Evangelische Kirche Schlepzig
Frau Superintendentin Ulrike Voigt
Dorfstraße 34
15910 Schlepzig
Telefon: 035472/388
Fax: 035472/65706
e-mail: kirche.Schlepzig@t-online
Dem Himmel ganz nah
Foto: Torsten
Müller
Im traditionellen Fachwerkstil errichtet und mit einem dekorativen
Innenleben ausgestattet "wanderte" die Schlepziger Kirche
vom möndänen Sachsen ins eher sachliche Preußen
Einen Augenweide - die barocke Inneaustattung und -ausmalung der
Schlepziger Dorfkirche mit dem Wolkenhimmel als dekorativem Höhepunkt
Skeptisch die Klinke nach unten
drückend - nach dem Motto, ist ja sowieso nicht offen -,
überrascht feststellend, dass die Tür tatsächlich
nachgibt, schüchtern einen ersten Blick hineinwerfend, schließlich
begeistert winkend und den Rest der Truppe heranwinkend: "Kommt
her, das müsst ihr euch ansehen!" So nähern sich
die Radler aus Offenburg, die auf einer Tour durch den Osten bis
hinauf an die See sind, dem kleinen Fachwerkkirchlein von Schlepzig
an. Und so wie sie sich anschließend an ihm begeistern,
so scheinen alle Besucher von dem barocken Kleinod im Unterspreewald
schlichtweg überwältigt zu sein. Jedenfalls liest man
im Gästebuch lauter Lobeshymnen, mit denen die Besucher oft
auch ihre Überraschung zum Ausdruck bringen, dieses farbenprächtige
Juwel im eher für seine Schnörkellosigkeit bekannten
Brandenburg zu entdecken.
Doch die Grenze zum mondäneren
Sachsen ist ja gar nicht mehr so weit. Ja mehr noch, Schlepzig
gehörte - so können es die wissbegierigen Kirchgänger
in einer im Gotteshaus ausliegenden kleinen Chronik nachlesen
- bis 1815 zu Sachsen. So trägt denn auch die Einweihungsurkunde
des Fachwerkbaus mit dem feinen barockem Innenleben aus dem Jahre
1782 noch das sächsische Siegel. Der Neubau war notwendig
geworden, weil gut ein Jahrzehnt zuvor ein verheerender Brand
einen Großteil des Dorfes und eben auch die Vorgängerkirche
zerstört hatte. Im Jahr nach der Einweihung, also 1783, brachte
ein Lübbener Malermeister die Gemeinde dem Herrgott tatsächlich
ein Stück näher, indem er die Kirchendecke in eine himmelblaue
Wolkenlandschaft verwandelte und über dem Altarraum eine
Sonne plazierte, die mit einem Dreieck in der Mitte die heilige
Dreifaltigkeit von Vater, Sohn und Heiligem Geist symbolisiert.
Zweifellos ist das Gesamtbild
dieses schlichten und zugleich dekorativen Innenraums mit der
bemalten Decke und den verzierten Emporen der Trumpf der Schlepziger
Kirche. Aber auch mit ihren Details vermag sie die Blicke zu fesseln,
sei es das Altarbild - eine Abendmahldarstellung -, das einzige
Stück, das vom Vorgängerbau gerettet werden konnte oder
die Kanzel aus dem Jahre 1843, deren Bemalung später dem
Barock angepasst wurde. Sehenswert sind schließlich auch
die Sauer-Orgel aus dem Jahre 1910 und die erhabenen Messingleuchter,
die im Jahre 1932 von einer Schlepziger Familie gestiftet wurden.
Die Kirche, in der neben den Gottesdiensten
regelmäßig Konzerte stattfinden, befindet sich in einem
erfreulich guten Zustand. Bereits zu DDR-Zeiten 1980/81 erfolgte
eine komplette Innenrestaurierung, wobei Kunststudenten die Ausmalung
der Decke nach vorhandenen Resten der alten von 1783 vornahmen.
Nach der Wende wurden Außenfassade und Kirchturm instandgesetzt,
1996 war die Orgel dran. Das meiste Geld kam aus der Kirchgemeinde
selbst und von den zahlreichen Spenden der Gäste und Besucher,
die das Gotteshaus täglich von 9 bis 19 Uhr willkommen heißt.
Die Pforten sind zu dieser Zeit für jedermann geöffnet.
Für weitergehende Führungen und Informationen kann man
sich unter den Rufnummern (035472)388 im Pfarramt oder (035472)358
bei Herrn Garbe melden.