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Kulturelles
aus Schlepzig
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17.07.2006 Lausitzer Rundschau
Nienburger Gospelsingers lassen Schlepzig swingen
Gottesdienst-Besucher begeistert von der Musik
Gute Nachrichten sind am Samstagabend in der Schlepziger
Kirche verkündet worden. Und das nicht durch Pfarrerin Ulrike Voigt,
sondern auch mit vielen Liedern. Die Nienburger Gospelsingers gaben
dem Gottesdienst im Spreewalddorf eine musikalische Note.
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Foto: Andreas Staindl
Die Nienburger Gospelsingers haben den Gottesdienst in der Schlepziger
Kirche musikalisch bereichert.
Ihr Gesang vermittelt christliche Botschaften. Gospel ist die Kirchenmusik
afroamerikanischer Gemeinden, religiöse Musik der Südstaaten
der USA. Seinen Ursprung hat Gospel im Liedgut der schwarzen amerikanischen
Sklaven im 19. Jahrhundert. Aus der Mischung traditioneller protestantischer
Psalmgesänge und afrikanischer Rhythmen ist längst eine lebendige
christliche Musik entstanden.
Diese Rhythmen hatten die Nienburger Gospelsingers am Samstag mit nach
Schlepzig gebracht. Keep your lamps war das erste ihrer
zahlreichen Lieder, mit denen sie gute Nachrichten verkündeten.
Das Publikum wurde schnell infiziert, der Rhythmus ging ins Blut, animierte
zu leichten Wippbewegungen. Es war ein fröhlicher Gottesdienst
an diesem Samstagabend. Ich bin so glücklich. Jesus ist mein
Retter. Halleluja.
In Jesus is my salvation findet sich diese Botschaft, die
die Gospelsingers den Besuchern verkündeten. Give me your
hand gib mir deine Hand und viele weitere christliche
Lieder hatten die Sängerinnen und Sänger aus Nienburg mitgebracht.
Es war ihr zweiter Auftritt in Schlepzig. Zur 1000-Jahr-Feier vor zwei
Jahren waren sie schon einmal im Spreewaldort.
Die Gospelsingers gibt es erst seit ein paar Jahren. Die Idee, die Gruppe
zu bilden, sei aus einem ökumenischen Familienkreis entstanden,
sagte Tenor Andreas Schröter. Er hatte schon Gospel-Erfahrungen,
acht Mitstreiter waren rasch gefunden. Zu Beginn dominierte «A
capella» -Gesang das Repertoire. Inzwischen gibt es auch Klavierbegleitung
durch Josef Müller, dem zweiten Chorleiter.
Eines der Lieder vom Samstag war einer erst jüngst verstorbenen
Schlepzigerin gewidmet: Still, still, jemand ruft meinen Namen,
heißt es in Hush. Und weiter: Oh Herr, was soll
ich tun? Ich bin so froh, dass mein Kummer bald ein Ende hat, so froh,
dass Jesus mich rechtzeitig zu sich holt. Mit einem Africa-Medley
und dem folgenden Haeven wollten die Gospelsingers eigentlich
ihr Konzert beenden. Doch die Besucher wollten mehr hören und den
fröhlichen Gottesdienst etwas länger genießen. Die Gäste
aus Nienburg taten ihnen sichtlich gern den Gefallen.
Viele fragten sich offenbar, ob in der Kirche Klatschen erlaubt sei.
Geht schon in Ordnung, ermutigte Ulrike Voigt. Klatschen
sie ordentlich Beifall, wenn es ihnen gefallen hat. Die Zuhörer
hatten sich zunächst zurückgehalten, zum Schluss aber lautstark
ihre Freude verkündet.
Andreas Staindl
Lausitzer Rundschau
Länderspiel ohne Verlierer in Schlepzigs Kirche
Konzert an der Sauer-Orgel am Freitagabend
Ein ganz spezielles Länderspiel soll es am Freitag, dem 9. Juni,
fast zeitgleich zur Fußball-WM-Eröffnung in der Schlepziger
Fachwerkkirche geben.
Es werde zwar mit Pfiff sein, aber ohne Töne und Verlierer, kündigen
die Veranstalter an: Der Erfurter Universitätsorganist Dr. Wieland
Meinhold werde an der restaurierten Sauer-Orgel des Gotteshauses ein
Programm mit dem Titel «Virtuoses aus Italien» gestalten.
Erklingen soll Musik aus der Zeit des Barock von Scarlatti, Frescobalid,
Gentili, Torelli, Tartini, Zipoli und Albinioni, geht aus der Ankündigung
hervor. Auch Kompositionen von Bach und Händel würden in der
von Meinhold moderierten Konzertstunde zu hören sein. Diese beginne
um 18.30 Uhr.
Der Organist sei durch zahlreiche CD-Aufnahmen und Konzertreisen bekannt,
heißt es in der Mitteilung. Der im Jahr 1961 in Halle/Saale geborene
Meinhold, absolvierte seine musikalische Ausbildung und Studien in Jena,
Weimar, Berlin und Budapest. Bereits um 16.30 Uhr werde Meinhold in
der Schlepziger Kirche unter dem Motto «Musik für große
und kleine Pfeifen Besuch bei der Königin» die Sauer-Orgel
vorstellen, die im Jahr 1910 gebaut wurde. Diese Veranstaltung sei vor
allem für Kinder und Familien gedacht, heißt es. (red/dh)
Es ist wieder soweit:
Die Fastnacht und das Zampern:
Jedes Jahr zum Rosenmontagswochenende.
Auftakt des kulturellen
Lebens des Dorfes ist im Januar der Maskenball. Dieser Ball der Maskierten
läutet die heiße Phase der geheimnisträchtigen Vorbereitungen
der tollen Fastnachtstage im Februar ein. Höhepunkt ist der Rosenmontagsumzug,
an dem alle "Projekte" der Jugend und der Verheirateten teilnehmen.
Beginn 14:00 Uhr. Absolut sehenswert und feucht-fröhlich.
10.09.2005 Lausitzer Rundschau
Beobachtungsturm am Wussegk eingeweiht
Blick öffnet sich auf rastende Kraniche / Naturtourismus soll gestärkt
werden
Er ist sieben Meter hoch, steht auf vier Beton-Füßen, ist aus
Holz, hat 24 rutschfeste Stufen einschließlich eines Sockels, ein
überdachtes Podest, bietet einen tollen Blick in die grüne Umgebung,
hat rund 25 000 Euro gekostet und ist am Donnerstagabend eingeweiht worden.
Der neue Beobachtungsturm des Spreewald-Wildtier-Trails mit Blick Richtung
Wussegk bei Schlepzig ist ein Logenplatz für die jährliche Kranichschau.
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Foto: Krino Müller
. . . .beim Blick vom Beobachtungsturm.Die Pracht der Landschaft wird
sichtbar . . .
Der Beobachtungsturm, schätzte Biosphärenreservatschef Eugen
Nowak bei der Übergabe ein, störe die Natur nicht. Er passe
sich gut ein. Er sei an einer so exponierten Stelle kurz hinter Schlepzig
an der Spree zu finden, dass vor allem Kahntouristen und Wanderer vorbeikommen,
anhalten und «die vielen verschiedenen Tier- und Pflanzenarten bestaunen
können» . Der Beobachtungsturm sei ein Beitrag, nicht um die
Landschaft, «wie man bösartig sagt, zu möblieren»
, sondern stehe für eine neue Art des Tourismus, den Naturtourismus.
Die Betonung auf «Naturtourismus» sei auch kein Widerspruch
zum herkömmlichen Tourismus, der ja bereits von der einmaligen Natur
des Spreewaldes lebe. Ihm, sagte Nowak, sei zu wenig, wenn es nach einem
Urlaub im Spreewald den mageren Dialog gebe: «Wie wars denn?»
«Schön grün!» Er wolle Naturtourismus «auf
eine höhere Stufe stellen» . Dazu bedürfe es qualifizierter
Angebote und einhergehend eine qualifizierte Betreuung. Seien Angebote
erst einmal da, werde es eine verstärkte Nachfrage geben.
Um den Turm bauen zu können, sagte Nowak, hätte das Engagement
des Naturschutzbundes Spreewald sowie des Natur- und Landschaftspflegers
Arnulf Weingardt nicht gereicht. Auch Sponsoren seien wichtig gewesen.
Als Geldgeber habe das Förderprogramm Leader plus an erster Stelle
gestanden, doch auch andere hätten Geld gegeben: der Tourismusverband
Lübben und Umgebung, die Spreewaldinfo Lübbenau, vor allem aber
das südaus tralische Weingut Banrock Station, weil es im Rahmen seines
internationalen Sponsoringprogramms gerade im Biosphärenreservat
mit dem Schutz von Feuchtgebieten ein ideales Feld sehe.
Schlepzigs Bürgermeisterin Heike Noah lobt, dass so ein Aussichtsturm
auch im Winter ein attraktives Ausflugsziel sei. Arnulf Weingardt, der
auch die ersten Gäste auf die Plattform begleitete, schätzt
an der Lage und der Höhe des Turms vor allem, dass man einen guten
Blick habe auf Kraniche (deren Flug gen Spanien in wenigen Wochen richtig
losgehen werde), nordische Gänse, einheimische Watvögel oder
gar Seeadler wenn sie sich denn überhaupt blicken ließen.
Die Besucher nutzten bei der Turmübergabe die Gelegenheit, weit in
die Landschaft zu sehen, sich an der üppigen Pracht der Feuchtwiese
mit ihrem Schilfbestand und an Gegrilltem und Getränken zu erfreuen,
die ebenfalls Sponsoren zur Verfügung gestellt hatten. Beim gemütlichen
Plausch, unterbrochen gelegentlich durch Mückenklatschen, ließ
es sich auch unterhalb des Turms gut aushalten.
Bereits im Mai dieses Jahres war auf dem Barz lin im Oberspreewald ein
Beobachtungsturm eingeweiht worden. Beide Türme gehören zum
Wildtierbeobachtungspfad, der sich von Burg bis nach Krausnick zum Wehlaberg
durch den Spreewald schlängeln soll.
Von Krino Müller
06.09.2005 Lausitzer Rundschau
Schlepziger Gurkentag gibt Grund zur Freude
Spreewaldverein zieht positive Bilanz / 20 000 Besucher am Wochenende
An die 20 000 Gäste hat der Gurkentag in Schlepzig an diesem Wochenende
angelockt. Die 77 Händler und Aussteller seien sehr zufrieden mit
ihrem Absatz gewesen, die Gäste begeistert vom Programm mit dem Kahnkorso
als Höhepunkt. «Es war einer der besten Gurkentage, die wir
je hatten» , schätzt Andreas Traube vom Spreewaldverein Lübben
ein.
Foto: Jens Golombek
Mit viel Engagement und Witz stellten die Schlepziger einen gelungenen
Kahnkorso zum Gurkentag auf die Beine. Wo der nächste Gurkentag im
Jahr 2006 ausgerichtet wird, steht noch nicht fest, informiert der Spreewaldverein
in Lübben. «Uns liegt noch keine Bewerbung vor» , bedauert
Geschäftsführer Dieter Irlbacher. Interessierte Orte, die den
Gurkentag 2006 ausrichten möchten, sollten sich möglichst bald
mit schriftlicher Begründung beim Spreewaldverein bewerben. Nähere
Infos unter Telefon: 03546/8426.
Der einzige Wermutstropfen im Freudebecher des hauptverantwortlich organisierenden
Andreas Traube vom Spreewaldverein ist das Wetter: Den ganzen Samstag
über regnete es in Schlepzig und auch in Lübben, während
im Umland die Sonne schien. Da trotzdem zwischen 5000 und 7000 Gäste
zum Gurkentag nach Schlepzig kamen, nehmen es die Organisatoren nicht
allzu schwer.
Besonders den Kahnkorso als Hauptattraktion «hat Schlepzig sehr
schön gemacht» , lobt Dieter Irlbacher, der Geschäftsführer
des Spreewaldvereins. Sehr viel persönliches Engagement habe dazu
ebenso beigetragen wie die Anstrengungen von Verantwortlichen. Von einigen
Händlern habe er gehört, so Irlbacher, dass sie noch nie so
gut verkauft hätten wie in Schlepzig. Als Rahmen für den Gurkentag
sei dieser Ort allerdings auch «bestens geeignet» .
Dieter Irlbacher macht in seiner Bilanz darauf aufmerksam, dass dieser
Gurkentag neben der momentanen Wirkung eine bleibende haben werde. «Es
waren tausende Leute da, die diesen Ort neu kennen gelernt haben»
, sagt er. Dabei hätten sie dessen Qualitäten als Urlaubsort
entdeckt oder wiederentdeckt. «Dieser Effekt wird über die
kommenden Jahr anhalten» , sagt Irlbacher überzeugt. Schlepzig
habe schon zum Gurkentag viele Übernachtungen verzeichnen können:
Der ganze Ort sei laut Irlbacher ausgebucht gewesen.
Traube und Irlbacher stellen als weitere Höhepunkte die Krönung
des Gurkenpaars ebenso heraus wie den Anstich des Festbiers, das extra
für den Gurkentag gebraut worden war. Das hatte Ministerpräsident
Matthias Platzeck (SPD) vorgenommen, was der Spreewaldverein ebenfalls
als etwas Besonderes wertet. Schließlich sei in der Geschichte des
Gurkentags bisher nur einmal, bei der Premiere, ein Ministerpräsident
dabei gewesen.
Sehr gut angekommen sei auch der regionaltypische Markt mit seiner «großen
Breite an Lukullischem» , so Andreas Traube vom Spreewaldverein.
Mit dabei waren nicht nur die Gemüse- und Obstanbauer aus der Region,
sondern auch Spezialitätenhändler aus der weiteren Umgebung,
die zum Beispiel Käse aus der Uckermark anboten. Das sei Mitveranstalter
Pro Agro zu danken, so der Spreewaldverein. Gemeinsam sei für den
Markt beim Gurkentag erreicht worden, dass ein großes Sortiment
an Spezialitäten aus dem gesamten Land Brandenburg vorhanden waren.
Von Ingvil Schirling
05.09.2005 Lausitzer Rundschau
Die Spreewälder Gurken in Schlepzig gefeiert
Landesvater zapft Festbier an / Neues Gurkenkönigspaar gekrönt
Das bekannteste Spreewälder Gemüse hat am Wochenende im Mittelpunkt
in Schlepzig gestanden: die Gurke. Zum siebenten Mal hatte der Spreewaldverein
einen Spreewälder Gurkentag organisiert. Zu dessen Eröffnung
war auch Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck gekommen.
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Foto: A. Staindl Foto: Jens Golombek
Anika I. und Michael I. erfüllen eine ihrer ersten Pflichten als
Gurkenkönigspaar: Sie verteilen frisch veredelte Gurken des Jahrgangs
2005 an die Besucher des Spreewälder Gurkentags.Ministerpräsident
Matthias Platzeck sticht das Fass mit dem in der Schlepziger Brauerei
hergestellten Festbier an.Zum Kosten und Kaufen wurden Gurken an «ihrem
Ehrentag» angeboten.Wie Gurken veredelt werden können, demonstrierte
unter anderem die Spiel- und Trachtengruppe der Domowina aus Briesensee.Farbenfroh
und witzig waren die Kähne für den Korso gestern Nachmittag
gestaltet worden. Bei dem waren auch Gurken in Menschengröße
dabei.
Vier, fünf gezielte Schläge und der Zapfhahn sitzt. Landesvater
Matthias Platzeck (SPD) wischt sich die Finger an der Lederschürze
ab und lächelt. Gerade hat er sein erstes «echt frisches Bier»
angezapft und das «unfallfrei» . Brandenburgs Ministerpräsident
füllt sein Glas und streckt es in die Höhe. Der siebente Spreewälder
Gurkentag in Schlepzig hat sein Festbier. Platzeck kostet. «Ein
klasse Bier. Das kann man getrost auch schon vor 12 Uhr trinken»
, sagt er und stößt mit dem neuen Spreewälder Gurkenkönigspaar
auf der Bühne an.
Anika I. und Michael I. werden ein Jahr lang regieren. Anika Schäfer
(23) und Michael Damian (25) wohnen in Lübbenau. Am Samstag bekamen
sie Krone und Schärpe von ihren Vorgängern Ramona und Rico Rudolph
aus Byhleguhre überreicht. Die neue Gurkenkönigin arbeitet bei
der Kreisverwaltung Dahme-Spreewald. Der neue Gurkenkönig ist gelernter
Straßenbauer, strebt aber eine Ausbildung zum Altenpfleger an. Während
Michael Damian das Fass frisch veredelter Gurken allein öffnete,
hilft Anika I. ihm beim Verteilen. Unzählige Hände strecken
sich zur Bühne.
Auch Matthias Platzeck war mit den frischen Einlegern begrüßt
worden. Knack, ein kurzer Biss: «Hm, das schmeckt» , schwärmt
der Landesvater. «Die Spreewaldgurken sind Brandenburgs bester Botschafter
in der Welt.» Und dann verrät er ein Geheimnis: «Vielleicht
klappt es ja, dass wir eine Gurke in das Weltall schmuggeln können.»
Denn bei seinem Besuch kürzlich im Sternenstädchen habe er dem
deutschen Astronauten Thomas Reiter dies vorgeschlagen.
Der Geschäftsführer des Spreewaldvereins, Dieter Irlbacher,
schmunzelt zufrieden, als er dies hört, und begleitet Platzeck anschließend
beim Rundgang. Dabei zeigt er ihm auch den Schlepziger Hafen. Am Stand
der Göritzer Agrargenossenschaft wird der Ministerpräsident
zünftig begrüßt. Berührungsängste haben die
Spreewälder offensichtlich nicht. Auch nicht die Trachtengruppe «Nowa
Niwa» aus Neu Zauche. Den Frauen am dortigen Stand schreibt Matthias
Platzeck eine Widmung ins Album. Noch ein kurzer Abstecher in das benachbarte
Brauhaus und der Landesvater verabschiedete sich schon wieder aus Schlepzig.
Da kam der siebente Gurkentag gerade so richtig in Fahrt.
von Andreas Staindl
Schlepzig besitzt 3 Museen:
Das Bauernmuseum,
die Mühle und das Feuerwehrmuseum.
Böttcherausstellung von Waldemar
Zech.
Die Dauerausstellung "Unter Wasser
unterwegs"
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Nicht nur in Lübben
werde ich durchs Städtchen gehen, auch in Schlepzig will ich
meine Runden drehen. Samstags könnt Ihr mich ab 21.00 Uhr erleben,
Ihr müsst Euch nur vor das Brauhaus bewegen. Sagt es also Euren
Freunden und Verwandten, auch 2005 ist der Nachtwächter wieder
vorhanden.
Ich grüße
mit dem Gruß der Nachtwächter so dann, Licht aus
Lampe an
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Osterfeuer am Ostersamstag
auf dem Gelände der Spreewälder Privatbrauerei
Maitreiben:
Auf dem Gelände des
Museums findet Ende Mai das "Maitreiben" und Ende Juni das "Schoberfest"
statt. Unter dem Motto "Der Bauernhof lebt" kann man einen Bauernalltag
aus Großmutters Zeit erleben. Der Heimatverein lädt ein.
Wie es über die Lippen
kommt
Heimatverein Schlepzig gestaltet Maitreiben
mit
Wir reden einfach, wie wir wollen, sagt die Schlepzigerin
Edith Baatz. So hat sich die Spreewälder Mundart bis heute erhalten.
Diese hat der Heimatverein beim 10. Maitreiben im Schlepziger Bauernmuseum
auf die Bühne gebracht.
Die Texte, die gespielt und gesungen wurden, stammen von Edith Baatz.
Moahlzeit, Moahlzeit, begann der Sketch An Mittagstisch
bei eene ländliche Familie. Die Spreewälder kennen den
oa-Laut, das Wörtchen eene und das Verwechseln
von drittem und viertem Fall von ihren Großeltern. Doch die wenigsten
sprechen noch so.
Während älteren Schlepzigern die Mundart fließend über
die Lippen geht, müssen jüngere richtig üben, damit es
sich echt anhört. Wie Verena Wunderlich und Rita Putschke. Sie studieren
ein, was Edith Baatz aufgeschrieben hat, und lassen sich von den Älteren
verbessern. Dadurch, dass in der Schule immer Hochdeutsch gesprochen
werden muss, haben wir das Mundartliche verlernt, sagt Rita Putschke.
Durch die Arbeit im Heimatverein wollen wir es erhalten.
Von Knulln und Keite
Zu dieser Arbeit zählen die Auftritte bei den Maitreiben. Mal geht
es um Brautmode, mal um altes Handwerk, am Sonnabend beim 10. Maitreiben
ums Essen. Auf der Bühne standen eine alte Kochmaschine, Knulln
und Kräutersträußchen. Die Zuschauer erlebten, wie eine
Familie vom Lande sich beim Mittagessen unterhält, erfuhr, was Knullnplinze
(Kartoffelpuffer) und was Weezne (Plinsen aus Weizenmehl) sind,
wie Wäsche «ausstauken» geht und dass die Kartoffeln
in einer «Keite» lagern. Zu Gast war auch Alfred Biolek (gespielt
von einem Mitglied), der sich die Spreewälder Küche erklären
ließ und mit seiner Einladung zum Wein bei den Spreewald-Frauen
abblitzte. Seine Gastgeberinnen kredenzten Steekerchen, eine Art Kartoffelsalat
ohne Majonäse, dafür mit ausgelassenem Speck.
Spaß am Brauchtum
Seit Februar hatten etwa 15 Mitglieder des Heimatvereins das Programm
einstudiert, zunächst wöchentlich einmal, kurz vor dem Auftritt
zweimal und mehr. Die Ideen stammten von den Mitgliedern. Sie brachten
alles ein, was ihnen zu dem Thema einfiel etwa das, was sie von
den Großeltern darüber wussten, was es früher zu essen
gab oder wie Lebensmittel gelagert und zubereitet wurden. Dass sie so
etwas einmal interessieren würde, hätte Verena Wunderlich bis
vor kurzem nicht gedacht. Ich dachte immer, Heimatverein ist doch
was für die Älteren. Heute interessiere ich mich selbst dafür,
will etwas übers Brauchtum erfahren. Außerdem mache es
ihr Spaß, auf der Bühne zu stehen.
Dass der Heimatverein sowie die ebenfalls zum 10. Maitreiben eingeladenen
Künstler Bernd Pittkunings, das Spreewald-Duo, die Frauen-Gesangsgruppe
Lubka Lilija und der singende Spreewaldwirt mit ihren Programmen den Geschmack
der Besucher trafen, bestätigte Karin Kappus von der Tourist-Info
in Schlepzig. «Ich habe jedes Jahr viele Anfragen, ob das Maitreiben
wieder stattfindet» , sagt sie. Sie weiß, dass viele Gäste
von weiter her kommen, für die die Inhalte weniger Brauchtumspflege
bedeuten, sondern Landeskunde sind.
Das Programm des Heimatvereins hatte mit seiner Premiere seine einzige
Aufführung. Jetzt arbeiten seine Mitglieder für das nächste
Ereignis: das Schoberfest am 25. Juni. Dann geht es nicht darum, wie früher
im Spreewald gesprochen wurde, sondern um altes Handwerk. (dz/dh)
Das Hinterbackofenbalett:
Das Dorffest:
Am ersten Wochenende im
August feiern die Schlepziger ihr Dorffest.
Abfischen:
Ende Oktober organisiert
die Außenstelle Schlepzig der Peitzer Edelfisch GmbH ein Fischerfest
an den Schlepziger Teichen.

Aktivität und Erholung:
Auf ausgewählten Rad-, Fuß-
und Wasserwanderwegen:
Rad:
Gurkenradweg, Europawanderweg E 10, Hofjagdweg, Spreeradweg
Fuß:
Naturlehrpfad "Buchenhain",
Naturlehrpfad "Dürrenhofer See", Route "Grüne
Wiese", Route Inselteich-Petkampsberg, Route Heideseen-Wehlaberg
Wasser:
auf zahlreichen Fließen
und Nebenarmen, Randkanal, Puhlstrom, Hauptspree, zum Köthener
oder Neuendorfer See, in den Oberspreewald oder in die Berliner
Gewässer
Fahrrad- und Paddelbootverleih
im Ort
Kutsch- und Kremserfahrten
möglich auch in Kombination
mit einer Kahnfahrt und einem deftigen Spreewälder Picknick
Angelfreunden
bietet sich die beste Möglichkeit
an den Fischteichen und an der Spree - vorausgesetzt man ist im
Besitz eines Fischereischeines und einer gültigen Angelkarte
unvergeßlich eine Kahnfahrt
durch die stille und urwüchsige Natur:
ganz individuell auf Wunsch, von der kleinsten Familienfahrt bis
zur großen Gruppenfahrt,
Sammelfahrten,
Rundfahrten ab zwei Stunden oder Tagesfahrten mit Aufenthalt
Kahnfahrten
Wir freuen uns auf Ihren Besuch
Schlepzig hat wieder einen Heuschober
Fünf Stunden schweißtreibende Arbeit bewältigte
der Heimatverein beim Schoberfest
«Sieht er nicht prächtig aus?!» Ernst-August
Lehmann zeigt auf den großen Heuschober und ist zufrieden.
«Jetzt haben wir uns eine Stärkung verdient.
Foto: A. Staindl
Der Heimatverein hat sich die Vesper redlich verdient. Nach fünf
Sunden Arbeit steht der Heuschober auf dem Hof des Museums in
Schlepzig.
» Fünf Stunden anstrengender Arbeit lagen da hinter
den Mitgliedern des Heimatvereins Schlepzig, die den Heuschober
auf dem Hof des Museums errichteten. Zum neunten Mal gab es am
Samstag ein Schoberfest mit einer Zeitreise in die Vergangenheit.
«Früher waren Schober typisch für Schlepzig, heute
gibt es sie nur noch zur Schauvorführung» , erzählt
Lehmann. Vormittag um elf Uhr beginnen er und seine Leute mit
der Arbeit. Heu kehren und zusammenharken ist Sache der Frauen.
Die Männer packen den Schober. Grundlage bildet ein hölzernes
Hochgerüst. Der halbe Meter Abstand zum Boden soll das Heu
vor Wasser von unten schützen. «Das war früher
notwendig, weil unsere Wiesen oft überschwemmt waren»
, erklärt Lehmann. Er hat mit Waldemar Zech den Hut beim
Packen des Schobers auf. Beide erfahrenen Männer führen
am Samstag Mirko Pesch und Nico Sauer an die Arbeit heran. «Die
jungen Leute sollen die Tradition schließlich mal weiterführen.»
Die Männer kommen ins Schwitzen, der Heuschober wächst.
Gegen Mittag genehmigen sich die Helfer eine Pause. Es gibt Kartoffeln
mit Leinöl und Quark. «Solch ein Heuschober baut sich
nicht von allein» , sagt Waldemar Zech, lächelt und
erklärt: «Immerhin sind 35 bis 40 Zentner Heu, etwa
zwei Bauernfuhren, zu bewegen.» Ernst-August Lehmann weiß,
dass diese Menge für die Winterfütterung von zwei Rindern
reicht.
Am Ende des Tages ist die bis zu zwölf Meter lange Schoberstange,
die als Abschluss einen geflochtenen Kranz als Wind- und Regenschutz
hat, kaum noch zu sehen. An der Stange waren vier Steifen, in
Schlepzig auch Mücken genannt, nach allen Himmelsrichtungen
befestigt worden. «Die stärkste Mücke steht im
Osten» , verweist Waldemar Zech auf den Zusammenhang mit
dem Wetter. Insgesamt 18 Stangen bilden die Unterlage für
den Heuschober. Seine Entstehung faszinierte am Samstag die zahlreichen
Gäste auf dem Schlepziger Museumshof. «Ich seh' so
etwas zum ersten Mal und hätte nicht gedacht, dass in einem
Heuschober so viel Arbeit steckt» , staunt Brigitte Kulke
aus Dresden, die auf Radtour im Unterspreewald war und zufällig
vorbei schaute. Auf dem Museumshof gibt es an diesem Sonnabend
noch viel mehr zu sehen. Alte landwirtschaftliche Geräte
werden vorgeführt, Wäsche in Handarbeit gewaschen. «Wir
wollten einen lebendigen Bauernhof der Vergangenheit zeigen»
, sagt Ernst-August Lehmann. «Ein spannender Tag. Ich habe
eine Menge gelernt und es nicht bereut, spontan angehalten zu
haben» , sagt Erich Geisler aus dem Raum Stuttgart, der
seinen Urlaub im Spreewald verbringt.
Nach der Arbeit gönnt sich der Heimatverein eine Vesper,
gerade noch rechtzeitig vor dem Regen. «Hat doch gepasst»
, sagt Ernst-August Lehmann und rückt zufrieden seinen Hut
gerade. (as/dh)
A. Staindl
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