03.2007 Lausitzer Rundschau

Schlepziger Rundkurs soll im Spätherbst fertig sein

Kleine Kahnfahrt wird ab Mitte März gebaut

Im März beginnen die Arbeiten am ersten Bauabschnitt zur kleinen Kahnfahrt in der Schlepziger Dammstraße. Bis November 2007 soll der gut drei Kilometer lange Rundkurs durch die Spreewaldgemeinde fertig sein. Allerdings gibt es Schwierigkeiten mit der Finanzierung.

«Mitte März ist endlich Baubeginn für die kleine Kahnfahrt» , erklärt Michaela Schudek, Bauamtsleiterin im Amt Unterspreewald. Die Arbeiten seien Ende Januar ausgeschrieben worden. Sechs Bieter hätten sich beworben. Ihre Angebote seien zum Cottbuser Ingenieurbüro Hydro Consult GmbH (IHC) zur Prüfung weitergeleitet worden, so die Bauamtsleiterin. Parallel dazu laufe derzeit die baufachliche Prüfung. «Darin wird die Rentabilität der Maßnahme untersucht» , sagt Michaela Schudek. Immerhin gehe es um einen nicht unerheblichen Fördermittelanteil.
Die Gesamtkosten belaufen sich ihr zufolge auf gut 895 000 Euro. Dafür müsse die Gemeinde Schlepzig einen Kredit in Höhe von rund 110 000 Euro aufnehmen. Allerdings seien die eingegangenen Angebote höher gewesen. Wie die Differenz, über deren Größe Schudek keine Angaben machen möchte, ausgeglichen werden kann, werde demnächst geklärt. Daher seien weitere Veränderungen am Gesamtprojekt nicht auszuschließen.

Kahnstrecke und Brandschutz
«Für den ersten Bauabschnitt in der Dammstraße liegen sämtliche Genehmigungen vor» , erklärt Michaela Schudek. Hauptziel sei die Anbindung des Freifließes an die Hauptspree. Dazu werde eine Brücke über die Dammstraße errichtet. Sie soll laut Schudek 50 Zentimeter über Straßenniveau liegen. Darüber hinaus werde die Kahnschleuse gebaut. Neben ihr entstehe ein Fischpass, so dass auch die Fische von der Dorfumfahrung profitieren würden. Parallel dazu müsse das Freifließ etwas ausgebaggert werden. Durch das anschließend verbesserte Wasserangebot würde zusätzlich der Brandschutz im Dorf erleichtert. Der erste Bauabschnitt soll voraussichtlich im Juni fertig sein. Michaela Schudek rechnet während der Bautätigkeit kaum mit Beeinträchtigungen der Kahnfahrt auf der Hauptspree.

Neue Schleuse neben die alte
Ab Juni werde unverzüglich an Posslings Eckchen weitergebaut, erklärt Michaela Schudek weiter. Mit jedem der betroffenen Anwohner und Anlieger seien Gespräche darüber geplant. Neben der alten Schleuse, die weiter als Überfahrt für die Bauern zu ihren Feldern genutzt werden könne, solle eine neue Schleuse mit Stemmtor gebaut werden. Auch für sie sei ein Fischpass geplant. Für die Fertigstellung dieses Bauabschnittes nennt die Bauamtsleiterin den November.
Mit Saisonbeginn 2008 könne die komplette Schlepziger Dorfumfahrung genutzt werden. Die relativ kurze Streckenlänge sei keineswegs von Nachteil, sagt Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine: «Kurze Fahrten werden von den Gästen immer mehr gewünscht.» Darüber hinaus könne er sich gut vorstellen, dass die Schlepziger Kahnfährleute auch Nacht- und Mondscheinfahrten auf dem neuen Kurs anbieten.
Hintergrund Ein alter Traum
Mit der Realisierung der kleinen Kahnfahrt geht ein alter Traum vieler Schlepziger in Erfüllung. Bereits seit dem Jahr 1993 würde dieser Wunsch existieren, sagte Michaela Schudek. Vier Jahre später sei erstmals versucht worden, Fördermittel zu akquirieren. Im Jahr 2005 habe das Amt Unterspreewald einen erneuten Antrag gestellt, da die Fördermittelgeber «gute Chancen» signalisiert hätten.

Von Torsten Richter

 

20.02.2007 Lausitzer Rundschau

Große närrische Gruppen ziehen durch das Dorf

Ausnahmezustand in Schlepzig

Rund 250 Beteiligte, zu 20 Gruppen formiert, zogen beim Rosenmontagsumzug durch das närrische und bestens gelaunte Schlepzig. Auf etwa 500 schätzte die Polizei die Zahl der Zuschauer.

 

Foto: Jens Golombek
Unüberhörbar, teilweise jedoch von den Rauchschwaden des SEK (Schlepziger Einsatzkommando) und der Titanic verborgen, zogen die Schlepziger Narren durchs Dorf und das unter den Augen ihres Amtsgerichtes – an der riesigen Waage zu erkennen.Die Blue Man Group, die in Berlin für Furore sorgt, ließ es sich nicht nehmen, ihre Show innerhalb des Rosenmontagsumzugs der Schlepziger zu zelebrieren.So lässt sich das Spektakel am besten genießen – mit heißem Kaffee und Häppchen.Erstaunlich: Die Spreewälder waren sogar in der Urzeit schon motorisiert unterwegs.Der Gospel-Chor versuchte mit Gesang gegen Blaskapellen und Musik von der Konserve anzukommen.
Schon kurz nach Mittag drang von vielen Gehöften ein merkwürdiges Knattern. Möglichst unbemerkt versuchten die Spreewälder Jecken, mit ihren kreativen fahrbaren Eigenbauten zum Aufstellplatz auf der Dammstraße zu kommen. Die so sorgsam gehüteten Geheimnisse um die entworfenen Gefährte sollten möglichst lange gewahrt bleiben.
Fastnachtschef Alwin Drexler war in den Minuten vor dem Start zum 14. Rosenmontagsumzug überall gefragt. „Letzte Unklarheiten sind noch zu beseitigen, und Funk und Fernsehen wollen alle ihre Interviews.“ Zusammen mit seiner Prinzessin Daniela Gollnick stand er allen Rede und Antwort. Pünktlich um 14 Uhr gab Alwin Drexler den Startschuss. Die Blaskapelle spielte für ein kleines Tänzchen auf und der Zug setzte sich in Bewegung.
Teilweise hatten sich recht große Gruppen zusammengefunden. „Big Mamas Gospel Familie“ zählte sogar 14 Mitglieder, die samt Bühne durch das Dorf zogen. Aber auch Bilder wie das Spielhaus, die Titanic, Steinzeitmenschen oder das Schlepziger Amtsgericht waren nicht unterbesetzt. Die meisten Gefährte waren in diesem Jahr sogar mit zwei Motoren ausgerüstet – einen für den Antrieb, der andere am Stromerzeuger für die Musik. Jede Gruppe zeigte mit viel Stimmung die Resultate monatelanger Arbeit. Konfetti, Bonbons, Kamelle und sogar Erdnüsse flogen in die Zuschauerreihen.
Während sich das Publikum an der großen Kreuzung die Wartezeit auf die Rückkehr des Zuges mit Bratwürsten und Bouletten verkürzte, pausierte dieser ausgiebig am Seniorenheim. Zurück im Ortskern, wurde auf der gesperrten Straße kräftig geschunkelt und getanzt.

von Jens Golombek

 

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