30.01.2008
Fischereigenossenschaft
setzt 45 Exemplare bei Schlepzig ein
Quappen zappeln
sich in Spreewälder Fließe
45 Quappen,
im Durchschnitt ein Kilogramm schwer, hat die Fischereigenossenschaft «Unterspreewald»
Schlepzig in das Zerniasfließ, die Quaasspree, den Schiewan, die Hauptspree
und den Puhlstrom gesetzt. Ehe der einstige Spreewälder Brotfisch eintauchen
konnte, wurde er vermessen, gewogen und markiert. Denn er soll überprüfen
helfen, ob die Maßnahmen des Gewässerrandstreifenprojekts halten, was
sie versprochen haben.
 |
Foto:
Fotos: Ingvil Schirling
Alle Hände voll zu tun hatte Fischbiologe Frank
Frederich, der für die Fischereigenossenschaft «Unterspreewald»
Schlepzig Quappen wog, vermaß und markierte. 45 Exemplare des einstigen
Spreewälder Brotfisches wurden ins Wasser gesetzt.Zwischen 40 und 75 Zentimetern
lang waren die gemessenen Quappen und 405 bis 2010 Gramm schwer.
Erst kommt
die Arbeit, dann das Vergnügen, heißt es landläufig. Für
die Quappen scheint das auf den ersten Blick ebenso, als sie nach der Fahrt in
Bottichen auf dem Autoanhänger gekäschert und markiert werden, ehe sie
die Spree in Besitz nehmen können. Auf den zweiten Blick stellt Fischbiologe
Frank Frederich fest: «Viele sind so schmal. Die haben bestimmt schon abgelaicht.»
Gelb
markiert unter der Flosse
Auf das nächste Vergnügen,
so scheint es, müssen die Quappen erst einmal eine Weile warten. Bis dahin
erkunden sie im Dienste der Wissenschaft die Spreewälder Fluten. Die kleine
gelbe Markierung unter der Rückenflosse trägt eine Nummer. Werden sie
geangelt und meldet der Angler den Fang, kann nachvollzogen werden, welche Strecke
sie bis dahin zurückgelegt haben und ob die Bauwerke durchlässig für
den Fisch waren. «Wir arbeiten sehr gut mit dem Gewässerrandstreifenprojekt
zusammen» , sagt Werner Görick, Schatzmeister der Genossenschaft.
Doch
der Prüfauftrag ist nicht das einzige Anliegen, mit dem die Quappen in die
Fluten entlassen wurden. «Es geht uns auch um die Nachhaltigkeit»
, sagt Dietrich Janke, Fischbeauftragter der Genossenschaft. «Unser Hegeplan
gilt bis 2009, und darin ist festgelegt, dass wir jedes Jahr Fische ins Wasser
setzen.» Ihnen liege der spreewaldtypischste Fisch, der ehemalige Brotfisch
für die Einwohner der Fließlandschaft, am Herzen. «Wenn man älter
wird, dann sieht man die Natur und ihre Schönheit anders. Die Liebe zur Heimat
wächst.»
Die Quappen-Bestände sind im Spreewald aus Gründen
zurückgegangen, die bislang noch nicht ganz geklärt sind. Möglicherweise
ist das Wasser zu warm geworden, denn die Quappe liebt es kühl. Um dem entgegenzuwirken,
hat die Genossenschaft 2006 rund 280 der schönen Tiere mit der marmorierten
Haut und dem flachen Kopf eingesetzt, ebenfalls mit kleinen gelben Fähnchen
an der Rückenflosse, einer Nummer und zusätzlich einer Farbmarkierung
an der Brust gekennzeichnet. Drei davon wurden außerdem mit Sendern ausgestattet.
2007 hat die Genossenschaft ebenso Hechte, Schleie, Karpfen und Welse eingesetzt
sowie mit Hilfe eines EU-Förderprogramms 36 Kilogramm Aal. Fast 5500 kleine
Glasaale waren es, sagt Görick, nur acht Gramm leicht im Durchschnitt.
Notwendiges
Beruhigungsmittel
Da sind die Quappen jetzt von einem
ganz anderen Kaliber. Ernst-August Lehmann, Vorsitzender der Genossenschaft, käschert
sie aus den Bottichen, die auf zwei Autoanhängern stehen. Von dort kommen
sie in einen anderen Zuber, dessen Wasser mit einem Beruhigungsmittel versetzt
ist. Sonst wäre es unmöglich, sie zu vermessen und zu wiegen, weil sie
sich zappelnd wehren. Trotz der leichten Betäubung biegt sich nicht nur einer
wie ein U auf dem Tisch von Frank Frederich, der zu tun hat, sie mit beiden Händen
gerade zu bekommen, um ihre volle Länge messen zu können. Ein paar Mal
fliegt die kleine Mar kierpistole in hohem Bogen, getroffen von einem entschiedenen
Flossenschlag, zu Boden. Frederich und seine Helfer brauchen schnelle Reaktionen,
um gleichzeitig die Quappe festzuhalten und die Markierpistole wieder einzusammeln.
Die Plastikschale auf der Waage kommt bedenklich ins Wanken, während so mancher
Fisch darin zappelt.
Während Fredrich die Fische vom Vermessen zum Wiegen
und zurück zum Markieren hebt, hält er sie manchmal weit von sich weg.
Ein dünner Strahl Urin kommt aus dem Bauch, die Männer lachen. Einer
der Fische verliert sogar etwas Sperma. Deutlich sind für die Tiere Angst
und Stress mit der Aktion verbunden, die so schnell wie möglich abgewickelt
wird.
Beim Markieren halten dann fast alle still. Routiniert setzt Frederich
die Pistole direkt unter der Rückenflosse an. Am besten sei es, erklärt
er, wenn er genau zwischen die feine Gräten-Verbindung zwischen Flosse und
Körper treffe. Dann setze sich das Fähnchen wie mit einem Widerhaken
fest.
Am Ende sind alle Quappen recht ruhig zurück in den Bottichen und
erholen sich von Betäubung und Markierung. Die Männer, nebenbei versorgt
mit Kaffee und Schokolade, machen sich auf den Weg in die Natur. In den Fließen
bei Schlepzig werden sich die Quappen vielleicht bald so wohl fühlen wie
der sprichwörtliche Fisch im Wasser. Wer weiß, möglicherweise
lässt das Vergnügen dann gar nicht mehr so lange auf sich warten.
Zum
Thema Gewichtsklassen
Im Durchschnitt ein Kilogramm schwer sind die Quappen,
die jetzt rund um Schlepzig eine neue Heimat gefunden haben. Die leichteste wog
nur 405 Gramm, der schwerste 2010. Am kürzesten war das Exemplar mit 40 Zentimetern,
am längsten das mit 75.
Die Fischereigenossenschaft «Unterspreewald»
Schlepzig freut sich über eine Nachricht, wenn jemand eine markierte Quappe
geangelt hat, unter der Rufnummer 035472/6 57 16.
Von
Ingvil Schirling
07.01.2008 Lausitzer Rundschau
Reise in die Vergangenheit
Foto: Jens Golombek
Nur kurz war die Winterpause des
Bauernmuseums Schlepzig. Jetzt lädt es wieder zu Reisen in die Vergangenheit
ein mit Ausstellungen, in denen das Wohnen und Arbeiten in den vergangenen hundert
Jahren im Unterspreewald dargestellt werden. Geöffnet hat es bis zum März
dienstags bis freitags von 10 bis 16 Uhr. Ab April werden die Besucher montags
bis sonntags zwischen 10 und 16 Uhr erwartet. Führungen außerhalb dieser
Zeiten können vereinbart werden (Tel. 035472/225, Fax 035472/640 24).
Nicht
verpassen:
Das
Erste | Sonntag, 13.01.2008 | 13:45 Uhr
Bilderbuch: Der Spreewald
RBB (Stern.)
| Länge: 45 Minuten
StereoBreitbild
Film
von Maren Niemeyer
100 Kilometer
südöstlich von Berlin erstreckt sich auf etwa 480 Quadratkilometern
eine in Mitteleuropa einmalige Kulturlandschaft. Fast 1.000 Kilometer Fließe
mit Feldern und Wiesen formen ein harmonisches Binnendelta. Weil dem Teufel die
Ochsen durchgingen und sie tiefe Furchen zogen, sei dieses dichte Wassernetz entstanden.
Tatsächlich ist der Spreewald das Ergebnis der letzten Eiszeit, die die Spree
in viele dünne Wasserläufe teilte. Die beliebteste Brandenburger Region
wird jährlich von 2,5 Millionen Touristen heimgesucht, die sich in randvollen
Kähnen durch die Kanäle staken lassen, Gurken kosten und sorbische Bräuche
bewundern. Nobelherbergen wie die mehrfach ausgezeichnete Bleiche"
sind entstanden, um dem Ansturm auch in oberen Preisklassen gerecht zu werden.
Doch
das ländliche Venedig" Brandenburgs ist eine fragile Idylle. Die
intensive Landwirtschaft zurückliegender Jahrzehnte hat ein schwieriges Erbe
hinterlassen. Das Wiederauffüllen der Grundwasserreserven der Kohletagebaue
droht den Wasserzufluss zum Spreewald zu gefährden. Das Wegbrechen großer
Wirtschaftszweige wie Kohle- und Textilindustrie hatten eine hohe Arbeitslosigkeit
zur Folge, die die private Landwirtschaft und der Tourismusboom nicht auffangen
konnten. So kehrten viele junge Leute der Region den Rücken. Aber es siedeln
sich - wie im kleinen Dorf Groß Leuthen - auch wieder junge Familien an.
Der
Film erzählt von alteingesessenen Familien wie den Grafen zu Lynar, die vor
einigen Jahren von Portugal nach Lübbenau umzogen, um das Schloss wieder
auf Vordermann zu bringen, Existenzgründern und Ideengebern, wie dem Umwelttechniker
Frank Hildebrand, der 2004 für die ökologisch behutsame Wiederherstellung
traditioneller Holzhäuser den Brandenburgischen Umweltpreis bekam, oder wie
Arvid Boellert, dem Kurator des Kunstfestivals Rohkunstbau.
Vorherige SendungSendungNächste
Sendung
28.12.2007 Lausitzer
Rundschau
Eselskarren weist auf Sehenswertes
hin
Schlepziger bekommen begehbare
Skulptur
Schlepzig. Ein bekletterbarer
Eselskarren soll Schlepzig künftig interessanter machen.
Die
Skulptur, die einerseits Bezug auf die Geschichte des Dorfs nimmt, andererseits
Kinder zum Spielen einlädt, ist Teil einer Reihe von Gedanken, die sich die
Gemeindevertretung unter anderem mit Jürgen Bergmann gemacht hat, der für
die künstlerische Holzgestaltung der «Kulturinsel Einsiedel»
verantwortlich zeichnet. Der Freizeitpark bei Niesky, der Kinder zur Kreativität
und Bewegung einlädt, erhielt 2006 den Deutschen Tourismuspreis.
Neugierde
wecken
Die Skulptur, bestehend aus einem ruhenden Esel und einem Karren voller
begehbarer Hohlräume, die nach dem Vorbild von Mehlsäcken gestaltet
sind, soll an einem der Schlepziger Ortseingänge aufgestellt werden. Geplant
ist der südliche am Luvsee. Damit soll die Neugierde von Touristen geweckt
werden, so Jürgen Bergmann. «Wenn schon am Ortseingang solche interessanten
Dinge zu sehen sind, was gibt es dann erst im Inneren?» , formuliert er
das möglicherweise geweckte Interesse der Reisenden. Die Gemeindevertreter
Schlepzigs haben das Projekt inzwischen abgenickt.
Das Kulturministerium habe
Fördermittel bewilligt, über die das spielerische Kunstwerk zu etwas
mehr als 60 Prozent finanziert werde, so Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine. Die
Gesamkosten würden auf 14 000 Euro geschätzt.
Der Weg der Schlepziger
und der Amtsverwaltung zu dieser neuen Idee hat einen tragischen Hintergrund.
Vor einigen Monaten versagte in Freiwalde eine Schaukel auf einem Spielplatz (die
RUNDSCHAU berichtete), wodurch ein Kind verletzt wurde. «Daraufhin haben
wir alle Geräte im Amt nochmals überprüft» , so Kleine. «Viele
mussten abgebaut werden, doch eine ganze Reihe konnten wir nicht ersetzen.»
Auf der Suche nach neuen Ideen und günstigen Lösungen sei man mit den
Erzieherinnen der Schlepziger Kita und Gemeindevertretern nach Einsiedel gereist,
um die dortigen Geräte in Augenschein zu nehmen. «Schnell war klar,
dass sie für die Kita nicht so gut geeignet sind» , erkärt Kleine
die Entwicklung. Inzwischen sind von den Eltern neue Spielgeräte aufgebaut
worden, die die Gemeinde finanziert hat.
Ideen
für Tourismus entwickelt
Für Schlepzig selbst erwies sich der Besuch
in Einsiedel als mehr als interessant. Denn Jürgen Bergmann reiste zum Gegenbesuch
an und informierte sich ausführlich über die touristische Situation.
Im
Ergebnis schlug er eine Reihe von Maßnahmen vor, wie die Gäste Schlepzig
künftig mehr als Ziel ihrer Reise ansehen und weniger als Durchgangsstation.
«Erreicht werden kann das nur durch eine drastische Erhöhung der ,lustvollen
Verweildauer» , formuliert Bergmann und meint damit unter anderem
dies: Das Wegenetz innerhalb des Ortes könnte ausgebaut werden. In der Folge
würde eine spannende Wegeführung entstehen mit «vielen kleinen
Überraschungen hinter dem Gartenzaun» . Gespickt werden könnten
sie mit kleinen Plätzen, an denen die Erwachsenen sich setzen und die Kinder
dekorative und möglichst altersübergreifende Spiel- und Beschäftigungsangebote
nutzen können.
Diese wiederum, so stellt Bergmann sich das vor, sollten
Bezug nehmen auf Geschichten aus der älteren oder jüngeren Vergangenheit
Schlepzigs. Gleichzeitig könnten an den Ortseingängen charaktervolle
Tore entstehen. «Ein toller Eingang baut Erwartungen auf und stellt auf
längeres Verweilen ein» , argumentiert Bergmann.
Die Schlepziger
sollen mit einbezogen werden, wie es mit dem Eselskarren schon geschehen ist.
Der soll «so bald wie möglich» hergestellt und aufgebaut werden,
so Jens-Hermann Kleine.
Ingvil Schirling
28.12.2007
Lausitzer Rundschau
Auch die kalte
Jahreszeit beschert Karin Kappus in der Touristinfo viel Arbeit
Kartonweise
Informationen über den Unterspreewald unterm Tisch
Schlepzig.
Karin Kappus hat ihr Büro, das der Touristinformation Unterspreewald, im
Schlepziger Bauernmuseum. Ich kann von dieser Stelle aus die Auslastung
der Hotels, Restaurants, Fährmänner oder anderer touristischer Anbieter
schlecht beurteilen, sagt sie.
 |
Foto:
Jens Golombek
Karin Kappus stellt die Informationen über den Unterspreewald
für die Messen, die im Januar beginnen, zusammen.
Ich denke aber,
dass es für alle Leistungsträger eine gute Saison war, auf jeden Fall
nicht schlechter als 2006.
Es würden jedenfalls jedes Jahr mehr
Besucher, die in die Touristeninformation kämen oder Informationspakete abforderten.
Die Nachfrage nach dem Unterspreewald mit Schlepzig ist spürbar gestiegen.
Das ist sicher auch der Erfolg unserer Werbung, ist Karin Kappus überzeugt.
Was
hier während der Saison für mich alles zu tun ist, kann ich gar nicht
alles aufzählen. In erster Linie kümmere ich mich um die Besucher unseres
Informationspunktes, berichtet Karin Kappus. Auf Anfrage würden Unterkünfte
vermittelt und Veranstaltungen empfohlen. Der Tourismusverband Spreewald bekäme
seine Zuarbeiten für Broschüren und Prospekte, Gastgeberverzeichnis
und Kulturatlas würden gepflegt und aktualisiert. Dabei ergänzen
wir uns mit der Museumsleiterin Sabine Kamprad, mit der ich mir das Büro
teile, hervorragend.
Das Museum sei für ihre Arbeit günstig,
so die Tourismusbeauftragte, die auch in der kalten Jahreszeit sehr beschäftigt
ist. Denn der Aufwand werde in der Nebensaison kaum weniger. Ich werde oft
gefragt, was denn im Winter überhaupt zu tun ist, so Kappus. Aber
noch immer oder auch schon wieder erreichen mich viele Anfragen am Telefon oder
per E-Mail. Daneben widme sie sich hauptsächlich der Vorbereitung der
nahen Messesaison. Diese fange am ersten Januarwochenende in Magdeburg an. Nach
Cottbus, Stuttgart, Dresden und München bilde die Berliner ITB den krönenden
Abschluss. Bei all diesen Gelegenheiten wollen wir unseren wunderschönen
Spreewald bestmöglich bewerben. Ich werde auch selbst bei einigen Messen
zugegen sein. In den anderen Fällen haben wir mit dem Tourismusverband in
Raddusch eine Kooperationsvereinbarung.
Dafür wollen massenhaft
Flyer und Broschüren vorbereitet werden. Unter dem Schreibtisch stapeln sich
momentan die beschrifteten Kartons. Das sind verschiedene Informationsträger
über unsere Region ohne konkrete gewerbliche Angebote, beschreibt Karin
Kappus. Hier bei uns in der Info oder auf Anfrage erhalten unsere Gäste
dann die konkreten Angebote der Leistungsträger, die sich bei uns einbringen.
Für
die Saison 2008 hat sich Schlepzig nicht nur eine weitere Steigerung der Besucherzahlen
vorgenommen. Wir wollen nächstes Jahr auf jeden Fall unser ,Rotes I
verteidigen. Dieses Zertifikat zeichnet die Info als geprüft und anerkannt
aus und bürgt für kompetente Beratungen. Auch die näher rückende
Fertigstellung der neuen Kahnfahrt durch den Ort liegt im Blick der Touristikerin.
Ich bin auf den Zuspruch dieses erweiterten touristischen Angebotes sehr
gespannt. (jgk)
22.12.2007 Lausitzer Rundschau
Schlepziger
vergeben Kahnhafenpacht neu
Schlepzig.
Neuer und alter Pächter des Schlepziger Kahnhafens ist Andreas Krüger.
Das haben die Gemeindevertreter in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen. «Er
hat das bisher sehr gut gemacht» , schätzt Peter Schneider ein, Ordnungsamtsleiter
im Amt Unterspreewald.
Beworben
hatte sich neben dem Kahnfährverein und weiteren Bietern auch Tropical Islands.
Trotz dessen Ablehnung einigten sich die Gemeindevertreter darauf, Gespräche
über künftige Kooperationen zwischen der Gemeinde und dem Freizeitpark
aufzunehmen. (is)
22.12.2007 Lausitzer Rundschau
Schlepziger
Bauernmuseum schließt nur kurz
Kurze
Winterpause hinter neuen Fenstern
Schlepzig.
Nur kurz wird der Winterschlaf sein, den das Bauernmuseum Schlepzig hält:
von Weihnachten bis Neujahr. Ab wann tatsächlich im Herbst Ruhe einzieht,
weniger Besucher kommen, das hänge natürlich vom Wetter ab, sagt Karin
Kappus.
Sie unterstützt bei Bedarf
Museumsleiterin Sabine Kamprad und arbeitet sonst in der Touristinformation im
Museumsgebäude hinter neuen Fenstern. Denn auf der gesamten Straßenseite
erhielten die historischen Fenster das Anwesen ist im Jahr 1818 erstmals
urkundlich erwähnt worden von innen eine zweite Verglasung. So hat
sich an der Optik der Fassade nichts geändert.
Die neuen Fenster
machen sich unbeschreiblich bemerkbar. Denn nachts heizen wir natürlich nicht.
Und da war es bisher morgens ganz schön frisch, so Karin Kappus. Die
Wärme der Gasheizung und eines alten Kachelofens bleibe nun länger im
Haus. Am Kachelofen ist auch Prinzessin Mimmi, die Museumskatze in
diesen Monaten meist zu finden, um sich von der Mäusefangsaison zu erholen.
Von
Januar bis März werden die Museumstüren dienstags bis freitags jeweils
von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Außerhalb dieser Zeiten sind Besichtigungen
nach Anmeldung möglich (www.bauernmuseum-schlepzig.de).
(jgk)
20.12.2007 Lausitzer Rundschau
Schlepziger
müssen weiter Umleitung nutzen
Holzbohlen
fehlen noch für die Dammstraße
Schlepzig.
Die Bauarbeiten für die Kleine Kahnfahrt in Schlepzig sind zu 90 Prozent
fertig, informiert das Amt Unterspreewald. Dennoch müssen die Schlepziger
voraussichtlich weiterhin die Umleitung über die Alte Lübbener Straße
nutzen.
Denn die Dammstraße
konnte zwar vor Weihnachten noch asphaltiert werden. Doch die Holzbohlen für
die neue Brücke sind bislang nicht geliefert worden.
«Das ist unschön
für die Bürger und ihre Weihnachtsgäste» , sagt Michaela
Schudek, Bauamtsleiterin des Amtes Unterspreewald. «Sobald die Firma die
Bohlen hat, baut sie sie ein.»
85 Prozent der Ausgaben seien inzwischen
abgerechnet, so die Amtsverwaltung weiter. Bis zum Beginn der Kahnfahrsaison nächsten
Jahres sollen landschaftspflegerische Arbeiten erledigt, Bäume und Sträucher
gepflanzt sowie Treppchen und Stege an den Uferbefestigungen angebracht werden.
Ingvil
Schirling
28.11.2007
Lausitzer Rundschau
Eltern montieren
Spielplatz für Schlepziger Kita
Bauen
und graben für den Nachwuchs
Seit
einigen Tagen ist Dennis Lehmann nicht mehr der einzige aus seiner Familie, der
die Kindertagesstätte Libelle in Schlepzig besucht. Papa Mike und Opa Dieter
sind regelmäßig auf dem Gelände, genau gesagt auf dem Spielplatz.
Zusammen mit Heiko Kamprad, Arno Lier und Wolfgang Miether bauen sie Schaukeln,
Rutsche und Klettergerüst für die Kinder auf.
 |
Foto:
Roland Hottas
Die Kinder der Kita Libelle in Schlepzig beobachten genau, wie
die fleißigen Helfer ihre neuen Spielgeräte aufbauen.
«Die
alten Holz-Spielgeräte entsprachen nicht mehr den Sicherheitsanforderungen»
, erklärt Kita-Leiterin Marianne Mie ther die Baumaßnahmen. Ein Prüfer
hatte die Anlage kürzlich beanstandet. «Dank der schnellen Entscheidung
von Amt und Gemeinde und der Hilfe durch die Papas, Opas und andere können
die Kinder die neuen Geräte bald nutzen» , hofft die Leiterin. Einweihen
wird den Spielplatz kein Geringerer als der Weihnachtsmann bei der Weihnachtsfeier
am 13. Dezember.
Ob schaufeln, schrauben oder zementieren, jeder Handgriff
der ehrenamtlichen Helfer wird von den 26 Kitakindern verfolgt. «Toll, dass
Papa hilft» , sagt Patricia Kamprad (5). «Wir machen das für
unsere Kinder» , erklärt Heiko Kamprad. «Im nächsten Jahr
kommt unser Sohn in die Kita und er hat auch etwas davon.»
Die modernen
Spielgeräte im Wert von etwa 3000 Euro hat nach Angaben von Peter Schneider,
Ordnungsamtsleiter des Amtes Unterspreewald, die Gemeinde finanziert. Zusammengebaut
haben sie Väter und andere Helfer. «Keine Schraube ist übrig geblieben»
, sagt Wolfgang Miether, der Mann der Kitaleiterin. «Was macht man nicht
alles für Frau und Kinder» , kommentiert er seine Unterstützung.
Mit
einem Spielzeuglaster unterwegs ist der vierjährige Dennis. «Aber ich
darf Papa nicht helfen, nur zugucken» , verrät er. Mike Lehmann und
die anderen betonieren gerade das Gerüst um die Rutsche. Die Technik haben
Mike und Dieter Lehmann von ihrer Firma L-Trans-Lehmann gestellt. «Bezahlt
werden müssen nur die Materialkosten wie der Zement. Alles andere geschieht
in freiwilliger Eigenleistung» , informiert Marianne Miether. «Bisher
hat alles gut geklappt» , sagt Mike Lehmann, der den Arbeitseinsatz auf
etwa fünf Tage schätzt. Bald soll die Spielanlage geprüft werden.
Dann können Dennis und Co. auf dem Klettergerüst toben.
Von
Daniela Kühn
28.11.2007
Lausitzer Rundschau
Schleusentore
in Schlepzig werden montiert
Foto: Roland Hottas
Die Bauarbeiten an
der künftigen kleinen Kahnfahrt in Schlepzig nähern sich dem Ende. Das
teilt das Amt Unterspreewald mit. Die Schleuse an der Dammstraße bekommt
derzeit ihre Tore. Die Straße selbst soll noch vor dem Winter durchgängig
befahrbar sein, teilt Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine mit. Das bedeutet, dass
Autos dann auch über die neue Brücke rollen können, auch wenn es,
so Kleine, wahrscheinlich nicht mehr gelingt, den Asphalt aufzubringen. Mit der
kleinen Kahnfahrt soll das Dorf künftig auch vom Wasser aus zu erleben sein.
27.11.2007
Lausitzer Rundschau
Auch
nach Feierabend bei Ausstellerparty der Messe «Touristik & Caravaning»
in Leipzig gepunktet
Spreewälder
präsentieren sich erfolgreich
Die
Reise-, Erholungs- und Wohlfühlregion Spreewald präsentierte sich fünf
Tage lang auf 1000 Quadratmetern Ausstellungsfläche bei der 18. Touristik
& Caravaning (TC) in Leipzig in der imposanten Glashalle als Partnerregion
der Messe. Kurz bevor sich die Tore der Neuen Messe endgültig schlossen,
zogen Aussteller und Organisatoren erste Bilanz. Hatte die Region, an deren touristische
Erschließung vor 125 Jahren eine historische Litfaßsäule erinnerte,
den Partner-Vorsprung erfolgreich genutzt?
Foto:
J. Golombek
Die Spreewälderin Martina Riedel als Kinderfrau zusammen mit
ihrem Mann Frank in schwarzer Kirchgangstracht und Peter Lehmann in wendischer
Männertracht auf der TC.
«Die
vergangene Woche war richtig gut» , sagte der Schlepziger Braumeister Uwe
Zech. Wir hatten einen Wahnsinnsstart. Die Sachsen seien freundlich
und zuvorkommend gewesen. Rund um unsere historische Bierkutsche war die
Stimmung viel besser als auf der Grünen Woche in Berlin. Viele Leute waren
schon im Spreewald, kannten Schlepzig und unsere Brauerei. Das macht uns stolz.
Zech
und zwei weitere Mitarbeiter seien jetzt erschöpft. Die Messe war eine
gute Nummer. Ich kann nicht für die kleinen Einzelhändler sprechen,
aber wir haben hier mehr als eine Wochenproduktion ausgeschenkt. Der Spreewaldverein
hat uns beim gesamten Messeauftritt tatkräftig unterstützt.
Einen
beachtlichen Teil des überdachten Minispreewalds nahm ein liebevoll gestalteter
Campingplatz ein. Wir haben hier mit dem Federballplatz und all den Details
phantastisches Campingplatzflair in die Messehalle gezaubert, meinte Roland
Exler, Geschäftsführer des Eurocamp am Spreewaldtor Groß
Leuthen. Zusammen mit weiteren Campingprofis repräsentierte er
die zwölf Plätze des Spreewaldes.
Wir traten hier spürbar
nicht nur als einzelne Orte oder Unternehmen auf, sagte Ilka Paulick, sondern
als gesamter Spreewald. Erfolgreich sei die Vielfalt vermittelt worden.
Man erkennt immer mehr, dass viele überlegen, in Deutschland Urlaub
zu machen. Oft seien auch Wiederholungstäter auszumachen
oder Kurzurlauber, die den Spreewald im Blick hätten. Die meisten wissen
schon, wo wir liegen. In Sachsen gibt es ein besonderes Interesse an Kajak- und
Paddelboottouren. Die Möglichkeiten sind im Freistaat sehr begrenzt.
Den
gelungenen Feiertagsstart am Mittwoch hob Peter Stephan, Geschäftsführer
des Tourismusverbandes Spreewald, hervor. 65 Unternehmen sind bei uns vertreten
und haben ab dem ersten Tag für eine wunderbare Mischung aus Tourismus, Naturschutz
und Ernährung gesorgt. Dieses Drei-Säulen-Modell funktioniere
und werde stark nachgefragt. Es war wichtig und richtig, dass unsere recht
kleine Region selbst einmal sieht, wie stark sie ist. Die Messeleitung habe
sich bereits beim Verband für die gelungene wunschgemäße Vorstellung
bedankt. Das ohne Personalkosten rund 60 000 Euro schwere Konzept, vom Brandenburgischen
Infrastrukturministerium maßgeblich gefördert, sei voll aufgegangen.
Neben der exklusiven Vorstellung brächten kostenlose Medienbeachtung und
spreewaldlastige Messeplakate unschätzbare Vorteile.
Wir haben gemäß
unserem Hauptziel vermitteln können, dass der Spreewald außerhalb des
Kahnklischees noch viele andere Angebote für Urlaub und Erholung hat,
sagte Peter Stephan. Der Spreewald sei von Schlepzig bis Burg ganzjährig
geöffnet.
Ein Höhepunkt war die Ausstellerparty am Freitag. Diese
Feier mit etwa 2000 Gästen aus 50 Ländern war uns sehr wichtig. All
die Medienvertreter und Touristikfachleute mussten sich einen ganzen Abend sozusagen
gezwungenermaßen mit uns auseinandersetzen, so Stephan.
Nicht nur
die von Spreewälder Betrieben gestifteten kulinarischen Spezialitäten
sorgten für ausgelassene Atmosphäre. «Uns wurden 17 Bierfässer
zur Kalkulation genannt. Fast doppelt so viele konnten wir ausschenken. Sogar
Torgauer Paul-Gerhardt-Flaschenbier mussten wir noch organisieren. Denn selbst
die Leerflaschen wurden als Souvenir mitgenommen» , freute sich Peter Stephan.
Während
das Land der Fließe und Gurken Partnerregion war, war Kuba als Land der
Traumstrände und Zigarren Partnerland der TC. Wir waren schon sehr
stolz, wenn wir bei den Pressekonferenzen mit Kuba in einem Satz genannt wurden,
so Stephan. Auch auf der Kulturbühne wechselte sich Günni, der singende
Spreewaldwirt, mit kubanischer Salsa ab. Die Kubanerin Rose Pedersoli-Fuhrmann
erzählte: Was wir bei der Ausstellerparty vom Spreewald sehen konnten,
hat uns sehr gefallen. Leider ist es von Kuba mit neun Flugstunden doch ein bisschen
weit weg.
Für die Spreewälder jedenfalls ist klar, dass sie
im kommenden Jahr wieder in Sachsen bei «Tourismus & Caravaning»
dabei sein wollen.
Von
Jens Golombek
10.11.2007 Lausitzer Rundschau
Sonderstellung
auf 1000 Quadratmetern als Partnerregion in Leipzig
Spreewald
fiebert größtem Messeauftritt entgegen
Seinen
voraussichtlich bisher größten Messeauftritt erlebt der Spreewald vom
21. bis 25. November auf der Leipziger Ausstellung «Touristik und Caravaning»
. Seit Monaten wird er vorbereitet. Peter Stephan vom Tourismusverband in Raddusch
sieht dort vor allem die Chance, ein internationales Publikum zu erreichen und
damit den Spreewald «auch im Ausland bekannter zu machen» .
In
fünf Bereichen wollen die Verantwortlichen darstellen, was der Spreewald
zu bieten hat, und Fördermittelgebern zeigen, wie sich die ländliche
Region weiterentwickelt hat. Besonders verpflichtet fühlen sich die Spreewälder
Organisatoren der Messe auch deshalb, weil die Fließlandschaft zur Partnerregion
der Ausstellung erhoben ist. Daraus leiten sich Vorteile ab wie «eine hervorragende
Präsentation in allen PR-Mitteln» , so Andreas Traube vom Spreewaldverein,
aber auch besondere Verpflichtungen, zum Beispiel während des Ausstellerabends,
der derzeit fieberhaft organisiert wird.
Den Spreewald
schmackhaft machen
Zunächst soll ein Spreewaldmarkt den Gästen die
Fließlandschaft schmackhaft im wahren Sinne des Wortes machen. «Spreewald
schmeckt» heißt das Motto, unter dem sich die Schlepziger
Privatbrauerei mit Bier, Obstbränden und Likören ebenso präsentieren
wird wie die Kochakademie des Werbeners Peter Franke, die Langengrassauer Imkerei
Neiße, die Kümmritzer Landfleischerei und Vetschauer Wurstwaren. Andreas
Traube vom Spreewaldverein hat den Hut auf und sitzt gerade an der Vorbereitung
eines der Höhepunkte, des Ausstellerabends. «Da wollen wir gerade beweisen,
dass der Spreewald schmeckt» , so Traube. «Wir erwarten rund 650 Gäste
aus 50 Nationen» , ergänzt Peter Stephan.
Schwerpunkt
Camping
Daneben soll erstmals dem Camping im Spreewald ein Schwerpunkt eingeräumt
werden. Extra dafür sei der «Campingführer Spreewald» aufgelegt
worden, so Ilka Paulick von der Gemeinde Märkische Heide, die diesen Teil
unter ihre Fittiche genommen hat. 13 Platzbetreiber aus dem Spreewald, davon acht
aus dem Altkreis Lübben, sind darin vertreten. Animateure stellen mit Sport
und Spiel für die Messebesucher den Campingalltag dar.
125 Jahre Spreewaldtourismus
werden die übergreifende Klammer für eine Präsentation von Kultur,
Handwerk und Tradition sein, die die Tourismus, Kultur und Stadtmarketing GmbH
Lübben (TKS) vorbereitet. Alte Trachten sollen gezeigt werden, eine historische
Spreewaldküche wird aufgebaut, Ostereierverzierer, Böttcher
Waldemar Zech aus Schlepzig, Korbmacherin Julia Löwenberg aus Lieberose,
Leierkastenmann Volkmar Baier aus Alt Zauche und viele andere gestalten die Schau.
Das
Thema «Gesund und aktiv» werde ein weiteres wichtiges sein, so Peter
Stephan. Die Lübbenauer Spreewelten werden eine Sauna aufbauen, die Burger
Therme Anwendungen und Behandlungen demonstrieren. Schließlich ist dem Naturschutz
mit dem Biosphärenreservat ein weiterer Schwerpunkt gewidmet. Auch die Partner
aus Holland und Polen sowie das Dahme-Seen-, das Oder-Spree-Gebiet und die Samerberger
aus Bayern werden eine Rolle spielen.
83 000 Besucher zählte die Messe
im vergangenen Jahr, und auch diesmal werde mit mindestens 80 000 gerechnet, so
Andreas Traube. Um möglichst viele davon inhaltlich zu erreichen, «haben
wir unsere Imagebroschüre jetzt auch auf Englisch aufgelegt» , so Peter
Stephan. «Unser Auftritt soll in hoher Qualität durchgeführt werden,
und alle ziehen bisher sehr gut mit.»
Zum Thema Viel Prestige und Kosten
Die
Chance für den Spreewald, ein internationales Publikum auf der Leipziger
Messe zu erreichen, kostet Geld. Mindestens 50 000 Euro schätzt Tourismusverbands-Chef
Peter Stephan. Für die knapp 1000 Quadratmeter Präsentationsfläche
wird eine Pauschale in Höhe 10 000 Euro gezahlt. Unterstützt wird die
Spreewaldpräsenz laut Stephan vom Land Brandenburg, von den Landkreisen,
von Kommunen und Unternehmen.
Von Ingvil Schirling
09.11.2007
Lausitzer Rundschau
Hervorhebung als Ort im ursprünglichen
Spreewald
Schlepzig nimmt Hürde für das
Prädikat Erholungsort
Schlepzig. Schlepzig erfüllt
die Anforderungen für die Anerkennung als Erholungsort im Land Brandenburg.
Das geht aus einer Tourismusentwicklungsstudie hervor, die die Freizeit- und Tourismusberatung
GmbH erstellt hat. Der Gemeinderat stimmte der Studie während seiner jüngsten
Sitzung zu.
Sie ist Voraussetzung, um das Prädikat
«Staatlich anerkannter Erholungsort» zu beantragen. Die Gemeinde im
Unterspreewald strebt dieses Prädikat an.
Die nun vorliegende Studie beinhaltet
Analysen, Leitlinien und Handlungsempfehlungen, um zentrale Ziele für die
Gemeinde zu erreichen. Das Kurzkonzept basiert auf der Auswertung vorhandener
Statistiken und Daten, auf Expertengesprächen vor Ort sowie auf der Bewertung
der aktuellen Infrastruktur und vorhandener Angebote. «Die Studie ist ein
Leitfaden für unsere künftige Ausrichtung» , erklärt Bürgermeisterin
Heike Noah.
Schlepzig will sich auf Schwerpunktthemen konzentrieren. Dazu zählen
etwa die Positionierung als Standort im Herzen des natürlichen und ursprünglichen
Spreewalds und die Sicherung der Wasserlandschaft Spreewald. Außerdem will
sich Schlepzig auf die naturorientierten Aktivitäten wie Radfahren, Kanuwandern,
Wandern und Kahnfahrten konzentrieren und Angebote für Kinder entwickeln,
beispielsweise Spielplätze. Eine Badestelle soll ausgebaut und ein Wohnmobilstellplatz
errichtet werden. Schlepzig soll sich klar als Spreewald-Ort positionieren, um
von dem hohen überregionalen Bekanntheitsgrad des Spreewalds zu profitieren.
Zudem
sollen der dörfliche Charakter und die Ursprünglichkeit herausgestellt
werden, um sich von größeren Orten wie Burg, Lübben und Lübbenau
abzugrenzen. Die zentrale Botschaft bei der Vermarktung soll lauten: «Schlepzig
wo der Spreewald am ursprünglichsten ist» . Der Landesfachbeirat
hat Schlepzig im vergangenen Jahr besucht und mit Blick auf das Prädikatsverfahren
Handlungsbedarf in folgenden Bereichen ausgemacht: Wellness-Angebote, familiengerechte
Angebote, Erhöhung der Bettenkapazität und Klassifizierung der Unterkünfte.
Vom
Landgasthof «Zum grünen Strand der Spree» lägen Pläne
vor, die vorhandene Bettenkapazität deutlich aufzustocken. Zudem will die
Gemeinde finanzielle Mittel zur Verfügung stellen, um in einem ersten Schritt
Spielgeräte für Kinder anzuschaffen. Der Ausbau der Badestelle soll
insbesondere für Familien mit Kindern attraktiv sein.
Experten einer Arbeitsgruppe
Tourismus vor Ort bezeichnen die touristische Entwicklung in Schlepzig laut Studie
als überwiegend positiv. Die Zukunftsaussichten seien gut. Das Potenzial
werde in erster Linie im Erhalt des Dorfcharakters, der Tradition des Ortes sowie
der Sicherung der ursprünglichen Wasserlandschaft gesehen. Um wettbewerbsfähig
zu bleiben, müsse jedoch das Marketing noch weiter intensiviert, die Organisationsstruktur
den wachsenden Anforderungen angepasst und die interne Zusammenarbeit verbessert
werden.
Andreas Staindl
06.11.2007
Lausitzer Rundschau
Amt will mit Brücke vor dem
Winter fertig sein
Kahnfahrt-Bau in Schlepzig geht
voran
Schlepzig. Die Arbeiten an der Kleinen Kahnfahrt
in Schlepzig sollen noch vor dem Winter soweit fertig sein, dass die Autofahrer
die Umfahrung nicht mehr benutzen müssen.
Ob
dieses Ziel zu schaffen ist, hänge allerdings sehr stark vom Wetter ab, schränkt
Michaela Schudek ein, Bauamtsleiterin im Amt Unterspreewald.
Schleuse
fast fertig
Von der Bauberatung berichtete sie, dass die Schleuse «Poßlings
Eckchen» in rund drei Wochen, also noch im November fertiggestellt werden
soll. Am Donnerstag sei sie trocken und mit Wasser gefüllt baulich abgenommen
worden. In der Dammstraße seien «die Schleuse und die Brücke
in ihrer Grundform da» , so Michaela Schudek. Als nächstes sollen die
Einbauten hergestellt und montiert werden.
Die Kleine Kahnfahrt, die eine Tour
durch das Dorf per Kahn ermöglichen soll, bringt einige Veränderungen
mit sich: Zahlreiche Leitungen und Kabel wurden verlegt und Bäume gefällt.
Das Freifließ wird an die Hauptspree angeschlossen für den rund drei
Kilometer langen Rundkurs. Das Großprojekt soll knapp 900 000 Euro kosten,
von denen ein Teil gefördert wird, und ist in zwei Bauabschnitte unterteilt.
Rentabilität
nicht belegt
Am Vorhaben hatte es auch Kritik gegeben: Unter anderem wurde
die bisher nicht belegte Rentabilität bemängelt. Die soll sich erst
zeigen, wenn die «Kleine Kahnfahrt» zu Beginn der nächsten Saison
von den Spreewaldbesuchern genutzt werden kann.
9.09.2007
Lausitzer Rundschau
Schlepziger Helmut Riedel legt
Wert auf Gesundheit und Leistung
Teckelzucht-Urgestein
feiert Jubiläum
Seit 25 Jahren züchtet der
Schlepziger Helmut Riedel Jagdteckel. Am 29. September 1982 wurde sein Zwinger
unter dem Namen «vom Roggaschin» , der sich auf die Flurbezeichnung
hinter seinem Grundstück bezieht, zugelassen. Mit einem kleinen Treffen von
Teckelherrchen und -frauchen, die Hunde aus seiner Zucht haben, soll das Jubiläum
heute in Schlepzig begangen werden.
 |
Foto: Ingvil Schirling
Aus dem jüngsten
Wurf schaut Yessi in die Kamera.Helmut Riedel mit seinen Jagdteckeln: Yana, Flori,
Peggy, Yessi und Konny (von links) repräsentieren vier Generationen seiner
25-jährigen Zucht.
Vier Generationen rote Teckel wohnen zurzeit auf Riedels
Hof. Flori ist die «Oma» , Konny die Großmutter, Peggy die Mutter
der beiden jüngsten Rabauken Yana und Yessi. Welpen aus 22 Würfen haben
auf Riedels Hof die ersten Schritte gemacht.
Angefangen hat alles mit Assi
und Arta vom Tillax Luch, einer Zucht in Klein Wasserburg. Helmut Riedel liebte
Hunde schon immer und wollte diese Rasse züchten. Mit ihr kam er zur Jagd.
Im Jahr 1983 legte er die Jägerprüfung ab. Seit er nach einem schweren
Unfall in Rente ist, geht es täglich mit den Hunden in den Wald.
Flori
war lange Zeit seine bewährteste Helferin, «ein Spitzenhund»
, wie Riedel sagt, der als Züchter auf Gesundheit und Leistung Wert legt.
Zitternd vor Aufregung, aber ganz still warten die ansonsten bellfreudigen Hunde
auf dem Ansitz, bis das Wild geschossen ist. Dann geht es mit Volldampf auf die
Suche. Riedel setzt sie häufig auch dann an, wenn das Tier sofort tot ist,
also nicht mehr gesucht werden muss. Der Erfolg, sagt er, motiviert die Hunde
zu immer besseren Suchleistungen.
«Flori hat so gut wie jedes angeschossene
Tier gefunden» , sagt Riedel. Ihre Enkelin Peggy, jetzt im Einsatz, ist
kräftiger und hält sogar einen Bock fest, bis die Jäger kommen.
Riedel ist sichtbar stolz auf seine Hunde, und die danken es ihm mit Zuverlässigkeit.
Es ist ein Geben und Nehmen, und die Bindung zwischen Herr und Hunden ist eng.
Dass die Teckel mit im Haus leben, tut sein übriges dazu. Davon ist Riedel
überzeugt, und er weiß auch: Ohne eine Ehefrau, die damit einverstanden
ist, wäre das nicht machbar. Auch sie wird die 25 Jahre mit Freunden und
Jägerkollegen mitfeiern.
Zum Thema Zuchtorganisation
Mit seinem Zwinger
«vom Roggaschin» ist Helmut Riedel im Verein für Jagdteckel organisiert,
der Landesarbeitsgruppe Berlin-Brandenburg. Mehr über die Hunderasse im Internet
unter www.jagdteckel.de.
Von Ingvil Schiling
7.08.2007
Lausitzer Rundschau
Großer Kahnkorso bildet
Höhepunkt des Dorffestes
Feuer und Eis begeistern
in Schlepzig
22 Kähne nahmen die Gäste des
Kahnkorsos anlässlich des Schlepziger Dorffestes auf eine Reise durch Alltag
und Vergangenheit der Spreewaldgemeinde. Beim großen Finale steppten die
Akteure auf allen Kähnen. Kleine Kostproben von Gurken, Kuchen oder Hopfengetränken
versüßten den Zuschauern den Aufenthalt.
 |
Foto: Jens Golombek
Einige Schlepziger Jungs
ließen sich zum Abschluss des Kahnkorsos von einem Sprung in die Fluten
der Spree nicht abhalten. Die beiwohnenden Gäste nahmen es zumeist mit Humor.Auch
mehrere Gänse fuhren im Kahnkorso mit.
Gestakt von Kurt Müller,
läutete der erste Kahn mit zünftiger Blasmusik den bunten Reigen ein.
Unter dem Namen «Klim Bim» spielten die zwölf Musikanten im Jahr
1978 zum ersten Mal zur Schlepziger Fastnacht. Seitdem haben sie nichts von ihrem
Temperament verloren.
Es folgte das Wassergefährt der Kita «Libelle»
, die mittels eines großen Plakates eine Badestelle in Schlepzig forderten.
«Unsere Kinder fühlen sich sehr wohl im Dorf, aber bei hochsommerlichen
Temperaturen vermissen sie an der Spree eine schönen Strandbereich»
, erklärte Leiterin Marianne Miether.
Ein besonders originelles Bild
bildete die Schlepziger «Entenpolizei» . Die als Enten verkleideten
Akteure waren insbesondere darauf bedacht, dass die Kähne des Heimatvereins
oder des Skat- und Spieleabends sich wie auch alle anderen Verkehrsteilnehmer
an die Vorfahrts- und Sicherheitsregeln zu halten hätten. «Wir haben
unsere Augen überall» und «Entenaugen sehen gut» , hieß
es vom Kahn.
Burghard Kamprad stakte für das Bauernmuseum einen ganzen
Zug «auf der Reise in die Vergangenheit» über die Quaasspree.
Der Anglerverein «Arche Schlepzig» hatte dagegen auf seinem Gefährt,
versteckt im Schilf, sogar seinen Grill angeworfen und mangels Anglerglück
Bratwürste aufgelegt.
Die Schlepziger Jugend zeigte, trotz hochsommerlicher
Temperaturen in dicken Daunenjacken verpackt, das Leben im Schlepziger Winter.
Auf dem Kahn waren unter anderem zugeschneite Heuschober zu sehen. Der anschließende
Sprung in die recht kühle Spree brachte den Jungs unerwartete Abkühlung.
Ebenso erfrischte das Speiseeis, welches die Belegschaft der «Scheunenherberge»
aus dem benachbarten Neu Lübbenau verteilte.
Daniel Lehmann, Fährmann
der «Spreewaldapotheke» hatte die Schlepziger Brücken und den
aktuellen Wasserstand offenbar ganz exakt vermessen. Die Schachteln auf dem obersten
Regal des Apothekertresens passten auf den Millimeter genau darunter hindurch.
Bei manchem Zuschauer war dabei eine Gänsehaut zu beobachten.
Auch Michael
Künzel stakte einen Kahn in Form eines kleinen Ablegers seines Landgasthauses
«Zum Unterspreewald» samt Gurkensuppen- und Bierausschank über
die Spreewaldfließe.
Beim großen Finale an der Mühlbrücke
spielte die Gruppe «Klim Bim» zusammen mit den «Kremsermusikanten»
auf. Daraufhin wurde auf allen Kähnen des Korsos sowie in den Uferbereichen
ausgiebig getanzt.
«Die Kähne waren wieder richtig super»
, resümierte Zuschauerin Irmgard Michelchen. «Aber den Sprecher hier
an der Reuse konnte man voll vergessen. Der hat niemanden mitgerissen. Er hat
sogar die Leute nach Hause geschickt, obwohl die Kähne ja wiederkamen und
die Fete erst richtig losging.»
«Bei dem Grill habe ich mich ja
schon gewundert, dass die sich das auf einem Holzboot trauen» , erklärte
Kahnkorsogast Frank Haden anerkennend. «Aber ein richtiges Lagerfeuer unter
dem Hexenkessel bei der Apotheke, das werde ich wohl nicht mehr vergessen. Es
ist einfach großartig, was sich die Akteure hier ausgedacht haben. Der Weg
nach Schlepzig hat sich auf jeden Fall gelohnt. Wir kommen nächstes Jahr
wieder.»
Von Jens Golombek
7.08.2007
Lausitzer Rundschau
Kleine Kahnfahrt in Schlepzig
nimmt Gestalt an
In der Dammstraße wird weitergebaut
Schlepzig.
In den nächsten Tagen sollen die Arbeiten in der Schlepziger Dammstraße
wegen des Baus der Kleinen Kahnfahrt wieder aufgenommen werden. Darüber informiert
Michaela Schudek, Leiterin des Unterspreewälder Bauamtes.
«Die
alten Spundwände müssen raus und die neuen rein. Das hat bislang noch
nicht geklappt» , sagt sie. Anlass für die Verzögerung sei ein
anderes Verfahren, dass jetzt zum Einsatz kommen werde. «Wir müssen
unter allen Umständen erschütterungsfrei arbeiten» , erläutert
die Bauamtsleiterin. Das besage eine entsprechende Auflage, da sich in unmittelbarer
Nähe der Baustelle ein historisches Fachwerkhaus befindet. «Ein Schaden
an diesem Gebäude ist nicht zu befürchten» , beruhigt Michaela
Schudek.
Wenn die neuen Spundwände eingebracht seien, würde die
Baufirma mit dem Ausbaggern der für die Schlepziger Dorfumfahrung benötigten
Fließe und Gräben beginnen. Dadurch verspreche sich die Gemeinde auch
bessere Zugangsmöglichkeiten zum Wasser im Brandfall.
Unterdessen gehen
die Bautätigkeiten an der Schleuse «Poßlings Eckchen» in
die nächste Phase. «Nachdem in die Schleusenkammer der Unterbeton eingebracht
wurde, sind jetzt die Firmen am Zuge, welche die Stahleinbauteile herstellen»
, erläutert Michaela Schudek. Im November sollen die Arbeiten an der Kleinen
Kahnfahrt beendet sein. (tr)
6.08.2007 Lausitzer Rundschau
Dorffest
mit Bauernmarkt und an neuem Ort fand viel Zustimmung
Tradition
lockt nach Schlepzig
Zwischen Brennerei,
Brauerei und Landgasthof und dem Kahnfährhafen stieg am Wochenende das Schlepziger
Dorffest. Wie Bürgermeisterin Heike Noah sagte, «haben wir mit Markt
und Festzelt hier auf dem Gelände der Brauerei in diesem Jahr eine ganz neue
Location gefunden.» Bei solch super Bedingungen sollten Groß
und Klein sich wohl fühlen.
Foto: Jens Golombek
Eine Pause legten
die Akteure der Domowina Briesensee während ihres «Waschtags»
ein.Das Schlepziger Hinterbackofenballett aus einer ungewöhnlichen Perspektive:
Die Damen führten im Festzelt ihren Pantoffeltanz auf, zeigten aber auch
Figuren aus dem amerikanischen Squaredance.
Während manche es sich am kleinen Strand an der von Libellen umschwirrten
Cocktailbar gut gehen ließen und die Jungstörche bei ihren gemeinsamen
Flugstunden beobachtete, stürmten die meisten den nahe gelegenen Bauernmarkt,
dessen Eingang der Schlepziger Weidendom bildete.
Nicht nur «Gurken
Paule» aus Lübben und die Wittmannsdorfer Butterfrauen sorgten dort
für Spreewälder Flair. Arnold Klähr zeigte die Kunst der Herstellung
Spreewälder Mollen, muldenförmige Holzgefäße, in denen früher
Brotteig transportiert und Schlachtfleisch abgelegt wurde. Erklärt wurde
Interessierten ebenso, wie Weidenkörbe gefertigt werden. Von Kaninchenkeulen
bis Spreewälder Hefeplinsen wurde jeder Gaumenwunsch erfüllt. Der Duft
von Kuchen aus dem Lehmbackofen oder vom Holzofenbrot betörte nicht nur die
Domowina Trachtengruppe bei ihrem großen Waschtag.
Der Eismann
von nebenan hat uns vorhin seine Schürze gebracht, die war voller Schokoflecken,
berichtete Irma Paulsen. Selbstverständlich haben wir die mit bestem
Spreewasser und viel Rubbeln wieder blütenweiß bekommen. Aber es war,
wie schon früher, anstrengende Arbeit. Besonders das Mangeln verlange
kräftige Oberarme. Tischtücher oder Bettwäsche konnten mit
den Kohlenbügeleisen nicht geglättet werden, erklärte Irma
Paulsen. Da wussten die Waschfrauen, was sie den ganzen Tag gemacht hatten.
Holger Wieloch hatte den Bauernmarkt mit den rund 40 Ständen organisiert.
Wir haben besonderen Wert auf das Bäuerliche und Handwerkliche gelegt.
Mit den brandenburger Produkten haben wir meiner Meinung nach einen modernen Mix
gefunden, der sich auch für alle Beteiligten rechnet. Das zur Verfügung
gestellte Gelände am Schlepziger Landgasthof leiste seinen Teil dazu. Die
Leute kaufen, sitzen, genießen und fotografieren. Ich glaube, es sind
alle sehr zufrieden und wir haben das Dorffest um ein gutes Stück bereichert.
Die Schlepziger Kita läutete mit ihrem Auftritt einen bunten Nachmittag ein.
Das Schlepziger Hinterbackofenballet, die jüngste der flotten Damen in ihren
schönen Blaudruck-Röcken ist 64 Jahre alt, zeigte im Festzelt Spezialitäten
wie ihren Schlepziger, einen Pantoffeltanz, mit dem das Ballett geboren
wurde, aber auch amerikanischen Squaredance.
Uwe Zech, Braumeister der Spreewälder
Privatbrauerei, stach das Fass mit dem von ihm gebrauten Festbier an. Es
hat eine sehr hopfige Note, erhöhte er die Vorfreude der wartenden
Gäste mit trockenen Kehlen. Ich habe für diesen Anlass eine Prise
mehr als normalerweise genommen.
Das war ein richtig schöner
Tag, abgeschlossen von einem herrlichen Abend, schwärmte Georg Heide.
Ich bin von unserem Dorffest sehr begeistert, zog Bürgermeisterin
Noah am Samstag ein vorläufiges Fazit, ehe am Sonntag der Kahnkorso als Höhepunkt
des Dorffestes folgte. Ich denke, es wurde gut angenommen und würde
mich freuen, wenn dies so im nächsten Jahr fortgesetzt werden könnte.
Dies bestätigte Torsten Römer vom Schlepziger Landgasthof. Das
Ambiente zusammen mit dem Wetter, dann noch so ein schöner Besuch, wir sind
sehr zufrieden. Wenn die Gremien des Dorfes es ermöglichen, werden wir dieses
harmonische Ereignis nächstes Jahr gern wiederholen.
Von
Jens Golombek
Lausitzer Rundschau v. 21.07.2007
Weiterer
Renovierungsabschnitt der ehemaligen Stallscheune beendet
Schlepziger
Fachwerkhaus bekommt dritte Bewohnerin
Schlepzig.
Nach gut 20-jährigem Leerstand und jahrelangen Renovierungsarbeiten ist in
die ehemalige Stallscheune an der Ecke Dorfstraße/Bergstraße in Schlepzig
einmal mehr neues Leben eingezogen. Seit fast zwei Jahren praktiziert dort die
Allgemeinärztin Dr. Jana Knieschke.
 |
Foto: Harald Friedrich
Christina Dörp
ist mit ihrer Praxis in die ehemalige Stallscheune in Schlepzig eingezogen, die
mehr als 20 Jahre lang leergestanden hatte. Harry Poßling restaurierte das
Gebäude.Dieser alten Stallscheune hat sich Harry Poßling angenommen.
Mittlerweile ist sie ein schön restaurierter Fachwerkbau an der Dorfstraße
in Schlepzig.
Eine der beiden Wohnungen im Dachgeschoss ist seit längerem
vermietet. Als eine weitere Gesundheits-Dienstleisterin praktiziert seit kurzem
Physiotherapeutin Christin Dörp in spreewaldtypisch gestalteten Räumen.
Der Schlepziger Harry Poßling hatte das langgestreckte Gebäude gekauft.
Sein Ziel war von Anfang an, es in spreewaldtypischem Sinne zu restaurieren und
neues Leben einziehen zu lassen. Nachdem die Schlepziger keinen Allgemeinarzt
mehr im Dorf hatten und teilweise weite Wege zu ihren Untersuchungen auf sich
nehmen mussten, stand sein Plan fest: Ein Arzt sollte in das Haus einziehen. «Die
Arztpraxis von Jana Knieschke wird mit sehr viel Liebe und Engagement von dem
gesamten Team geführt» , schätzt er ein und freut sich über
den gelungenen Plan.
Als Nachbarn für die Allgemeinmedizinerin hätte
Poßling auch gern einen Augenarzt gesehen. Seit Jahren gibt es keinen mehr
in der Region um Lübben. Doch derjenige, mit dem der rührige Schlepziger
schon in Verbindung stand, ging dann doch in eine Praxis nach Bayern.
Statt
dessen zog Christin Dörp ein. «Bei der Gestaltung der Räume wurde
großer Wert auf die Einhaltung der Intimsphäre gelegt» , so Harry
Poßling, wobei sich diese Gestaltung dem Äußeren des Gebäudes
ebenso anpasst wie der Einrichtung der Arzträume. Die Behandlungsräume
sind abgeschlossen, direkt neben dem Warteraum «doppelt beplankt und damit
schallgeschützt» , erklärt Christin Dörp. Die gebürtige
Halberin hat ihre Ausbildung in Cottbus gemacht, sich in Berlin weitergebildet
und fühlt sich nun im Spreewald wohl.
Behindertengerecht sind ihre Räume
ebenso wie die der Arztpraxis zu erreichen. Alte Balken, Backsteinsimse, eingebaute
Feldsteine und alte, verspiegelte Stallfenster sorgen für Atmosphäre.
Ihr Anmeldebereich befindet sich direkt an der Stelle, an der früher das
Tor zur Stallscheune war. Auch dies ist als Hingucker für die Schlepziger
in einem der alten Gebäude in ihrem Ort gedacht, das im Jahr 1897 errichtet
wurde.
Ingvil Schirling
Lausizer Rundschau
v. 21.6.2007
Foto: A. Staindl
Das Festbier für
das Schlepziger Dorffest ist angesetzt.Gefeiert wird vom 3. bis 5. August. Bürgermeisterin
Heike Noah, Karin Kappus von der Tourist-Info des Dorfes sowie Braumeister Uwe
Zech (vorn v. r.) haben in der Spreewälder Privatbrauerei in Schlepzig den
Aromahopfen in die Würzpfanne geschüttet. Etwa 60 Minuten bleibt die
Maische im Kocher, wird in Behälter gefüllt und später gefiltert.
«Pünktlich zum Dorffest ist das Bier fertig» , sagt Braumeister
Uwe Zech.

25.05.2007
Lausitzer Rundschau
Kleine Kahnfahrt Schlepzig trotzdem
im Zeitplan
Fehlender Stahl sorgt für Bauplanänderung
Schlepzig.
Seit dieser Woche sind die Arbeiten am ersten Bauabschnitt der Kleinen Kahnfahrt
in der Schlepziger Dammstraße unterbrochen. Grund sind Probleme mit der
Materiallieferung. Jetzt könnte der zweite Bauabschnitt an Poßlings
Eckchen vorgezogen werden.
Foto: Harald Friedrich
Die
Bauarbeiten in Schlepzig sind unterbrochen worden. Der Zeitplan soll dennoch eingehalten
werden.
«Es gibt keinesfalls
einen Baustopp für die Kleine Kahnfahrt» , stellt der Unterspreewälder
Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine energisch klar. Es gebe lediglich logistische
Schwierigkeiten. Aus diesem Grund würden die Arbeiten am ersten Bauabschnitt
in der Dammstraße ruhen. «Die Firma, welche die Stahlbohlen für
die Einschalung heranschaffen soll, hat ein Lieferproblem. Daran hakt es»
, erklärt Kleine. «Wir wollen das Problem schnell klären»
, fügt er an.
Eventuell zeitiger
Der Stahl solle im Zuge des Schleusen- und Brückenneubaus fest verpresst
werden. «Wir verzichten ganz bewusst auf die sonst übliche Rammung,
um das daneben stehende Fachwerkhaus zu schonen» , erklärt der Amtsdirektor.
Aufgrund der vorübergehend eingestellten Arbeiten in der Dammstraße
bestünde die Möglichkeit, vorzeitig mit dem zweiten Schleusenbau an
Poßlings Eckchen zu beginnen. Dort sei die Rede von einem Baubeginn im Juni
gewesen. Eine entsprechende Entscheidung solle möglichst zügig fallen.
Trotz des ganzen Wirbels bleibt Jens-Hermann Kleine gelassen: «So etwas
kommt bei Baumaßnahmen häufiger vor. Das ist nicht dramatisch.»
Außerdem sehe er keine Probleme, den vorgegebenen Bauzeitraum einzuhalten.
Bis zum Spätherbst 2007 solle das komplette Projekt fertig gestellt sein.
Schon
vieles erledigt
Erst am 2. Mai sei die Baustelle in der Dammstraße eingerichtet
worden. Seitdem ist bereits viel passiert. «Wir haben das Freifließ
von der Hauptspree abgeriegelt, Kabel und Leitungen umverlegt und ein paar Bäume
gefällt» , zählt Jürgen Jung, Chef der gleichnamigen Landschafts-
und Straßenbaufirma die bisherigen Arbeiten auf. Auch er ist sich sicher,
dass der Gesamtzeitplan gehalten werden könne: «Das schaffen wir schon.»
Torsten
Richter
Maitreiben im Schlepziger Museum
Das
12. Maitreiben des Amtes Unterspreewald wird am Sonnabend, dem 26. Mai, ab 13
Uhr auf dem Gelände des Bauernmuseums in Schlepzig gefeiert. Nach der Eröffnung
durch den Amtsdirektor wird die Combo des Polizeiorchesters des Landes Brandenburg
spielen.
Die Kinder der Kita «Libelle»
aus Schlepzig zeigen ihr Programm um 14.45 Uhr, eine Zaubershow ist für 15.15
Uhr angekündigt. Weiterhin werden das Folklore-Trio «Luttchen»
um 15.45 Uhr und der Gospelchor Lübben um 16.30 Uhr auftreten. Das Duo Carnevale
wird ab 17.15 Uhr für Spaß sorgen, kündigt das Amt an.
24.05.2007
Lausitzer Rundschau
Schlepziger pflegt
ungewöhnlichen alten Spreewaldkahn
Kur
an der Quaasspree
Schlepzig. Einem
besondereen Kahn hat ein Schlepziger an der Quaasspree eine Pflegekur zukommen
lassen. Mehrere Schichten Kahn-Teer sollen den Verfall des nicht mehr ganz so
taufrischen Modells aufhalten.
Foto: Jens Golombek
Ungewöhnlich
ist der Kahn, dem Andreas Krüger mit Teer eine Pflegekur gegeben hat. Denn
das Gefährt ist aus Längsbohlen gebaut. Der Schlepziger vermutet, dass
es sich um den letzten erhaltenen Kahn dieser Bauart im Spreewald handelt.
Das
ist der letzte Längsbohlenkahn im Unterspreewald, vermutet Andreas
Krüger. Drei massive Kiefernholzbretter bilden den knapp acht Meter langen
Bootsrumpf. Heutzutage werde der Einfachheit halber ausschließlich mit kurzen
Brettern quer beplankt. Schmiedeeiserne Nägel, bei denen noch keinerlei Rost
zu entdecken ist, halten die Bordwände des alten Modells, deren Oberkante
zudem völlig eben ist. Weil hier keine Querbalken sind, konnten die
Bauern mit den beladenen Schubkarren direkt von der Wiese durch den ganzen Kahn
fahren, erklärt der Schlepziger das Konzept des unbekannten Kahnbaumeisters
bewundernd.
Früher wurde das Holz nicht entharzt, das hat sich
dann geändert, und heutige Holzkähne sind oft schon nach 15 Jahren verfault.
Auch die Bauform fasziniert den Schlepziger. Zusammen mit den Längsbohlen
ergibt sich eine phantastische Hydrodynamik. Damit stakte man damals bestimmt
dreimal so schnell, vermutet Andreas Krüger.
Bei Emil Hempel, einem
Schlepziger Bauern, war der Kahn mehr als 40 Jahre lang im Dienst. Zusammen mit
einem Freund hatte Andreas Krüger das Unikat vor Jahren in Sichtweite des
Schlepziger Kahnhafens direkt an der Quaasspree deponiert. Eigentlich könne
der auch ins Museum, aber hier fahren alle Gästekähne vorbei und
die Fährleute erklären dann gerne dessen Besonderheiten. Deshalb
stünde der Kahn auch kopfüber und leicht schräg. Die entscheidenden
Details ließen sich so besser erkennen.
Er versuche schon immer, das
Alte zu bewahren, erzählt Andreas Krüger. Es ist doch schön,
wenn man so etwas erhalten kann vor allem wegen der fast vergessenen Handwerkskunst.
Den nächsten Pflegetermin hat er sich für 2012 vorgemerkt. So lange
halte die Teerimprägnierung für den Kahn Wind und Wetter stand.
Jens
Golombek
21.05.2007 Lausitzer Rundschau
Heiteres,
Geselliges, Besinnliches europaweit in der Unterspreewald-Gemeinde
Nachtwächter-Sturm
auf Schlepziger Kuchenbüfett
SCHLEPZIG.
Der Apfelkuchen war gut, hast du auch schon den Zuckerkuchen probiert?
Klänge in verschiedenen deutschen Dialekten und Sprachen anderer Länder
im Garten des Schlepziger Bauernmuseums verrieten: Zufriedene Gäste hat es
am Freitag im Unterspreewald gegeben.
Foto: Detlev Simsch
Während der Prozession der 69 Zunftmitglieder durch Schlepzig zeigte Stefan
Kreienbühl aus dem schweizerischen Bischofszell die neue Standarte der Zunft
an der Spitze des Umzuges.
Die waren aus sieben Ländern Europas gekommen.
Die Europäische Zunft der Nachtwächter und Türmer traf sich in
Lübben und Umgebung zu ihrer 22. Sitzung. Das ist eine Ehre für
den Spreewald und eine gute Werbung für unsere gästefreundliche Reise-Region,
sagte Dieter Günzel, Vorsitzender des Tourismusvereins Lübben und Umgebung.
Der Verein richtete gemeinsam mit der Zunft und mit Unterstützung der Stadt
Lübben dieses Treffen aus.
Zustimmung zu Land, Leuten und zur Vielfalt
der Angebote vom Kulinarischem bis hin zum Erlebnis in Natur an und auf dem Wasser
gab es in mehreren Sprachen beim internationalen Treffen auf dem Schlepziger Museums-Hof.
Hellebarden, Morgensterne und vor allem viele Nachtwächter-Laternen
haben an unserer Linde auf dem Museums-Hof noch nie gestanden. Aber alles ist
friedlich und freundlich, freute sich Schlepzigs Ortsbürgermeisterin
Heike Noah. Sie hörte gern das Lob zur Gastfreundschaft, den pieksauberen
Ort, die freundlichen Einwohner. Die hatten die 69 Nachtwächter und Türmer
mit ihren Angehörigen zuvor bei einer Prozession vom Hafen bis zur Kirche
und danach bis zum Museum zum Teil kennenlernen dürfen.
Die Gäste
waren mit acht Spreewaldkähnen von Lübben aus am Mittag im Schlepziger
Hafen mit fröhlichem Horn-Tuten und Gesängen eingetroffen. Wenig später
erwartete sie Landrat Martin Wille im Garten des Gasthofes Zum grünen
Strand der Spree, um gemeinsam mit den Gästen aus Deutschland, den
Niederlanden, Dänemark, der Schweiz, Polen und weiteren der insgesamt elf
Zunft-Mitgliedsländer das extra für dieses internationale Treffen gebraute
Nachtwächter-Bier zu verkosten.
Mit 7,4 Prozent ist
dieses Bier wirklich ein starkes Getränk, aber die Nachtwächter sind
auch ein starker Stand, stellte Torsten Römer vom Landgasthof das neue
Bier vor. 1500 Liter haben wir gebraut, da können Spreewälder
durchaus auch kosten, so Römer.
Landrat Wille erinnerte in seinem
Grußwort daran, dass die Zunft eine schöne Tradition touristenattraktiv
pflege. Damals im Schutz der Waffen für die Stadt, heute mit dem Schutz
des Wortes, hob er die Einzigartigkeit des Wirkens der Zunftmitglieder sowohl
als Bewahrer regionaler Geschichte als auch als Vermittler zwischen Nationalitäten
auf den jeweiligen Rundgängen hervor.
Bei einem Festgottesdienst in der
sehr gut besuchten Schlepziger Dorfkirche erinnerte Superintendentin Ulrike Voigt
in ihrer Predigt über die fünf törichten und fünf klugen
Jungfrauen aus dem Matthäus-Evangelium an die hilfreichen Wurzeln der
Zunft. Sie sei heute wie damals der Wohlfahrt der Bürger verpflichtet, sagte
Ulrike Voigt.
Die Menschen, denen er begegnete, seien freundlich, aufgeschlossen
und an seinem Hobby interessiert, sagte Manfred Schnabel, seit zwei Jahren Nachtwächter
im sächsischen Zwönitz. Kahnfahrten im Spreewald kannte ich bisher
nur aus dem Fernsehen, aber in Wirklichkeit ist alles viel schöner,
so sein Urteil. Der Spreewald ist mit seinen Menschen viel angenehmer, als
es in Büchern zu lesen ist, diese Erfahrung hat Karl Wild, Türmer
in Nördlingen zwischen Nürnberg und Würzburg gemacht. Er wie viele
der Gäste wollen gern den Spreewald erneut erkunden. (-ds)
19.05.2007
Märkische Allgemeine
Nachtwächter im
Spreewald
Viel Spaß beim 22. Europäischen Zunft-Treffen in Lübben
und Schlepzig
Nachtwächter und Türmer aus sieben europäischen
Ländern in Schlepzig.
Foto: Schmidt
LÜBBEN
Kräftig und dunkel ist das erste "Nachtwächterbier", das in
Schlepzig vor vier Wochen angesetzt und gestern erstmals ausgeschenkt wurde. 1500
Liter Gerstensaft hatte der Landkreis Dahme-Spreewald für den Empfang von
rund 70 Nachtwächtern und Türmern aus sieben Ländern anlässlich
des ersten Europäischen Nachtwächtertreffens im Spreewald spendiert.
"Werden sie Botschafter für unsere Region, die es lohnt, sich anzuschauen",
sagte Landrat Martin Wille nach einer Tour in festlich geschmückten Kahnen
von Lübben nach Schlepzig vor zahlreichen Gästen. Eingeladen zu diesem
Treffen hatte Lübbens Nachtwächter Frank Selbitz.
"Das
ist unser 22. Zunft-Treffen. Eine Kahnfahrt hatten wir noch nie", schwärmten
Peter Damson und Fritz Offenhäuser, Türmer aus Öhringen in Baden-Württemberg.
Vor 15 Jahren sei der 500 Jahre alte Kirchturm ihres Heimatortes als Museum eröffnet
worden. Seitdem üben die Herren dieses seltene Amt aus.
Während
Türmer in der Vergangenheit Feuerwache auf Kirchtürmen und Stadttoren
hielten, zu jeder vollen Stunde in ihre Hörner bliesen, gingen die Nachtwächter
durch die Straßen, um nach Gefahren und Bösewichten Ausschau zu halten.
"Das war ein richtiger Soldatendienst. Nachtwächter mussten zurückschlagen
können, deshalb können auch heute nur Männer Mitglieder der Zunft
werden", so Zunftmeister Johnnes Thier. Vor drei Jahren in sein Amt gewählt,
übt er es heute nach historischem Vorbild aus.
"Ab
Samstag werden wir insgesamt 157 Zunftbrüder aus elf Ländern sein. Sieben
neue Kollegen können wir in Lübben aufnehmen", erklärt er
eine wichtige Zeremonie der alljährlichen Treffen. Der Schweizer Stefan Kreienbühl
aus Bischoffszell zum Beispielwurde im Vorjahr in die Zunft aufgenommen und gehört
zu den jüngsten Türmern des Landes. Allerletzter Nachtwächter in
der Geschichte Europas war ebenso ein Schweizer: Er war bis 1978 in Stein am Rhein
im Dienst.
Wer Nachtwächter und Türmer in
Aktion erleben möchte, sollte die Nachtwächter-Kahnnacht heute in Lübben
ab 19 Uhr nicht versäumen.(usch)
18.05.2007
Lausitzer Rundschau
Aalräuchern
in Schlepzig
Foto: Ilja
Melcher
In einem selbstgebauten Ofen räuchert Erwin Pfennig Aale, Forellen
und Karpfen und bietet sie an einem Stand am Schlepziger Landgasthof an Wochenenden
und Feiertagen an. Der 56-Jährige ist gelernter Binnenfischer. «Wer
nicht räuchern kann, ist auch kein Fischer» , sagt er schmunzelnd.
Er versuche, vor allem Fische von Betrieben aus der Region zu bekommen wie in
Jamlitz oder Peitz, von dem auch die Petkampsberger Teiche bei Schlepzig bewirtschaftet
werden. «Denn die einheimischen Fische sind die besten und stärksten»
, begründet der Schlepziger.
27.04.2007
Lausitzer Rundschau
Nächsten Mittwoch ist Baubeginn
/ Kritik ist nicht verstummt
Freie Fahrt für
Bauleute an der Dorfumfahrung Schlepzig
Am 2. Mai
beginnen die Bauarbeiten an der Schlepziger Dorfumfahrung. Dafür soll das
Freifließ an die Hauptspree angeschlossen, und mehrere Schleusen sowie eine
Brücke gebaut werden. Voraussichtlich bis zum Spätherbst könnte
das gut drei Kilometer lange touristische Großprojekt in zwei Bauabschnitten
vollendet sein. Auch die Umwelt soll nach Angaben von Fachleuten profitieren.
Fußgänger und Radfahrer werden die Baufortschritte hautnah beobachten
können.
 |
Foto: T. Richter
Planer Jürgen Heider
(l.) erklärte bei der gestrigen Bauanlaufberatung detailliert, wo was ab
der kommenden Woche in der Dammstraße passieren werde. Bürgermeisterin
Heike Noah (r.) sprach von einem «großen Tag für Schlepzig»
.
«Es hat so viel Mühe bereitet, bis wir heute zur Bauanlaufberatung
zusammen kommen konnten. Doch ein altes Sprichwort sagt ja, ,Was lange währt,
wird gut» , begann der Unterspreewälder Amtsdirektor Jens-Hermann
Kleine gestern seine kleine Ansprache in der Schlepziger Dammstraße. In
der Tat verging fast ein Jahr seit dem ursprünglich geplanten Anfangstermin.
Eigentlich sollte bereits im Juli 2006 Baustart sein. Ursache für die Verzögerung
waren unter anderem die höheren Kosten. Jetzt bewegt sich die Gesamtbausumme
nach Angaben des Amtes bei rund 895 000 Euro, wobei ein erheblicher Anteil gefördert
wird. Bis heute nicht verstummt sei dagegen Kritik an der Durchführung des
Projektes. Insbesondere würde die nicht geprüfte Rentabilität der
Kleinen Kahnfahrt bemängelt.
Ab kommenden Mittwoch ist die Dammstraße
voll gesperrt, teilte das Amt Unterspreewald mit. Der Parkplatz der Gaststätte
«Zur Reuse» könne aber mit Einschränkungen weiter genutzt
werden. Eine Umleitung über die Alte Lübbener Straße / Sturzgartenweg
werde ausgeschildert. Die Firma Landschafts- und Straßenbau Jürgen
Jung habe diese Strecke bereits vorsorglich ausgebessert. Das Lübbener Unternehmen
werde den Bau der kompletten Kleinen Kahnfahrt übernehmen. «Zunächst
müssen die vielen Kabel und Leitungen umverlegt werden» , erklärte
Geschäftsführer Jürgen Jung. Anschließend müssten Baumfällungen
vorgenommen werden, um Baufreiheit zu schaffen. Planer Jürgen Heider vom
Cottbuser Ingenieurbüro IPP-Hydro-Consult GmbH (IHC) sprach von zehn Bäumen,
die weichen sollen. Allerdings werde es voraussichtlich im kommenden Herbst Ersatzpflanzungen
in Schlepzig geben. In den Boden kämen dann Stieleichen, Eschen und Roterlen.
Fließen
ist besser als stehen
Anschließend würden die Arbeiten an der neuen
Schleuse beginnen. Dazu müsse die Hauptspree abgeriegelt werden. Wolfgang
Haas, Leiter der Außenstelle Lübben des Landesumweltamtes (LUA), bot
an, bei Bedarf den Wasserstand «operativ verändern zu können»
. «Wir könnten das Spreewasser unter anderem über den Puhlstrom
umleiten» , sagte der Wasserexperte. Darüber hinaus betonte Haas ausdrücklich
die Zustimmung seiner Behörde zum Gesamtprojekt. Es würde schließlich
auch aus ökologischer Sicht von Vorteil sein: «Fließende Gewässer
sind immer besser als stehende oder abgeschnittene» , fügte Wolfgang
Haas an. Im Zuge des Schleusenneubaus würde auch ein Fischpass den Fließbewohnern
das Passieren der Schleuse ermöglichen.
Brücke
aus Eichenholz
«Nach dem Bau der Schleuse wird die neue Brücke
gebaut» , beschrieb Planer Heider den weiteren Fortgang der Arbeiten. Sie
werde sich 50 Zentimeter über dem derzeitigen Straßenniveau erheben.
Die Fahrbahnbreite gab Jürgen Heider mit 3,50 Meter an. «Das Besondere
an dem Bauwerk ist, dass direkt auf der Brücke die Fahrbahn auf rund 20 Quadratmeter
Eichenbohlen liegen wird» , sagte der Bauingenieur. Die Bauarbeiten in der
Dammstraße sollen im Spätsommer abgeschlossen werden.
Während
der gesamten Baumaßnahme könnten Fußgänger und Radfahrer
die Baustelle passieren und die Arbeiten verfolgen. Außerdem gibt es laut
Michaela Schudek vom Bauamt Unterspreewald jeden Donnerstag um 11 Uhr eine Vorortberatung,
bei der auch die Anwohner ihre Fragen stellen könnten.
Ab Juni wird laut
Schudek an Posslings Eckchen weitergebaut. Neben der alten Schleuse solle eine
neue Schleuse mit Stemmtor und Fischpass entstehen. Die gesamte Kleine Kahnfahrt
wäre im November 2007 komplett fertiggestellt.
Von
Torsten Richter
27.04.2007 Lausitzer Rundschau
Verwaltung
sieht durch Realisierung neue Erwerbsmöglichkeiten
Schlepziger
kritisiert Gemeinde und Amt wegen Kleiner Kahnfahrt
Schlepzig.
Als «luxuriöses Großprojekt» bezeichnet Thomas Fischer
die Kleine Kahnfahrt, für deren Realisierung gestern die Bauanlaufberatung
war. Er gehört zu den Kritikern des Vorhabens.
Denn
mit ihm geht nach Fischers Ansicht «ein Traum weniger Bürger von Schlepzig,
meist Gemeindevertreter und Anlieger der Schlepziger Dorfspree (Freifließ),
in Erfüllung, die sich wirtschaftliche Vorteile versprechen» . Der
Aufwand die Kosten werden auf eine knappe Million Euro geschätzt
stünde in keinem Verhältnis zum Nutzen, schreibt der Schlepziger in
einem Brief an die RUNDSCHAU.
In den Augen von Fischer «birgt die Kleine
Kahnfahrt ein für die Gemeinde nicht mehr kalkulierbares wirtschaftliches
Risiko» . Es gebe keine «seriöse Wirtschaftlichkeitsberechnung»
und die Schulden der Gemeinde würden sich durch die Kreditaufnahme für
dieses Vorhaben in Höhe von 120 000 Euro «mehr als verdoppeln»
. Er verweist darauf, dass der mit Fördermitteln gebaute gemeindeeigene Kahnhafen
«bis heute weder ausgelastet noch bezahlt ist» .
Bei diesem Hafen
handelt es sich laut Michaela Schudek, Bauamtsleiterin des Amtes Unterspreewald,
um eine Einzelmaßnahme im Rahmen der Dorferneuerung, für die insgesamt
3,6 Millionen Euro in Schlepzig investiert worden seien. Damals habe es Förderungen
in Höhe von bis zu 90 Prozent der Kosten gegeben. Für den Eigenanteil
habe die Gemeinde Kredite aufgenommen. Davon seien noch 19 800 Euro offen. «Der
Anteil, den der Hafen daran hat, ist marginal» , so Michaela Schudek.
Was den Vorwurf einer fehlenden Wirtschaftlichkeitsberechnung betrifft, verweisen
Schudek und Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine unter anderem auf die baufachliche
Prüfung seitens des Finanzministeriums. «Das ist wie eine vorgezogene
Rechnungsprüfung» , so Schudek. «Dabei ist untersucht worden,
ob die Kosten im Verhältnis zum Nutzen stehen, ob die Preise vernünftig
sind. Und das Ergebnis war, dass die Fördermittelsumme erhöht wurde.»
Die Kommunalaufsicht ihrerseits hat Kleine zufolge «alle Beschlüsse,
die dieses Vorhaben betreffen, geprüft. Sonst hätte es keine Förderung
und auch nicht die Genehmigung des Kredits gegeben.» Aber Schlepzig sei
mit seinem ausgeglichenen Haushalt als kreditwürdig eingeschätzt worden.
Michaela Schudek betont, dass die in der Vergangenheit für die Dorferneuerung
sowie für die Modernisierung von Wohnraum aufgenommen Kredite «ebenso
der Allgemeinheit dienten wie jetzt die Kleine Kahnfahrt» .
Das stellt
Fischer in Abrede. Mit dem Projekt werde seines Erachtens «nur ein zusätzlicher,
bequemerer Zugang für die Anlieger der Dorfspree zur Hauptspree erschlossen.
Die behauptete Umfahrungsmöglichkeit wird im Zweifel nur von Paddelbooten
genutzt werden können.»
«Die beiden Schleusen, die gebaut
werden, sind für Kähne ausgelegt» , hält Schudek entgegen.
Ob die neue Kahnroute von den Schlepzigern als Erwerbsmöglichkeit genutzt
werde, «ist ihre Sache» , so Kleine. «Aber die Gemeinde schafft
überhaupt erst einmal die Voraussetzungen für neue Erwerbsmöglichkeiten»
, fügt die Bauamtsleiterin an. Für Kleine steht fest, dass das Vorhaben
diese Chancen eröffnet. Denn es werde eine vergleichsweise kurze Kahnroute
durch das Dorf angelegt, die die bisherigen Angebote an längeren Touren durch
die Landschaft ergänze und nicht zuletzt die Belastung der Natur minimiere.
Das hält Kleine dem Vorwurf Fischers entgegen, Gemeinde und Amt hätten
nicht plausibel erklärt, wie durch das Vorhaben langfristig zukunftsfähige
Erwerbsmöglichkeiten erschlossen werden sollen.
Zu den Kritikpunkten
von Thomas Fischer zählt auch, dass es keine Stellungnahmen der Schlepziger
Fährleute zu dem Projekt gebe. Das sei jedoch seit mehr als zehn Jahren Gesprächsthema
in Schlepzig, weil es im Jahr 1996 durch Günter Schade als damaligem Chef
des Fährmannsvereins ins Rollen gebracht worden sei, so Schudek. Sie verweist
zudem auf zwei Einwohnerversammlung im Mai und September des vergangenen Jahres.
«Dort hätten die Fährleute sicherlich gesagt, dass sie mit dem
Projekt nicht einverstanden sind, wenn es so wäre.»
Amtsdirektor
Kleine gibt zu bedenken, dass das Biosphärenreservat, in dem Schlepzig liegt,
«einerseits ein unheimlicher Segen ist» . es habe jedoch den Nachteil,
«dass Gewerbeentwicklung fast nur im Tourismus möglich ist. Und der
wird durch die neue Kahnfahrt gestärkt.» (dh)
12.04.2007
Lausitzer Rundschau
Trotz gewachsener Kosten keine
höherer Kredit
Bau der neuen Schlepziger Kahnfahrt
vergeben
Die Gemeindevertretung Schlepzig hat den
Auftrag für den Bau der «Kleinen Kahnfahrt» erteilt. Dieser Entscheidung
war während der Gemeindevertretersitzung vorgestern der Beschluss eines Nachtragshaushaltes
vorausgegangen. Dieser musste aufgelegt werden, weil die Fördersumme für
das Vorhaben gewachsen ist und damit auch der Eigenanteil der Gemeinde erhöht
werden musste.
Das Ergebnis der Ausschreibung der
«Kleinen Kahnfahrt» , mit der unter anderem das touristische Angebot
Schlepzigs erweitert werden soll, hatte höher als die geschätzten Kosten
gelegen. Eine baufachliche Prüfung durch das Finanzministerium habe jedoch
ergeben, «dass einerseits das Vorhaben Priorität hat und erforderlich
ist und dass andererseits die Preise realistisch sind» , erklärte Michaela
Schudek, Bauamtsleiterin des Amtes Unterspreewald, der RUNDSCHAU. Diese Einschätzung
sei die Grundlage dafür gewesen, dass Amtsleiter Jens-Hermann Kleine in der
vergangenen Woche einen weiteren Fördermittelbescheid im Luckauer Amt für
ländliche Entwicklung habe abholen können (die RUNDSCHAU berichtete).
Beim
Straßenbau gestrichen
Die Erhöhung der Fördersumme habe jedoch
auch eine des Eigenanteils der Gemeinde bedeutet. Deshalb haben deren Abgeordnete
während ihrer Sitzung vorgestern auch einem Nachtragshaushalt zugestimmt.
«Wir haben umgeschichtet» , erklärte Bürgermeisterin Heike
Noah. Gestrichen worden sie der Bau der Straße nach Petkampsberg. So sei
von den ursprünglich für Straßenbau vorgesehenen 60 000 Euro knapp
die Hälfte der «Kleinen Kahnfahrt» zugeschoben worden.
Deren
Gesamtkosten werden auf 993 600 Euro geschätzt. Davon soll die Gemeinde selbst
247 800 Euro aufbringen und wiederum davon 120 000 Euro durch einen Kredit. «Die
Kommunalaufsicht hat uns grünes Licht dafür gegeben. Schlepzig ist kreditwürdig»
, informierte Kämmerin Marion Klee. Der Kredit sei noch nicht aufgenommen
worden. Die Tilgung ist laut Bürgermeisterin durch die Einnahmen der Gemeinde,
unter anderem durch die allgemeinen Schlüsselzuweisungen des Landes, gesichert.
Den Auftrag für den Bau der «Kleinen Kahnfahrt» hat die Gemeindevertretung
an die Lübbener Firma Jürgen Jung Landschafts- und Straßenbau
vergeben. «Baubeginn soll schnellstmöglich sein» , so Michaela
Schudek.
Beginn im Niwaweg
Zuerst werde der Niwaweg
ausgebessert, der als Umfahrung für die Anwohner der Dammstraßen dienen
soll. Anschließend würden Brücke und Schleuse an der Dammstraße
gebaut. Damit hätten die Anlieger des Fließes, das die künftige
Schleuse an der Dammstraße mit der Schleuse an Poßlings Eckchen verbindet,
die Möglichkeit, mit dem Kahn an ihre Grundstücke heranzukommen. «Würden
wir mit Poßlings Eckchen anfangen, kämen sie nicht heraus. Daher ist
die Schleuse dort zuletzt dran.» Ziel sei es, das gesamte Projekt in diesem
Jahr zu realisieren.
von Dörte Hellwig
14.03.2007
Lausitzer Rundschau
Bauernmuseum Schlepzig bereitet
Saison 2007 vor
Sabine Kamprad wünscht sich zum
Jubiläum altes Rad
Ab 1. April hat das Bauernmuseum
in Schlepzig wieder täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Für die
Vorbereitung der Saison 2007 laufen dieser Tage die Arbeiten auf Hochtouren. Genau
in diese Zeit fällt auch ein Jubiläum von Museumsleiterin Sabine Kamprad.
Für das historisches Anwesen hat sie mehrere Wünsche, viele kleine und
einen großen.
Pro Jahr besuchen rund 10 000
Gäste das Schlepziger Bauernmuseum. «Zur Zeit ist es allerdings noch
recht ruhig. An manchen Tagen kommen kaum Besucher» , erzählt Sabine
Kamprad, Leiterin des Bauernmuseums in der Dorfstraße. Noch bis Ende März
habe ihre Einrichtung verkürzte Öffnungszeiten. Dennoch gäbe es
in Hinblick auf die bevorstehende Saison viel Arbeit: «Jetzt wird wurmstichiges
Holz fachgerecht behandelt, im Wald Reisig für den Backofen gesammelt, und
es werden die Schilder für unseren Kräutergarten beschriftet»
, beschreibt Kamprad Auszüge aus ihrem Arbeitsalltag. Darüber hinaus
müsse die Büroarbeit erledigt und die Museumswerbung gestaltet werden.
Mitten in all die Vorbereitungen falle in diesem Jahr ein kleines Jubiläum:
«Am 15. März ist es genau zehn Jahre her, dass ich die Leitung des
Museums übernommen habe» , verrät die 44-jährige Chefin,
die einst im Kraftwerk Boxberg Maschinistin gelernt hatte.
Sabine Kamprad
hätte gleich mehrere Wünsche: «Unser Museum benötigt für
die Dauerausstellung ein originales historisches Fahrrad, möglichst aus der
Vorkriegszeit. Es sollte mit einer Boschlampe sowie mit einem großfederigen
Sattel ausgestattet sein» , sagt Kamprad. Allerdings brauche das Rad keineswegs
mehr verkehrstüchtig zu sein. Wer ein entsprechendes Gefährt habe, könne
sich im Museum melden. «Wenn es gewünscht wird, ist es möglich,
den Namen des Spenders öffentlich zu nennen» , gibt Sabine Kamprad
einen zusätzlichen Anreiz.
Handtücher und
Ziegenbabys
Zahlreiche Besucher, aber auch Einheimische, würden öfters
historische Einrichtungsgegenstände spenden. «Hin und wieder kommen
Päckchen mit Überhandtüchern, Tischdecken, Nachthemden und ähnlichem»
, erzählt die Museumsleiterin. Manchmal würden ihr auch landwirtschaftliche
Großgeräte wie Dreschmaschinen oder Pflüge angeboten. «Wir
würden sie gern nehmen, haben aber leider nicht den erforderlichen Platz»
, bedauert Sabine Kamprad.
Sie würde sich darüber hinaus sehr über
zwei bis drei kleine «Ziegenbabys» freuen, die als Leihgabe dem Museum
von Ostern bis September zur Verfügung gestellt werden könnten. «Den
Ziegen wird es bei uns richtig gut gehen. Wir füttern sie groß»
, sagt die Leiterin. Wer entsprechende Tiere habe, könne sich bei Sabine
Kamprad im Bauernmuseum melden.
Ideen vorhanden, Geld
nicht
Das Museum könne mit der derzeitigen beengten Platzsituation auch
keine Sonderausstellungen anbieten. Das bedauere Kamprad, sie fügt an, dass
sich mittelfristig die Situation nicht ändern werde. Daher würde sie
sich einen Ausbau des Dachbodens vom Wirtschaftsgebäude wünschen. Dort
könnten vor allem Schulklassen im Rahmen der Projektarbeit das traditionelle
Spinnen und Weben erlernen. Eine Kostenschätzung gäbe es allerdings
noch nicht, Geld sei ohnehin Mangelware.
Bislang sei noch nicht einmal klar,
ob und wann in diesem Jahr Hilfskräfte für die Saison eingestellt würden.
«Eigentlich sollen sie zum 1. April anfangen» , wünscht sich
Sabine Kamprad. Sie bedauert, dass immer wieder neue Leute angelernt werden müssen,
was insbesondere im Kräutergarten nicht so einfach wäre. Immerhin seien
für dieses Jahr vier Arbeitskräfte bei verschiedenen Trägern beantragt
worden.
Hintergrund Am Anfang die Scheune
Das Bauernmuseum Schlepzig besteht
seit dem Jahr 1985. Die Tochter des letzten Hofbesitzers Otto Mehlisch, Irmgard
Koffke, hatte das Anwesen, welches bereits 1818 erwähnt wird, an die Gemeinde
Schlepzig verkauft. Die erste Ausstellung wurde in der Scheune gezeigt. Von 1987
bis 1992 erfolgte die Restaurierung des Wohnhauses. Heute ist das Areal das bedeutendste
Museum im Unterspreewald. Es hat noch bis Ende März jeweils dienstags bis
freitags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Ab 1. April kann das Museum täglich
von 10 bis 16 Uhr besichtigt werden.
Von Torsten Richter
02.03.2007 Lausitzer Rundschau
Schlepziger
Rundkurs soll im Spätherbst fertig sein
Kleine
Kahnfahrt wird ab Mitte März gebaut
Im März
beginnen die Arbeiten am ersten Bauabschnitt zur kleinen Kahnfahrt in der Schlepziger
Dammstraße. Bis November 2007 soll der gut drei Kilometer lange Rundkurs
durch die Spreewaldgemeinde fertig sein. Allerdings gibt es Schwierigkeiten mit
der Finanzierung.
«Mitte März ist endlich
Baubeginn für die kleine Kahnfahrt» , erklärt Michaela Schudek,
Bauamtsleiterin im Amt Unterspreewald. Die Arbeiten seien Ende Januar ausgeschrieben
worden. Sechs Bieter hätten sich beworben. Ihre Angebote seien zum Cottbuser
Ingenieurbüro Hydro Consult GmbH (IHC) zur Prüfung weitergeleitet worden,
so die Bauamtsleiterin. Parallel dazu laufe derzeit die baufachliche Prüfung.
«Darin wird die Rentabilität der Maßnahme untersucht» ,
sagt Michaela Schudek. Immerhin gehe es um einen nicht unerheblichen Fördermittelanteil.
Die Gesamtkosten belaufen sich ihr zufolge auf gut 895 000 Euro. Dafür müsse
die Gemeinde Schlepzig einen Kredit in Höhe von rund 110 000 Euro aufnehmen.
Allerdings seien die eingegangenen Angebote höher gewesen. Wie die Differenz,
über deren Größe Schudek keine Angaben machen möchte, ausgeglichen
werden kann, werde demnächst geklärt. Daher seien weitere Veränderungen
am Gesamtprojekt nicht auszuschließen.
Kahnstrecke
und Brandschutz
«Für den ersten Bauabschnitt in der Dammstraße
liegen sämtliche Genehmigungen vor» , erklärt Michaela Schudek.
Hauptziel sei die Anbindung des Freifließes an die Hauptspree. Dazu werde
eine Brücke über die Dammstraße errichtet. Sie soll laut Schudek
50 Zentimeter über Straßenniveau liegen. Darüber hinaus werde
die Kahnschleuse gebaut. Neben ihr entstehe ein Fischpass, so dass auch die Fische
von der Dorfumfahrung profitieren würden. Parallel dazu müsse das Freifließ
etwas ausgebaggert werden. Durch das anschließend verbesserte Wasserangebot
würde zusätzlich der Brandschutz im Dorf erleichtert. Der erste Bauabschnitt
soll voraussichtlich im Juni fertig sein. Michaela Schudek rechnet während
der Bautätigkeit kaum mit Beeinträchtigungen der Kahnfahrt auf der Hauptspree.
Neue
Schleuse neben die alte
Ab Juni werde unverzüglich an Posslings Eckchen
weitergebaut, erklärt Michaela Schudek weiter. Mit jedem der betroffenen
Anwohner und Anlieger seien Gespräche darüber geplant. Neben der alten
Schleuse, die weiter als Überfahrt für die Bauern zu ihren Feldern genutzt
werden könne, solle eine neue Schleuse mit Stemmtor gebaut werden. Auch für
sie sei ein Fischpass geplant. Für die Fertigstellung dieses Bauabschnittes
nennt die Bauamtsleiterin den November.
Mit Saisonbeginn 2008 könne die
komplette Schlepziger Dorfumfahrung genutzt werden. Die relativ kurze Streckenlänge
sei keineswegs von Nachteil, sagt Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine: «Kurze
Fahrten werden von den Gästen immer mehr gewünscht.» Darüber
hinaus könne er sich gut vorstellen, dass die Schlepziger Kahnfährleute
auch Nacht- und Mondscheinfahrten auf dem neuen Kurs anbieten.
Hintergrund
Ein alter Traum
Mit der Realisierung der kleinen Kahnfahrt geht ein alter
Traum vieler Schlepziger in Erfüllung. Bereits seit dem Jahr 1993 würde
dieser Wunsch existieren, sagte Michaela Schudek. Vier Jahre später sei erstmals
versucht worden, Fördermittel zu akquirieren. Im Jahr 2005 habe das Amt Unterspreewald
einen erneuten Antrag gestellt, da die Fördermittelgeber «gute Chancen»
signalisiert hätten.
Von Torsten Richter
20.02.2007
Lausitzer Rundschau
Große närrische Gruppen
ziehen durch das Dorf
Ausnahmezustand in Schlepzig
Rund
250 Beteiligte, zu 20 Gruppen formiert, zogen beim Rosenmontagsumzug durch das
närrische und bestens gelaunte Schlepzig. Auf etwa 500 schätzte die
Polizei die Zahl der Zuschauer.
 |
Foto: Jens Golombek
Unüberhörbar,
teilweise jedoch von den Rauchschwaden des SEK (Schlepziger Einsatzkommando) und
der Titanic verborgen, zogen die Schlepziger Narren durchs Dorf und das unter
den Augen ihres Amtsgerichtes an der riesigen Waage zu erkennen.Die Blue
Man Group, die in Berlin für Furore sorgt, ließ es sich nicht nehmen,
ihre Show innerhalb des Rosenmontagsumzugs der Schlepziger zu zelebrieren.So lässt
sich das Spektakel am besten genießen mit heißem Kaffee und
Häppchen.Erstaunlich: Die Spreewälder waren sogar in der Urzeit schon
motorisiert unterwegs.Der Gospel-Chor versuchte mit Gesang gegen Blaskapellen
und Musik von der Konserve anzukommen.
Schon kurz nach Mittag drang von vielen
Gehöften ein merkwürdiges Knattern. Möglichst unbemerkt versuchten
die Spreewälder Jecken, mit ihren kreativen fahrbaren Eigenbauten zum Aufstellplatz
auf der Dammstraße zu kommen. Die so sorgsam gehüteten Geheimnisse
um die entworfenen Gefährte sollten möglichst lange gewahrt bleiben.
Fastnachtschef Alwin Drexler war in den Minuten vor dem Start zum 14. Rosenmontagsumzug
überall gefragt. Letzte Unklarheiten sind noch zu beseitigen, und Funk
und Fernsehen wollen alle ihre Interviews. Zusammen mit seiner Prinzessin
Daniela Gollnick stand er allen Rede und Antwort. Pünktlich um 14 Uhr gab
Alwin Drexler den Startschuss. Die Blaskapelle spielte für ein kleines Tänzchen
auf und der Zug setzte sich in Bewegung.
Teilweise hatten sich recht große
Gruppen zusammengefunden. Big Mamas Gospel Familie zählte sogar
14 Mitglieder, die samt Bühne durch das Dorf zogen. Aber auch Bilder wie
das Spielhaus, die Titanic, Steinzeitmenschen oder das Schlepziger Amtsgericht
waren nicht unterbesetzt. Die meisten Gefährte waren in diesem Jahr sogar
mit zwei Motoren ausgerüstet einen für den Antrieb, der andere
am Stromerzeuger für die Musik. Jede Gruppe zeigte mit viel Stimmung die
Resultate monatelanger Arbeit. Konfetti, Bonbons, Kamelle und sogar Erdnüsse
flogen in die Zuschauerreihen.
Während sich das Publikum an der großen
Kreuzung die Wartezeit auf die Rückkehr des Zuges mit Bratwürsten und
Bouletten verkürzte, pausierte dieser ausgiebig am Seniorenheim. Zurück
im Ortskern, wurde auf der gesperrten Straße kräftig geschunkelt und
getanzt.
von Jens Golombek
weitere
Nachrichten