30.10.2006 Lausitzer Rundschau
Spritziges und kulinarisches Vergnügen am Inselteich
Hunderte Gäste beobachten die Petkampsberger Fischer bei
der Arbeit
Eddi Neuhaus (69) schaut interessiert den Fischern
bei der Arbeit zu, schießt ab und zu ein Foto von ihnen
und schwärmt: Eine super Sache, die Fischer so hautnah
zu erleben. Seit 40 Jahren lebe ich jetzt in Lübben, noch
nie aber war ich beim Abfischen dabei.
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Foto: Andreas Staindl
Fischer schütten die Ernte in den Behälter mit der Gewichtsanzeige.
Anschließend wird die zappelnde Fracht auf den LKW verladen.
Hunderte Besucher haben am Wochenende das Abfischen am Großen
Inselteich bei Schlepzig verfolgt.
Am Wochenende war Gelegenheit dazu. Die Teichwirtschaft
Petkampsberg hatte zum Abfischen des Großen Inselteiches
bei Schlepzig eingeladen und erneut ein Volksfest daraus gemacht.
Hunderte Besucher sind gekommen, Parkplätze im Umfeld des
Teiches heiß begehrt. Wie ein Magnet zieht das 13. Fischerfest
Gäste an. Eine Freundin hatte mir davon erzählt
und mich neugierig gemacht, sagt Sandra Braun. Die Berlinerin
war eifrig mit ihrer Kamera unterwegs und von der Arbeit der Fischer
fasziniert. Ich hatte keine Ahnung, was Abfischen eigentlich
bedeutet, welche Arbeit dahinter steckt. Jetzt aber sehe ich Fisch
mit ganz anderen Augen.
Das Abfischen ist Arbeit und Schau zugleich. Während die
Fischer das Netz durch das Wasser ziehen, anschließend die
Fische sortieren, schauen ihnen die Besucher auf die Finger. Ist
das ein Prachtexemplar!, ruft Konrad Dunkel plötzlich
und stubst seinen Nebenmann an. Ist das ein Hecht, ein Zander«
Egal, auf jeden Fall ein ziemlicher Brocken.
Auch Dunkel war aus Berlin nach Schlepzig gekommen. Ich
bin schon zum dritten Mal hier und jedes Mal aufs Neue fasziniert.
Wann sieht man schon einmal original, wie die Fische geerntet
werden, die wir später im Geschäft kaufen können»,
erklärt Konrad Dunkel seine Neugier.
Vor allem Karpfen zappeln in den großen Behältern,
aber auch Zander, Barsche und Hechte. Ein spritziges Vergnügen
für die Zuschauer. Erst steigen die Fischer mit Wathose und
schützender Jacke in das hüfthohe Wasser. Die Männer
gehen langsam rückwärts und ziehen mit langen Stangen
das Netz hinter sich her. Die Anstrengung ist ihnen deutlich anzusehen.
Eddi Neuhaus ist beeindruckt, sagt: Alle Achtung, 50 Tonnen
Fisch rauszuholen, ist doch ein ganz schönes Stück Arbeit.
Der Lübbener war mit Freunden per Fahrrad nach Schlepzig
gekommen und total begeistert. Die Tour hat sich gelohnt.
Etwa 15 Minuten brauchen die Fischer, um das Netz durch das Wasser
zu ziehen. Dann befestigen sie es am Rand. Jeder Handgriff sitzt,
trotz neugieriger Blicke zahlreicher Zuschauer. Es spritzt und
patscht, dann werden die ersten Fische sichtbar. Ein kleiner Kran
mit einem Netz hebt die lebende Ernte auf die Sortierstrecke,
eine Art Laufsteg für die zappelnde Fracht. Sortiert wird
nach Fischart und Gewicht. Karpfen von eineinhalb bis zwei Kilogramm
werden durchgewunken, anschließend mit einer Art Fahrstuhl
in das Behälterfahrzeug und später zu den Kunden in
die Geschäfte befördert.
Ein Teil der Fischernte wird direkt vor Ort verkauft. Das Interesse
daran ist riesig. Ich habe eine Stunde angestanden, doch
das war es mir wert, erzählt Sandra Braun, schließlich
will ich heute Abend frischen Fisch essen. Eddi Neuhaus
wollte nicht mehr bis zum Abend warten, sondern gleich an Ort
und Stelle leckeren Fisch genießen. Auch deshalb bin
ich ja schließlich hier. Viele andere Besucher schleppen
beutelweise Fisch in allen Variationen mit nach Hause. Die kleinen
Fische dagegen werden aussortiert und erhalten eine Galgenfrist.
Sie sollen im Teich noch ein Jahr wachsen und sich beim nächsten
Fischerfest erneut präsentieren.
Mit 56 Hektar ist der Große Inselteich der größte
der 22 Teiche mit insgesamt 250 Hektar Fläche, die die Petkampsberger
Fischer bewirtschaften. Das Gros der Karpfen wird zu Weihnachten
verkauft. Ich freu mich schon richtig darauf,
sagt Sandra Braun, seit heute noch ein bisschen mehr als
sonst.
Andreas Staindl
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2.10.2006:
Der Landesfachbeirat
für die Gewährung des Titels
"Staatlich
anerkannter Erholungsort"
hat einstimmig
die Bewerbung empfohlen!
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30.08.2006 Lausitzer Rundschau
Schlepziger Bauprojekt startet später
Kahnfahrt soll trotzdem dieses Jahr fertig werden
Der Bau der Kleinen Kahnfahrt in Schlepzig beginnt
später als ursprünglich vorgesehen. Eigentlich sollte
das Projekt bereits seit Ende August realisiert werden. Aber der
Start verzögert sich.
Laut Jens-Hermann Kleine, Direktor
des Amtes Unterspreewald, gibt es Verzögerungen aufgrund
zusätzlicher Anregungen seitens der Arbeitsgemeinschaft,
die extra für das Projekt gebildet worden war, und einer
Einwohnerversammlung. Unterschiedliche Auffassungen habe es insbesondere
bei der Höhe der Brückenkonstruktion gegeben. Dadurch
sei es auch zu verspäteten Ausschreibungen gekommen. So findet
die Submission für den Straßenbau erst am 18. September
und für Brücke sowie Schleuse Anfang Oktober statt.
Zu einem neuen Termin für den Baustart will sich Kleine nicht
äußern. Dennoch sei er überzeugt, dass die Arbeiten
bereits Ende November 2006 abgeschlossen sind. Denn bis dahin
müssen die rund 300 000 Euro Fördermittel, circa drei
Viertel der Gesamtsumme, verbaut sein.
Torsten Richter
9.08.2006 Lausitzer Rundschau
Alte Schlepziger Sirene funktioniert noch
Ausstellung im historischen Feuerwehrgerätehaus
Die erste pferdebespannte Handdruckspritze
Schlepzigs ist heute der Mittelpunkt einer Ausstellung im alten
Feuerwehrgerätehaus. Die Wehr war am 7. Oktober 1928 in der
Gaststätte Tennert gegründet worden. 14 Kameraden nahmen
damals den Dienst auf.
1930 wurde das Feuerwehrgebäude
eingeweiht, erzählt Günter Schlesinger den Gästen,
die den Besuch des Dorffestes am Wochenende mit einem Abstecher
in die Ausstellung verbanden. Während die Jüngeren vor
allem die historische Strahlrohrsammlung interessierte, blickten
die Älteren in die Schaukästen, in denen die Entwicklung
der Wehr dokumentiert wird. So ist zu lesen, dass die Schlepziger
ihren ersten Einsatz im benachbarten Dürrenhofe bei einem
Scheunenbrand hatten. Bauer Robert Henschelchen musste seine Pferde
vor die Handdruckspritze spannen, die damals ihre «Feuertaufe»
erhielt.
Ernst Schiela kennt jedes Stück der Ausstellung, ob es die
Tragkraftspritze aus dem Jahr 1929 ist oder die Sirene auf dem
Dach des Feuerwehrhauses, die noch immer funktionstüchtig
ist. «Ich glaube, dass es die älteste noch funktionstüchtige
und im Einsatz befindliche Feuerwehrsirene in Deutschland ist»
, sagt der Schlepziger. Sie stamme aus den 30er-Jahren des vorigen
Jahrhunderts.
Die Ausstellung im alten Feuerwehrhaus, das sich unweit des Bauernmuseums
befindet und am Schlauchturm zu erkennen ist, hat keine festen
Öffnungszeiten. «Wir bemühen uns, dass an den
Wochenenden die Pforten offen stehen» , sagt Karin Kappus
von der Touristinformation. Wer nicht vor verschlossener Tür
stehen möchte, sollte einen Besuchstermin mit der Touristinfo
vereinbaren (Tel. 0335472/640 25). (fs/dh)
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Schon wieder Geschichte: Der Kahnkorso
zum diesjährigen Dorffest
Die parlamentarische Sommerpause im Potsdamer
Landtag nutzt der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Günter Baaske,
zu Besuchen in allen Regionen Brandenburgs. Vor wenigen Tagen
führte ihn seine "Wandertour" in den Spreewald.
Begleitet wurde Baaske vom Bundestagsabgeordneten Dr. Peter Danckert
und der SPD-Landtagsabgeordneten Sylvia Lehmann.
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Nach der Besichtigung der Brauerei diskutierten
die SPD-Politiker mit dem Amtsdirektor, Vertretern der Gemeinde
und des Kahnfährvereins und dem Geschäftsführer
des Spreewaldvereins aktuelle Probleme der touristischen Entwicklung
der Region. Ein Thema dabei war der Bau eines Radweges entlang
der Bundesstraße 197, für den sich insbesondere die
Vertreter des Amtes stark machen. Günter Baaske lobte das
Engagement aller Beteiligten. Es sei wichtig, dass sich die verschiedenen
touristischen Anbieter auf ein einheitliches Auftreten verständigen.
Nur so können Urlauber in die Region gelockt werden. Ziel
bleibt es, die Zahl der Gäste zu erhöhen, die längere
Zeit im Spreewald verbleiben. Für sie muss ein attraktives
Angebot entwickelt werden, was nur gemeinsam gelingen kann. (S.
Lehmann)
29.07.2006 Lausitzer Rundschau
Schlepziger feiern auf die feurige Art
Dorffest steigt am nächsten Wochenende
An den Gurkentag im vergangenen Jahr wollen die Veranstalter des
Schlepziger Dorffestes am kommenden Wochenende anknüpfen.
Das teilt Frank Kuban von den Organisatoren mit.
Die Band «Cora» soll den Gästen
in Schlepzig am Sonntag, dem 6. August, unter anderem mit ihrem
Hit «Komm, wir fahrn nach Amsterdam» einheizen.
Vor diesem Hintergrund steht die dreitägige Veranstaltung
unter dem Titel «Feuer über Schlepzig» und hat
neben traditionellen Auftritten des örtlichen Heimatvereins
und des Hinterbackofenballetts viel Musik und prominente Gäste
im Programm. Dieses soll, haben sich die Organisatoren vorgenommen,
«besser werden als beim Gurkentag im vergangenen Jahr»
, so Kuban.
Den Auftakt wird die Band «Forpex» machen, informiert
Frank Kuban, die am Freitagabend, dem 4. August, aufspielen wird.
Beginn ist um 20 Uhr. «Forpex tritt in die Fußstapfen
der bekannten Rockband ,Six» , sagt Kuban, der mit
dem Konzert vor allem die Jugend ansprechen will.
Am Samstag geht das Fest um 12 Uhr weiter mit Auftritten des Schlepziger
Heimatvereins, mit einem Programm der dortigen Kita und des Hinterbackofenballetts.
Um 15.15 Uhr ist der Auftritt von Achim Mentzel geplant. «Wir
fanden, ein Volksmusiknachmittag im Spreewald passt immer»
, so Kuban. Anschließend werde Tom Buscha auftreten, ehe
gegen 17.30 Uhr eine «Überraschung aus dem Nachbarort»
angekündigt ist, die Kuban nicht verraten will.
Gegen Abend sollen Kerzen, Lichterketten und Fackeln auf Holzstützen
im Wasser romantische Stimmung verbreiten. Um 20 Uhr spielt die
Band «Zollfrei» auf, der eine erotische Feuershow
folgt. «Viele Tänzerinnen werden mit dem Feuer spielen»
, erklärt Kuban.
Am Sonntag geht es laut Programm um 12 Uhr weiter. Um 14 Uhr beginnt
der Kahnkorso, für den Schlepzig in den vergangenen Jahren
über die Region hinaus bekannt geworden ist. Anders als in
den vergangenen Jahren soll das Fest damit aber nicht abgeschlossen
werden, informiert Kuban. Der DDR-Schlagerstar Maja Katrin Fritsche
ist um 16.30 Uhr angekündigt, ehe Tom Buscha nochmals Musik
macht und ab 20 Uhr ein Andrea-Berg-Double sowie die Band «Cora»
auf dem Programm stehen. Geplant ist gegen 23 Uhr am Sonntag ein
Feuerwerk. Allerdings warten die Organisatoren noch ab, wie sich
die Wetterlage entwickelt. Bei der anhaltenden Trockenheit seien
zwar Sicherheitsmaßnahmen vorgesehen die Feuerwehr
stehe bereit, und das Gras auf dem Feld gegenüber dem Hafen
sei komplett abgemäht , aber dennoch werde den Empfehlungen
der Behörden gefolgt, so Kuban. (is)
19.07.2006 Lausitzer Rundschau
Ende August rücken die Bauarbeiter in Schlepzig an
Mit Bau der Kahnfahrt soll die Alte Lübbener Straße
erneuert werden
Das Projekt Kleine Kahnfahrt in Schlepzig, das Touristen und Einheimischen
einen Rundkurs auf dem Wasser durch das Unterspreewald-Dorf ermöglichen
soll, soll trotz mancher Schwierigkeiten umgesetzt werden. Der
Landkreis hat grünes Licht erteilt, die Planungen werden
konkreter, und in wenigen Wochen soll der Baustart erfolgen.
Voraussichtlich am 21. August sollen die Bauarbeiten für
die Kleine Kahnfahrt beginnen. Zunächst werde die Alte Lübbener
Straße saniert, sagte Michaela Schudek, Bauamtsleiterin
im Amt Unterspreewald. Nach Prüfung des Unterbaus erhalte
die bisherige Schotterpiste eine Asphaltschicht. Seit vergangenen
Freitag laufe für dieses Teilprojekt die Auschreibung, so
Schudek. Über die Alte Lübbener Straße sollen
die Grundstücke in der Dammstraße erreichbar bleiben,
wenn laut Planung wenig auf ihr die Baufahrzeuge rollen.
Arbeiten am Freifließ ab
September
Mitte bis Ende September sollen der Bauamtsleiterin zufolge die
Arbeiten auf dem rund 350 Meter langen Bauabschnitt der Alten
Lübbener Straße beendet sein. Dann sollen die Arbeiten
am neuen Brücken-Schleusenbauwerk sowie am Freifließ
selbst beginnen. Ein Termin vor Ort mit den das Vorhaben genehmigenden
Behörden sei sehr konstruktiv verlaufen, sagt Michaela Schudek.
Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine ist optimistisch: «Ich
denke, je weiter das Projekt voranschreitet, desto mehr werden
die Befürchtungen der Anwohner schwinden.»
Schlepziger fürchten um Dorfansicht
Einige Schlepziger hatten Skepsis gegenüber der neuen Brücke
am Beginn des Freifließes geäußert (die RUNDSCHAU
berichtete). Diese würde ihrer Meinung nach die historische
Ansicht der Dammstraße versperren. Die maximale Brückenhöhe
über Oberkante der Straße soll 70 Zentimeter betragen,
sagt Michaela Schudek. «Hier ist aber bislang noch gar nichts
festgeschrieben.»
Das Amt Unterspreewald, weitere Behörden und andere Schlepziger
erhoffen sich von der Kleinen Kahnfahrt einen weiteren touristischen
Aufwärtstrend sowie einen ökologischen Vorteil. «Wir
schlagen damit mehrere Fliegen mit einer Klappe» , sagt
Michaela Schudek. «Das Wasser im Freifließ beginnt
wieder zu strömen, außerdem kann es im Brandfall zum
Löschen verwendet werden.»
Der Landkreis hat unterdessen den zweiten Beschluss der Gemeinde
zur Durchführung der Maßnahme genehmigt. Die Kommunalaufsicht
erklärte in ihrem Bescheid dazu: «Es stehen keine Gründe
des öffentlichen Wohls dagegen.» Fördermittel
in Höhe von rund 300 000 Euro für die Kleine Kahnfahrt
hat Schlepzig bereits erhalten.
Der erste Beschluss der Schlepziger Gemeindevertreter zum Bau
der Kleinen Kahnfahrt war von der Kommunalaufsicht des Kreises
als unwirksam erklärt und die Mehrzahl der Abgeordneten für
befangen erklärt worden.
Der Auftrag für die Bauarbeiten sei dem Planungsbüro
IPP Hydro Consult GmbH aus Cottbus erteilt worden, so Michaela
Schudek. Derzeit fänden Einzelgespräche mit den Anwohnern
zum Projekt statt. Ende November dieses Jahres soll das insgesamt
rund 400 000 Euro teure Vorhaben fertig sein.
Zum Thema Schlepziger Rundkurs
Die Kleine Kahnfahrt wird voraussichtlich auf einem 1,35 Kilometer
langen Rundkurs durch die Schlepziger Dorfmitte führen. Aus
diesem Grund soll das Freifließ als Erweiterung der Hauptspree
ausgebaut werden. Außerdem entstehen der Planung zufolge
in der Dammstraße ein Brücken-Schleusenbauwerk sowie
ein Fischpass. Darüber hinaus sollen die Schleuse Posslings
Eckchen umgebaut und die Anlegestelle an der Hauptspree selbst
wieder hergestellt werden.
Von Torsten Richter
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12.07.2006
Hoher Besuch
und eine große Ehre.
Helmut Schmidt in Schlepzig.
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26.06.2006 Lausitzer Rundschau
Eine Idealfigur für Schlepziger Heuschober
Beim Schoberfest im Museum kamen Jung und Alt ins Schwitzen
Bei 30 Grad Hitze einen Heuschober
zu bauen oder Holz zu hacken, trübt auch dem härtesten
Zeitgenossen schon mal die Laune. Nicht so den Mitgliedern des
Schlepziger Heimatvereines. Sie sind am Samstag frohgelaunt ans
Werk gegangen, um beim zehnten Schoberfest im Bauernmuseum Großmutters
Zeit vor den Augen der Besucher aufleben zu lassen.
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Foto: Anke Richter
Pause im Schatten: Der sengenden Sonne wirken die Schoberbauer
mit kühlen Getränken sowie mit einem stärkenden
Picknick mit Pellkartoffeln und Quark entgegen.
Immer im Kreis herum geht es für Rike Muckwar. Die 23-Jährige
muss das Heu auf dem langsam wachsenden Schober festtreten. Dicke
Wollsocken schützen ihre Beine vor den piksenden Halmen.
«Ich bin zum ersten Mal dabei und es macht Spaß»
, sagt sie. «Den Samstag so zu verbringen, ist mal was ganz
anderes.»
Ein kritisches Auge wirft Ernst-August Lehmann auf den Schober.
Als ältester und erfahrenster Schoberbauer packt er das Heu
oben um die Stange herum. «Unten schmal halten, nach einem
Meter Höhe breiter werden und ab der Hälfte wieder schlanker»
, beschreibt der 65-Jährige die Idealfigur eines Schobers.
Ob der diesjährige diese hat, «dass muss ich mir dann
von unten beschauen» , ruft er vom Schober herab, während
er die nächste Gabel voller Heu abnimmt. Die werden ihm von
den jüngeren Vereinsmitgliedern hoch gereicht.
Ein schattiges Plätzchen haben die Spinn- und Strickfrauen
unter dem Vordach des alten Bauernhauses. Stets umringt von einer
Traube Besucher lassen Elli Brischke, Ehrentraud Scherch und Edith
Baatz die Räder beim Flachsspinnen surren. Für Aufsehen
sorgt die ausgestellte «Reizwäsche» , die den
Gästen einen kleinen Einblick in die Hochzeitsnacht von Elli
Brischkes Mutter gibt. «Das Unterhemd aus feinem Flachs
hat sie 1929 zu ihrer Hochzeit getragen» , verrät die
77-Jährige. Sie halte es in Ehren, hole es nur zum Schoberfest
hervor.
Bei Andreas Jurk geht es Schlag auf Schlag zu. Er übernimmt
seit zehn Jahren beim Schoberfest die Vorführung des Holzhackens.
«Als gelernter Fleischer kann ich mit einer Axt umgehen»
, sagt Jurk. Mit seinen 86 Jahren ist Armin Janisch der älteste
Akteur beim Fest. Der Neu Lübbenauer zeigt den Besuchern,
wie eine Sense gedengelt wird. Tack, tack, tack kleine
Hammerschläge sausen auf das Schneideblatt nieder. «Ohne
ein gutes Auge geht nichts» , sagt Janisch und zeigt auf
die kleinen Dellen und Wellen am Schneideblatt. «Die muss
ich rauskriegen, so dass die Schneide eine gerade Linie wird.»
Für seine Vorführung hat er sich ein besonders schwieriges
Exemplar herausgesucht. «Die Sense wurde seit 20 Jahren
nicht mehr gedengelt» , sagt er.
Auch der Nachwuchs des Heimatvereines packt kräftig mit an.
Die zehnjährige Laura Putschke stampft eifrig im Wäschezuber
herum, während Mutter Anke Putschke und Heike Noah die Wäsche
über dem Waschbrett schrubben und zum Auswringen durch die
Mangel drehen. Dabei sind die beiden Frauen froh, dass sie zu
Hause eine Waschmaschine haben.
«Es ist alles sehr interessant und das Museum ist toll»
, loben Hannelore und Hans-Georg Brackmann. Die beiden sind aus
Niedersachsen zu Besuch im Spreewald. Karl-Heinz Hoppert aus Sachsen
sagt: «Es ist toll, dass die jungen Leute integriert werden
und so die Traditionen fortleben.»
von Anke Richter
08.06.2006 Lausitzer Rundschau
Schlepziger fürchten um Dorfansicht
Kahnfahrt-Projekt stößt auf Bedenken / Mehr Mitwirkungsmöglichkeit
gefordert
Antje Mühle hat viel Zeit, Kraft und Geld in die Sanierung
eines denkmalgeschützten Fachwerk-Hauses in der Schlepziger
Dammstraße gesteckt. Damit hat sie sich ein schönes
Zuhause geschaffen und für das Dorf einen Hingucker. Nun
fürchtet sie, dass das kleine Haus hinter der Brücke
und der Schleuse, die im Zuge des Vorhabens «Kleine Kahnfahrt»
geplant sind, verschwindet. Sie ist nicht die einzige Schlepzigerin,
die Bedenken gegenüber dem Projekt äußert.
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Foto: Dörte Hellwig
Dörfliche Spreewaldidylle vermittelt der Anblick des Fachwerkhauses
von Antje Mühle an der Schlepziger Dorfspree. Nicht nur die
Besitzerin befürchtet, dass die geplante Schleuse diese Sicht
verstellen wird.
Antje Mühles Haus steht ganz dicht an der Dammstraße.
Die ist an schönen Tagen, wenn die Touristen durch Schlepzig
strömen, viel befahren und begangen. Auf der Rückseite
des Hauses fließt die Dorfspree vorbei, die dann von Kähnen
und Paddlern bevölkert wird. «An das Getümmel
bin ich gewöhnt» , sagt die Schlepzigerin. Wenn jetzt
jedoch kurz vor dem Haus eine Brücke über und eine Schleuse
in das Freifließ gebaut werden sollen, das hier in die Dorfspree
mündet, «wird die Situation noch verschärft. Unter
anderem, weil die Paddler an der Schleuse aussteigen werden.»
Sie glaube, «dass von dem Haus nix mehr zu sehen sein wird»
.
Auch der Inhaber der benachbarten Gaststätte «Zur Reuse»
, Rene Draßdo, ist der «Kleinen Kahnfahrt» gegenüber
skeptisch. Bauarbeiten habe er gerade vor wenigen Jahren erlebt,
als die Brücke über die Dorfspree saniert wurde. «Das
war notwendig, aber hat das Geschäft beeinträchtigt.»
Er befürchtet zudem Probleme beim Ein- und Ausfahren der
Kähne in die geplante Schleuse. Dann könnte es sehr
eng auf der Dorfspree werden, weil der Kahn deren gesamte Breite
für das Manöver brauche. Hinzu komme, so Draßdo,
dass die Schleuse auf der einen Seite der Gaststätte von
der anderen Seite her bedient werden soll. Das werde regen Verkehr
geben, den er seinen Gästen nicht wünsche.
Die nögliche Gefährdung schöner Ansichten führte
Gottfried Vogler während der Gemeindevertretersitzung vorgestern
Abend an. Der einstige Bürgermeister sagte, «dass wir
ein Panorama geschaffen haben, bei dem wir uns über jedes
sanierte Fachwerkhaus gefreut haben.» Das werde jetzt zunichte
gemacht, indem etwas «davorgeklatscht» werde. Wie
andere, die ihre Bedenken vortrugen, betonte er, nicht generell
gegen das Projekt zu sein. Aber er habe den Eindruck, dass Tatsachen
geschaffen werden, ohne die Einwohner einzubeziehen und dass deren
Hinweise ungenügend berücksichtigt würden.
«Es fehlt uns an breiter Öffentlichkeit» , sagte
Thomas Fischer der RUNDSCHAU. Der Zeitdruck behindere «eine
ausgereifte Lösung für ein wirkliches Wir-Projekt»
. «Wir sind keine Gegner» , fügte Dietmar Andreck
an, «es geht uns darum, dass mit uns Anliegern gesprochen
wird, um Alternativen zu suchen.»
Ihre Bedenken hatten Anwohner bereits bei einer Einwohnerversammlung
am 22. Mai vorgebracht. Aus deren Protokoll geht hervor, dass
die Anlieger einige Tage vorher zu einem Vor-Ort-Termin eingeladen
worden waren. Aufgelistet sind in dem Protokoll die vorgebrachten
Bedenken. Festgeschrieben ist in ihm auch der Vorschlag des Gemeindevertreters
Torsten Römer, Anlieger und Interessierte in die Planung
im Rahmen einer Projektarbeitsgruppe einzubeziehen. Er forderte
während der Gemeindevertretersitzung vorgestern, Schleuse
und Brücke «sichtachsenneutral und nur so hoch wie
notwendig zu errichten» .
Aufgegriffen wurde von Michaela Schudek, Bauamtsleiterin des Amtes
Unterspreewald, während der Sitzung die Anregung von Thomas
Fischer, die Ausmaße der Schleuse «zu imitieren, um
sich eine Vorstellung machen zu können» . Eine weitere
Einwohnerversammlung solle folgen, «wenn erste planerische
Ergebnisse und konkretere Kosten vorliegen» . Die Planungsleistung
vergab die Gemeindevertretung vorgestern.
Was die von Antje Mühle geforderte Einbeziehung der unteren
Denkmalbehörde in das Projekt betrifft, verwies die Bauamtsleiterin
vorgestern und laut Protokoll auch bei der Einwohnerversammlung
darauf, dass dies bereits im vergangenen Sommer festgelegt worden
sei.
Info zum Thema Baubeginn im Juli
Das Projekt «Kleine Kahnfahrt» Schlepzig umfasst fünf
Schwerpunkte : Bau Schleuse, Fischpass und Brücke sollen
im Dammweg entstehen und das Freifließ ausgebaggert werden.
Vorgesehen ist zudem, die Schleuse Posslings Eckchen umzubauen
sowie die Anlegestelle in der Hauptspree neben der Gaststätte
«Zur Reuse» wieder herzustellen. Mit der Sanierung
der Alten Lübbener Straße soll der Anfang gemacht werden,
da diese als Umfahrung während der weiteren Bauarbeiten gebraucht
wird, sagte Michaela Schudek, Bauamtsleiterin des Amtes Unterspreewald.
Baubeginn für die Straße werde Mitte, Ende Juli sein.
Mit dem Bauende werde Anfang September gerechnet. Dann würden
Brücke und Schleuse in Angriff genommen. Bis Ende November
soll das Projekt abgeschlossen sein.
Nur zwei Abgeordnete nicht befangen
Gemeindevertreter beschließen erneut Fördermittelantrag
/ Kommunalaufsicht muss prüfen
Die Gemeindevertretung Schlepzig hat während
ihrer Sitzung vorgestern Abend erneut beschlossen, dass für
die «Kleine Kahnfahrt» Fördermittel beantragt
werden sollen. Dieser Beschluss war bereits im Dezember des vergangenen
Jahres gefasst worden.
Aber die Kommunalaufsicht des Landkreises Dahme-Spreewald habe
ihn als unwirksam erklärt, erläuterte Jens-Hermann Kleine,
Amtsdirektor des Amtes Unterspreewald vorgestern den Schlepziger
Abgeordneten.
Aufgrund eines Bürgerhinweises habe der Landkreis den Beschluss,
der mit fünf Ja- und einer Nein-Stimme gefasst worden sei,
geprüft, informiert dessen Pressesprecherin Heidrun Schaaf.
Von den damals sechs anwesenden Gemeindevertretern seien vier
wegen Eigentums- oder Verwandschaftsverhältnissen befangen.
Für die Wiederholung des Beschlusses vorgestern blieben von
sieben Anwesenden zwei, für die kein Mitwirkungsverbot wegen
Befangenheit galt. Sie stimmten beide für den Fördermittelantrag.
Diese Entscheidung müsse nun von der Kommunalaufsicht geprüft
werden, erläuterte Kleine. Die Gemeindeordnung sehe für
den Fall, dass mehr als die Hälfte der Mitglieder der Gemeindevertretung
befangen ist, vor, dass der Rest zwar beschlussfähig ist.
Aber die Kommunalaufsicht könne «aus Gründen des
öffentlichen Wohls» die Genehmigung versagen.
Der Zuschuss in Höhe von knapp 300 000 Euro für das
Projekt, dessen Gesamtkosten auf etwa 400 000 Euro geschätzt
werden, ist bereits bewilligt (die RUNDSCHAU berichtete). (dh)
07.06.2006 Lausitzer Rundschau
Mit Paul Gerhardts Schwägerin durch Schlepzig gestakt
Tour mit Pfarrwitwe, Musikus und Nachtwächter begeistert
Fahrgäste und Fährmann
Paul Gerhardts Schwägerin Sabina Fromm ist am Wochenende
auf Spreewälder Fließen unterwegs gewesen. Per Kahn
folgte sie den Spuren des Dichters und Pfarrers, der im nächsten
Jahr 400 Jahre alt würde.
Foto: Andreas Staindl
Nachtwächter Frank Selbitz unterhielt die Gäste der
Kahnfahrt Samstagnacht in Schlepzig. Mit an Bord auch Paul Gerhardts
Schwägerin Sabina Fromm alias Jutta Küchler sowie neben
ihr Musikus Gisela Christl.
Die Lübbenerin Jutta Küchler war in
die Rolle der Schwägerin, die auch Gerhardts Haushälterin
in Lübben war, geschlüpft und nahm Interessierte mit
auf die Zeitreise per Kahn. An Bord waren zudem Musikus Gisela
Christl und Nachtwächter Frank Selbitz.
Neben ihnen saßen im Kahn von Fährmann Burkhard Henschelchen
zwar nicht sehr viele. Aber für diejenigen, die mit auf Tour
gingen, wurde diese Fahrt ein besonderes Erlebnis. «Eine
wirklich tolle Geschichte» , schwärmte Anne Schweitzer
aus Bad Liebenwerda einige Stunden später.
Auch Hiltrud Hügel aus Plessa fand die nächtliche Tour
«einfach super. Die Geschichtsreise per Spreewaldkahn ist
eine wirklich klasse Idee. Ich hatte mich darauf eingelassen,
ohne zu wissen, was mich erwartet.»
Die beiden Frauen wollen zu Hause unbedingt von diesem Erlebnis
berichten. Zu erzählen haben sie reichlich: Zu Fuß
legte Nachtwächter Selbitz den ersten Abschnitt der Reise
zurück, während Fährmann Henschelchen die Gäste
über das Wasser stakte. Der Weg führte vorbei an der
Brauerei, am Wirtshaus «Zur Reuse» und am Cafe an
der Spree, einem früheren Kuhstall. Hier stimmte Frank Selbitz
smit Balladen auf den weiteren geschichtlichen Streifzug ein.
Er nahm nun Platz im Spreewaldkahn, der sich immer weiter von
Schlepzig entfernte.
Dann kam auch Sabina Fromm ins Spiel. Jutta Küchler erzählte
von Paul Gerhardt, etwa wie er von Berlin als Superintendent nach
Lübben kam und was sonst noch in jener Zeit geschah. Nachtwächter
Frank Selbitz nahm den Faden auf, ergänzte historische Daten
und Fakten.
Die Fahrgäste waren nicht nur Zuhörer, sondern aktiv
Beteiligte: Wenn Gisela Christl auf ihrem Akkordeon spielte, wurde
kräftig gesungen, natürlich Lieder von Paul Gerhardt.
Hinter einer Biegung in Nähe der Schleuse wartete ein Schwanenpaar
mit Nachwuchs auf die fröhliche Gesellschaft. Die Tour führte
vorbei am Aussichtsturm, an gelben Lilien, an Natur pur. Immer
schmaler wurde die Fahrrinne, links und rechts durch saftige Wiesen
begrenzt. Sich jetzt auf Paul Gerhardt einzulassen, fiel nicht
schwer. «Ich bin begeistert» , sagte Rüdiger
Rone. «Unsere Erwartungen haben sich voll erfüllt.»
Der Fürstenwalder hatte mit Freunden die Kahnfahrt gebucht.
In der Dämmerung kam Wussegk in Sicht. Die kleine Talinsel
liegt etwa 500 Meter von Schlepzig entfernt und war zu Kriegszeiten
Fluchtinsel für die Einwohner. Auf Wussegk steht seit dem
Jahr 1904 ein Gedenkstein, der an Johann Georg Hutter erinnert.
Der Generalsuperintendent hatte den Dorfbewohnern während
der schweren Kriegszeit Trost gespendet. Natürlich berichtete
Jutta Küchler davon. «Wussegk war echt der Hammer»
, schwärmte Jörg Meier aus Fürstenwalde später.
«Ich habe den Spreewald neu entdeckt und einiges dazu gelernt.»
Er wolle genauso wiederkommen wie Rüdiger Rone: «Einfach
klasse, wie uns Nachtwächter, Musikus und Sabina Fromm einbezogen
haben» , so Rone. Dass nach mehreren Bieren und Schnäpschen
auch andere Lieder als die von Paul Gerhardt gesungen worden waren,
Frank Selbitz zudem Frivoles zum Besten gegeben hatte, hatte zusätzlich
die Stimmung im Kahn gehoben.
Die Nacht war längst angebrochen, als Burkhard Henschelchen
den heimatlichen Hafen ansteuerte. Schon oft, erzählte er,
sei er nachts über die Fließe gestakt. «Doch
heute hat es mir besonders viel Spaß gemacht.» Exklusiv
hatte er diese Meinung nicht. (as/dh)
Andreas Staindl
31.05.2006 Lausitzer Rundschau
Das passt gut
von Dörte Hellwig
Während die Fährmänner im Spreewald mangelnde Gästezahlen
beklagen, wollen Schlepzigs Gemeindevertreter viel Geld in eine
neue Kahnfahrt-Route durch den Ort investieren. Passt das zusammen?
Sehr gut sogar.
Einen Großteil Schuld an
den leeren Kähnen in diesen Wochen hat sicherlich das Wetter.
An dem können die Fährmänner jedoch nichts ändern.
Woran sie etwas ändern können und das tun sie
bereits seit einigen Jahren , ist ihre Angebotspalette.
Etwas Neues reizt auch die «Wiederholungstäter»
unter den Spreewaldbesuchern zu einer erneuten Kahnfahrt. So werden
mittlerweile etwa Lampion- und Grillfahrten offeriert. Die Gäste
bald auf einer völlig neuen Route staken zu können,
dürfte ein noch größerer Anreiz sein den
sich Lübbens Fährleute übrigens seit langem wünschen.
Zudem sind bei den Gästen immer öfter vergleichsweise
kurze Touren gefragt. Insofern sollte sich die Investition in
die Kleine Kahnfahrt in Schlepzig lohnen. Und wenn mit ihr zusätzlich
Fließgeschwindigkeit in die teilweise stehenden Gewässer
in Schlepzig gebracht wird, ist das noch ein weiteres Argument
für das Vorhaben.
31.05.2006 Lausitzer Rundschau
Kahnfahrt in Schlepzig steht vor Realisierung
Bau muss bis Ende November abgeschlossen sein
Bis zum 30. November muss die geplante kleine Kahnfahrt
in Schlepzig eine 1,35 Kilometer lange Route durch den
Ort fertig sein.
«Bis dahin müssen wir die Fördermittel in Höhe
von 299 655 Euro abrechnen» , hat die Bauamtsleiterin des
Amtes Unterspreewald, Michaela Schudek, den Schlepziger Gemeindevertretern
während deren jüngster Sitzung mitgeteilt.
Die Gesamtkosten belaufen sich laut Amt auf rund 400 000 Euro.
Der Eigenanteil der Gemeinde in Höhe von 99 885 Euro sei
gesichert. Zu dem Vorhaben hatte in der vergangenen Woche eine
Einwohnerversammlung in Schlepzig stattgefunden, die gut gelaufen
sei, sagte die Schlepziger Bürgermeisterin Heike Noah während
der Gemeindevertretersitzung. «Während der Einwohnerversammlung
hat sich gezeigt» , ergänzte die Bauamtsleiterin Michaela
Schudek, «dass 85 Prozent der anwesenden Bürger dem
Projekt zustimmen. Es müssen nur noch einige Dinge geklärt
werden.»
Wie die kleine Kahnfahrt gebaut werden soll, interessiert vor
allem die Anwohner der Dammstraße. Dort soll eine Brücke
errichtet werden. «Die Anwohner sorgen sich wegen der Brückenhöhe,
und dass sie ihnen die Sicht versperren könnte» , so
Bauamtsleiterin Michaela Schudek.
So wurde, um die Höhe der Brücke von 1,50 Meter über
dem Wasserspiegel zu verdeutlichen, ein rotes Band an geplanter
Stelle über der Dammstraße gespannt. «Das hat
viele beruhigt» , erklärte Heike Noah. Amtsdirektor
Jens-Hermann Kleine kündigte an, dass die Gemeindevertreter
während ihrer Sitzung am Dienstag über den Bau der kleinen
Kahnfahrt abstimmen werden. «Wenn der Beschluss positiv
ausfällt, beginnt die Bauplanung und die Arbeiten werden
ausgeschrieben» , so Kleine. (ar/dh)
29.05.2006 Lausitzer Rundschau
Schlepziger «Schule» hebelt Pisa-Studie aus
Spaß, Nahrhaftes und viele Eindrücke beim Maitreiben
im Unterspreewald
Die Pisa-Studien-Ergebnisse gelten nicht für
Schlepzig. Das hat die «Schule» des Ortes am Sonnabend
auf der Bühne des Maitreibens vor gut gefülltem Hof
des Bauernmuseums nachgewiesen. Der Heimatverein Schlepzig zeigte,
wie es in einer speziellen Schule heutzutage zugeht und
das war nur einer der Späße des Festes.
Foto: Roland Hottas
Mit seiner Schul-Aufführung sorgte der Schlepziger Heimatverein
für viel Spaß.
«Ein etwas verrückter Schultag»
wurde von Mitgliedern des Schlepziger Heimatvereins auf die Bühne
gebracht. Allen voran der «Oberlehrer» Ernst-August
Lehmann in schwarzem Gehrock und mit dem unvermeidlichen Rohrstock.
Dieser traf zwar nur die Schulbänke, wenn die Antworten «gar
zu doof» waren. Aber Bauernschläue und Spitzfindigkeiten
waren den «Mädchen und Jungen» mit Schiefertafeln,
Schulmappen von damals und jeder Menge Unsinn nicht abzusprechen.
Nach dem «Unterrichts-Lied zur Auffrischung»
es erscholl «Im Frühtau zu Berge» vielstimmig,
und manch einer traf sogar den richtigen Ton sollten Gedichte
aufgesagt werden. Der «Erlkönig» brachte das
«Ottchen» mit dem Katapult in der Hosentasche arg
in Schwierigkeiten. «Klassenprimus» Fritz hatte seine
Version: «Wer rattert so spät durch Nacht und Wind»
, ging seine modernisierte Fassung. «Siehst, Vater, du den
Schupo nicht, mit Stift und strengem Gesicht?» «Fritz»
endete schließlich unter dem Gelächter des Publikums:
«Erreicht als Erster den Gasthof am Meer, aber der Sozius,
der bleibt leer.» Trotzdem bekam er keine Eins von seinem
Lehrer, der doch mehr die Klassiker liebt.
Die Schlepziger Pisa-Schüler brachten die Klassiker markant
zum Vergnügen ihrer Zuschauer auf den Punkt. Schillers «Glocke»
fasste «Gerda» schlicht mit «Bimbam» zusammen.
Das «Gluck, gluck weg war er» als Kurzform
des Schillerschen «Taucher» von «Lieschen»
kannten einige noch aus eigener Schulzeit. Neben «Biologie
des Menschen» und Geschichte ( «Luther schlug seine
95 Prothesen an die Wittenberger Schlosskirche» ) trieben
die Fähigkeiten in Mathematik besondere Blüten. Im Publikum
glaubte wohl jeder zu wissen, was 15 plus 15 als Ergebnis hat.
«Mariechen» in der Schlepziger Schule hatte ihre eigene
Deutung: «Fünf Zehn und fünf Zehn
sind zehn Zehn also zwei Füße!»
«Wir wollten die Schule ein bisschen auf die Schippe nehmen»
, sagte Vereinsvorsitzende Liane Haase der RUNDSCHAU. Vereinsmitglieder
hätten sich über die vie len englischen Wörter
in der Schule und auch im Alltag geärgert, und daraus habe
Edith Baatz einen «Deutsch-Unterrichts-Sketch» geschrieben,
der auch aufgeführt wurde. Die restlichen Sketche «drumherum»
seien «nach und nach» im Verein entstanden. Viermal
hätten Vereinsmitglieder geprobt und das Ergebnis
bekam viel Beifall.
20 Bleche mit Kirsch-, Streusel-, Zucker- und anderem leckeren
Kuchen wurden von Heimatvereinsmitgliedern wie Cornelia Gollnick
und Roswitha Posselt verkauft. Kaffee, Bratwürste und Grillsteaks
gingen weg wie warme Semmeln. Die Kinder konnten mit Plastiline
Figuren formen oder Gips-Plastiken bunt bemalen.
«Wenn die Schlepziger was machen, dann machen sie es gut
oder gar nicht» , sagte Hartmut Lehmann von den «Schmorgurken»
, die auch zu den Akteuren zählten. «Es ist ein prima
Fest» , urteilte Udo Heilmann aus Hannover, der in Schlepzig
Urlaubsstation machte. (-ds/dh)
Roland Hottas
24.05.2006 Lausitzer Rundschau
«Klim Bim» sorgt in Schlepzig für Feier-Schwung
Laienkapelle gründete sich während der Fastnacht
Wenn in Schlepzig gefeiert wird,
dann sind die zehn Musiker von «Klim Bim» , zuweilen
auch geführt unter dem Namen «Schlepziger Regimentskapelle»
, nicht weit.
Foto: privat
«Klim Bim» ist aus Schlepzig nicht mehr wegzudenken.
Ob bei Fastnacht, beim Kahnfahren oder beim Maitreiben
mit Trompeten, Posaunen und Pauken sorgen sie für Stimmung.
Das ist das, was den Musikern am meisten Spaß macht: Wenn
sich ihr Publikum gut unterhalten fühlt und zu Stimmungsmusik
und Volkslieder mitschunkelt und mitsingt. Ein wenig Understatement
darf es schon sein. Klim-Bim-Mitglied Gottfried Vogler: «Naja,
wir sind nur kleine Musiker, alles Laien.» Dafür sei
die Kapelle, die sich bei der Fastnacht im Jahr 1978 gegründet
hat, auch mal schnell auf einen Kahn zu bekommen. Denn sie spielt
ohne Mikros wie am 27. Mai beim 11. Maitreiben im Bauernmuseum
Schlepzig. (dö)
13.05.2006 Lausitzer Rundschau
Kommission prüft Erholungs-Potenzial
Schlepzig erwartet Votum Ende Juni
Es hat seinen Grund gehabt, warum in Schlepzig am Mittwochabend
viele Rasenmäher einvernehmlich brummten: Hoher Besuch wurde
erwartet. Eine Kommission aus Vertretern von Ministerien und Institutionen
besichtigte am Donnerstag per Kahn, Rad und zu Fuß den Ort.
Sie prüft nun, ob Schlepzig das Potenzial hat, Erholungsort
zu werden.
 |
Foto: Harald Friedrich
Mit einer Kahnfahrt hat der Besuch der Erholungsort-Kommission
in Schlepzig begonnen. Am Landgasthof wurde zur Stärkung
selbstgebrautes Bier gereicht.
«Wir haben einen guten Eindruck und das nicht nur wegen
des Wetters» , bilanzierte am späten Nachmittag Martin
Linsen, für das Brandenburgische Wirtschaftsministerium in
der Kommission. Um 11 Uhr hatte der Landesfachbeirat für
Kur- und Erholungsorte seine Tour durch den Unterspreewald-Ort
begonnen. Zu ihm gehören neben Vertretern von Ministerien
unter anderem der Landestourismusverband Brandenburg, das Forschungsinstitut
für Kurortwissenschaft und der Landesbetrieb für Datenverarbeitung
und Statistik.
Der «gute Eindruck» , so Linsen, stütze sich
vor allem darauf, «dass wir auf engagierte Menschen getroffen
sind, die sich bemüht haben, das Potenzial Schlepzigs vorzustellen»
. Mit seiner Naturnähe habe Schlepzig ein Alleinstellungsmerkmal,
das eine besondere Stimmung und Atmosphäre unterstütze.
All dies sei gut angekommen, waren sich Bürgermeisterin Heike
Noah und Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine einig. Auch wenn es
sehr wenig Zeit für die einzelnen Sehenswürdigkeiten
gegeben habe, so Noah, habe sie doch das Gefühl, «Lust
auf ein Wiedersehen» gemacht zu haben. Auf dem Besichtigungsprogramm
hatten unter anderem der Kahnhafen, die Ausstellung im Biosphärenreservat
und das historische Bauernmuseum gestanden. Gerade hier, bei einer
kurzen Rast unter der Linde im Innenhof, sei die besondere Stimmung
in Schlepzig deutlich geworden, schätzte Kleine ein.
Zum Thema Das Verfahren
Mitte Juni wird die Kommission ihre Erlebnisse in Schlepzig zusammenfassen
und zu einer Empfehlung kommen, ob das Dorf das Potenzial hat,
Erholungsort zu werden. Mit dieser sei Ende Juni zu rechnen, versprach
Kommissionsmitglied Martin Linsen. Sie werde mit Hinweisen verbunden
sein, wie die Schlepziger ihren Ort touristisch weiterbringen
können. Sie müssen dann beschließen, ob und in
welche Verbesserungen sie investieren wollen. Dann kann Schlepzig
einen endgültigen Antrag stellen, den Status Erholungsort
verliehen zu bekommen . Das kann sich möglicherweise bis
zum nächsten Jahr hinziehen.
Von Ingvil Schirling
11.04.2006 / Dahme-Spreewald Märkische Allgemeine
"Wer es schon mal probiert hat, kommt schnell wieder rein"
Erster Workshop für "Line Dance"
/ Gastgeber erwarten Teilnehmer aus ganz Deutschland / Weltmeister
als Trainer verpflichtet
LÜBBEN Mehr als 500 Linedancer werden Mitte
Juni in Lübben erwartet. Die Gruppen "Crazy Dancer"
aus Schlepzig und "Only Country" aus Leibchel veranstalten
das erste große Linedance- und Workshop-Wochenende im Spreewald.
Wer teilnehmen möchte, kann sich jetzt anmelden.
"Wir rechnen mit Teilnehmern aus ganz Deutschland",
sagt Sigrid Krupsky, die Chefin der "Crazy Dancer".
Die Veranstaltung in Lübben wird nach ihren Angaben landesweit
die größte sein. Sigrid Krupsky ist überzeugt,
dass das geplante Wochenende hunderte Linedancer lockt: "Die
Szene ist ziemlich groß", sagt die 47-Jährige.
Sie schätzt, dass in den vergangenen Jahren allein im Spreewald
weit mehr als 1000 Leute an Line-Dance-Kursen teilgenommen haben.
Die Leute sind heiß auf gemeinsame Begegnungen", sagt
Krupsky.
Geplant sind an dem Wochenende 15 Workshops, die
auf Vorkenntnisse der Teilnehmer aufbauen. "Wer schon früher
mal an einem Kurs teilgenommen hat, kommt schnell wieder rein,
die anderen können gern zuschauen und mitmachen", sagt
Krupsky.
Für die Workshops hat sie professionelle
Trainer verpflichtet. Erwartet werden die Weltmeister Susanne
Schalewa und Gerd Wollschläger, dazu weitere Spitzentänzer
wie "Johnny Two Step" aus England. "Für jeden
Anspruch ist etwas dabei, auch neue Tänze werden gelernt",
verspricht Sigrid Krupsky. Sie selbst trainiert einmal pro Woche
mit ihrer Gruppe. Das Gros der Mitglieder ist zwischen 30 und
60 Jahre alt. "Wir sind aber auch für den Nachwuchs
interessant", sagt die Chefin. "Line-Dance ist nicht
nur Country, wie manchmal vermutet wird. Wir tanzen auch nach
modernen Disco-Hits und Volksmusik."
Neben den Workshops wird es auch eine große
Samstagabendshow mit "Scarlett & Band" geben. Veranstaltungsort
ist die "Three-Oak Ranch" in Lübben, wo Teilnehmer
laut Organisatoren auch campen können. as
Line-Dance-Workshop in Lübben, 16.-18. Juni,
Informationen: www.spreewald event.de, Anmeldung: (035472) 51
56.
30.03.2006 Lausitzer Rundschau
Schlepzigs Haushalt ist ausgeglichen
Eigenanteil für kleine Kahnumfahrt ist gesichert
Die Gemeinde Schlepzig hat für das laufende Jahr einen ausgeglichenen
Haushalt. 717 000 Euro weist der Verwaltungshaushalt auf, 486
400 Euro stehen im Vermögenshaushalt für Investitionen
zur Verfügung. Aus dem Investitionstopf sind 100 000 Euro
für den Bau der kleinen Kahnumfahrt vorgesehen. Das teilte
die stellvertretende Kämmerin Marion Klee vom Amt Unterspreewald
bei der jüngsten Gemeindevertretersitzung mit. Die Haushaltssatzung
billigten die Gemeindevertreter einstimmig.
Die Deckung des Eigenanteils am Verwaltungshaushalt wurde durch
Rücklagen von 53 300 Euro aus dem Vermögenshaushalt
erreicht , erläuterte Marion Klee das Zahlenwerk. Außerdem
sei für dieses Jahr keine Abwasserumlage der Gemeinde an
den Trink- und Abwasserzweckverband (TAZ) in die Kalkulation eingeflossen.
Diese Umlage ist für dieses Jahr sehr unwahrscheinlich und
wurde schon im vergangenen Jahr nicht erhoben , so Kämmerin
Ingeborg Freigang auf RUNDSCHAU-Anfrage. Da jene Zahlungen eine
große Belastung für die Gemeindekassen darstellen würden,
habe Schlepzig an dieser Stelle viel eingespart.
100 000 Euro wird Schlepzig als Eigenanteil an den Kosten für
den Bau der kleinen Kahnumfahrt einstellen , erklärte Marion
Klee. Die restlichen 300 000 Euro würden mit Fördermitteln
aus dem ILE-Programm bestritten (die RUNDSCHAUberichtete). Die
Arbeiten, um das Fließ schiffbar zu machen, werden zum Jahresende
abgeschlossen sein, denn bis Mitte November müssen die Fördermittel
verwendet worden sein , so Ingeborg Freigang.
Zusätzliche Mittel von 17 000 Euro stehen laut Kämmerin
in diesem Jahr für die Reparatur von Fußgängerbrücken
und der Gemeindestraße nach Petkampsberg zur Verfügung.
Jens-Hermann Kleine, Amtsdirektor des Amtes Unterspreewald, bemerkte
während der Gemeindevertretersitzung zu den Gemeindefinanzen:
Schlepzig steht gut da, das sieht im Amt zum Teil ganz anders
aus.
Trotz alledem müssen wir weiterhin sparen , sagte Marion
Klee. Ingeborg Freigang sieht hingegen keine direkten Einsparmöglichkeiten
im beschlossenen Haushalt. Die Kämmerin nennt freiwillige
Aufgaben als mögliches Einsparpotential, auch wenn die derzeitigen
Mittel bis auf weiteres nicht gekürzt werden sollen, wie
sie versicherte.
Die Haushaltsstellen für das Agrarmuseum und Dienstleistungen
im Fremdenverkehr werden mit insgesamt 38 300 bezuschusst, da
wir dort nicht kostendeckend arbeiten , berichtete die Kämmerin.
Die Gemeinde bringt für die Tourismusförderung ein großes
Opfer , fügte sie hinzu. Die Finanzierung dieser freiwilligen
Aufgaben ist jedoch eine unverzichtbare Wirtschaftsförderung
für Schlepzig , betonte Ingeborg Freigang.
Von Nils Michaelis
Schlepziger Kita-Kinder sollen im Dorf bleiben
Gemeindevertreter lehnen Kita-Standort Neu Lübbenau ab
Schlepzigs Gemeindevertreter lehnen es ab, die
Kita-Kinder des Dorfes an die Betreuungsstätte in Neu Lübbenau
wechseln zu lassen und damit den Standort Schlepzig aufzugeben.
Diesen Beschluss fassten sie bei ihrer Sitzung am Dienstag in
Lübben.
«Auf dem Weg zum staatlich anerkannten Erholungsort
wäre das unsinnig, schließlich brauchen unsere Gäste
eine Möglichkeit, ihre Kinder betreuen zu lassen» ,
sagte Ortsbürgermeisterin Heike Noah.
Der Landkreis Dahme-Spreewald hatte zuvor im Rahmen der Erstellung
eines Bedarfsplans für die Kindertagesbetreuung angefragt,
ob die Schlepziger Kinder in Neu Lübbenau versorgt werden
könnten. Die Kapazität der Schlepziger Kita gibt die
Gemeindeverwaltung mit 28 Plätzen an. Davon sind zurzeit
20 belegt. Ebenso regte die Kreisverwaltung an, die Hortkinder
des Amtes Unterspreewald im Hort in Gröditsch zu betreuen.
«Dadurch würden zwei Hauptstandorte für den Bildungsauftrag
in Kindertagesstätten zur Verfügung stehen» ,
argumentiert die Kreisverwaltung in einer schriftlichen Mitteilung.
(nm)
07.03.2006 Lausitzer Rundschau
Biosphärenreservat behält Naturtourismus im Blick
Neuer Kommunikations- und Medienraum in Schlepzig übergeben
Naturschützer und Tourismusanbieter in der
Region noch besser vernetzen will Biosphärenreservatsleiter
Eugen Nowak in den kommenden Jahren. Unterstützung erhofft
er sich dabei von dem neuen Kommunikations- und Medienraum, der
gestern im Informationszentrum in Schlepzig übergeben worden
ist. Rund 64 000 Euro haben das Land Brandenburg und die Al lianz-Stiftung
dort insgesamt investiert, so Nowak.
 |
Foto: Nils Michaelis
Freudig in die Zukunft schaut Eugen Nowak vom Biosphärenreservat
Spreewald (r.) seit gestern. Mit dem neuen Medienangebot im ehemaligen
Turbinenhaus will er Naturschutz und Tourismus besser vernetzen.
Pünktlich zum Beginn der Frühjahrssaison ist gestern
der neue Kommunikations- und Medienraum des Biosphärenreservats
in Schlepzig übergeben worden. Dort sollen ab sofort Touristengruppen
und Schulklassen empfangen werden und mit modernen Medien einen
ersten Einblick in den Naturraum Spreewald bekommen , sagte Biosphärenreservatsleiter
Eugen Nowak. Dafür ist am Standort Schlepzig zuvor kaum Platz
gewesen. Im Frühjahr seien zahlreiche Film- und Vortragsveranstaltungen
sowie Foren im neuen Trakt geplant. Dieser grenzt direkt an das
bisherige Informationszentrum.
Das ehemalige Turbinenhaus der alten Mühle soll Nowak zufolge
auch für Fortbildungsmaßnahmen genutzt werden. Nowak:
Damit wollen wir den qualifizierten Naturtourismus im Spreewald
in den folgenden Jahren weiter nach vorne bringen.
Das Zielpublikum für Schulungen seien Lehrer, Mitarbeiter
von Wasserbehörden und Kahnfährleute, erklärte
Nowak. Letztere könnten sich künftig in Schlepzig in
Sachen Naturschutz qualifizieren, indem sie ihr Wissen um die
Bedeutung des Schutzgebiets Spreewald erweitern. Viele Kahnfährleute
haben dahingehend schon viel getan, die Debatte um das Gewässerrandstreifenprojekt
hat jedoch gezeigt, dass oft Unwahrheiten verbreitet werden ,
ergänzte Arnulf Weingardt vom Biosphärenreservat.
Der Spreewald auf Video
Technisches Kernstück des Medienraums ist die neue Ausrüstung
für Videopräsentationen. Diese wurde den Besuchern mittels
einer Dokumentation über den Spreewald vorgeführt. Dafür
sowie für Schautafeln und neue Stühle hatte die Allianz-Stiftung
laut Nowak 18 000 Euro gegeben. Auch eine kleine Ausstellung über
die Arbeit des Biosphärenreservats ist zu sehen. Nowak: Das
alles hätten wir in der bisherigen Bruchbude nicht aufbauen
können. Für die Rekonstruktion des Hauses seien 46 000
Euro aus Landesmitteln geflossen, berichteten Nowak und Weingardt.
Treffpunkt der Interessengruppen
Das Biosphärenreservat Spreewald wirkt seit Jahren als Vermittler
zwischen den Interessengruppen in dieser Region , erklärte
Allianz-Stiftungspräsident Lutz Spandau. Der neue Medienraum
solle die Mittlerfunktion fördern und ausbauen, indem er
zum Treffpunkt von Naturschützern und Tourismusdienstleistern
werde.
Spandau verwies auf das 15-jährige Engagement seiner Stiftung
im Spreewald. Deren geleistete Fördermittel für das
Biosphärenreservat beziffert die Landesregierung mit bislang
drei Millionen Euro. Ich wünsche mir, dass wir auch in den
nächsten fünf Jahren noch die Arbeit des Biosphärenreservats
unterstützen , fügte Spandau vor rund 50 Kuratoriumsmitgliedern,
Gästen und Medienvertretern hinzu. Darunter waren der Präsident
des Landesumweltamtes Matthias Freude, Kreisdezernent Stephan
Loge, die Landtagsabgeordneten Sylvia Lehmann (SPD), Karin Weber
(Linkspartei.PDS) und Werner-Siegwart Schippel (SPD) sowie Lübbens
Bürgermeister Lothar Bretterbauer (CDU) und Amtsdirektor
Jens-Hermann Kleine.
Von Nils Michaelis
03.03.2006 Lausitzer Rundschau
Schlepzig bereitet sich auf Kommissionsrundgang vor
Unterspreewald-Dorf will Weichen für Titel «Erholungsort»
stellen
Hohen Besuch erwartet Schlepzig am 11. Mai. Dann
will eine Kommission das Unterspreewald-Dorf besuchen und ein
Votum darüber abgeben, ob dieses den Status «Erholungsort»
beantragen kann. Dafür hatten sich die Gemeindevertreter
Schlepzigs vor einiger Zeit ausgesprochen. Nun bereitet eine Arbeitsgruppe
die Ortsbesichtigung vor.
 |
Foto: Ingvil Schirling
Noch liegt winterliche Ruhe über dem Schlepziger Kahnfährhafen.
Wenn der Landesfachbeirat für Kur- und Erholungsorte im Mai
in den Unterspreewald-Ort kommt, wird er sich wieder im Saisonbetrieb
präsentieren.
Insgesamt neun Institutionen gehören dem Landesfachbeirat
für Kur- und Erholungsorte an, der im Mai nach Schlepzig
kommen will. Darunter sind Ministerien, der Landestourismusverband
Brandenburg, das Forschungsinstitut für Kurortwissenschaft
und der Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik.
Viel zu sehen, wenig Zeit
Die Zeit für die Ortsbesichtigung ist knapp. Die Runde hat
die Arbeitsgruppe bereits festgelegt: Bei schönem Wetter
soll es ab 11 Uhr mit dem Kahn vom Hotel Müggenburg zum Landgasthof
gehen. Diese Zeit will Bürgermeisterin Heike Noah nutzen,
um Grundsätzliches über Schlepzig zu sagen.
Am Landgasthof sollen die Gäste aufs Rad steigen und den
Kahnfährhafen, die Parkmöglichkeiten und die Ausstellung
in der Außenstelle des Biosphärenreservats besichtigen.
Das Mittagessen ist im Gasthof Künzel geplant, anschließend
soll die Runde per Rad vorbei an der Kirche führen, am Landschulheim,
am Museum, dann weiter über den Luchteich zum Gemeindezentrum,
zum Seniorenheim und Sportplatz, entlang der Alten Lübbener
Straße zum Rastplatz am Inselteich. Von dort soll es entlang
der Dammstraße zurück zum Landgasthof gehen. Dort,
wo der Neubau der Schleuse über die Dorfspree geplant ist,
soll noch ein kurzer Zwischenstopp eingelegt werden.
Ausruhen unter der Linde im Museum
Ein straffes Programm, und die Gesichter der Arbeitsgruppenmitglieder,
die an diesem Mittwoch im Landgasthof Zum Grünen Strand der
Spree tagen, sind schon etwas besorgt. Besonders lang ist das
von Karin Kappus, der Museumsleiterin und Chefin der Tourist-Information.
15 Minuten für das Schlepziger Museum maximal wo sollte
sie da anfangen, wenn sie die ganzen Angebote aufzählen wollte?
Es ist ihr anzusehen, dass sie zwar die Notwendigkeit einsieht,
sich aber schlecht mit einer solchen Knappheit anfreunden kann.
Kurz wird darüber diskutiert, dann fällt die Entscheidung:
Die Kommissionsmitglieder sollen sich im Hof unter der Linde ausruhen,
während Karin Kappus das Museum vorstellt.
In Vorbereitung auf die Ortsbesichtigung am 11. Mai sollen die
Kommissionsmitglieder ausgewähltes Prospektmaterial über
Schlepzig und den Spreewald zugeschickt bekommen. Karin Kappus
breitet eine Vorauswahl auf einem Tisch vor der Arbeitsgruppe
aus. Einige Flyer müssen überarbeitet werden, weil Angebote
sich verändert haben oder neue hinzugekommen sind. Der Schlepzig-Flyer
soll Einlegeblätter mit Terminen und Kahnfahrt-Angeboten
bekommen. Die Amtskarte und -broschüre sollen möglichst
bis zum 11. Mai ein neues Gesicht bekommen. Ein Wanderführer,
die Liste der Vermieter, das Profil des Biosphärenreservats
sollen mit in die Mappe wandern. Ihre Form macht der Arbeitsgruppe
Sorgen. Repräsentativ soll sie sein, aber möglichst
nichts kosten mitten hinein in das große Fragezeichen,
das im Raum steht, zaubert Torsten Römer vom Landgasthof
einen Stapel Mappen, die er vom Buchbinder Schwiesow einmal erworben
hat und für diesen Zweck zur Verfügung stellen will.
Mit Folie aufgemotzt oder mit dem Schlepziger Wappen besprüht,
würden sie was hermachen, sind sich die Arbeitsgruppenmitglieder
einig.
Eigenes Profil mit Titel verdeutlichen
Während nach fast zwei Stunden einiges abgearbeitet ist,
bleibt immer noch viel zu klären, und die Zeit wird eng.
Dennoch will die Arbeitsgruppe alles versuchen, um die Weichen
dafür zu stellen, dass Schlepzig Erholungsort wird. Für
Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine wäre das die logische Fortsetzung
dessen, was sich dort bereits entwickelt hat und eine Zertifizierung
für das ganz eigene Profil von Schlepzig mit den drei Tourismussäulen
Kultur, Natur und Kinderfreundlichkeit, wie Römer anfügt.
Von Ingvil Schirling
1.03.2006
Närrische Karreten dröhnen durch Schlepzig
300 Akteure machen Stimmung beim Rosenmontagsumzug
Mehr als 300 Narren sind am Montagnachmittag durch Schlepzig gezogen.
Kurz nach Mittag drang aus vielen Schlepziger Gehöften ein
merkwürdiges Knattern bis zu den Straßen. Zwar sind
die kreativen Karreten der Schlepziger Rosenmontagsumzüge
traditionell in erster Linie laut. Doch die Spreewälder Jecken
versuchten mit ihren fahrbaren Eigenbauten dennoch, möglichst
unbemerkt zum Aufstellplatz an der Dammstraße zu kommen.
Die bis dato so sorgsam gehüteten Geheimnisse sollten so
lange wie möglich gewahrt bleiben.
 |
 |
Fotos: Jens Golombek
Historische Kostüme fehlten nicht beim Rosenmontagsumzug.Aus
Turin direkt nach Schlepzig: Das Olympiateam von der Großschanze.Das
Königspaar der Herzen schwebte per Sänfte
ein.Alwin Drexler und das Prinzenpaar waren vor dem Start des
Rosenmontagsumzugs in Schlepzig gefragte Interviewpartner.Stimmung
in Schlepzig: Der Rosenmontagsumzug lockte hunderte Zuschauer
in das Unterspreewalddorf.
Pünktlich um 14 Uhr gab Fastnachtschef Alwin Drexler den
Startschuss zum 13. Rosen montagsumzug. Die Blaskapelle spielte
auf, und der Zug setzte sich in Bewegung. Die Mädels der
Dark An gels drehten ihre Rockmusik auf, die sich
mit dem satten Klang der vielen auspufflosen Motoren mischte.
Christoph und Alexander Haase gingen gemeinsam mit Thomas Schiela
als Tollkühne Männer in ihren fliegenden Kisten
ins Rennen. Der gleichnamige Film hatte die Drei dazu inspiriert.
Ein alter Motorradmotor diente ihnen als Antrieb. Diesmal
haben wir sogar einen Lüfter dafür eingebaut,
erklärte Thomas Schiela die Konstruktion aus Holz und Stahl.
Letztes Jahr mussten wir ihn mit Cola kühlen, das fand
die Zündkerze nicht so toll.
Vor dem Flugzeugpropeller bahnte sich ein festlich geschmückter
Weihnachtsbaum mit unübersehbarer Schlagseite einen Weg durch
die Straßen, beiderseits gesäumt von dicken Menschentrauben.
Der ist bei mir im Garten einfach schräg der Sonne
entgegen gewachsen und war so für das Wohnzimmer nicht mehr
geeignet, erklärte Sven Petigk seinen närrischen
Beitrag. Er lag als Kuscheltier unter den vom Weihnachtsmann gezogenen
grünen Zweigen.
Als Klärchens rollendes Ballhaus Tanz in allen Sälen
versprach, versteckte sich die Sonne in Schlepzig hinter einer
Wolke. Ein paar Schneeflocken mischten sich mit dem Inhalt der
Konfettikanone des Olympiateams. Die Spitzensportler hatten sogar
Sponsoren für ihre Schlepziger Großschanze geworben.
Eine Pause legte der Zug am Schlepziger Seniorenheim ein. Mit
gratis Glühwein wurden die Narren, mit Kamellen und Späßen
die dortigen Zuschauer bei Laune gehalten. Das Publikum verkürzte
sich derweil an der großen Kreuzung die Wartezeit mit Erbsensuppe
und Bockwurst.
Höhepunkt und Abschluss des Schlepziger Rosenmontagsumzugs
war schließlich das große Tanzfinale auf der komplett
abgesperrten Hauptstraße. Mit im Programm war ein Geburtstagsständchen
für Karnevalsprinz Mario, der am Rosenmontag seinen Ehrentag
feierte.
Jugendprinzenpaar Anika Neumann und Mario Noack hatte noch vor
dem Umzug gemeinsam mit Fastnachtschef Alwin Drexler Neugierigen
und Journalisten Rede und Antwort gestanden. Letzte Unklarheiten
sind noch zu beseitigen, Funk und Fernsehen wollen alle noch ihre
Interviews, sagte Drexler.
Die beiden jungen Leute waren zum zweiten Mal in ihren Ämtern
dabei. Ein langes und anstrengendes Fastnachtswochenende
liegt hinter uns, berichtete Mario Noack. An beiden
Tagen waren die Jugend sowie die Verheirateten mit insgesamt 250
Zamperern unterwegs, und das bei nur 650 Einwohnern, erzählte
Anika Neumann stolz.
Von Jens Golombek
02.02.2006 Lausitzer
Rundschau
Schlepzig treibt Anerkennung als Erholungsort voran
Arbeitsgruppe soll Inspektionsbesuch im Mai vorbereiten
Die Gemeinde Schlepzig im Amt Unterspreewald treibt ihre Bemühungen
voran, als Erholungsort anerkannt zu werden. Bei der Sitzung der
Gemeindevertretung am Dienstagabend im Gemeindezentrum kündigte
Bürgermeisterin Heike Noah an, dass am 10.
Mai eine erste Inspektion im Ort stattfinden werde.
Diese erste Inspektion solle darüber Auskunft geben, sagte
Heike Noah, ob Schlepzig die Voraussetzungen für den Status
Erholungsort erfüllen könne. «An diesem Tag wollen
wir Erkenntnisse gewinnen, was Schlepzig noch fehlt und was noch
getan werden muss» , sagte die Bürgermeisterin.
Die Gemeindevertreter forderte sie auf, sich in eine Arbeitsgruppe
mit ihren Vorschlägen und Vorstellungen einzubringen. Um
das Prädikat «Anerkannter Erholungsort» zu bekommen,
müssten «noch Anträge und Erhebungsbögen
ausgefüllt werden» , sagte Heike Noah. Eine Arbeitsgruppe
könne das wohl am besten leisten.
15 000 Euro eingeplant
Thorsten Römer will es nicht nur bei einer Arbeitsgruppe
bewenden lassen. Um die eine oder andere Maßnahme zur Verschönerung
von Schlepzig noch vor der Inspektion im Mai in Angriff nehmen
zu können, sagte er, sollte schon jetzt dafür gesorgt
werden, dass Mittel in den Haushalt 2006 eingestellt werden.
Damit, so Thorsten Römers Überlegungen, könnten
etliche Sitzbänke angeschafft und einfache Spielmöglichkeiten
für Kinder geschaffen werden. In der Arbeitsgruppe sollte
dann über die Standorte der Bänke und Spielmöglichkeiten
gesprochen werden.
Aus der Versammlung kam der Vorschlag, dass dafür 15 000
Euro im Etat vorgesehen werden sollten. Durch Zustimmung von allen
Seiten, aber ohne Abstimmung wurde der Vorschlag angenommen. (km)
7.12.2005 Lausitzer Rundschau
Schlepzig beantragt Zuschuss für Kahnfahrt
Tour durch das Dorf soll ermöglicht werden
Für den Bau einer Kahnfahrtroute durch Schlepzig
im nächsten Jahr beantragt die Gemeinde Fördermittel.
Das hat die Gemeindevertretung vorgestern beschlossen.
Die Kosten des Projekts werden
auf rund 400 000 Euro geschätzt, erklärte Bauamtsleiterin
Michaela Schudek während der Sitzung der Abgeordneten. Davon
sollen 300 000 Euro als Zuschuss über das Förderprogramm
«Integrierte ländliche Entwicklung» (ILE) fließen.
Der Eigenanteil der Gemeinde «ist gesichert» , sagte
sie. Er soll aus den investiven Schlüsselzuweisungen, die
Schlepzig in diesem und im nächsten Jahr erhält, aufgebracht
werden. «Diese dürfen ja nur für Investitionen
verwendet werden» , betonte die Amtsleiterin.
Schleusen- und Brückenbau
Wo unter der Dammstraße ein Rohr die Hauptspree mit der
Kleinen Spree verbindet, sollen ein Durchlass mit Schleuse und
eine Brücke errichtet werden. So entsteht eine Kahnroute
von der Haupt- über die Kleine Spree und das Schlepziger
Freifließ, das wieder in die Hauptspree einmündet.
Bislang können die Schlepziger ihren Gästen nur längere
Kahnfahrten auf wenigen Routen außerhalb des Ortes anbieten.
Eine Fahrt über eine kürzere Strecke durch den Ort offerieren
zu können, sei daher seit 1996 Wunsch der Gemeinde gewesen,
erinnerte Michaela Schudek. Ihn zu erfüllen, sei bislang
an den Finanzen gescheitert. ILE eröffne nun aber diese Möglichkeit.
Sie sollte genutzt werden, sagte Rudi Gollnick. «Was stellen
andere an, um ein kleines Fließ zu bauen«! Wir wollen
das Vorhandene bei uns nicht mal in Ordnung bringen»»
, fragte er. Sei doch die Kleine Spree «ein Modderloch»
was auch für die Feuerwehr mangels Brunnen im Ort
ein Problem sei, so Gollnick.
«Bei uns fließt das Wasser durchs Dorf» , sagte
auch Günter Schade. Er möchte diese Chance nutzen, «um
das Dorf attraktiver zu machen. Wir leben nun mal zum Großteil
vom Tourismus.»
Gemeindevertreter Steffen Miether dagegen, «weiß noch
nicht, ob ich für das Projekt bin oder dagegen. Ich kenne
es ja noch nicht» , begründete er, weshalb er sich
der Stimme enthielt. «Wir können erst konkret planen,
wenn die Fördermittel vorliegen» , hielt Bürgermeisterin
Heike Noah entgegen. Und Michaela Schudek versprach: «Sobald
der Zuschuss da ist, machen wir eine Einwohnerversammlung und
stellen eine ordentliche Planung vor.»
Für Dietmar Andreck ist dieser Termin für die Information
der Einwohner zu spät. Er ist einer der Anwohner der geplanten
Kahnfahrtroute und hätte sich wenigstens für diese gewünscht,
eher über das Vorhaben und dessen Folgen für die Anlieger
in Kenntnis gesetzt zu werden. Beispielsweise, das zeigte sich
bei der Sitzung, gibt es erhebliche Bedenken, was die Höhe
der geplanten Brücke betrifft.
Entlastung für Dammstraße
Laut dem bisher vorliegenden Konzept soll sich die Brücke
ins Dorfbild einpassen und nicht, wie befürchtet, in einigen
Metern Höhe die Kleine Spree überspannen, sagte Michaela
Schudek. Die Traglast von Brücke wie Straße soll auf
5,5 Tonnen begrenzt sein, kurzfristige Ausnahmen etwa für
die Müllabfuhr sollen möglich sein. Mit dem Gesamtvorhaben
eröffne sich zudem die Möglichkeit, so die Bauamtsleiterin,
«das Problem Dammstraße zu lösen» . Sei
diese doch gar nicht für den Verkehr ausgelegt, der über
die Straße rolle. Deshalb sei die Sanierung der alten Lübbener
Straße (Niwaweg) Teil des Gesamtprojekts, um die Dammstraße
zu entlasten. (dh)
Neues Gurkenpaar gekrönt
Märkische Allgemeine vom 05.09.2005
Über 85 Stände lockten
die Besucher / Kahnfahrt mit Nachtwächter
SCHLEPZIG Selbst strömender
Regen kann einem Spreewaldort nichts anhaben, wenn es gilt, die
berühmte Gurke zu feiern. Das jedenfalls demonstrierten die
Schlepziger und ihre Gäste am Sonnabendvormittag beim "7.
Spreewälder Gurkentag". Einem Fest, mit dem alljährlich
der Schutz der Spreewälder Gurke gefeiert wird. Der Gurkentag
2004 fand in Calau statt.
In Schlepzig ging es gleich mit
einem Paukenschlag los. Das neue Gurkenpaar Anika I. und Michael
I. wurde von Ministerin Johanna Wanka (CDU) gekrönt. "Das
passt doch wie die Faust aufs Auge", meinte Landrat Martin
Wille (SPD) und spielte damit darauf an, das die neue Gurkenprinzessin
Anika Schäfer in "seinem" Amt für Wirtschaftsförderung
arbeitet. Besser könne die Gurke schließlich nicht
vermarktet werden, so der Landrat. Prinz Michael Damian stand
seiner Freundin aber in Nichts nach. Mühelos schlug er das
erste Gurkenfass des Jahrganges 2005 auf, um die kostbaren Exemplare
anschließend an die Gäste zu verteilen. "Ein bisschen
salzig, aber gut", urteilte Ministerin Wanka. Landrat Martin
Wille meinte, das mache nichts. Dadurch bekäme man erst den
richtigen Durst für das Spreewald-Bier, von dem Ministerpräsident
Matthias Platzeck (SPD) wenige Minuten später das erste Fass
anstach.
Auch Lena Slabon aus Lippe in
Westfalen meinte, dass diese ersten Gurken sehr salzig gewesen
sind. Ansonsten seien der Urlaub und das Gurkenfest mit den Kahnfahrten
einfach toll. Johannes Fritsch aus Hamburg war begeistert: "Ich
war noch nie in dieser Gegend und habe da wirklich etwas versäumt."
Ganz anders war es bei Margitta Schippel aus Vetschau, die bisher
jeden Gurkentag besuchte: "An den 85 Ständen gibt es
doch immer etwas Neues zu entdecken."
Hinter einem dieser Stände
saß der Trachtensticker Dieter Dziumbla aus Burg. Fachmännisch
erklärte der einstige Baggerfahrer, dass das Sticken eines
drei Meter langen Rockbandes etwa 80 Stunden dauert. Dabei würden
unter anderem der Platz-, der Hexen-, der Stil- und der Kreuzstich
benötigt, die er als Mann selbstverständlich alle beherrscht.
Guter Dinge waren auch die Wittmannsdorfer
Butterfrauen, die an diesem Tag über 500 Stullen verkaufen
wollten. Dafür hatten sie extra 15 Sechs-Pfund-Brote mitgebracht.
Über fehlenden Absatz konnten
sich auch die Gurkenstände nicht beklagen, wo neben den Knoblauchgurken
vor allem wieder die traditionellen Gewürzgurken gefragt
waren. Auch über 20 Senfsorten, darunter mit Kürbis-,
Bier- und Kaperngeschmack, konnten die Gäste bei dem zweitägigen
Fest kosten. Selbst Sauerkrautbrot wurde angeboten.
Sonnabendabend war vor allem der
Kahnfährhafen dicht umlagert, wo zur Mondscheinfahrt mit
dem Nachtwächter eingeladen wurde. Am Sonntagmittag startete
in Schlepzig der große Kahnkorso durch den Spreewald. mo
22.07.2005
Im Kahn durchs Spreewalddorf gleiten
Schlepzig plant Route durch den Ort
Mit dem Kahn in der Dämmerung durch das Dorf gleiten, einen
Blick auf die Gehöfte werden, die im Laternenschein den romantischen
Spreewald lebendig werden lassen die Schlepziger stellen
sich das schön vor für sich und ihre Gäste. Eine
kleine Kahnfahrt durch ihren Ort könnte nicht nur den Tourismus
voran bringen, sondern hat in ihren Augen noch weitere Vorteile.
Mit einem vorderen Platz auf der Prioritätenliste der ILE-Förderung
ist sie in greifbare Nähe gerückt und war daher Thema
auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung in Schlepzig.
Eine zusätzliche Route würde die Kahnfahrten im Schlepziger
Gebiet entzerren und das Naturschutzgebiet entlasten. Ideen dafür
gibt es schon lange. Die kleine Route durchs Dorf eigne sich besonders
«abends in der Dämmerung» , sagte Uwe Neumann
vom Heimat- und Traditionsverein, «wenn im Biosphärenreservat
nichts mehr stattfinden sollte» . Sie könne das Dorf
attraktiver machen, ergänzte Bauamtsleiterin Michaela Schudek
vom Amt Unterspreewald. Andere stimmten ihr zu, vor allem wenn
die Schlepziger die Route als Anreiz nehmen, den Blick auf ihre
Gehöfte auch vom Wasser aus lohnenswert zu gestalten.
Neben der Kleinen Kahnfahrt im Dorf ging es in der Sitzung auch
um eine größere Route entlang des Niewafließes.
Günter Schade aus Schlepzig, selbst Kahnfährmann und
von Michaela Schudek als «treibende Kraft des Ganzen»
bezeichnet, erklärte ihren Verlauf. Sie würde das Dorf
nach Süden abschließen und in seinen Augen künftig
möglicherweise zu einer weiteren Erschließung der jetzigen
Wiesen beitragen könnte. Allerdings sei die Entscheidung
eine Kostenfrage.
Wegen eben dieser «waren wir uns einig, dass wir die Kleine
Kahnfahrt favorisieren wollen» , sagte Bürgermeisterin
Heike Noah. «Die Gemeinde ist pragmatisch» , kommentierte
Michaela Schudek vom Amt Unterspreewald. «Was nützt
eine große Kahnfahrt, wenn sie nicht refinanziert werden
kann» , spielte sie auf den Eigenanteil an, den Schlepzig
zu den Fördermitteln über ILE (Integrierte Ländliche
Entwicklung) aufbringen müsste.
Dieser beläuft sich auf 25 Prozent, erklärte Dieter
Irlbacher, der als Vorsitzender des Spreewaldvereins die ILE-geförderten
Projekte in der Region koordiniert. Die Gesamtkosten für
die kleine Kahnroute durch das Dorf sind noch nicht bekannt. Irlbacher
drängte zur Eile: «Bis 2006 muss das Geld ausgegeben
sein.» Er fügte an: «Schlepzig muss schnell sein,
denn wo die Kofinanzierung nicht kommt, wird umdisponiert. Es
sind genug Projekte in der Schublade.»
Von Ingvil Schirling
16.09.2005 Lausitzer Rundschau
Schlepziger träumen von eigener Ortsdurchfahrt
Gemeinde will touristisches Angebot
erweitern / Teil 2
Schlepzig. Die Idee ist schon fast zehn Jahre alt, doch bisher
fehlte das Geld dafür: für eine Kahnrundfahrt durch
Schlepzig. Auf der Liste der ILE-Projekte steht sie jetzt ganz
oben. Rund 400 000 Euro müssen dafür bereitstehen, davon
100 000 Euro aus dem Haushalt der Gemeinde. Die hat bereits kräftig
ihre Investitionspauschale dafür gespart.
 |
Foto: Archivfoto: Adi Wawro
Eine Kahnrundfahrt durch Schlepzig war bisher nicht möglich
(unser Foto zeigt eine Tour, die in dem Dorf startet und in den
Spreewald führt). Mit Hilfe des Programms Integrierte Landliche
Entwicklung (ILE) soll das aber als einstündige Fahrt bald
möglich werden.
Die Schlepziger Kahnfährmänner wollten ihren Gästen
neben dem Unterspreewald gern auch den Ort Schlepzig zeigen. Außerdem
würde es dadurch eine Route geben, die in einer Stunde zu
schaffen ist für Gäste, die wenig Zeit haben.
Die heute üblichen Touren dauern mindestens zwei bis drei
Stunden. Auch ungeübte Paddler könnten sich auf diese
kurze Strecke begeben. Das hätte einen "tollen Effekt"
für Schlepzig, sagt Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine. Ortsbürgermeisterin
Heike Noah nimmt vorsichtig das Wort "Kahnnächte"
in den Mund und lacht. Mit der Ortsdurchfahrt würden sich
eben viele neue Ideen ergeben.
Die Variante, die jetzt konzipiert wird, ist bereits eine abgespeckte,
also billigere Variante. Doch nur sie, betont Kleine, verdiene
wirklich den Namen Ortsdurchfahrt, weil sie so nah an den Häusern
dran sei. Ab der Dammstraße könnte die Route südlich
parallel zur Durchfahrtsstraße über einen Altarm der
Spree verlaufen. Von dort könnte sie nach Norden abbiegen,
über das Fließ am Hotel Müggenberg und über
die Schleuse an "Posslings Eckchen" zurück zum
Ausgangspunkt an der Gaststätte "Zur Reuse" führen.
Die Route soll ausschließlich
in natürlichen Bahnen verlaufen, also ohne Kanäle auskommen.
Dazu müssten der Altarm und die Fließe nördlich
von Schlepzig entkrautet und tiefer gebaggert werden, damit Kähne
darauf fahren und sich in beiden Richtungen begegnen können.
Zudem müssten Brücken und Schleusen erneuert werden.
Für das Konzept werden nach
Aussage von Doris Paetsch vom Bauamt zurzeit die Fördermittel
aus dem ILE-Topf beantragt. Wieviel Geld das tatsächlich
sein wird und wann es kommt, ist derzeit noch ungewiss. Dietrich
Dommain, ILE-Manager beim Spreewaldverein, zeigt sich aber zuversichtlich,
dass es bald losgehen kann. "Die Ortsdurchfahrt steht wegen
ihrer Attraktivität für den Ort ganz oben auf der Liste",
sagt er.
Wenn die Fördermittel bewilligt
sind, werden die Bürger in die Planung einbezogen. Bereits
jetzt hat Heike Noah mit Schlepzigern gesprochen. "Sachliche
Einwände dagegen habe ich noch nicht gehört", sagt
sie. Gerade die Leute, die ihre Grundstücke an der Route
haben, könnten, ähnlich wie in Lehde, kleine Imbissstände
aufmachen oder Gurken verkaufen. So stellt es sich zumindest der
Amtsdirektor vor. "Schließlich lebt Schlepzig vom Tourismus",
begründet er.
H I N T E R G R U N D
Ländliche Entwicklung
Die RUNDSCHAU stellt in loser
Folge die Projekte vor, die in das ILE-Konzept des Landkreises
Dahme-Spreewald aufgenommen wurden.
ILE steht für "Integrierte
ländliche Entwicklung" und ist ein neues Förderprogramm
der Europäischen Union. Es soll die Entwicklung ländlicher
Räume fördern.
Das ILE-Konzept des Kreises sieht
vor, dass sich das Gebiet an Dahme und Spree als lebenswerter
Raum entwickelt, der Arbeit bietet. Dazu werden Projekte an einer
Nord-Süd- und einer Ost-West-Achse gefördert. (dzr)
Von Dörthe Ziemer